Medizinisches cannabis

MEDIZINISCHES CANNABIS

Inhaltsverzeichnis:

Die erste medizinische Verwendung von Cannabis geht vermutlich auf das antike China im Jahr 2737 v. Chr. zurück. Einer chinesischen Legende zufolge war der Kaiser Shen Neng einer der Ersten, unter dem Medikamente verschrieben wurden, die aus der Cannabispflanze gewonnen wurden, um verschiedene Krankheiten wie chronische Schmerzen, Rheuma, Malaria und Gicht zu behandeln. Ferner wurde Cannabis als starkes Anästhetikum und zur Verbesserung der Gedächtnisfunktion verwendet. Der chinesische Chirurg Hua Tuo (ca. 140–208 n. Chr.) soll seinen Patienten vor Operationen mit Wein vermischtes Cannabispulver verabreicht haben. Das chinesische Wort für "Anästhesie" (mázuì 麻醉) bedeutet wörtlich "Cannabis-Rausch".

Die Verwendung von Cannabis erlebt heutzutage aufgrund seiner therapeutischen Einsatzmöglichkeiten neuen Aufschwung.

WAS IST MEDIZINISCHES MARIHUANA?

Medizinisches Marihuana ist im Grunde dasselbe Produkt wie Marihuana als Genussmittel, außer dass das erstgenannte verwendet wird, um bestimmte Krankheiten zu behandeln oder zu lindern. Obwohl Marihuana in der westlichen Welt bereits lange als Genussmittel genutzt wird, wurde medizinisches Cannabis erst Anfang der neunziger Jahre ernst genommen. Heutzutage haben bereits zahlreiche Länder funktionierende, wenn auch sehr unterschiedliche medizinische Marihuana-Programme eingeführt. Genauso haben mittlerweile einige Länder den Cannabisanbau für die private Verwendung als Genuss- oder Arzneimittel freigegeben.

WIE FUNKTIONIERT MEDIZINISCHES CANNABIS?

Cannabis enthält mehr als 100 verschiedene Cannabinoide, von denen jedes einzelne einen einzigartigen Effekt auf den Körper ausübt. Die beiden Haupt-Cannabinoide von medizinischem Cannabis sind THC und CBD. THC ist in erster Linie für die psychotropen Effekte verantwortlich, die man als Nutzer erfährt, wenn man Marihuana konsumiert, und die zu dem allseits bekannten "High" führen. Andererseits ist CBD nicht-berauschend; es verfügt jedoch über therapeutische Eigenschaften, die es äußerst faszinierend machen.

Es gibt keine allgemeingültige Behandlungsform, wenn es um das Thema medizinisches Marihuana geht. Die einen werden mehr von der schnellen Linderung durch THC profitieren, während andere besser auf die therapeutischen Vielseitigkeit von CBD und die fehlenden THC-Nebenwirkungen reagieren. Viele Nutzer werden jedoch von beiden Cannabinoiden profitieren, weshalb Cannabis-Unternehmen mittlerweile Sorten mit einem überzeugenden THC:CBD-Verhältnis entwickeln. Darüber hinaus ist man der Ansicht, dass THC, CBD und andere Chemikalien der Cannabispflanze im Körper synergetisch wirken, um einen umfassenderen und reibungsloseren Wirkungsverlauf zu erzielen. Diese Theorie, die als "Entourage-Effekt[1]" bekannt ist, besagt, dass der Verzehr von Cannabis-Derivaten aus der gesamten Pflanze wirksamer als die Verwendung von Cannabinoid-Isolaten wie purem THC sei.

CANNABIS UND DER MENSCHLICHE KÖRPER

Die in Cannabis produzierten Cannabinoide ähneln strukturell stark den vom menschlichen Körper produzierten Chemikalien, die als „Endocannabinoide“ bezeichnet werden. Endocannabinoide binden von Natur aus an Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems[2], weshalb auch Cannabinoide aus Cannabis dieses physiologische System beeinflussen können. Das Endocannabinoid-System (kurz ECS) ist ein regulatorisches System, das im gesamten Nerven- und Immunsystem, in der Haut und anderswo zu finden ist. Cannabinoide und Endocannabinoide können entweder direkt an Rezeptoren (wie THC) in diesem System binden oder sie auf indirekte, aber dennoch profunde Art und Weise beeinflussen (CBD). Durch die Stimulation einer Reaktion dieser Rezeptoren können Cannabinoide viele wichtige Körperfunktionen vermitteln.

Das ECS spielt bei den folgenden Prozessen eine wichtige Rolle: Stoffwechsel und Regulation des Appetits, Gedächtnisfunktion, Stimmung, Schlaf, Immunfunktion und mehr. Dies eröffnet uns viele potentielle therapeutische Einsatzmöglichkeiten für Cannabis.

Es kann jedoch schwierig sein, Cannabis zu verstehen, und zu durchschauen, auf welche Art und Weise die Pflanze eine solche Vielzahl von Auswirkungen auf den Körper haben kann.

FORSCHUNG ZU MEDIZINISCHEM MARIHUANA

• ENTZÜNDUNGEN

Es gibt eine Vielzahl von Untersuchungen, die zeigen, dass das Endocannabinoid-System eine Schlüsselrolle bei der Regulation entzündlicher Prozesse[3] spielt. Präklinische Studien haben außerdem gezeigt, dass Cannabinoide Tiermodelle von Entzündungen reduzieren[4] können, die mit verschiedenen Gesundheitsproblemen assoziiert werden. Eine wissenschaftliche Zusammenfassung[5] aus dem Jahr 2018 legt nahe, dass Cannabinoide Arthrose-Symptome lindern können, indem sie eine entzündungshemmende, analgetische und antinozizeptive Reaktion des Endocannabinoid-Systems auslösen. Die Forscher weisen jedoch gleichzeitig darauf hin, dass in diesem Bereich bisher nur wenige klinische Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit von medizinischem Cannabis durchgeführt wurden.

REDUKTION VON ANFÄLLEN

Eine der am häufigsten diskutierten Anwendungen für medizinisches Cannabis ist die Reduktion von Anfällen bei schwer zu behandelnden Formen von Epilepsie. 2018 genehmigte[6] die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) die Verwendung einer oralen Cannabidiol-Lösung (CBD) namens Epidiolex zur Behandlung zweier seltener Formen von Epilepsie unter Kindern – dem Lennox-Gastaut-Syndrom und dem Dravet-Syndrom. CBD kann die Anfallshäufigkeit dieser Patienten signifikant reduzieren und sogar potentiell komplett stoppen.

Medical Cannabis

• ÜBELKEIT, ERBRECHEN, APPETIT

Untersuchungen zeigen, dass sowohl THC als auch CBD[7] das Potenzial haben, in Tiermodellen Übelkeit und Erbrechen zu reduzieren[8].

HILFE BEI GLAUKOM

Ein Glaukom ist einer der am häufigsten genannten Gründe für die Verwendung von medizinischem Cannabis. Untersuchungen aus den 1970er Jahren ergaben, dass sowohl Cannabis als auch isoliertes THC den Augeninnendruck senken kann, der eine Hauptursache für diese Erkrankung darstellt. Die Verwendung von Marihuana zur Behandlung eines Glaukoms[9] stieß damals auf großes Interesse, da die anderen verfügbaren Medikamente nachteilige Nebenwirkungen hervorriefen. Es sollte jedoch erwähnt werden, dass heutige konventionelle Medikamente zur Behandlung eines Glaukoms diese Nachteile nicht mehr aufweisen.

• PSYCHISCHE ERKRANKUNGEN

Die Forschung zum Einsatz von Cannabinoiden bei psychischen Erkrankungen ist noch immer frustrierend begrenzt, obwohl in vorläufigen Studien nachgewiesen wurde, dass Cannabinoide ein neuroprotektives Potenzial[10] aufweisen. Darüber hinaus nimmt man an, dass Cannabinoide die Neurogenese[11] (die Bildung neuer Gehirnzellen) in Schlüsselbereichen des Gehirns fördern kann, die mit der psychischen Gesundheit in Zusammenhang stehen.

HILFE BEI ESSSTÖRUNGEN

Das THC in Cannabis steigert unsere Empfindlichkeit für Gerüche und Aromen und stimuliert zusätzlich unser Gehirn, um uns glauben zu lassen, dass wir verhungern. So ziemlich jeder Cannabisnutzer kennt sogenannte Munchies – Heißhungerattacken – die unmittelbar nach dem Rauchen von Cannabis auftreten. Dieser Effekt ist zugleich eine Möglichkeit, wie Cannabis Menschen mit Essstörungen helfen kann.

Cannabis kann auch bei Anorexie hilfreich sein, indem es die Angst direkt adressiert; bei Anorexie bzw. Magersucht geht es nämlich im Grund um die Angst vor dem Essen selbst. Dank dieses doppelt-nützlichen Effekts könnte Cannabis eine gute Behandlungs-Option bei bestimmten Essstörungen sein.

MUSKELENTSPANNUNG VON PATIENTEN MIT MULTIPLER SKLEROSE

Wissenschaftliche Daten zur Verwendung von CBD bei Multipler Sklerose (MS) sind zwar noch rar, aber frühe und sehr begrenzte Ergebnisse scheinen auf jeden Fall vielversprechend zu sein. Eine Studie aus dem Jahr 2018 zeigte, dass Cannabidiol (CBD)[12] "Spastiken, Schmerzen, Entzündungen, Müdigkeit und Depressionen reduzieren konnte", die die Hauptursachen für die Immobilität von MS-Patienten darstellen. Die Studie weist darauf hin, dass Cannabissorten mit einem CBD:THC-Verhältnis von 1:1 bei der Behandlung dieser Symptome am effektivsten sind.

Eine Studie[13], die 2012 im _British Medical Journal_ veröffentlicht wurde, zeigte, dass MS-Patienten, die mit Cannabisextrakt behandelt wurden, eine doppelt so starke Linderung ihrer Muskelsteifheit im Vergleich zur Placebo-Gruppe feststellten.

STIMULATION DES APPETITS UND GEWICHTSZUNAHME BEI MENSCHEN MIT AIDS

Auf dieselbe Art und Weise kann medizinisches Marihuana Menschen mit Essstörungen helfen, es kann den Appetit stimulieren[14] und die Gewichtszunahme bei Menschen mit AIDS verbessern. Medizinisches Marihuana kann AIDS-Patienten jedoch noch auf andere Art und Weise helfen: Es kann nämlich Übelkeit und Erbrechen lindern und beruhigend wirken; viele AIDS-Patienten leiden nämlich mitunter auch an Depressionen und Angstzuständen.

HILFE BEI ALZHEIMER

THC und CBD sind bei der Behandlung von Alzheimer potentiell wertvoll. Eine 2014 veröffentlichte Studie[15] zeigte, dass THC die Bildung von Beta-Amyloid reduzieren kann; ein klebriges Protein, das sich im Gehirn von Alzheimer-Patienten ansammelt. "Reduzierte Amyloid-Beta-Werte bedeuten eine geringere Ansammlung, die vor dem Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit schützen kann. Da THC ein natürlicher und relativ sicherer Amyloid-Hemmer ist, kann uns THC oder eines seiner Analoga dabei helfen, in Zukunft eine effektive Behandlungsform zu entwickeln", behauptet der Autor der Studie, Chuanhai Cao, Ph.D. und Neurowissenschaftler am Byrd-Alzheimer-Institut und am USF College of Pharmacy.

• SCHLAFSTÖRUNGEN

Angesichts der oft beruhigenden Wirkung von THC-reichem Cannabis (insbesondere in großen Mengen) liegt es nahe, dass Cannabis ein wertvolles Schlafmittel darstellen könnte. Leider ist hochwertige Forschung auch auf diesem Gebiet Mangelware. Da es jedoch Unmengen anekdotischer Erfahrungsberichte über die beruhigenden, schlafinduzierenden Wirkungen starker Indica-Sorten gibt, könnten diejenigen, die die Reise ins Schlummerland beschleunigen möchten, THC-reiches Cannabis in Betracht ziehen, um diesen Vorgang zu vereinfachen. Auch in diesem Bereich wird CBD auf sein Potenzial hin untersucht[16], obgleich die Ergebnisse bisher noch nicht beweiskräftig sind.

Wenn wir uns unsere frühere Aussage noch einmal vor Augen führen, gibt es nicht die eine Art von Cannabis, die als medizinisch angesehen werden kann. Es geht dabei in erster Linie um Deine einzigartige Physiologie und wie Du Dein Cannabis verwenden möchtest. Zum Glück liefert Dir Royal Queen Seeds auf allen Samen-Produktseiten detaillierte Informationen, einschließlich aller THC- und CBD-Werte. Lass das Gras weiter sprießen – und pass auch gut auf Dich auf!

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