Nach einer langen Zeit der Stigmatisierung und des Verbots wird Cannabis in Teilen der westlichen Welt allmählich akzeptiert. Mit dieser Akzeptanz geht eine Offenheit einher, die es Wissenschaftlern ermöglicht, die Cannabispflanze zu erforschen und ein tieferes Verständnis der von ihr produzierten Verbindungen zu erlangen. Eine Chemikalie, das Cannabinoid namens Cannabigerol (CBG), ist ein Beispiel für ein noch unerschlossenes Potenzial, das darauf wartet, entfesselt zu werden, wenn die Forschung auf dem Gebiet der Medizin und der Zucht wirklich forciert wird.

Bisher wurden mehrere Cannabinoide wie THC und CBD entdeckt und durchaus gut erforscht. Diese beiden mittlerweile recht bekannten Cannabinoide haben gezeigt, dass sie tiefgreifende medizinische Effekte besitzen. Aufgrund dieses Wertes haben sich die Züchter an die Arbeit gemacht, um Sorten zu erschaffen, die besonders reich an Cannabinoiden sind, um Medikamente oder Blüten für den Freizeitgenuss zu liefern, die Kunden ansprechen, die von ihnen profitieren können. Nun, da die Forschung ein besseres Verständnis von CBG ermöglicht, beginnen Züchter aufzumerken und auf ähnliche Szenarien mit CBG-reichen Cannabissorten hinzuarbeiten.

CBG Cannabinoid

DIE MUTTER ALLER CANNABINOIDE

Obwohl CBG als untergeordnetes Cannabinoid eingestuft wird, spielt es in der Cannabispflanze eine große Rolle. CBG liegt in Cannabispflanzen in Form von Cannabigerolsäure (CBGA) vor und dient als Grundlage für die drei Hauptgruppen von Cannabinoiden, worunter Tetrahydrocannabinolsäure (THCA), Cannabidiolsäure (CBDA) und Cannabichromensäure (CBCA) zu verstehen sind. Diese Transformation findet mittels spezifischer Enzyme statt, die als Synthasen bekannt sind, die CBGA jeweils spezifisch umformen.

Wenn durch das Rauchen oder Kochen von Cannabis hohe Temperaturen auf CBGA, THCA, CBDA und CBCA einwirken, wird ein Prozess namens „Decarboxylierung“ in Gang gesetzt, der bewirkt, dass ihre chemischen Strukturen jeweils eine Kohlenstoffgruppe abgeben. Diese Cannabinoide werden dadurch von ihrer neutralen Form in CBG, THC, CBD und CBC umgewandelt und somit aktiviert.

Beim Rauchen einer CBGA-reichen Sorte würde seine Umwandlung in CBG dem Nutzer ermöglichen, eine Dosis dieses Cannabinoids aufzunehmen. Da aber CBGA die Mutter aller Cannabinoide ist, wird es von den Synthasen in den Pflanzen bereits in eine andere Form umgewandelt, bevor sich die Blüten bilden. Da wir Dank der Forschung zunehmend ein besseres Verständnis der Cannabispflanze und ihrer Gene erlangen, die für die Schaffung von überdurchschnittlichen Mengen an CBGA verantwortlich sind, haben die Züchter die Werkzeuge zur Hand, um den Gehalt dieses Cannabinoids in ihren Sorten zu erhöhen.

CBG BESITZT MEDIZINISCHES POTENZIAL

Wenn es um medizinische Anwendungen geht, scheint auch CBG das Potenzial aufzuweisen, sich der Reihe der bekannten Cannabinoide anzuschließen. Die Forschung belegt, dass CBG bei zahlreichen Krankheiten und Störungen eine Rolle spielen kann.

Man hat festgestellt, dass CBG die CB1-Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems aktiviert und somit das zentrale Nervensystem beeinflusst. Dieser Effekt kann dazu beitragen, einige der weniger wünschenswerten Konsequenzen (wie etwa Paranoia) zu reduzieren, die aus dem Rauchen von Cannabis entstehen können, das zu viel THC enthält. Man stellte zudem fest, dass CBG auch den CB2-Rezeptor beeinflusst; allerdings hat man hier den Wirkmechanismus noch nicht vollends entschlüsselt.

Der Forscher Ethan B. Russo veröffentlichte eine Arbeit im British Journal of Pharmacology, in der er umfassend auf die Auswirkungen von Phytocannabinoiden und Terpenoiden eingeht und ihre medizinischen Qualitäten, sowie ihre snergistischen Wirkungen abhandelt, mit denen sie ihre Wirksamkeit noch steigern.

Russo stellt fest, dass CBG antimykotische Eigenschaften aufweist, schmerzstillend wirkt und auch antidepressive Qualitäten hat. Ebenso könnte CBG eine Rolle bei der Behandlung von Psoriasis und MRSA spielen. Weiterhin scheint CBG auch in der Lage sein, Ängste und Muskelverspannungen zu bekämpfen, weil es die Fähigkeit besitzt, die Aufnahme von GABA zu hemmen, einer chemischen Verbindung im menschlichen Gehirn.

CBG Zusammensetzung

Russo weist außerdem darauf hin, dass CBG im Zusammenwirken mit anderen Komponenten der Cannabispflanze wie den Terpenoiden Phytol, Linalool, Caryophyllenoxid und Limonen synergistische Effekte zeigt.

In wissenschaftlichen Untersuchungen, deren Ergebnisse in Neurotherapeutics, der Zeitschrift der American Society for Experimental NeuroTherapeutics, veröffentlicht wurden, hat man an Mäusen die neuroprotektiven Eigenschaften von CBG gegen die Huntington-Krankheit getestet. Die Huntington-Krankheit ist eine Hirnstörung, die unkontrollierte Bewegungen, emotionale Probleme und den voranschreitenden Verlust kognitiver Fähigkeiten verursacht. Die Forscher beobachteten vielversprechende Ergebnisse und folgerten, dass diese Arbeit den Weg zu weiterer Forschung eröffnet, in der die Auswirkungen von CBG entweder allein oder in Kombination mit anderen Phytocannabinoiden oder Therapien untersucht werden sollten, wenn es um die Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen geht.

Eine weitere Studie aus 2009 zeigte, dass CBG den Augeninnendruck verringern kann und daher bei der Behandlung des Glaukoms nützlich sein könnte.

Schließlich stellte sich auch noch heraus, dass CBG neurogene Eigenschaften mitbringt, wodurch es sich als eine sehr seltenen Chemikalien erweist, die das Wachstum neuer Gehirnzellen stimulieren können.

DIE ZUKUNFT DES CBG

Da die Erforschung von CBG weiter vorangetrieben wird und Züchter weiterhin Sorten mit höherem Anteil dieses interessanten Phytocannabinoids erschaffen, wird CBG ohne Zweifel seinen rechtmäßigen Platz im Pantheon der heilenden Cannabinoide erhalten. Da sich die Cannabismedizin im Laufe der Zeit weiterentwickelt, dürfte es interessant sein mitzuerleben, dass CBG eine wichtige Rolle spielen wird – entweder als individuelles Cannabinoid oder in Synergie mit anderen Komponenten der Cannabispflanze, die großes Potenzial zeigen, wie eben Cannabinoide und Terpenoide.

 

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