Die Anatomie Der Cannabis

Anbauer, medizinische Nutzer und selbst ganz gewöhnliche Cannabis-Fans sollten die Anatomie der Cannabispflanze kennen. Wie auch bei Obst und Gemüse ist es von Vorteil, wenn man über ein wenig Grundwissen verfügt. Sonst kommt man womöglich noch von seinem Einkauf mit grünen Bananen und faulen Tomaten zurück.

Man braucht keinen Abschluss in Botanik, aber es ist sicherlich hilfreich, einige grundlegende Eigenschaften der Pflanzenanatomie zu kennen. So kann man es beispielsweise vermeiden, männliche Pflanzen anzubauen und man kann Zwitterpflanzen erkennen. Vielleicht hast Du Dich ja auch schon mal gefragt, was genau ein Blütenkelch ist? Auf diese und viele weitere Fragen werden wir jetzt eingehen.

Lasst uns die einzelnen Teile der Cannabispflanze nun genauer unter die Lupe nehmen. Auf die verschiedenen Funktionen der Teile der Pflanzen werden wir im Anschluss auf verständliche Art und Weise eingehen.

DIE WURZELN

Cannabis Roots

Unter der Oberfläche des Nährbodens sind die Wurzeln damit beschäftigt, den Pflanzen Halt zu geben und sie zugleich mit Nährstoffen zu versorgen. Der Wurzelstamm besteht aus der Pfahlwurzel und vielen Nebenwurzeln, die zusammen eine Fasermasse bilden.

Die Wurzeln sind ein Teil des Gefäßsystems der Cannabispflanze. Im Inneren ist das Xylem, das dafür verantwortlich ist, Wasser und Mineralien von den **Wurzeln aus zum Rest der Pflanze zu transportieren. Das Xylem kann man sich als die Wasserpumpe der Pflanzen vorstellen.

KEIMBLÄTTER

Keimblätter

Ein Keimblatt ist ein embryonales Blatt, das bei samentragenden Pflanzen vorkommt. Keimblätter werden zusammen mit den Wurzel- und Sprossmeristemen während der Embryogenese gebildet. Dieses uranfängliche Wachstum stellt das erste Blatt dar, das nach dem Keimen gebildet wird. Das grüne Äußere der Keimblätter weist auf das Vorhandensein von Chlorophyll hin, weshalb die kleinen Blätter bereits in den frühen Wachstumsstadien Photosynthese betreiben können. Bald darauf wird der erste Satz echter Blätter erscheinen. Cannabis wird als Dikotyledon klassifiziert, also als Blütenpflanze mit einem Embryo, der zwei Keimblätter trägt. Abnormales Wachstum kann jedoch zum Wachstum von drei oder sogar vier Keimblättern führen.

DER HAUPTSTAMM UND DIE ZWEIGE

Cannabis Stem

Der Hauptstamm entspringt aus der Wurzel und unterstützt die Cannabispflanze beim vertikalen Wachstum. Der Hauptstamm ist der primäre Transportweg, auf dem Wasser und andere Mineralien von den Wurzeln aus befördert werden. In ihm ist auch das Phloem integriert, darauf werden wir später noch eingehen. Das Dickenwachstum der Pflanze entsteht an den Blattknoten am Hauptstamm.

An diesen Blattknoten entwickeln sich paarweise an beiden Seiten des Stamms die Zweige. Die Entfernung zwischen den Zweigen wird als Internodien-Abstand bezeichnet. In der Regel ist dieser Abstand bei indicadominierten Sorten geringer als bei sativadominierten.

Manchmal können durch Mutationen unregelmäßige Verzweigungen entstehen. Mutierte Cannabispflanzen können im Vergleich zu regulären Pflanzen trotzdem wirksam und produktiv sein, die meisten Anbauer bevorzugen es aber, sie sofort zu beseitigen. Unsere Meinung diesbezüglich ist: Wenn sie gesund aussehen, sollte man ihnen eine Chance geben.

DIE FÄCHERBLÄTTER

Cannabis Fan Leaves

Die Fächerblätter wachsen paarweise und symmetrisch in die entgegengesetzte Richtung vom Stamm und den Zweigen weg. Durch die Fächerblätter kann man erkennen, ob es sich um eine Indica- oder Sativa-Pflanze handelt. Als Faustregel gilt, dass dunkle und breite Blätter typisch für Indicas und hellgrüne Blätter mit schmalen Fingern typisch für Sativas sind. Hybride haben Blätter mit gemischten Merkmalen.

Die Fächerblätter sind im Grunde die Solarzellen der Cannabispflanzen. Sie saugen die Energie aus dem Licht auf, die dann im Anschluss im Inneren der Pflanze vom Phloem weitertransportiert wird. Das Phloem kannst Du Dir wie die Stromleitungen hinter den Wänden Deiner Wohnung vorstellen.

Fächerblätter sind essentiell für die Photosynthese und sollten niemals übermäßig beschnitten werden. Die Blätter im Schatten wiederum kann man während der späten Blütephase bedenkenlos entfernen, wenn sie die niedrig liegenden Blüten behindern.

DIE BLÜTE VON CANNABIS - UNTERSCHIEDE ZWISCHEN MÄNNLICHEN UND WEIBLICHEN PFLANZEN

Cannabis Male and Female

Eine Cola ist der Hauptblütenstand der weiblichen Pflanze. Durch das Beschneiden der Pflanzen und der Anwendung der LST- oder ScrOG-Methode, kann man die Pflanzen auch dazu bringen, mehrere Hauptblütenstände zu erzeugen. Diese Blüten werden aber alle als Cola bezeichnet. Gras, Nuggets, Buds usw. sind lediglich verschiedene Bezeichnungen für die Blüten, die auf der ganzen Pflanze verteilt entstehen. Um sicherzustellen, dass Deine Pflanze weiblich ist, solltest Du vor dem Beginn der Blütephase nach einem weißen Härchen an den Blätterknoten am Hauptstamm Ausschau halten.

Männliche Pflanzen erzeugen während der Blütephase keine Knospen und in der Regel tritt die Blütephase bei männlichen Pflanzen ein paar Wochen früher ein. Die männlichen Pflanzen werden zudem nicht die größten und prächtigsten Pflanzen des Anbaus sein. Männliche Pflanzen erzeugen Staubgefäße, die mit Pollen/Blütenstaub gefüllt sind.

Es ist ratsam, sein Urteil über das Geschlecht der Pflanze nicht zu hastig zu fällen und lieber bis zu der Entstehung der Vorblüten abzuwarten, um dann mit Sicherheit bestimmen zu können, ob man es mit traubenartigen Pollensäckchen oder mit weißen Härchen zu tun bekommt.

EINE ERKLÄRUNG DER BLÜTENKELCHE

Cannabis Calyx

Blüten sind nicht bloß ein zufällig zusammengewürfelter Haufen Blätter und Harz. Blütenkelche sind die kleinen, tropfenförmigen Kügelchen, aus denen die Cannabisblüten geformt werden. Blätter wachsen zwischen den Blütenkeclhen und darum herum. Die unscheinbaren Blütenkelche werden für das bloße Auge besonders während der späten Phasen der Blütenbildung erkennbar, wenn die Entwicklung von Gras anschwillt.

Nur die nicht bestäubten Blütenkelche der weiblichen Pflanzen erzeugen üppige Blüten. Wenn der Stempel bestäubt wird, wird der darunter liegende Blütenkelch zum Fruchtknoten und somit hat er nun die Funktion eines Samenbrutkastens.

Manche Blüten können sehr solide sein, da sie aus nah aneinander gewachsenen Blütenkelchen bestehen. Andere können wiederum aus größeren Blütenkelchen bestehen, die lose formiert sind. In der Regel sind es die Einflüsse der Indica-Genetik, die Blüten ein kompaktes Erscheinungsbild verleihen. Lediglich die ursprünglichen und unberührten Sativa-Sorten entwickeln sehr luftige und flaumige Blüten.

STEMPEL, NICHT "HÄRCHEN"

Cannabis Pistils

Die Stempel sind das, was man für gewöhnlich als die Härchen auf dem Gras bezeichnet. Durch die Stempel kann man die weiblichen Pflanzen im Cannabisgarten identifizieren. Vor dem Eintritt der Blütephase entwickeln weiblichen Pflanzen Stempel an den Blattknoten und tun dem Anbauer dadurch einen großen Gefallen.

Während der Blütephase und der Entwicklung des Weeds verfärben sie sich von weiß zu orange/rot. Die Stempel sind im Grunde genommen die Fortpflanzungsorgane der weiblichen Pflanzen mit den Fruchtknoten.

Die Stempel wachsen aus den Blütenkelchen heraus und werden entwickelt, um Pollen zu empfangen. Die weibliche Pflanze strebt eine Bestäubung an, und solange diese nicht stattfindet, wird sie ihren Hauptfokus auf die Blütenbildung legen.

DAS CANNABIS-HARZ

Cannabis Resin

Trichome sind die klebrige, glitzernde, harzige Schicht, die die Cannabisblüten überlagert. Während die Blütephase voranschreitet, werden die Blütenkelche und die umliegenden Zuckerblättchen mit einer Schicht von pilzförmigen Stängeln übersät werden. Diese Stängel verfärben sich im Verlauf der Blütephase zunächst von durchsichtig zu weiß und dann zu bernsteinfarben.

Im Grunde genommen dreht sich alles um die Trichome, da diese die mikroskopischen Produktionsstätten der Cannabinoide sind. Durch sie erhalten die Cannabisblüten die Wirksamkeit, die wir alle so sehr zu schätzen wissen. Haschisch und all Deine Lieblings-Konzentrate werden aus Trichomen extrahiert.

ACHTUNG! POLLEN IM GARTEN

Man bekommt Schwierigkeiten, wenn Pollen die Stempel der blühenden weiblichen Pflanzen erreichen. Männliche Cannabispflanzen haben Staubgefäße statt Stempel und sie entwickeln Pollensäcke. Diese enthalten, ja, richtig geraten, Pollen.

Diese Staubbeutel oder Pollensäcke hängen herab und haben in der Regel eine grün-gelbliche Färbung. Auch Hermaphrodite entwickeln diese Pollensäcke, die meist aus den Blütenclustern hervortreten. Sie sehen wie kleine Bananenstauden aus.

Wenn eine Pflanze diese Pollensäcke aufweist, muss man sie umgehend beseitigen, sonst läuft man Gefahr, Samen in der Ernte zu haben. Identifiziere und beseitige männliche Pflanzen/Hermaphrodite umgehend. Stress kann zudem die Entstehung von Zweigeschlechtlichkeit begünstigen, aus diesem Grund sollte man sicherstellen, dass der Anbau unter bestmöglichen Bedingungen stattfindet.