Wie jede andere Pflanze auch, kann Cannabis anfällig für Schädlinge, Pilzinfektionen, Viren und eine Vielzahl von anderen Problemen sein, die sich nachteilig auf die Qualität und Größe der Ernte auswirken können. Zu wissen, wie man beispielsweise Nährstoffmängel von Wurzelfäule und Schimmel unterscheidet, ist entscheidend, um eine Cannabis-Krankheit frühzeitig zu behandeln und ihre Auswirkung auf die Gesundheit Deiner Pflanzen zu minimieren.

Nährstoffbedingte Cannabisprobleme

Sowohl Über- als auch Unterdüngung stressen eine Pflanze, was bewirken könnte, dass sie Symptome wie verfärbtes oder deformiertes Blattwerk und gehemmtes Wachstum entwickelt. Einige der häufigsten nährstoffbedingten Cannabisprobleme sind:

Nährstoffmängel

Unerfahrene Grower denken oft, dass Cannabis nur drei Nährstoffe braucht: Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Und obwohl diese Makronährstoffe in der Tat lebensnotwendig für ein gesundes Wachstum sind, benötigen Cannabispflanzen eine komplexe Mischung aus Makro-, sekundären und Mikronährstoffen, um sowohl das vegetative Wachstum als auch die Blüte anzutreiben. Wenn Deine Pflanzen nicht die richtige Menge an Nährstoffen bekommen, entstehen Mängel, die zum Tod von alten und jungen Blättern sowie Blattverfärbung führen.

Nährstoffmängel werden typischerweise von Unterdüngung, einem pH-Ungleichgewicht und Nährstoffsperre verursacht. Bleibt ein Nährstoffmangel unbehandelt, kann er die Entwicklung einer Pflanze signifikant hemmen und sowohl die Qualität als auch die Höhe ihrer Ernte mindern.

Die genauen Symptome von Nährstoffmängeln variieren abhängig davon, welcher Nährstoff Deiner Pflanze fehlt. Einige gängige Symptome sind:

  • Sterbende alte oder junge Blätter
  • Gelb werdende oder braune Blätter
  • Rote oder violette Stiele
  • Gefleckte oder trockene Blätter
  • Gekräuselte Blattspitzen und -ränder
  • Strecken
  • Verformte Blätter und Stiele

Manche Nährstoffmängel können behoben werden, indem man einfach die Nährstoffmenge erhöht, die die Pflanzen erhalten. In Fällen, in denen der Mangel eine Folge eines pH-Ungleichgewichts und/oder einer Nährstoffsperre ist, werden die Pflanzen jedoch unterschiedliche Behandlungsmethoden benötigen.

Nährstoffbrand

Wenn Pflanzen mehr Nährstoffe bekommen, als sie brauchen, tritt das Gegenteil eines Mangels ein: Nährstoffbrand. Überdüngung ist eine offensichtliche Ursache von Nährstoffbrand, aber auch hier sind pH-Ungleichgewicht oder Nährstoffsperre häufige Gründe. Charakteristische Zeichen eines Nährstoffbrands sind trockene, braune und manchmal gekräuselte Blattspitzen und -ränder.

Du musst einen strikten Düngeplan befolgen sowie vor und nach jedem Düngen Deine pH- und EC-Werte kontrollieren, um sicherzugehen, dass Deine Pflanzen ihre Nährstoffe nicht nur bekommen, sondern sie auch richtig aufnehmen können.

An dieser Stelle sei zu erwähnen, dass Nährstoffbrand typischerweise nur mit der Verwendung von chemischen Düngern in Zusammenhang steht. Organische Nährstoffe, der eine langsam freisetzende Rezeptur haben, verursachen keinen Nährstoffband, da es länger dauert, bis sie abgebaut und von den Pflanzen aufgenommen werden.

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Nährstoffsperre

Eine Nährstoffsperre wird von einer chemischen Reaktion zwischen Deinen Pflanzen, ihrem Nährmedium und Deinem Dünger verursacht. Diese Reaktion hemmt im Wesentlichen die Fähigkeit Deiner Pflanzen, Nährstoffe aus ihrem Nährmedium zu absorbieren, was schließlich zu einem Nährstoffmangel führt.

Eine Nährstoffsperre tritt gewöhnlich ein, wenn man über einen längeren Zeitraum konzentrierte chemische Dünger verwendet. Spurenmengen von Nährstoffen und Salzen von den Düngern können sich im Substrat ansammeln, was dessen pH-Wert verändert und die Fähigkeit der Pflanzen stört, künftig Nährstoffe aufzunehmen.

Gewöhnlich wird eine Nährstoffsperre behandelt, indem man das Substrat mit pH-kontrolliertem Wasser spült und seinen Düngeplan neu beginnt. Viele Grower entscheiden sich zudem, anfangs geringfügig weniger zu düngen, um nicht wieder auf dasselbe Problem zu stoßen.

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pH-bedingte Cannabisprobleme

Anders als andere Pflanzen kann Cannabis Nährstoffe nur innerhalb eines kleinen pH-Fensters aufnehmen; wenn Deine Erde, Dein Wasser oder Dünger außerhalb dieses Fensters liegt, kannst Du Deine Pflanzen nicht richtig ernähren. So wirst Du nicht nur Nährstoffe vergeuden, sondern musst zudem Nährstoffmängel und/oder später Nährstoffsperren bewältigen.

Cannabispflanzen wachsen gern in leicht saurer Erde mit einem optimalen pH-Wert von zirka 6–7. Wir haben jedoch festgestellt, dass leichte Schwankungen zwischen einem pH-Wert von 6 und 7 die Fähigkeit von Cannabis optimieren, eine Vielzahl von Makro-, sekundären und Mikronährstoffen aufzunehmen.

In hydroponischen oder erdlosen Systemen wächst Cannabis am besten bei einem pH-Wert von 5,5–6,5. Noch einmal, leichte Fluktuationen können den Pflanzen helfen, verschiedene Nährstoffe aufzunehmen.

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Anzeichen von über- oder Unterwässerung

Cannabis zu unter- oder überwässern, beeinträchtigt auf die eine oder andere Art viele der biologischen Prozesse der Pflanze, was sie stresst und das Wachstum hemmt. Zu feuchte oder trockene Erde zieht überdies abhängig von den Bedingungen Schädlinge wie Trauermücken, Spinnmilben und mehr an.

Leider entwickeln über- und unterwässerte Pflanzen dieselben Symptome: Ihre Blätter hängen herab und mit der Zeit fangen sie an, zu verwelken und zu sterben. Deine Erde wird Dir allerdings oftmals sagen, was Du falsch machst: Wenn sie knochentrocken ist, gießt Du zu wenig, und wenn sie nass und matschig ist, übertreibst Du es wahrscheinlich.

Um Über- oder Unterwässerung zu vermeiden, solltest Du an diese Tipps denken:

  • Stecke Deinen Finger ungefähr knöcheltief in die Erde und gieße erst, wenn dieser Abschnitt komplett trocken ist.
  • Stelle sicher, dass Du in leichter, gut durchlüfteter Erde in Töpfen mit genügend Drainage-Löchern anbaust.
  • Entlaube Deine Pflanzen oder wende die Lollipopping-Technik an, um den Luftstrom um die Erde zu verbessern, damit sie schneller trocknet.
  • Lies unseren umfassenden Leitfaden zum richtigen Gießen von Cannabispflanzen.
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Wurzelbedingte Cannabisprobleme

Wurzeln verankern eine Pflanze nicht nur an Ort und Stelle, sie nehmen auch Sauerstoff, Wasser und Nährstoffe aus dem Medium auf und transportieren sie hinauf in den Stamm, die Blätter und Blüten. Während der Photosynthese speichern und geben die Wurzeln einer Pflanze außerdem Energie frei, um das Wachstum anzutreiben und sich je nach Bedarf um Verletzungen zu kümmern.

Einige der häufigsten wurzelbedingten Probleme, die Grower betreffen, sind:

Ringwurzeln

Pflanzen bekommen Ringwurzeln, wenn sie ihrem Behälter vollständig entwachsen. Die Wurzeln werden innen um den Topf gewachsen sein, so dass sie einen festen Knoten formen. Dies strapaziert die Pflanze nicht nur, sondern beeinträchtigt auch ihre Fähigkeit, Wasser und Nährstoffe aufzunehmen, was zu Mängeln, einem pH-Ungleichgewicht und einer Nährstoffsperre führen kann.

Falls Deine Pflanzen Ringwurzeln haben, wirst Du sie in größere Behälter umtopfen müssen. Dabei solltest Du Dir alle Mühe geben, die Wurzeln zu entwirren (wo dies möglich ist). Bei schweren Fällen musst Du die Wurzeln eventuell mit einer scharfen Schere oder einem Messer stutzen. Gib Deinen Pflanzen nach dem Umtopfen mindestens eine Woche, um sich von den Strapazen zu erholen.

Damit Deine Pflanzen künftig keine Ringwurzeln mehr entwickeln, solltest Du sie regelmäßig und zur rechten Zeit umtopfen; das heißt, bevor ihre Wurzeln den Umfang des Behälters erreichen. Sämlinge können zum Beispiel umgetopft werden, sobald sie etwas Höhe erlangt und echte Blätter entwickelt haben, die den Umfang ihrer Töpfe bedecken.

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Wurzelfäule

Wie der Name nahelegt, ist Wurzelfäule durch faulende, kranke Wurzeln gekennzeichnet. In Erd- oder Kokosfasersystemen wird sie in der Regel von Problemen mit der Drainage oder Überwässerung verursacht, die beide stehendes Wasser bewirken, das sich um die Wurzeln ansammelt, was eine Brutstätte für Bakterien oder Pilze schafft.

In hydroponischen Systemen wird Wurzelfäule typischerweise von Hitze, Lichtlecks, Sauerstoffmangel im Wasser oder faulender Materie im Wassertank verursacht. All diese Ursachen laden wurzelschädigende Bakterien und Pilze (wie Fusarium) in Dein Reservoir ein.

Faulende Wurzeln sehen braun und schleimig aus und riechen manchmal schlecht. Oberirdisch werden Pflanzen mit Wurzelfäule herabhängen und welken, wobei sie gelbes oder weißes Blattwerk entwickeln. Wurzelfäule kann ferner Mängel auslösen, da die Pflanze Mühe hat, Nährstoffe aus ihrem Substrat aufzunehmen.

Um Wurzelfäule zu behandeln, wirst Du den Wurzeln der Pflanze nützliche Bakterien verabreichen müssen, um jegliche Erreger zu bekämpfen. Wenn Du in Erde anbaust, wirst Du Deine Pflanzen in frische Erde und neue Behälter umtopfen wollen, um sicherzustellen, dass die Erde gut durchlüftet ist und Deine Töpfe genügend Drainage-Löcher haben. Solltest Du hydroponisch anbauen, wirst Du Dein gesamtes System reinigen und desinfizieren, einen neuen Tank mit reichlich Sauerstoff schaffen und etwaige Lichtlecks oder Hitzeprobleme angehen wollen.

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Umweltbedingte Cannabisprobleme

Egal, ob Du drinnen oder draußen anbaust, können Umweltfaktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Licht und Luftstrom Deine Pflanzen stressen, wenn sie nicht ordentlich reguliert werden.

Hitzestress oder Kälte

Cannabispflanzen bevorzugen in unterschiedlichen Phasen ihres Lebenszyklus verschiedene Temperaturen. Werden die Temperaturen zu heiß, werden die Pflanzen sich nach oben kräuselnde Blätter entwickeln, die trocken aussehen und sich auch so anfühlen. Mit der Zeit könnten wärmebeanspruchte Pflanzen zudem braune Flecken oder weiße Klekse entlang der Ränder ihrer Fächerblätter bekommen.

Die erste Maßnahme im Umgang mit Hitzestress im Grow Room ist, Ventilatoren einzusetzen, um die Luft um die Pflanzen zu bewegen, und ein Belüftungssystem, um alte Luft durch frischere, kühlere von außen zu ersetzen. Wenn das noch nicht ausreicht, musst Du vielleicht Klimatechnik nutzen, um mehr Kontrolle über die Temperaturen in Deinem Anbauraum zu erlangen. Sollten letztendlich Deine Lampen zu viel Hitze abstrahlen, musst Du eventuell in eine andere Beleuchtungslösung investieren (wie LEDs zum Beispiel).

Kälte kann Deinen Pflanzen ebenso wie extreme Hitze schaden. Wenn Deine Pflanzen Temperaturen unter 15°C ausgesetzt werden, wird sich ihr Wachstum (aufgrund von verminderter Photosynthese) verlangsamen und sie werden eher Gefahr laufen, dass sie es mit Erregern wie Schimmel zu tun bekommen. Selbst wenn sie keine Anzeichen von Stress zeigen, erzielen Pflanzen, die bei niedrigen Temperaturen wachsen, normalerweise geringere Erträge als jene, die bei optimalen Temperaturen angebaut wurden.

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Befolge unsere Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsrichtlinien, um nicht auf diese Probleme zu stoßen, und merke Dir Folgendes:

  • Nutze ein Thermo- und Hygrometer, um die Temperatur und Luftfeuchtigkeit in Deinem Grow Room zu messen.
  • Setze Ventilatoren ein, um die Luft rund um Deine Pflanzen herum zu bewegen.
  • Verwende ein Belüftungssystem, um Luft in und aus Deinem Grow Room zirkulieren zu lassen.
  • Verwende LED-Anbaulampen, die wenig Wärme abstrahlen.

Falls Du ein Grower bist, der sich mit extremer Hitze oder Kälte in der Natur auseinandersetzen muss, solltest Du auf den Wetterbericht achten und Deine Pflanzen hereinholen, wenn zu erwarten ist, dass die Temperaturen Höchst- oder Niedrigstände erreichen werden. Ziehe weiterhin in Betracht, für mehr Kontrolle über die Temperatur und/oder Luftfeuchtigkeit ein Gewächshaus oder einen Polytunnel zu nutzen.

Lichtbrand

Lichtbrand ist ein verbreitetes Problem bei unerfahrenen Neulingen, die mit räumlichen Beschränkungen zurechtkommen müssen. Er tritt ein, wenn Cannabispflanzen den Anbaulampen zu nahe kommen, was zu ausgebleichten Knospen (während der Blüte) und gelbem Blattwerk führt.

Glücklicherweise ist der Umgang mit Lichtbrand für gewöhnlich sehr einfach: Hänge Deine Lampen einfach weiter weg von Deinen Pflanzen. Falls dies keine Option ist, empfehlen wir LST, um Deine Pflanzen anzuspornen, niedrig und breit anstatt schmal und hoch zu wachsen.

Wenn Du im Freien anbaust, musst Du Dir über Lichtbrand im Allgemeinen keine Sorgen machen; die Sonne ist zu weit entfernt, um Deinen Pflanzen irgendwelchen Schaden zuzufügen. Solltest Du allerdings dazu neigen, Deine Sämlinge drinnen vorzuziehen, denke einfach daran, junge Pflanzen schrittweise an das Sonnenlicht zu gewöhnen, um mögliche Probleme zu vermeiden.

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Windschaden

Cannabis liebt es, in einer Brise zu wachsen. Leider können heftige Winde irreparable Schäden an Deinen Pflanzen bewirken, da sie gesundes Blattwerk zerfetzen, Blüten tragende Zweige zerbrechen oder diese gleich vollständig entwurzeln.

Glücklicherweise muss man sich drinnen gewöhnlich keine Sorgen über Windschaden machen. Es gibt unterdessen ein paar Dinge, die man tun kann, um seine Pflanzen draußen vor dem Wind zu schützen:

  • Pflanze sie in der Nähe von anderen Pflanzen, Zäunen, Gartenbeeten oder Wänden an, die als Windbrecher dienen können.
  • Kappe und trainiere Deine Pflanzen. Kurze, buschige Pflanzen werden im Wind weniger wahrscheinlich umfallen.
  • Baue Klee und Alfalfa rund um die Wurzeln Deiner Pflanzen an, um Entwurzelung zu verhindern.
  • Binde sie nicht zu sehr hoch; Deine Pflanzen brauchen die Flexibilität, sich mit dem Wind bewegen zu können, um ein Abbrechen von Teilen zu vermeiden.
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Schimmel: Blütenfäule und Mehltau

Schimmel stellt für Cannabiserzeuger ein großes Problem dar. Er saugt den Pflanzen nicht nur das Leben aus, manche Schimmelarten können auch direkt die Blüten angreifen, was sie zerstört, bevor man überhaupt die Möglichkeit hatte, sie zu ernten. Die zwei häufigsten Schimmelarten, die Cannabis betreffen, sind Mehltau und Grauschimmel (Blütenfäule).

Wie der Name nahelegt, hinterlässt Mehltau ein feines, weißes, mehlartiges Pulver auf der Oberfläche der Blätter einer Pflanze. Irgendwann verteilt sich der Schimmel auf dem Rest der Pflanze, stört die Photosynthese und färbt die Blätter langsam gelb, bevor er ihnen endgültig den Garaus macht. In fortgeschrittenen Stadien kann Mehltau kleine schwarze Sporen auf den Pflanzen hinterlassen, die durch die Luft übertragen werden und sich verteilen. Es gibt keine Möglichkeit, eine infizierte Pflanze vollständig zu heilen; Du wirst den Schimmel stattdessen bekämpfen und versuchen müssen, seine Verbreitung zu minimieren, während Du die gesunden Teile Deiner Pflanze wachsen lässt.

Grauschimmel, auch als Blütenfäule bekannt, nistest sich generell an der Basis des Stamms einer Pflanze ein und arbeitet sich langsam nach oben zu einzelnen Zweigen vor, wobei er jede Blüte hinrichtet, mit der er in Kontakt kommt. Einige der ersten Anzeichen einer Grauschimmelinfektion sind trockene, welkende und verfärbte Blätter an einzelnen Blüten oder ganzen Colas. Sieh Dir die betroffenen Blüten genau an und Du wirst entdecken, dass grauer oder bläulicher Schimmel auf ihnen wächst. Während er reift, wird Grauschimmel zudem kleine schwarze Sporen hervorbringen, die sich über direkten Kontakt oder über die Luft auf andere Pflanzen verbreiten können.

Cannabis-Schimmel zu bekämpfen, ist schwer. Als erstes wirst Du die spezifische Infektion beurteilen müssen, mit der sich Deine Pflanze auseinandersetzen muss. Dann kannst Du entscheiden, ob es sich lohnt, sie zu retten oder nicht.

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Blütenfäule und Mehltau

Übliche Cannabis-Pilze identifizieren

Eine Pilzinfektion kann der Größe und Qualität Deiner Ernte zum Nachteil gereichen. Leider sind Pilzprobleme drinnen wie draußen weit verbreitet. Deswegen ist Prävention entscheidend.

Umfallkrankheit

Die Umfallkrankheit ist ein verbreitetes Pilzproblem, das meistens Sämlinge betrifft. Sie wird üblicherweise durch Pythium-, Botrytis- und Fusarium-Pilze verursacht (mehr Informationen dazu weiter unten). Unabhängig davon, ob sie im Boden vorhanden sind oder von einer anderen Pflanze in den Grow Room/Garten eingeführt wurden, greifen diese Pilze den Stängel von jungen Sämlingen an, was sie schlaff werden lässt und in weniger als 24 Stunden tötet.

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Septoria

Auch als Blattdürre bekannt, ist Septoria ein Pilz, der die Blätter junger Pflanzen befällt und sie mit gelben oder bräunlichen Flecken sprenkelt. Er greift die Pflanzen normalerweise direkt nach dem Beginn der Blüte an und erscheint zuerst auf den unteren Blättern. Bleibt er unbehandelt, arbeitet sich Septoria seinen Weg an der Pflanze empor; obwohl er üblicherweise keine Blüten befällt, kann er viele Blätter zerstören. Dies stresst Pflanzen nicht nur, sondern beeinträchtigt auch ihre Fähigkeit, Photosynthese zu betreiben, was effektiv ihr Wachstum hemmt und ihren Ertrag mindert.

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Fusarium

Fusarium ist ein tödlicher Pilz, der dazu fähig ist, eine ganze Cannabisplantage zu vernichten. Er kann jahrelang im Boden schlafen und ohne irgendwelche verräterischen Warnzeichen zuschlagen und ist bekanntermaßen schwer zu erkennen. Wenn er zuschlägt, dann direkt an den Wurzeln, wodurch sie faulen, was überdies den Nährstoff- und Wasserfluss durch die Pflanze stört. Betroffene Pflanzen werden herabhängen, welken und – manchmal innerhalb von Tagen – sterben. Gegen Fusarium gibt es kein Heilmittel und Gärtnern, die sich mit diesem Pilz auseinandersetzen müssen, wird üblicherweise gesagt, ihre Pflanzen zu vernichten, ihre Erde und Töpfe wegzuwerfen, ihren Anbaurum zu desinfizieren und einen gänzlich neuen Anbauzyklus zu starten.

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Pythium

Pythium ist eine Art von parasitären Algen, ehemals als Pilz klassifiziert, die die Wurzeln von Cannabispflanzen angreift. Sie ist einer der hauptsächlichsten Gründe für Wurzelfäule. Obwohl Pythium Cannabispflanzen in jeder Lebensphase befallen kann, sind Sämlinge aufgrund ihres feuchten Nährmediums besonders gefährdet.

Falls Du in einem hydroponischen System anbaust, wirst Du einen Vorteil haben, wenn es um das Erkennen einer Pythium-Infektion geht: Braune Verfärbungen und eine dreckige, klebrige oder schleimige Masse um die Pflanzenwurzeln sind ein verdächtiges Zeichen von Wurzelfäule. Ganz abgesehen davon, dass Pythium für fast 90% der Fälle von Wurzelfäule verantwortlich ist.

Wenn Du in Erde oder passiven hydroponischen Systemen (wie Kokosfaser oder Perlit) anbaust, kann es leider extrem schwierig sein, Pythium zu entdecken, da er eine Vielzahl von oberirdischen Symptomen verursacht, die von Nährstoffmängel bis zu Lichtbrand allem ähneln können.

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Alternaria

Man schätzt, dass Alternaria-Infektionen für das Verderben von bis zu 20% aller Nutzpflanzen verantwortlich sind.

Alternaria liebt warme, feuchte Bedingungen. Er nimmt auch Pflanzen ins Visier, die in schlechtem Boden wachsen, jene, die in der Vergangenheit schon andere Pilzprobleme hatten, oder jene, die unter einem schlechten Nährstoffmanagement leiden. Obwohl er in jeder Phase des Lebenszyklus einer Pflanze zuschlagen kann, neigt Alternaria dazu, am häufigsten blühende Pflanzen zu betreffen. Ein verräterisches Zeichen einer Alternaria-Infektion sind violett-braune Flecken mit gelben Rändern auf den Blättern. Manchmal entdeckst Du vielleicht auch kleine schwarze Sporen des Pilzes, die die Blätter bedecken (als Konidien bekannt).

Leider gibt es keine Möglichkeit, Alternaria zu behandeln. Es ist ein durch Samen übertragener Pilz, der sich rasch von einer Pflanze zur anderen verbreitet, wobei er die Früchte infiziert und ungenießbar zurücklässt.

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Verticillium

Verticillium ist ein weiterer verheerender Pflanzenpilz. Er kann jahrelang im Boden schlafen, bevor er keimt und die Wurzeln Deiner Pflanzen angreift. Irgendwann breitet sich der Pilz ins Xylem aus – vaskuläres Gewebe, das Wasser und Nährstoffe von den Wurzeln zum Rest der Pflanze transportiert.

Während er wächst, blockiert der Pilz das Xylem, was den Wasser- und Nährstofffluss beeinträchtigt und Teile der Pflanze welken und absterben lässt (einschließlich Blättern, Zweigen und Blüten). Verticillium kann außerdem braune Verfärbungen in der Nähe des Bodens rund um den Stamm verursachen.

Wie viele andere Pilze verbreitet sich Verticillium schnell und richtet beträchtlichen Schaden an den von ihm befallenen Pflanzen an. Wenn Du ihn im Garten entdeckst, ist es das Beste, die infizierten Pflanzen zu vernichten und Deine Anbauausrüstung zu desinfizieren, um eine Verbreitung des Pilzes zu vermeiden. Um zukünftige Infektionen abzuwenden, musst Du den gesamten Mutterboden abtragen.

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Virusbedingte Cannabisprobleme

Leider können Viren vor allem für unerfahrene Grower schwer zu entdecken sein und in kurzer Zeit schweren Schaden anrichten.

Tabakmosaikvirus

Zuerst auf Tabakplantagen identifiziert, verursacht der Tabakmosaikvirus (TMV) deformierte, gebogene Blätter mit deutlichen gelben, mosaikartigen Flecken. Manche Pflanzen entwickeln zudem schwache, verfärbte Stiele (in der Regel rot oder violett), während andere den Virus tragen könnten, ohne überhaupt irgendwelche Symptome zu zeigen. Obwohl er selten vorkommt, gibt es kein Heilmittel gegen den Tabakmosaikvirus. Wenn Du ihn im Garten entdeckst, ist es am besten, die infizierten Pflanzen zu entfernen, um eine Verbreitung des Virus zu vermeiden.

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Übliche Cannabisschädlinge erkennen

Schädlinge sind ein häufiges Problem für Cannabiserzeuger, vor allem in der freien Natur.

Trauermücken

Trauermücken sind kleine, schwarze Fluginsekten, die Obstfliegen recht ähnlich sehen. Anders als andere Schädlinge greifen sie nicht das Blattwerk von Pflanzen oder deren Blüten an. Ihre Larven leben jedoch im Boden unter den Pflanzen und fressen langsam ihre Wurzeln auf. Mit der Zeit kann dies vergilbende Blätter, Welken, Symptome von Nährstoffmängeln und gehemmtes Wachstum verursachen.

Leider sind Trauermücken für Cannabisgärtner ein gängiges Problem. Ihre Larven können in gekaufter Erde vorhanden sein, aber Überwässerung und hohe Luftfeuchtigkeitswerte locken dieses kleinen, lästigen Viecher ebenfalls in Deinen Garten oder Grow Room.

Glücklicherweise sind Trauermücken nicht die schlimmsten Schädlinge, die es gibt. Neemöl, Diatomeenerde sowie nützliche Bakterien und Insekten (wie zum Beispiel Bacillus thuringiensis und Marienkäfer) können dabei helfen, Trauermücken in Schach zu halten, vorausgesetzt, Du erkennst sie frühzeitig.

Um einem Befall vorzubeugen, kannst Du einfach Feinstrumpfhosen von unten über Deine Töpfe ziehen. Auf die Erde schichtest Du dann eine 10–15mm dicke Lage gewöhnlichen Sand und schon hast Du eine wirksame physikalische Abwehr in Stellung gebracht.

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Spinnmilben

Spinnmilben sind ein weiterer verbreiteter Schädling, der Deiner Ernte verheerende Schäden beibringen kann. Diese kleinen Spinnen können entweder schwarz, rot oder weiß sein und lieben heiße, trockene Bedingungen. Das Schlimmste ist, dass diese winzigen Milben sich extrem schnell vermehren (Weibchen legen in einem Zeitraum von 2–4 Wochen bis zu 20 Eier am Tag), weshalb Du einen Befall rasch entdecken musst, um den Schaden zu minimieren.

Erste Zeichen von Spinnmilben sind winzige Flecken und Tupfen auf den Blättern sowie feine, weiße Netze an der Unterseite der Blätter (die sich später auf die gesamte Pflanze ausweiten können). Unternimmt man nichts gegen sie, können die Milben Blätter abtöten, was das Wachstum einer Pflanze hemmt und ihren Ertrag mindert.

Spinnmilben sind gegen viele kommerzielle Pestizide ausgesprochen resistent. Um einen Spinnmilbenbefall zu behandeln, empfehlen wir, die betroffenen Blätter abzuschneiden, Deine Pflanzen mit einer Mischung aus Neemöl und Wasser abzuspritzen und Marienkäfer zu nutzen, um die Milben zu töten und einen künftigen Befall zu verhindern.

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Blattläuse

Blattläuse sind einer der destruktivsten Schädlinge, die kultivierte Pflanzen befallen, einschließlich Cannabis. Unter dem Mikroskop sieht dieses Ungeziefer wie winzige grüne, schwarze, rote oder weiße Grashüpfer oder Grillen aus, deren Größe von 1–10mm variiert.

Weibliche Blattläuse schlüpfen üblicherweise zum Frühlingsanfang und innerhalb von nur ein paar Wochen nimmt ihre Zahl rasch zu. Sobald sie ihren Weg in Deinen Grow Room oder Garten gefunden haben, werden sie sich von Deinen Pflanzen ernähren, wobei sie eine saftartige Substanz auf den Blättern, Stielen und Blüten hinterlassen (auch bekannt als Honigtau). Honigtau lockt Ameisen und Schimmel an, was beides Deinen Pflanzen schaden und Raubinsekten wie Marienkäfer abwehren kann, was dem anfänglichen Blattläusebefall erlaubt, nur noch schlimmer zu werden.

Blattläuse töten nicht nur gesundes Blattwerk, sie können auch Krankheiten von einer Pflanze zur anderen übertragen. Wie bei Spinnmilben oder Trauermücken empfehlen wir, betroffene Blätter abzuschneiden, Deine Pflanzen mit einer Mischung aus Wasser und Neemöl abzuspritzen und nützliche Raubinsekten einzuführen, um Blattläuse abzuwehren und davon abzuhalten, dass sie zurückkehren.

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Minierer

Minierer sind die Larven von einer Vielzahl von Insekten, die sich – wie ihr Name vermuten lässt – in Blätter eingraben, um sich zu ernähren und zu wachsen. Sie sehen in der Regel wie kleine Würmer oder Maden aus, sind gewöhnlich 1mm groß und haben eine blassgelbe oder -grüne Farbe.

Junge Minierer verstecken sich über den Winter meist im Boden und tauchen im Frühling auf. Sobald sie voll entwickelt sind, arbeiten sie sich bis zu den Blättern hoch und legen Eier. Dieser Schub Nachkommen wird dann schlüpfen und sich von den Blättern ernähren, bis er auf den Boden fällt, um den Vorgang zu wiederholen.

Minierer hinterlassen charakteristische weiße oder gelbe Linien auf den Blättern, von denen sie sich ernährt haben. Wie bei Spinnmilben und Blattläusen wirst Du alle betroffenen Blätter entfernen, Deine Pflanzen mit einem Wasser-Neemöl-Gemisch abspritzen und Raubinsekten nutzen wollen, um mit Minierern fertig zu werden.

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Raupen

Es gibt da draußen über 20 000 Raupenarten und sie alle haben etwas gemeinsam: Sie können Dein Cannabis komplett vernichten.

Seien es die Larven von Motten oder Schmetterlingen, Raupen werden sich von Deinen Pflanzen ernähren und sie mit der Zeit (zumindest vorübergehend) sogar ihr Zuhause nennen, währen sie sich verpuppen. Die meisten Raupen werden die Blätter fressen und auf ihnen auch ihre Eier ablegen, aber der berüchtigte Hanf- und Maiszünsler wird sich sogar durch die Stiele bohren.

Die einige Möglichkeit, Deine Pflanzen vor Raupen zu schützen, ist sie regelmäßig mit einer Juwelierlupe oder einem Mikroskop zu inspizieren sowie alle Raupen und ihre Eier (die schwarz, weiß oder rot sein können) aufzulesen, die Du finden kannst. Halte außerdem nach Löchern in Stielen und braunen Spuren Ausschau, die verdächtige Anzeichen von bohrenden Raupen sind.

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Andere übliche Cannabisprobleme

Im Grow Room können von einem Rückfall in die Vegetationsperiode bis zur Bestäubung viele andere Probleme auftreten. Hier folgt alles Wissenswerte, um diese Cannabis-spezifischen Probleme zu verhindern.

Hermaphroditen und Bananen

Cannabis ist zweihäusig, was bedeutet, dass es Pflanzen mit eindeutig männlichen und weiblichen Fortpflanzungsorganen hervorbringt. Hermaphroditen hingegen können beide Geschlechtsorgane an der selben Pflanze produzieren. Dies kann eine Folge von Genetik, Samenmanipulation oder Stress sein.

Hermaphroditismus ist ein Überlebensinstinkt. Die Produktion von samenlosem Cannabis ist alles andere als natürlich – Weibchen werden in dem Versuch, ihre Harzproduktion ans Maximum zu treiben, für extrem lange Zeiträume unbestäubt gelassen, was den Geschmack und die Potenz ihrer Früchte verbessert. Leider können diese langen Blütezeiten (sowie umweltbedingte Stressfaktoren wie falsches Gießen und eine falsche Temperatur, schlechte Beleuchtung, falsches Düngen und pH-Probleme) bewirken, dass ein Weibchen in einem letzten Versuch, sich fortzupflanzen, männliche, als "Bananen" bekannte Fortpflanzungsorgane entwickelt.

Wenn man weiß, wonach man suchen muss, ist es nicht schwer, Hermaphroditen zu erkennen. Du wirst nur dafür sorgen wollen, sie rasch zu erkennen, um zu vermeiden, dass sie Deine Weibchen bestäuben und Deine gesamte Ernte ruinieren.

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Hermaphroditen und Bananen

Umkehrung und Rückfall in die Vegetationsperiode

Wenn man ihren Lichtzyklus stört, kann eine blühende Cannabispflanze wieder in ihre Vegetationsperiode zurückkehren. Während dies unerfahrenen Growern vielleicht versehentlich passiert, bewirken erfahrene Erzeuger dies manchmal absichtlich, um mehrere Ernten von derselben Pflanze zu bekommen. Obwohl dies toll klingt, geht es mit seinen ganz eigenen Risiken einher: Derart "regenerierte" Pflanzen neigen dazu, weniger Leistung zu erbringen und können Anzeichen von Hermaphroditismus zeigen.

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Bestäubte Pflanzen

Bestäubung ist beim Anbau von samenlosem Cannabis die absolute Todsünde. Sobald Deine Weibchen bestäubt wurden, werden sie aufhören, Harz zu produzieren, und all ihre Energie in die Entwicklung von Samen stecken. Ein verräterisches Zeichen eines bestäubten Weibchens sind geschwollene Deckblätter. Nimm eine Pinzette und öffne ein Deckblatt; wenn sich darin ein Samen befindet – hast Du eine befruchtete Pflanze.

Leider gibt es nichts, was Du tun kannst, um eine Bestäubung rückgängig zu machen. Das Beste ist, alle Männchen auszusortieren und zu untersuchen, welches Ausmaß die Befruchtung Deiner Weibchen hat und zu entscheiden, ob Du sie am Leben lässt oder aussortierst und ganz von vorne anfängst.

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