Das Gießen der Cannabispflanzen mag wie die einfachste Sache beim Anbauen erscheinen und doch machen sehr viele Grower, speziell die Neulinge im Cannabis-Anbau, einiges falsch beim Bewässern. Das Übergießen ist eine der häufigsten Ursachen für alle möglichen Arten von Anbauproblemen, von Nährstoffmangel über spezielle Cannabis-Pflanzenkrankheiten, wenngleich das gesunde Wachstum Deiner Cannabispflanzen auch ebenso negativ beeinflusst werden kann, wenn Du ihnen zu wenig Wasser gibst.

WIE VIEL WASSER SOLLTEST DU DEINEN CANNABISPFLANZEN GEBEN?

Ein Problem bei der Bewässerung von Pflanzen ist, dass es sich dabei nicht um eine exakte Wissenschaft handelt und viele verschiedene Faktoren einen Einfluss darauf haben, wie viel Wasser Du gießen solltest. Wenn Deine Pflanzen größer werden, ändert sich ihr Wasserbedarf, um ein offensichtliches Beispiel zu nennen. Doch es sind auch weitaus komplexere Variablen im Spiel, die bestimmen, wie sehr oder wenig Du Deine Pflanzen tränken solltest. Lasst uns einige der wichtigsten besprechen:

WACHSTUMSPHASE

Wenig überraschend ändert sich der Wasser- und Nährstoffbedarf Deiner Pflanzen, während sie wachsen und sich entwickeln. Ein kleiner Sämling benötigt ungleich weniger Wasser als eine kräftige Pflanze in der Blütephase mit großem Wurzelsystem. Das könnte zum Beispiel bedeuten, dass Du ein kleines Pflänzchen vielleicht nur alle 2–3 Tage gießen musst, im Gegensatz zu einer sich gerade rapide entwickelnden Pflanze, die jeden Tag Wasser benötigt.

ANBAUMEDIUM

Die Art des von Dir verwendeten Anbaumediums hat einen großen Einfluss darauf, wie viel Wasser die Erde halten kann, und die Drainage spielt eine riesige Rolle bei der Frage, wie oft und wie viel Wasser Du Deinen Pflanzen geben solltest. Cannabis bevorzugt reichhaltige und doch luftige und "fluffige" Erdsorten, die eine gute Drainage ermöglichen. Daneben gilt es zu bedenken, dass die Pflanzbehälter selbst Löcher im Boden haben müssen, damit das überschüssige Wasser abfließen kann. Kompaktere Erdmischungen halten die Feuchtigkeit deutlich länger, so dass sie in der Folge deutlich weniger häufig bewässert werden müssen. Andernfalls kann sich die Feuchtigkeit zu lange in der Erde stauen, was zu Nährstoffblockaden, Wurzelfäule und Schimmel, Schädlingen sowie einer Reihe weiterer Probleme führen kann.

Hier ist eine schnelle Methode, um zu überprüfen, ob Deine Drainage beim Bewässern passt: Wenn es mehrere Minuten dauert, bis das Wasser abläuft, nachdem Du die Erde vollständig getränkt hast und/oder wenn es länger als 3–4 Tage dauert, bis Deine Erde wieder trocken ist, dann ist es wahrscheinlich, dass Du ein Drainage-Problem hast. Selbst wenn Du momentan noch keine Schadsymptome sehen kannst, kann es auf die Dauer definitiv zu weiteren Problemen führen. In diesem Fall kannst Du Perlit oder etwas ähnliches Deiner Erde hinzufügen, um so die Mischung luftiger zu machen und die Drainage-Fähigkeit zu verbessern. Das Perlit sorgt dafür, dass das Wasser nicht zu lange in Deinem Topf steht. Der Schlüssel zu einer guten Erde für Cannabis-Pflanzen, egal ob fertig im Laden gekauft oder selbst gemischt, ist die Feuchtigkeitsspeicherung durch die Wasserdrainage gut auszugleichen. Das bedeutet in der Regel, dass die Erde dunkel und fett ist, aber mit einem Anteil aus Perlit und/oder anderen Substanzen angemischt ist, um so ein gesundes und effizientes Medium für das Wachstum der Pflanzen zu bewerkstelligen.

WIE VIEL WASSER SOLLTEST DU DEINEN CANNABISPFLANZEN GEBEN?

GRÖẞE DER PFLANZKÜBEL

Als nächstes beeinflusst natürlich auch die Größe Deiner Pflanzbehälter die Balance von Wasserspeicherung und -Drainage. Wenn Du ein kleines Pflänzchen in einen riesigen Topf stellst und das komplette Substrat mit Wasser sättigst, wird das arme Ding ertränkt, bevor es überhaupt eine Chance hat, zu gedeihen. Ebenso wirst Du das gegenteilige Problem erleben, wenn eine riesige Pflanze mit vielen Wurzeln in einem winzigen Topf feststeckt. Das ist im Übrigen auch der Grund, warum Grower normalerweise mit Sämlingen in kleinen Töpfen beginnen und sie dann später umtopfen. In einem kleinen Sämlingstopf ist es weitaus einfacher, den empfindlichen Sämling nicht zu überwässern.

UMGEBUNGSTEMPERATUR UND LICHTINTENSITÄT

Cannabispflanzen wachsen nicht alle im selben Tempo. Eine Pflanze in einer kühleren Umgebung wird zum Beispiel viel langsamer wachsen als eine unter milderen Bedingungen. Die Lichtintensität spielt hier eine weitere wichtige Rolle. Pflanzen, die mehr Hitze und Licht abbekommen, haben zwangsläufig einen höheren Wasser- und Nährstoffbedarf als solche, die mit spärlichem Licht und kühlen Temperaturen auskommen müssen.

GESUNDHEIT DER CANNABISPFLANZEN

Die allgemeine Gesundheit und Vitalität Deiner Pflanzen hat ebenso Einfluss darauf, wie viel Wasser sie brauchen. Wenn das Wachstum langsam oder gehemmt ist oder wenn eine Pflanze von Krankheiten oder Schädlingen geplagt ist, benötigt sie vermutlich nicht so viel Wasser wie eine prächtig gedeihende Pflanze.

WORAN DU ERKENNST, DASS DEINE PFLANZEN DURSTIG SIND

Du kennst nun die Faktoren, die bestimmen, wie viel und wie oft Cannabispflanzen Wasser benötigen und wie diese Faktoren bei jedem Anbau variieren können. Wie kannst Du nun also genau sagen, wann Du bewässern solltest?

Hier sind einige Anzeichen dafür, dass Deine Cannabispflanzen Durst haben:

SCHLAFFE, SCHWACHE PFLANZEN

Wenn Deine Cannabispflanzen sehr durstig sind, lassen sie alles hängen. Die ganze Pflanze wird kränklich und leblos aussehen, so dass es schwer ist, diese Anzeichen zu übersehen. Eine Schwierigkeit bei dieser Sache ist jedoch, dass durstige Pflanzen mit Pflanzen verwechselt werden können, die wegen Überwässerung schlaff sind. Der Unterschied ist, dass die Blätter von überwässerten Pflanzen für gewöhnlich dunkelgrün sind und eine "Kralle" formen, indem sie sich einwickeln und nach unten biegen, so dass die ganze Pflanze ein schweres, von Wasseransammlungen geprägtes Aussehen annimmt.

Wenn Du ein wenig Erfahrung hast, solltest Du in der Lage sein, diese beiden Zustände auseinanderzuhalten. In den meisten Fällen sollte es offensichtlich sein, ob das schlaffe Herabhängen von zu viel Wasser oder zu großer Trockenheit herrührt: Wenn die Erde knochentrocken ist und Du weißt, dass Du einige Zeit nicht gegossen hast, dann stammt die kränkliche Erscheinung Deiner Pflanze vermutlich nicht von einer Überwässerung.

Tipp: Bedenke, dass es generell besser ist, Deine Pflanzen etwas zu trocken zu halten, als sie zu überwässern. Wenn Du durstige aber ansonsten gesunde Pflanzen gießt, solltest Du normalerweise innerhalb weniger Stunden sehen können, wie sie sich erholen. Wenn Du sie nur gelegentlich etwas austrocknen lässt, hat das normalerweise keine schädlichen Folgen. Eine Überwässerung dagegen ist der leise Tod.

SCHLAFFE, SCHWACHE PFLANZEN

GELBE ODER BRAUNE BLÄTTER

Deine Pflanze zeigt Dir ihren Durst nicht nur durch Welken und schlaffes Herabhängen, sondern unter Umständen auch durch in Gelb- und Brauntönen verfärbte Blätter. Während es absolut normal ist, dass Pflanzen in ihren letzten Wochen der Blüte gelbe Blätter entwickeln, sollte eine gesunde Pflanze in der Wachstumsphase keine/nicht viele trockene gelbe oder braune Blätter haben.

CHECK EINFACH DIE ERDE!

Einer der einfachsten Wege, um zu überprüfen, ob Du Deine Pflanzen gießen solltest, ist Dir die Hände schmutzig zu machen. Hier gibt es zwei einfache Tricks: Für den ersten steckst Du Deinen Finger etwa 4–5cm tief in die Erde. Wenn es sich trocken anfühlt, könnte es an der Zeit sein, die Gießkanne auszupacken.

Der zweite und noch bessere Test ist, den gesamten Topf anzuheben, um so zu sehen, ob er sich noch ähnlich schwer wie nach dem letzten Bewässern anfühlt oder ob das meiste Wasser abgeflossen oder verdunstet ist. Bedenke dabei, dass Du als Vergleichswert wissen musst, wie schwer sich ein vollkommen ausgetrockneter/gesättigter Topf anfühlt. Behalte das also im Hinterkopf, wenn Du Deine Töpfe herumträgst und bewegst.

WIE DU DEINE CANNABISPFLANZEN RICHTIG GIEẞT

Hier gibt es eine einfache Regel: Lieber seltener gießen, dafür ordentlich! Anstatt Deinen Pflanzen also nur einen Schluck Wasser zu geben, aber das zu häufig, solltest Du das gesamte Medium komplett befeuchten, doch das weniger häufig. Doch wie viel Wasser brauchst Du dazu?

Für eine vollständige Sättigung, muss das Substrat etwa mit einem Drittel der Pflanzbehältergröße in Litern gegossen werden. Wenn Du also in einem 6l Topf anbaust, gib 2l Wasser oder mehr. Wie wir zuvor besprochen haben, hängt die exakte Menge von einer Reihe von Faktoren ab. Dennoch solltest Du bei mineralischer Düngung etwa 10–20% der Menge, die Du an Wasser gegossen hast, auch wieder am Boden herauslaufen sehen. Diese Drainage spült zudem überschüssige Mineralien heraus, die sich mit jedem Mal, wo Du ihnen Wasser und Nährstoffe gibst, ansammeln, wodurch das Risiko einer Nährstoffblockade mit nachfolgenden Mängeln reduziert wird.

Tipp: Denke daran, dass bei der Verwendung bestimmter Erdmischungen wie Torf, die Erde zunächst das Wasser nur sehr langsam aufnimmt, oder es sogar abstößt, bis sie gut gesättigt ist. Wenn Du das Substrat dann auf einen Schlag bewässerst, wird das meiste Wasser einfach am Rand des Topfes vorbei- und aus dem Boden herauslaufen. In solchen Fällen, solltest Du Dein Substrat zunächst leicht "vorbefeuchten" und abwarten, bis es das Wasser vollständig aufgenommen hat. Nach 10 Minuten kannst Du dann den Rest des Wassers geben un bei Bedarf in kleineren Einheiten wiederholen. Mache zwischendurch den "Topf-Anheb-Test", um zu sehen, ob die Erde das Wasser wirklich aufgenommen hat.

LASS DEINE PFLANZEN NICHT IM ABWASSER STEHEN

Neben der Tatsache, dass Deine Behälter Löcher am Boden besitzen, aus denen das Wasser entweichen kann, sollten die Behälter selbst etwas vom Boden erhöht stehen, so dass das gesamte Wasser ablaufen kann und die Pflanzen nicht in einer abgestandenen Pfütze stehen. Abflussschalen können das abfließende Wasser auffangen, sollten aber direkt ausgeleert werden, um zu vermeiden, dass sich hier ein Nährboden für Bakterien, Schädlinge und Schimmel bildet.

LASS DEINE PFLANZEN NICHT IM ABWASSER STEHEN

DIE BEDEUTUNG DES PH-WERTS BEIM BEWÄSSERN DER PFLANZEN

Wenn Du Cannabis organisch in Erde anbaust, solltest Du Dir um den pH-Wert Deines Wassers/Deiner Nährlösung keine großen Gedanken machen müssen. Doch für die Mehrheit der Anbauer, die auf die verbreiteten mineralischen Dünger setzen und ihr Gras in Erde, Kokos oder hydroponisch anbauen, ist der richtige pH-Wert des Wassers von großer Bedeutung.

Der Grund dafür ist, dass die Cannabispflanzen ein nur beschränktes Fenster bezüglich eines passenden pH-Werts haben, innerhalb dessen sie in der Lage sind, Nährstoffe aufzunehmen. Wenn der pH-Wert des Wassers entweder zu hoch oder zu niedrig ist, können die Pflanzen die Nährstoffe nicht aufnehmen, selbst wenn sie reichlich vorhanden sind. Dieses Phänomen ist als Nährstoffblockade bekannt.

Wenn Du in Erde anbaust, sollte der pH-Wert Deines Wassers im Bereich von 6,3–6,8 liegen. Wenn Du ohne Erde (wie z.B. in Kokos) oder hydroponisch anbaust, sollte der pH-Wert sogar noch niedriger, zwischen 5,5–6,1 liegen. Um den pH-Wert Deines Wassers zu ermitteln, verwendest Du ein pH-Messgerät oder pH-Messstreifen. Wenn der pH-Wert zu hoch oder zu niedrig ist, verwende einige Tropfen "pH Down" oder "pH Up", um Dein Wasser in den richtigen Bereich zu bringen. Wenn Du Leitungswasser verwendest, wird Dein pH-Wert in den meisten Fällen eher zu hoch sein. Auch solltest Du bei der Zugabe von Cannabis-Dünger zu Deinem Wasser den pH-Wert erst nach der Hinzugabe messen und dann entsprechend anpassen.

FAZIT – BEWÄSSERE GRÜNDLICH, ABER NICHT ZU HÄUFIG!

Wenn Du über das richtige Wie und Wann der Bewässerung Deiner Cannabispflanzen und all die auf dem Weg damit verbundenen Probleme, Bescheid weißt, kannst Du dem Großteil der häufigsten Probleme beim Anbau von Cannabis aus dem Weg gehen. Du wirst glückliche, gesunde Pflanzen aufziehen und kannst Dich auf eine fantastische Ernte freuen!

Gutes Growen!

PH-Tester

Das benutzerfreundliche Gerät wurde für weniger technikaffine Benutzer entwickelt und kann sowohl Anbaunovizen als auch fortgeschrittenen Growern helfen, den pH-Wert des Wassers zu bestimmen.

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