Laut der National Eating Disorder Association ist Anorexia nervosa von allen Essstörungen die am weitesten verbreitete. Sie ist nicht nur die häufigste Essstörung, sondern hat dazu auch die höchste Sterblichkeitsrate, genau genommen 12,8 Prozent. Obwohl es einige Medikamente zur Behandlung der Anorexie gibt, ist nicht jeder für pharmazeutische Produkte. Vor allem Cannabis ist dafür bekannt, den Appetit zu stimulieren, aber kann medizinisches Cannabis erfolgreich Anorexie behandeln?

WAS IST ANOREXIE?

Laut der NEDA lautet die Definition von Anorexie "eine ernste, möglicherweise lebensbedrohliche Essstörung, charakterisiert durch selbst auferlegtes Hungern und exzessiven Gewichtsverlust". Unbehandelt können die Folgen der Anorexie erschreckend sein. Anorexie hat nicht nur die höchste Sterblichkeit, sondern mit 6% auch eine schockierende Suizidrate. Die Symptome schließen geringes Körpergewicht, obsessives Kalorienzählen, Körperdysmorphie und ein anhaltendes Bedürfnis, Kontrolle über die Umwelt auszuüben, mit ein. Oftmals haben die Betroffenen auch Probleme damit, alltäglichen Aktivitäten nachzugehen, an denen die meisten Menschen Gefallen finden. Außerdem machen die Betroffenen ihren Selbstwert von ihrer Figur und ihrem Körpergewicht abhängig.

DIE URSACHEN VON ANOREXIE

Größtenteils glauben viele Menschen, dass die Gründe für Anorexie traumatische Kindheitserlebnisse und das Bestreben innerhalb der Familie oder Gesellschaft sind, einen schmalen Körperbau zu haben. Jedoch gibt es neue Hinweise, dass erbliche und neurobiologische Faktoren auch einen Einfluss haben.

KANN MEDIZINISCHES CANNABIS ZUR BEHANDLUNG VON ANOREXIE EINGESETZT WERDEN?

Cannabis ist dafür bekannt, dass es bei vielen Menschen den Appetit anregt. Deswegen kann man davon ausgehen, dass Cannabis dabei helfen kann, Anorexie zu behandeln. Außerdem gibt es Studien, die zeigen konnten, dass Cannabis den Appetit steigert, vor allem bei HIV/AIDS-kranken Personen. Im Bezug auf die Behandlung von Anorexie mit Cannabis ist die Forschung jedoch sehr begrenzt. Außerdem gibt es nur wenige Staaten, in denen sich Patienten mit Anorexie für eine Behandlung mit medizinischem Cannabis qualifizieren. Jedoch erlauben es einige Staaten, Angstzustände, Übelkeit und unkontrollierten Gewichtsverlust mit Cannabis zu behandeln.

Laut einer belgischen Studie von 2011 könnte die Entwicklung von Therapien auf Cannabinoidbasis therapeutisch sehr wertvoll sein, da eine dysfunktionale Regulation und zugrundeliegende Unausgewogenheit im Endocannabinoid-System für Essstörungen ausschlaggebend sein sollen. Außerdem hebt die Studie hervor, dass Cannabinoide möglicherweise Endocannabinoid-Defizite korrigieren und dem Betroffenen wieder zu einem gesunden Zustand verhelfen können. Jedoch handelt es sich dabei nur um eine kleine Studie und weitere Forschung ist vonnöten.

2014 haben europäische Neurowissenschaftler eine kritische Studie an Tieren durchgeführt, die andere Erklärungen dafür lieferte, wieso Cannabis, insbesondere THC, möglicherweise Anorexie behandeln könnte. Tatsächlich konnten die Autoren der Studie zeigen, dass THC die CB1 Rezeptoren im Endocannabinoid-System aktiviert und das Verlangen nach Essen dadurch steigert, dass die Sensitivität für Geschmäcker und Gerüche erhöht wird.

Zu guter Letzt gibt es noch eine Studie am Menschen vom Zentrum für Esstörungen am Odense Universitätsklinikum in Dänemark, die weitere Hinweise lieferte, wie Cannabis effektiv Anorexie behandelt. Jedoch ist die Studie mit nur 24 Versuchspersonen ziemlich klein. Während der Studie haben Patienten entweder ein Placebo oder Dronabinol erhalten, die synthetische Form von THC. Wie die Ergebnisse zeigen konnten, haben Patienten mit Dronabinol mehr Gewicht zugenommen als mit einem Placebo. Außerdem weisen die Autoren darauf hin, dass die Behandlung "gut vertragen" wurde und es nur "wenige negative Ereignisse" gab. Tatsächlich haben die Forscher bei der Nachuntersuchung ein Jahr nach der Behandlung festgestellt, dass sich die Symptome und Ernährung der Patienten weiterhin verbessert hatten, ohne dass sie dabei Sucht- oder Entzugserscheinungen zeigen.

Wie einige wenige Studien zeigen, ist Cannabis effektiv in der Behandlung von Anorexie und zudem gibt es Evidenz dafür, dass das Endocannabinoid-System einen starken Einfluss auf den Appetit hat. Deshalb scheint die Idee, Cannabis als Behandlung für Anorexie zu verwenden, sehr realistisch.

 

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