Cannabis Ernte

Erfahre alles über die verschiedenen Schritte der Cannabisernte und des Prozesses danach.

Inhaltsverzeichnis:

Die Erntezeit scheint das Ende einer langen Reise zu sein. Deine Blüten sind gereift und jetzt ist es Zeit sie zu rauchen, oder? Leider musst Du Dich noch etwas länger gedulden. Es gibt noch viel zu tun. Du musst Deine Blüten abschneiden, trocknen und aushärten, um ein geschmeidiges Raucherlebnis gewährleisten zu können. Mit all der Arbeit, die Du jetzt leistest, kannst Du strenge Aromen beseitigen und Deinen Vorrat für eine lange Zeit aufbewahren.

Die Erntezeit bedeutet nicht nur die Blüten zu pflücken und sie auf ein Trockengestell zu legen. Es gibt Nuancen und je genauer Du mit Deinem Timing bist, desto besser. Wenn Du Deine Blüten zu unterschiedlichen Zeitpunkten erntest, ergeben sich unterschiedliche THC-Gehalte. Wenn Du sie bei der richtigen Luftfeuchtigkeit aushärten lässt, hat dies einen großen Einfluss auf ihre Resistenz gegen Schimmel.

Dieser Leitfaden unterstützt Dich bei jedem Schritt des Ernteprozesses, um einen gesunden und potenten Vorrat zu gewährleisten.

WANN IST DER RICHTIGE ZEITPUNKT FÜR DIE ERNTE?

Der erste Schritt im Ernteprozess besteht darin, Blüten und Zweige von Deinen Pflanzen zu entfernen. Aber wann ist der richtige Zeitpunkt dafür? Nun, kommt drauf an. Wenn man zu unterschiedlichen Zeitpunkten erntet, wird es die Eigenschaften der Blüten drastisch verändern. Alles, vom Geschmack bis zur psychoaktiven Wirkung, kann abhängig davon moduliert werden, wie früh oder spät Du Dich für die Ernte entscheidest.

Im Allgemeinen hat jede Sorte ihre eigene geschätzte Blütezeit. Diese Statistik kann bei der Vorbereitung der Ernte hilfreich sein, ist jedoch nicht immer genau. Umweltfaktoren können die Blütezeit verlängern oder verkürzen. Indica-Sorten reifen schneller und blühen 6–8 Wochen, wohingegen Sativa-Sorten normalerweise 8–12 Wochen brauchen.

Es gibt noch einen anderen Weg, zu erkennen, wann die Erntezeit näher rückt. Einige grundlegende Kenntnisse der Pflanzenanatomie können dem Grower helfen, diese Veränderungen zu erkennen. Bestimmte Teile der Cannabispflanze beginnen sich im Laufe ihrer Reifung zu verändern. Anstatt sich nur auf Vermutungen zu verlassen, kannst Du diese botanischen Zeichen als Indikatoren verwenden. Zuerst musst Du Dich mit bestimmten Geweben, Drüsen und Organen vertraut machen, damit Du weißt, worauf Du achten musst.

DIE FÄCHERBLÄTTER FANGEN AN, GELB ZU WERDEN

Gelbe Blätter sind in der Regel ein Anzeichen für eine Fehlernährung oder das Vorhandensein eines Krankheitserregers. Am Ende der Blütezeit sind sie jedoch völlig normal. Fächerblätter sind die großen, breiten Blätter, die während der vegetativen Phase entstehen. Diese biologischen Sonnenkollektoren wandeln Licht in Zucker um, der für die Energiegewinnung benötigt wird. Diese Strukturen fangen an, sich gelb zu verfärben und können sogar abfallen, wenn sich die Erntezeit nähert. Mach Dir keine Sorgen. Dies geschieht, weil Pflanzen dieses Gewebe ignorieren, um so viel Energie wie möglich in Richtung der Blüten abzulenken.

DIE FÄCHERBLÄTTER FANGEN AN, GELB ZU WERDEN

DIE TRICHOME FANGEN AN, IHR AUSSEHEN ZU VERÄNDERN

Trichome sind die winzigen, pilzförmigen Drüsen, die auf Zuckerblättern und Blüten schimmern. Diese kleinen Chemiefabriken produzieren Cannabinoide und Terpene in Form eines viskosen Harzes. In der Natur schützen diese Substanzen die Pflanze vor Hitze, Raubtieren und Schädlingen. Für Grower ist dieses Harz jedoch der Hauptgrund für den Anbau von Gras.

Wenn man die Trichome überwacht, ist das eine genaue Methode, um festzustellen, wie weit die Blüten von der vollen Reife entfernt sind. Auf diese Weise hat der Erzeuger auch die Freiheit, Blüten zu einem Zeitpunkt zu ernten, der seinen individuellen Vorlieben entspricht.

Trichome sind mit dem bloßen Auge erkennbar, doch um sie richtig analysieren zu können, musst Du eine Lupe verwenden. Eine billige Lupe reicht aus und ist für viele sparsame Grower ein bevorzugtes Werkzeug. Fotografen mit einem grünen Daumen können Schnappschüsse mit einem Makroobjektiv machen. Dadurch können sie auch die Farbänderungen im Laufe der Zeit mitverfolgen. Gewerbliche Züchter und alle, die mehr Geld zur Verfügung haben, können sich auch für ein Mikroskop entscheiden. Diese Geräte in Laborqualität bieten eine äußerst detaillierte Ansicht der Struktur der Trichome und ihrer Farbe.

Trichome sehen im Frühstadium der Blütezeit klar und durchsichtig aus. Dies weist darauf hin, dass sie noch jung sind und nur eine geringe Menge an Cannabinoiden produzieren. Zu dieser Zeit sind die Blüten auch physisch kleiner – ein offensichtliches Zeichen dafür, dass es noch zu früh für die Ernte ist.

DIE TRICHOME FANGEN AN, IHR AUSSEHEN ZU VERÄNDERN

Später beginnen diese Drüsen trüber oder milchig auszusehen. Diese Veränderung der Farbe bedeutet eine erhöhte Cannabinoid-Produktion. Behalte diese Strukturen im Auge, wenn diese milchige Farbe anfängt zu dominieren. Trichome erreichen die maximale THC-Produktion, wenn mehr als die Hälfte der Drüsen trüb geworden ist. Blüten, die während dieser Zeit geerntet werden, sorgen für einen kraftvollen, zerebralen Rausch, der durch Euphorie und gesteigerte Energie geprägt ist.

Wenn Du beim Rauchen ein sanfteres und beruhigenderes Erlebnis bevorzugst, dann warte bis die Trichome eine bernsteinfarbene Farbe annehmen. Dies weist auf einen verringerten THC- und erhöhten CBN-Gehalt hin, ein Cannabinoid, das beim Abbau von THC gebildet wird.

DIE KELCHE WERDEN PRALL

Der Kelch ist der erste Teil der Cannabisblüte, der aus dem Blütenansatz austritt. Diese Struktur beginnt ihr Leben als ein Bündel kleiner Blätter und entfaltet sich schließlich zu einer voll ausgebildeten Blüte. Sie bleiben an der Basis jeder Knospe und beherbergen die Fortpflanzungsorgane. Kelche sind der harzreichste Teil einer Cannabisblüte. Ihre Aufgabe ist es, strukturelle Unterstützung zu bieten, damit die Knospen bei starkem Wind nicht weggeweht oder von geflügelten Räubern abgepickt werden.

Die Kelche schwellen an, wenn die Blüten sich der Reife nähern. Dies liegt daran, dass sie sich darauf vorbereiten, Samen zu halten, wenn sie von einer männlichen Pflanze erfolgreich bestäubt werden. Schaue regelmäßig mit Deinem Vergrößerungswerkzeug über die Kelche, um deren Größe zu verfolgen.

DIE KELCHE WERDEN PRALL

DIE STEMPEL ENTWICKELN EINE DUNKLERE FARBE

Stempel oder Griffel sind die antennenartigen Geschlechtsorgane, die aus den Kelchen herausragen. Diese Strukturen haben die Aufgabe, Pollen einzufangen, die von männlichen Pflanzen freigesetzt wurden. Sie sind der Ausgangspunkt für die Befruchtung. Weibliche Pflanzen werden anfangen Samen zu produzieren, wenn ihre Mission erfüllt ist.

Die meisten Grower bemühen sich eine Befruchtung zu vermeiden, damit sie hochwertige Blüten produzieren können. Stempel sind jedoch noch immer nützlich, um die Reife zu bestimmten. Junge Blüten haben hellgrüne, manche fast weiße Stempel, die sich mit zunehmendem Alter langsam dunkler färben und dann eine orange-braune Farbe aufweisen. Die THC-Produktion ist normalerweise am höchsten, wenn etwa 70% der Stempel ihre Farbe geändert haben. Wenn ungefähr 90% der Stempel dunkel geworden sind, sinkt der THC-Gehalt und der CBN-Gehalt steigt an. Beachte jedoch, dass es sich bei diesen Zahlen nur um Schätzungen handelt.

DIE STEMPEL ENTWICKELN EINE DUNKLERE FARBE

ES IST ZEIT, DEINE BLÜTEN ZU TRIMMEN

Der nächste Schritt ist Trimmen oder Maniküren. Das ist einen notwendiger Prozess, um die Blüten zu säubern und zu verhindern, dass Zuckerblätter Deine Gläser überrennen. Alles, was Du für diese Aufgabe benötigst, ist eine Arbeitsplatte, ein Tablett, Latexhandschuhe und eine Schere. Es gibt zwei Wege, Deine Ernte zu trimmen: Nasses oder trockenes Trimmen.

Beim nassen Trimmen werden Deine Blüten unmittelbar nach der Ernte getrimmt, wenn der Feuchtigkeitsgehalt noch hoch ist. Dies verringert die Wahrscheinlichkeit der Schimmelbildung, da alle Zuckerblätter vor dem Trocknen entfernt werden, was verhindert, dass Feuchtigkeit eingeschlossen wird. Der Nachteil ist, dass es ein sehr klebriger Prozess ist. Handschuhe sind ein Muss. Aber es hat auch eine gute Seite: Du kannst Haschisch aus dem Harz herstellen, das an Deinen Scheren kleben bleibt.

Beim trockenen Trimmen werden die Blüten erst nach dem Trocknen getrimmt. Diese Methode eignet sich besser für Umgebungen mit einer geringen Luftfeuchtigkeit und somit auch einer geringeren Gefahr für Schimmelpilze. Trockenes Trimmen führt auch dazu, dass die Blüten fester und kompakter sind, eine Ästhetik, die viele Grower schätzen.

Unabhängig davon, für welche Methode Du Dich entscheidest, bleibt die Aufgabe immer dieselbe. Du kannst die Zuckerblätter abschneiden, während die Blüten noch an den Zweigen hängen oder Du kannst einzelne Buds entfernen und sie separat trimmen. Achte darauf, dass Du die Zuckerblätter aufbewahrst, da Du sie zur Herstellung von Haschisch und anderen Extrakten verwenden kannst.

ES IST ZEIT, DEINE BLÜTEN ZU TRIMMEN

TROCKENE DEINE BLÜTEN

Als nächstes geht es darum, Deine Belohnung in den Trockenraum zu bringen. Das Trocknen von Cannabis ist wichtig, um die Feuchtigkeit von der Außenseite der Blüten zu entfernen und so eine Schimmelbildung zu verhindern. Außerdem ist es nicht angenehm nasses Gras zu rauchen. Bevor Du mit dem Trocknen beginnst, solltest Du einen Raum dafür vorbereiten. Dies kann ein Gästezimmer oder sogar ein Zuchtzelt sein, in dem Du vorher angebaut hast. Wenn Du Deine Blüten an den Zweigen gelassen hast, musst Du eine Wäscheleine aufziehen, an der Du sie aufhängen kannst. Ansonsten legst Du Deine Blüten einfach auf Trockengestell.

Für optimale Ergebnisse sollte Cannabis langsam getrocknet werden. Es mag einfacher erscheinen, Deine Blüten einfach in den Ofen zu legen, aber dies wird nur ihren Geschmack verringern. Terpene, die Chemikalien, die Cannabis seinen Geschmack verleihen, sind flüchtig und werden bei hohen Temperaturen abgebaut. Zum Trocknen musst Du eine Raumtemperatur von circa 21°C und eine relative Luftfeuchtigkeit von 50% erreichen. Stelle ein Hygrometer in Deinen Trockenraum, um beide Faktoren messen zu können. Wenn Deine Messwerte zu hoch sind, verwende einen Ventilator, eine Klimaanlage und einen Luftentfeuchter. Wenn sie zu niedrig sind, installiere eine Heizung und einen Luftbefeuchter.

Das Trocknen dauert normalerweise 2–7 Tage. Beobachte Deine Blüten jeden Tag und berühre sie, um zu sehen wie feucht sie sind. Die Stängel und Blüten sollten schlussendlich unter Druck brechen anstatt sich zu verbiegen. In diesem Fall ist es Zeit für den nächsten Schritt.

TROCKENE DEINE BLÜTEN

HÄRTE DEIN CANNABIS AUS, DAMIT ES GESCHMEIDIGER WIRD

Hast Du jemals geil aussehendes Gras geraucht, nur um dann festzustellen, dass es Dir die Kehle zerreißt? Das ist das Ergebnis von Cannabis, das nicht ausgehärtet wurde. Aushärten verlängert die Zeit bis zum Ende des Anbauprozesses erheblich, aber es erhöht auch den Wert Deiner Ernte. Es handelt sich um einen längeren Trocknungsprozess, bei dem die Feuchtigkeit aus dem Inneren der Blüten entfernt wird, etwas, das durch Trocknen allein nicht erreicht werden kann.

Aushärten wird der Geschmack Deiner Ernte verbessern und ihr einen sanften, angenehmen Rauch verleihen. Dies geschieht indem Moleküle wie Chlorophyll abgebaut werden, die die Atemwege reizen.

Aushärten erhöht auch die Potenz Deiner Ernte. Bevor die Blüten beim Rauchen, Verdampfen oder Kochen erhitzt werden, ist THC in der Form von THCA in der Pflanze enthalten. Diese Cannabinoidsäure wird bei hohen Temperaturen oder mit der Zeit zu THC abgebaut (oder decarboxyliert). Das Aushärten fördert diesen Prozess und erhöht langsam den THC-Gehalt.

Es ist ein Prozess, bei dem Du Dich nicht um viel kümmern musst. Alles, was Du brauchst, sind ein paar Einmachgläser – genug, damit Deine gesamte Ernte hineinpasst.

HÄRTE DEIN CANNABIS AUS, DAMIT ES GESCHMEIDIGER WIRD

Fülle jedes Glas locker zu 75%, verschließe sie und lagere sie an einem kühlen, dunklen Ort. Zuerst tritt die restliche Feuchtigkeit aus dem Inneren der Blüten aus, so dass Dein Vorrat etwas nass aussieht. Wenn Du die Gläser mehrmals täglich einige Minuten öffnest – ein Vorgang, der als “Lüften” bezeichnet wird – setzt Du diese Feuchtigkeit frei und ermöglichst einen Luftaustausch. Wiederhole diesen Vorgang während der ersten Woche.

In den Wochen zwei und drei musst Du Deine Gläser nur einmal täglich einige Minuten öffnen, da der Feuchtigkeitsgehalt abnimmt. Nach drei Wochen sind Deine Blüten ausreichend ausgehärtet und produzieren ein angenehmes Raucherlebnis. Einige Grower mit viel Geduld entscheiden sich die Aushärtezeit auf bis zu acht Wochen zu verlängern, um den Geschmack und die Wirksamkeit zu maximieren. Wenn Du eine Langzeitlagerung planst, solltest Du wissen, dass Dein Cannabis über sechs Monate lang aushärten kann, ohne dass Dein Vorrat Schaden nimmt.


Teil. 1: Keimen. Die komplette anleitung für die keimung von cannabissamen.

Teil. 2: Veg-phase. Die wachstums- oder veg-phase.

Teil. 3: Die blütephase. Cannabis die blüterphase.

Teil. 4: Letzten blütewochen. Die letzten wochen der cannabis-blütezeit.

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