Eine Anleitung zur Unterscheidung von männlichen, weiblichen und hermaphroditischen Cannabispflanzen.

Inhaltsverzeichnis:

Von psychoaktiven Cannabinoiden bis zu aromatischen Terpenen weist Cannabis viele Merkmale auf, die es im Pflanzenreich einzigartig machen. Die Einzigartigkeit der Pflanze hört jedoch nicht bei den von ihr produzierten Phytochemikalien auf.

Du musst verstehen, die überwiegende Mehrheit von Pflanzenspezies ist einhäusig, ein Begriff, der bedeutet, dass sie sowohl männliche als auch weibliche Fortpflanzungsorgane besitzen. Es sind zum Beispiel auch essbare Pflanzen wie Mais und Kürbisgewächse gemeint, die bequem ihre eigenen Blüten mit ihrem eigenen Pollen befruchten können.

Cannabis gehört zu einer Artenminderheit, die von Natur aus zweihäusig ist, was bedeutet, das sie gesonderte männliche und weibliche Pflanzen hervorbringt. Im Besonderen sollte angemerkt werden, dass nur 7% aller Bedecktsamer (blühende Pflanzenarten) dieses seltene und interessante Merkmal besitzen.

WARUM IST ES VON BEDEUTUNG, DASS CANNABIS ZWEIHÄUSIG IST?

Cannabisanbauer und -züchter nutzen dieses Merkmal zu ihrem Vorteil, da es ihnen erlaubt, männliche und weibliche Pflanzen zu trennen. Dies ermöglicht ihnen, zu verhindern, dass die Blüten befruchtet werden und auswachsen, was zu hochwertigeren, als Sinsemilla bekannten Blüten führt.

Es bedeutet auch, dass Cannabiserzeuger mehr Kontrolle über die Kreuzung von spezifischen Männchen und Weibchen haben. Sie können zwei gesunde und kräftige Exemplare auswählen, sie nah aneinander stellen und Nachkommen hervorbringen, die gewisse Merkmale zeigen.

Lass uns einen genaueren Blick auf männliche und weibliche Cannabispflanzen werfen. Dann werden wir sehen, was bewirkt, dass manche Exemplare sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane entwickeln.

MÄNNLICHES VERSUS WEIBLICHES CANNABIS: WAS IST DER UNTERSCHIED?

In der Sämlings- und Wachstumsphase sehen männliche und weibliche Pflanzen identisch aus. Doch während sie beginnen, in die Blütephase überzugehen, fangen Pflanzen schließlich an, ihr Geschlecht zu offenbaren. In dieser Phase bringen Weibchen harzige Blüten voller Cannabinoide hervor und Männchen bilden mit Pollen gefüllte Säcke.

Weibliche Cannabispflanzen sind der Hauptfokus von Gelegenheitsgärtnern, die einen persönlichen Vorrat ernten wollen. Aber je nach Genetik können sich weibliche Pflanzen in ihrem Aussehen drastisch unterscheiden. Manche bleiben klein, produzieren ein dichtes Blattwerk und beträchtliche Seitenverzweigungen. Andere werden über 3m groß, erzeugen eine große Ernte und sehen eher wie Bäume als normale Gartenpflanzen aus.

Trotz ihrer Unterschiede haben alle weiblichen Pflanzen eines gemeinsam: sie bilden Blüten. Diese Blüten, umgangssprachlich als Buds bekannt, besitzen kleine drüsenartige, Trichome genannte Strukturen, die Cannabinoide wie THC und CBD erzeugen.

Männliche Pflanzen bilden dagegen keine Blüten. Dies macht sie für Grower, die nur Buds begehren, weniger wertvoll. Sie bringen allerdings Pollensäcke hervor. Diese kleinen Behältnisse erschaffen das für die Befruchtung weiblicher Blüten und die Erzeugung von Hybriden erforderliche genetische Material. Deswegen sind Männchen extrem wichtig für die Züchtung neuer Cannabissorten.

Es sollte ferner hervorgehoben werden, dass sich männliche Pollensäcke und weibliche Blüten zur selben Zeit an der Pflanze bilden. Beide Strukturen entstehen an den Nodien, den Pflanzknoten, an denen die Zweige auf den Hauptstamm treffen. Wenn Du also siehst, wie sich an manchen Pflanzen Blüten zu bilden beginnen, fange an, auch nach Pollensäcken zu suchen.

FEMALE PRE-FLOWER
MALE PRE-FLOWER

HERMAPHRODITEN: WENN CANNABISPFLANZEN EINHÄUSIG WERDEN

Cannabis hält sich jedoch wie jene, die es lieben, nicht immer an die Regeln. Manchmal geht diese zweihäusige Pflanzenart einen Sonderweg und bildet sowohl männliche als auch weibliche Fortpflanzungsorgane. Diese Exemplare sind als Hermaphroditen (Zwitter) bekannt. Entweder genetische oder umweltbedingte Faktoren oder beide können bewirken, dass Pflanzen dieses ungewöhnliche Merkmal entwickeln. Da sie sowohl Blüten als auch Pollensäcke haben, entwickeln sie letztendlich die Fähigkeit, sich selbst zu bestäuben und fortzupflanzen.

Grower wollen dieses Phänomen selbstverständlich vermeiden, wenn sie bestmögliche Buds erhalten wollen. Wir werden im Folgenden tiefer darin eintauchen, was Zweigeschlechtlichkeit verursacht und wie man sie vermeiden kann.

WIE MAN UNTERSCHIEDLICHE GESCHLECHTER VON CANNABISPFLANZEN BESTIMMT

Die Fähigkeit, das Pflanzengeschlecht so frühzeitig wie möglich zu bestimmen, ist für Cannabisanbauer eine entscheidende Fertigkeit. Wenn Du ein Gefühl für die Bestimmung des Pflanzengeschlechts entwickelst, wirst Du eine etwaige versehentliche Bestäubung verhindern können.

  • Das Ziel: Finde die Männchen und entferne sie so schnell wie möglich aus Deinem Grow Room oder Garten. In der Vorblüte wird das Geschlecht einer Pflanze ziemlich augenscheinlich, diesbezüglich ist aber Rechtzeitigkeit von äußerster Wichtigkeit. Je schneller Du männliche Pflanzen erkennen und entfernen kannst, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer versehentlichen Befruchtung.

MÄNNLICHE CANNABISPFLANZEN IDENTIFIZIEREN

Grower identifizieren das Pflanzengeschlecht durch das Bestimmen der Vorblüten, kleinen Strukturen, die sich am Ende des Wachstums an den Nodien bilden.

Gehe am Anfang der Blütephase in Deinem Grow Room oder Garten mit einem Vergrößerungsglas oder einer Juwelierlupe spazieren. Inspiziere ein paar Nodien an jeder Pflanze, um zu sehen, wie weit der Blütevorgang vorangeschritten ist. In dieser Phase wirst Du keine deutlichen Blüten oder Pollensäcke sehen. Du suchst stattdessen nach jungen Vorblüten. Obwohl diese winzigen Strukturen ähnlich aussehen, haben sie eindeutige Merkmale, die Growern ermöglichen, sie zu unterscheiden.

Männliche Vorblüten sehen wie winzige grüne Eier oder "Bälle" aus. Diese jungen Pollensäcke werden glatt aussehen und keine feinen Härchen oder irgendein ausgeprägtes Erkennungsmerkmal besitzen. Später in der Blütephase fangen die Pollensäcke an, größere und dichtere Cluster zu bilden. An diesem Punkt werden sie mit bloßem Auge leicht zu erkennen sein. Pollensäcke beginnen jedoch üblicherweise 2–3 Wochen nach ihrer Bildung, ihren Inhalt zu verteilen. Falls Du nicht vorhast, Deine Pflanzen zu kreuzen, entferne sie auf jeden Fall aus Deinem Raum.

MALE CANNABIS

WEIBLICHE CANNABISPFLANZEN IDENTIFIZIEREN

Weibliche Vorblüten bilden sich ebenfalls an den Nodien. Du kannst sie anhand eines offensichtlichen visuellen Merkmals differenzieren: Härchen. Weibliche Vorblüten zeichnen sich durch tropfenförmige Blütenkelche mit kleinen, aus der Spitze herausragenden Härchen aus. Diese kleinen, als Blütenstempel bekannten Härchen sind die Geschlechtsorgane von weiblichen Blüten.

Diese hervorstehenden Strukturen sind dazu bestimmt, den Blütenstaub einzufangen, was zur Befruchtung führt. Sie ragen aus der Blüte heraus, um den Pollen aus der Luft zu fangen und um mit Blütenstaub bedeckte Insekten zu streifen.

Innerhalb von ein paar Wochen schwellen diese kleinen Vorblüten zu dichten Nuggets an und beginnen, Cannabinoide und Terpen-reiches Harz zu produzieren. Da Du die Männchen entfernt und so eine Bestäubung verhindert hast, werden Deine Blüten bis zum Ende des Anbauzyklus kontinuierlich Harz produzieren.

FEMALE CANNABIS

HERMAPHRODITISCHE CANNABISPFLANZEN IDENTIFIZIEREN

Mehrere Faktoren können bewirken, dass weibliche Pflanzen anfangen, neben ihren Blüten Pollensäcke – oder freiliegende Staubblätter – zu entwickeln. Dieses Merkmal bedeutet, dass Pflanzen nicht auf ein Männchen und ihre geplatzten Pollensäcke in der Nähe angewiesen sind, um befruchtet zu werden. Wie wir gleich besprechen werden, ist dies eigentlich ein cleverer Überlebensmechanismus und eine Demonstration der Genialität der Natur. Im Grow Room oder Garten sind Hermaphroditen allerdings unerwünscht. Lass uns jetzt beide Arten besprechen und wie man die von ihnen verursachten Probleme vermeidet.

ARTEN VON HERMAPHRODITISCHEN CANNABISPFLANZEN

Zwittrige Cannabispflanzen gibt es in zwei verschiedenen Formen: echte Hermaphroditen und "Bananen".

Erstere weisen eindeutig männliche und weibliche Fortpflanzungsorgane auf. Bei näherer Betrachtung wirst Du bemerken, dass manche Nodien von Pollensäcken und andere von weiblichen Blüten eingenommen werden. Wenn die Pollensäcke platzen, wird der Blütenstaub in die Blüten gelangen und die Pflanze wird sich im Grunde selbst vermehren. Dann wird sie Samen entwickeln und die nachfolgende Generation hervorbringen.

"Bananen"-Hermaphroditen haben ihren Namen wegen ihrer physischen Eigenschaften. Anstatt separate Organe zu produzieren, entwickeln sie innerhalb der weiblichen Blüte ein entblößtes, Blütenstaub hervorbringendes Staubblatt. Dieses nackte Anhängsel lässt Pollen direkt auf die Blüten fallen, um die Selbstvermehrung zu gewährleisten. Diese Staubblätter haben eine ähnliche Farbe und Form wie eine gewisse tropische Frucht, daher der Name.

BANANA HERMAPHRODITES
TRUE HERMAPHRODITES

WIE MAN HERMAPHRODITISCHE PFLANZEN IN SEINEM GROW ROOM VERMEIDET

Zweigeschlechtlichkeit ist auf zwei wesentliche treibende Faktoren zurückzuführen: Stress und Genetik. Bezüglich Stress dient Zweigeschlechtlichkeit als Überlebensmechanismus. Wenn eine Pflanze Schaden, Hitze, Krankheit oder Nährstoffmängel verspürt, fängt sie an, auszuflippen. Im Wesentlichen bekommen Pflanzen den Eindruck, dass ihre Zeit abgelaufen ist. In einem allerletzten Versuch, sich fortzupflanzen, entscheiden sie sich, nicht länger auf ein Männchen zu warten und die Arbeit selbst zu erledigen.

Versuche, um dieses Problem zu vermeiden, in Deinem Grow Room eine stabile Umgebung aufrechtzuerhalten. Nutze ein Thermo-/Hygrometer, um die Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu überwachen, halte einen präzisen Lichtplan ein und stelle sicher, dass Deine Pflanzen alle Nährstoffe bekommen, die sie benötigen.

Selbst wenn Du alle diese Grundlagen abgedeckt hast, können sich Pflanzen aufgrund von minderwertiger Genetik trotzdem selbst bestäuben. Pflanzen mit einer schlechten genetischen Geschichte und zu viel genetischer Variation neigen dazu, Zwitter zu werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, bei angesehenen Unternehmen einzukaufen, die hochwertige Samen mit stabiler Genetik anbieten.

WELCHE ARTEN VON CANNABISSAMEN EIGNEN SICH FÜR DIE ZUCHT?

Wenn Du Dich an der Zucht versuchen willst, wirst Du reguläre Cannabissamen brauchen, und Royal Queen Seeds bieten eine erstklassige Auswahl an. Im Gegensatz zu feminisierten Samen, die nur weibliche Exemplare hervorbringen, haben reguläre Samen eine Wahrscheinlichkeit von 50%, dass die Pflanze männlich oder weiblich ist.

Diese Samen versorgen Züchter mit einer Armee von Männchen und Weibchen, mit der sie experimentieren können. Kreuze die allerbesten Exemplare miteinander, um Deine eigenen einzigartigen Sorten zu kreieren, die Deinem Geschmack entsprechen. Falls Du allerdings einfach nur Blüten willst, kannst Du sie wegen ihrer stabilen und zuverlässigen Genetik trotzdem verwenden. Wie Du vielleicht weist, geben reguläre Samen exzellente Mutterpflanzen ab, um Klone und erstaunliche Erträge zu produzieren. Du wirst die männlichen Pflanzen identifizieren müssen, der Lohn wird es aber mehr als wert sein.

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