Cannabis verändert die Art und Weise, wie wir Krankheiten und ihre Therapien betrachten. Aber wie weit reichen die Nutzen von medizinischem Cannabis und welche potenziellen Nachteile hat die Verwendung von Weed zur Behandlung bestimmter Krankheiten?

DIE VORTEILE VON MEDIZINISCHEM CANNABIS

Die Idee, Cannabis als medizinische Substanz einzusetzen, hat erheblich an Zuspruch gewonnen, es müssen aber noch Schlussfolgerungen über den vollen Umfang der medizinischen Wirksamkeit der Pflanze gezogen werden. Im Folgenden erörtern wir einige der potenziellen Nutzen von medizinischem Cannabis.

1. CANNABIS IST NATÜRLICH UND VIELSEITIG

Der erste große Vorteil von medizinischem Cannabis besteht darin, dass es natürlich ist. Die Cannabispflanze kann auf sechs der sieben Kontinente wachsen, und anthropologische Belege deuten darauf hin, dass sie eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit[1] sein könnte.

Ebenso ist Cannabis auch eine vielseitige Pflanze und seine biochemischen Bestandteile können extrahiert und in verschiedenen Formen konzentriert werden, was eine breite Palette von Verabreichungsmöglichkeiten bietet. Die Forscher untersuchen weiterhin, welche Cannabinoide, Terpene und anderen Verbindungen der Cannabispflanze allein oder in Synergie zum Nutzen der Patienten eingesetzt werden können.

2. CANNABIS WIRD SEIT TAUSENDEN VON JAHREN MEDIZINISCH VERWENDET

Ebenso wie solide Forschungsergebnisse darauf hindeuten, dass es sich bei Cannabis um eine unserer ältesten Kulturpflanzen handelt, gibt es auch zahlreiche Hinweise darauf, dass es eines unserer ältesten Medikamente sein könnte. Das Bencao gangmu, das im 16. Jahrhundert veröffentlicht wurde und als eines der ältesten Arzneibücher der Welt gilt, empfiehlt Cannabis[2] gegen Schmerzen, Verstopfung, Malaria und weitere gesundheitliche Störungen.

3. CANNABIS, ENTZÜNDUNGEN UND SCHMERZEN

Schmerzen und Entzündungen können nicht nur Krankheitssymptome sein, sondern gelten auch als Ursache für eine Vielzahl von Erkrankungen. Jüngste Studien legen nahe, dass insbesondere chronische Entzündungen einen Grund für koronare Herzkrankheiten, Diabetes, Krebs und sogar Alzheimer darstellen könnten. In einem Artikel mit dem Titel "Inflammation: A unifying theory of disease[3]" (Entzündungen: Eine vereinheitlichende Krankheitstheorie) nennt die Harvard Medical School chronische Entzündungen "den häufigen ursächlichen Faktor bei vielen Krankheiten".

Man konnte zeigen, dass viele der in Cannabispflanzen enthaltenen Verbindungen (zu denen neben den Cannabinoiden wie THC und CBD[4] auch Terpene wie Myrcen, Limonen, Linalool und weitere gehören) entzündungshemmende Eigenschaften aufweisen. Seit der Entdeckung, dass das Endocannabinoid-Systems bei der Behandlung von Entzündungen eine Schlüsselrolle[5] spielt, haben sich viele Forscher auf Studien zum Potenzial von Cannabis konzentriert, um Entzündungen zu verringern, die durch Pankreatitis[6], Colitis ulcerosa[7], Alzheimer[8] und viele andere Pathologien verursacht werden.

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4. CANNABIS UND PTBS-PATIENTEN

Laut Recovery Village[9] entwickelt jeder 13. Erwachsene eine Posttraumatische Störung (PTBS), wenn er ein traumatisches Ereignis erlebt. Viele dieser Patienten wenden sich möglicherweise Cannabis zu, um die mit dieser Erkrankung verbundenen Symptome zu behandeln.

Leider stammen die meisten Belege für die Wirksamkeit des Cannabiskonsums bei PTBS-Patienten eher aus Einzelberichten, und nicht aus komplexeren klinischen Studien. Es gibt jedoch einige Untersuchungen, die darauf hindeuten, dass PTBS-Patienten sowohl eine Fülle von Cannabinoid-Rezeptoren[10] als auch einen verringerten Endocannabinoid-Spiegel[11] im Körper aufweisen.

Untersuchungen zeigen auch, dass das Endocannabinoid-System stark an der Verwaltung von Gedächtnis- und Lernprozessen[12] sowie an Angstzuständen[13], dem Angstgedächtnis und Gewöhnung beteiligt ist, worunter man eine Abnahme der Reaktion auf einen Reiz nach wiederholter Exposition versteht. Eine Studie[14] ergab, dass einige PTBS-Patienten, die Cannabis konsumierten, ein geringeres Risiko für depressive Episoden oder Selbstmordgedanken hatten.

5. CANNABIS UND ANFÄLLE

Im Jahr 2011 sorgte CBD erstmals international für Schlagzeilen, als die Geschichte der mittlerweile verstorbenen Charlotte Figi die Herzen der Menschen auf der ganzen Welt berührte. Heute gibt es
verlässliche Studien[15], wonach CBD, eine nicht berauschende Verbindung in Cannabis und Hanf, dazu beitragen kann, Anfälle zu reduzieren, die im Zusammenhang mit dem Lennox-Gastaut- bzw. dem Dravet-Syndrom stehen.

Man nimmt an, dass Anfälle durch ein schnelles, abnormales Zünden von Neuronen verursacht werden. In den meisten Fällen kennt man bei Menschen mit Epilepsie die Ursache für ihre Erkrankung nicht. Allerdings ist das Endocannabinoid-System im zentralen Nervensystem und in wichtigen Teilen des Gehirns wie dem Hippocampus, die mit der Epilepsie zusammenhängen, sehr aktiv. Studien[16] haben ebenfalls gezeigt, dass CBD, THC und THCA sowie Terpene wie Linalool eine antikonvulsive Wirkung ausüben.

Obwohl wir immer noch nicht vollständig verstehen, wie die Verbindungen in der Cannabispflanze Anfälle bekämpfen, legen die genannten Studien zumindest einige Theorien nahe.

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6. CANNABIS, ÜBELKEIT UND ERBRECHEN

Übelkeit und Erbrechen sind Symptome, mit denen wir alle vertraut sind. Sie sind mit vielen verschiedenen Erkrankungen verbunden, was von eher harmlosen Beschwerden wie Gastritis bis hin zu ernsteren Gesundheitsproblemen wie Blinddarmentzündung, Meningitis und vielen weiteren Krankheiten reicht. Auch zahlreiche Medikamente und medizinische Behandlungen (wie eine Chemotherapie und antiretrovirale Therapien) können Übelkeit und/oder Erbrechen verursachen.

Bestimmte Verbindungen in der Cannabispflanze, die sowohl Cannabinoide als auch Terpene umfassen, haben in Forschungsumgebungen antiemetische Wirkungen gezeigt. Man konnte nachweisen, dass CBD Übelkeit und Erbrechen[17] reduzieren kann, indem es mit 5-HT1A-Serotoninrezeptoren in Wechselwirkung tritt. Manche Studien haben jedoch auch gezeigt, dass die Hemmung der Verstoffwechselung[18] von Anandamid (einem Endocannabinoid und CB1-Agonisten) durch FAAH-Inhibitoren (zu denen auch CBD gehört) ein weiterer möglicher Weg ist, um Übelkeit zu verringern.

7. CANNABIS, DEPRESSIONEN UND ANGSTZUSTÄNDE

Cannabis hat einen offensichtlichen Einfluss auf die Stimmung, und viele Menschen genießen es in ihrer Freizeit, weil sie dabei Entspannung, Glück und sogar Euphorie empfinden. Gleichzeitig fühlen sich manche Nutzer beim Konsum von Cannabis allerdings paranoid oder ängstlich, weshalb es schwierig ist, die Frage, wie Marihuana Menschen mit Angstzuständen und Depressionen beeinflussen könnte, allgemeingültig zu beantworten. Es gibt jedoch Untersuchungen, die auf einen Zusammenhang zwischen Cannabis und diesen Zuständen hinweisen.

Untersuchungen zeigen, dass die Endocannabinoid-Aktivität neben der Stimmung auch Gefühle der Angst oder Furcht sowie Stress beeinflusst. Einige Forscher[19] gehen sogar so weit, darauf hinzuweisen, eine Endocannabinoid-Dysregulation könne eine zugrunde liegende Ursache für eine klinische Depression sein. Leider ist das schon so ziemlich alles, was derzeit über unser Verständnis der Zusammenhänge von Cannabis und Depressionen ausgesagt werden kann, und der größte Teil der unterstützenden Hinweise für Cannabis als Antidepressivum stammt immer noch aus Patientenberichten und nicht aus Studien.

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DIE NACHTEILE VON MEDIZINISCHEM CANNABIS

Cannabis hat zwar als Medikament großes Potenzial, weist jedoch auch einige Einschränkungen auf, die man ebenso kennen sollte.

8. ES GIBT NOCH VIELES, WAS WIR ÜBER MEDIZINISCHES CANNABIS NICHT WISSEN

Leider haben uns die letzten 70 Jahre, die vom Cannabisverbot gekennzeichnet waren, keinen Gefallen getan, was das Verständnis von Cannabis angeht. Obwohl es vielversprechende Forschungsergebnisse zum medizinischen Potenzial der Pflanze gibt, stammen diese meist eher aus zell- oder tierbasierten Laborstudien als aus randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten klinischen Studien am Menschen. Dieses mangelnde Verständnis über Cannabis und seine Wirkmechanismen ist wohl einer der größten Nachteile von medizinischem Marihuana.

9. EINGESCHRÄNKTE VERFÜGBARKEIT

Obwohl sich unsere Einstellung zu Cannabis derzeit ändert, kann die Medizin längst noch nicht unbeschränkt über die Pflanze verfügen. Medizinisches Cannabis ist in nur ungefähr 30 Ländern legal, von denen zudem manche bei der Verschreibung deutlich weniger liberal vorgehen als andere. In den USA beispielsweise variieren die Gesetze für medizinisches Marihuana von Bundesstaat zu Bundesstaat erheblich, was ebenso für die Liste der Erkrankungen gilt, die jeweils für die Behandlung mit medizinischem Weed in Frage kommen.

Darüber hinaus lassen einige medizinische Cannabisprogramme lediglich die Verschreibung von CBD zu, während in anderen eine Mischung aus CBD, THC und anderen nicht-psychotropen Verbindungen verschrieben werden darf. Darüber hinaus basieren viele der derzeit zugelassenen Cannabistherapien auf synthetischen Cannabinoiden und nicht auf natürlichen Phytocannabinoiden aus der Cannabispflanze.

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10. THC IST NICHT JEDERMANNS SACHE

Obwohl viele Menschen THC lediglich als die Verbindung in Weed kennen, die "high macht", hat dieses Cannabinoid viel mehr zu bieten als nur seine psychoaktive Wirkung. Leider ist die Tatsache, dass THC dieses ikonische High erzeugt, für sich genommen schon eine Einschränkung. Manche Menschen können dieser Wirkung von THC einfach nichts abgewinnen, während sie bei anderen Nutzern durchaus Angstgefühle und sogar Paranoia auslösen kann.

In ähnlicher Weise erfordern einige Erkrankungen wie das Glaukom, die in der Vergangenheit mit THC behandelt wurden bzw. noch behandelt werden, regelmäßige tägliche Dosen, in Folge derer die Patienten den größten Teil des Tages berauscht sind, was für Menschen mit bestimmten Verpflichtungen möglicherweise nicht hinnehmbar ist. Aus diesem und vielen anderen Gründen hat sich CBD zum wichtigsten Cannabinoid mit medizinischem Potenzial entwickelt. Aufgrund seiner nicht berauschenden Natur und seiner relativ guten Verfügbarkeit ist es ein geeigneterer Kandidat für Studien und Verschreibungen.

DAS POTENZIAL UND DIE EINSCHRÄNKUNGEN VON MEDIZINISCHEM CANNABIS

Wie wir in diesem Beitrag gesehen haben, gibt es viele Gründe, sich über das medizinische Versprechen zu freuen, das Cannabis und seine Bestandteile bereithalten. Leider sind immer noch einige Rückschläge zu verkraften, die es erschweren, den medizinischen Wert dieser schon seit der Antike verwendeten Pflanze zu nutzen. Während unser Wissen allerdings weiter anwächst, werden wir hoffentlich neue Wege finden, Cannabis einzusetzen, um Körper und Geist zu fördern.

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External Resources:
  1. The 10,000-year World History of Hemp and Cannabis https://www.advancedholistichealth.org
  2. History of cannabis as a medicine: a review https://www.scielo.br
  3. Understanding acute and chronic inflammation - Harvard Health https://www.health.harvard.edu
  4. Cannabinoids as Novel Anti-Inflammatory Drugs - PubMed https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  5. The endocannabinoid system: an emerging key player in inflammation - Search Results - PubMed https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  6. Anti-inflammatory Role of Cannabidiol and O-1602 in Cerulein-Induced Acute Pancreatitis in Mice - PubMed https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  7. Cannabidiol Reduces Intestinal Inflammation Through the Control of Neuroimmune Axis - PubMed https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  8. Cannabidiol Reduces Aβ-induced Neuroinflammation and Promotes Hippocampal Neurogenesis Through PPARγ Involvement - PubMed https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  9. PTSD Facts and Statistics | The Recovery Village https://www.therecoveryvillage.com
  10. Elevated brain cannabinoid CB 1 receptor availability in post-traumatic stress disorder: a positron emission tomography study | Molecular Psychiatry https://www.nature.com
  11. Reductions in circulating endocannabinoid levels in individuals with post-traumatic stress disorder following exposure to the world trade center attacks - ScienceDirect https://www.sciencedirect.com
  12. Endocannabinoid System: the Direct and Indirect Involvement in the Memory and Learning Processes—a Short Review https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  13. The endocannabinoid system in anxiety, fear memory and habituation https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  14. SAGE Journals: Your gateway to world-class journal research https://journals.sagepub.com
  15. Cannabidiol: A New Hope for Patients With Dravet or Lennox-Gastaut Syndromes - PubMed https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  16. Cannabis Therapeutics and the Future of Neurology https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  17. Cannabidiol, a Non-Psychotropic Component of Cannabis, Attenuates Vomiting and Nausea-Like Behaviour via Indirect Agonism of 5-HT(1A) Somatodendritic Autoreceptors in the Dorsal Raphe Nucleus - PubMed https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  18. Cannabidiol enhances anandamide signaling and alleviates psychotic symptoms of schizophrenia https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  19. Role of Endocannabinoid Signaling in Anxiety and Depression https://www.ncbi.nlm.nih.gov
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