Den Cannabis-"Entourage-Effekt" besser verstehen.

Inhaltsverzeichnis:


Die meisten Cannabisnutzer sind mit den beiden Hauptcannabinoiden vertraut: THC ist das, was Dich high macht, und CBD ist nicht-psychotrop.

Es wird jedoch angenommen, dass die spezifischen Wirkungen von Cannabis – einschließlich therapeutischer Effekte – nicht nur auf ein einzelnes Cannabinoid allein oder auf Cannabinoide im Allgemeinen zurückzuführen sind.

Tatsächlich ist es die Kombination chemischer Bestandteile in Cannabis, wodurch es sein volles Potential erlangt. Diese Theorie ist als "Entourage-Effekt" bekannt.

WAS IST DER ENTOURAGE-EFFEKT

Der Entourage-Effekt ist der vorgeschlagene Mechanismus, durch den die Substanzen in Cannabis synergetisch miteinander wirken, um unterschiedliche Effekte hervorzurufen.

Laienhaft ausgedrückt besagt der Entourage-Effekt, dass der Cannabis-Phytokomplex (die Gruppe von Chemikalien innerhalb der Cannabispflanze) in Summe weitaus effektiver ist, als wenn eine Chemikalie isoliert verwendet wird.

Sehen wir uns beispielsweise einmal an, wie THC mit CBD interagiert. Betrachtet man THC allein, so hat es das Potential, alle psychoaktiven Wirkungen, einschließlich Nebenwirkungen wie Angstzustände und Paranoia, in vollem Umfang hervorzurufen.

Andererseits nimmt man von CBD an, dass es die "psychoaktive Obergrenze" von THC vermittelt, wodurch das High milder ausfällt und potentiell weniger Angst bewirkt.

Hier arbeiten THC und CBD zusammen, um das zu erreichen, was viele Cannabiskonsumenten als eine ausgewogenere Wirkung ansehen.

Der Entourage-Effekt

CANNABIS IST MEHR ALS NUR CANNABINOIDE

Der Entourage-Effekt ist jedoch weit mehr als nur eine Wechselwirkung zwischen THC und CBD. Ferner nimmt man an, dass andere Cannabisverbindungen eine wichtige Rolle für das komplette Wirkungsprofil der Pflanze spielen.

TERPENE

Den Cannabinoiden untergeordnet sind Terpene, von denen man annimmt, dass sie die nächstgrößte Rolle beim Entourage-Effekt spielen.

Terpene sind aromatische Verbindungen in Cannabis, die als natürliche Insektenabwehrmittel fungieren und Marihuana seinen charakteristischen Geruch verleihen. Sie treten auch in vielen anderen Pflanzen, Blumen und Früchten auf.

Linalool zum Beispiel ist ein Terpen mit Lavendel- und Zitrusduft. Man nimmt an, dass dieses Terpen eine beruhigende Wirkung hat und die entspannenden Effekte von CBD verstärken kann.

Ebenso wird angenommen, dass die Terpene α- und β-Pinen, die Cannabis einen kiefernwaldartigen Duft verleihen, therapeutische Eigenschaften haben. Und die Liste geht noch weiter...

CANANBINOIDE

Cannabinoide sind chemische Verbindungen, die hauptsächlich auf das Endocannabinoid-System (ECS) einwirken; ein Netzwerk von Cannabinoidrezeptoren, die im gesamten Körper von Säugetieren und anderen Tieren vorkommen.

Innere Cannabinoide – "Endo"-Cannabinoide – werden vom Körper produziert, um bei der Regulierung verschiedener physiologischer Funktionen zu helfen. Dieses System kann aber auch von "Phyto"-Cannabinoiden beeinflusst werden, die von der Cannabispflanze stammen.

THC und CBD sind die bekanntesten Cannabinoide in Cannabis, auch wenn es Dutzende andere gibt.

Es scheint so, dass Cannabinoide durch Terpene beeinflusst werden können. Angesichts dessen, dass jede Cannabissorte mindestens eine geringfügig andere Zusammensetzung von Terpenen und Cannabinoiden aufweist, könnte der Entourage-Effekt erklären, warum unterschiedliche Sorten unterschiedliche Wirkungen hervorrufen.

Wir befinden uns jedoch noch in einem frühen Stadium der Forschung, wenn es darum geht, die verschiedenen Substanzen in Cannabis vollständig zu erklären. Daher ist es noch unklar, wie genau einzelne Terpene mit verschiedenen Cannabinoiden interagieren könnten.

Komponenten
Cannabigerol (CBG)
Cannabichromen (CBC)
Andere Cannabidiole (CBD)
Andere Tetrahydrocannabinole (THC)
Cannabinol (CBN)
Cannabinodiol (CBDL)
Cannabicyclol (CBL)
Cannabielsoin (CBE)
Cannabitriol (CBT)
Stickstoffverbindungen (27)
Aminosäuren (18)
Proteine (3)
Glycoproteine (6)
Zucker und verwandte Verbindungen (34)
Enzyme (2)
Kohlenwasserstoffe (50)
Einfache Alkohole (7)
Aldehyde (13)
Ketone (13)
Einfache Säuren (21)
Fettsäuren (22)
Einfache Ester (12)
Lactone (1)
Steroide (11)
Terpene (120)
Nicht-Cannabinoid-Phenole (25)
Flavonoide (21)
Vitamine (1)
Pigmente (2)
Andere Elemente (9)

WAS IST DARAN FÜR UNS VON NUTZEN?

Der Entourage-Effekt eröffnet einen ganz neuen Zugang zur Verwendung von Cannabis nicht nur in der Freizeit, sondern auch insbesondere für medizinische Zwecke.

In der Vergangenheit wurde das Terpenprofil der Cannabissorten als nicht relevant erachtet – abgesehen von der Auswirkung auf Duft und Geschmack. Mittlerweile sind Terpene selbst richtige Star-Moleküle und haben die Aufmerksamkeit der Züchter und Hersteller von Cannabismedikamenten und -ergänzungsmitteln auf sich gezogen.

Sehen wir uns als frühes Beispiel für die Möglichkeiten des Entourage-Effekts das erste kommerzielle, von der FDA zugelassene Cannabinoidmedikament Sativex an – ein Medikament, das bei MS-Krämpfen eingesetzt wird.

Die Hersteller von Sativex fanden, dass eine Zusammensetzung von THC und CBD mit verschiedenen Terpenen und Flavonoiden die Symptome wirksamer lindert als ein isoliertes Cannabinoid.

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STUDIEN ZUM ENTOURAGE-EFFEKT

Wie sich Cannabinoide und Terpene gegenseitig beeinflussen und verstärken, ist in der wissenschaftlichen Literatur relativ gut dokumentiert.

Die Wechselwirkung zwischen THC und CBD wurde beispielsweise in einer 2017 veröffentlichten Studie an Nagetieren[1] gezeigt, in der Forscher Mäusen THC und CBD verabreichten.

Die Forscher fanden heraus, dass „CBD die schmerzlindernde Wirkung von THC in einem Tiermodell zu neuropathischen Schmerzen synergistisch verstärkt, aber nur geringe Auswirkungen auf die THC-induzierten Nebenwirkungen zeigt. Dies legt nahe, dass eine niedrige Dosis einer THC:CBD-Kombination das Potential hat, neuropathische Schmerzen zu behandeln."

Es konnte bereits 2006 in Studien am Menschen gezeigt werden, dass CBD einige der Nebenwirkungen von THC[2] abschwächen kann, was eine Synergie zwischen den beiden Verbindungen impliziert. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass „die Hypothese, die Kombination von THC und CBD erhöhe die klinische Wirksamkeit und reduziere gleichzeitig unerwünschte Ereignisse, unterstützt wird“.

Es gibt auch Studien zur Rolle von Terpenen in diesem Zusammenhang. In einer 2018 veröffentlichten Studie fand man heraus, dass Linalool[3] bei Mäusen beruhigende und anxiolytische Effekte hervorruft. Ferner nimmt man an, dass Linalool möglicherweise die angstlösende Wirkung von CBD verstärken könnte.

In Laboruntersuchungen stellte man fest, dass sowohl α- als auch β-Pinen neben dem Chemotherapiemedikament Paclitaxel synergistische Antitumor-Eigenschaften aufwiesen.[4]

KONTROVERSE UM DEN ENTOURAGE-EFFEKT

Es sollte erwähnt werden, dass die Forschung in Bezug auf den Entourage-Effekt noch nicht beweiskräftig ist. Auch wenn er als Theorie und nicht als Tatsache erachtet wird, gibt es gewiss unterstützende Nachweise, aber so manche sind noch vorsichtig damit, Cannabis diese Fähigkeit zuzuschreiben.

Interessanterweise ergab eine Studie aus dem Jahr 2019[5], dass bestimmte Terpene möglicherweise nicht so mit CB1- oder CB2-Cannabinoidrezeptoren interagieren wie ursprünglich angenommen. Dies legt wiederum nahe, dass der Entourage-Effekt, sofern es ihn gibt, über einen anderen Mechanismus oder über mehrere Mechanismen funktioniert.

Der Studie zufolge „aktivierte keines der sechs häufigsten Terpenoide in Cannabis CB1 oder CB2 direkt oder modulierte die Signalübertragung des Phytocannabinoid-Agonisten Δ⁹-THC. Diese Resultate legen nahe, dass, falls ein Phytocannabinoid-Terpenoid-Entourage-Effekt existiert, dieser nicht auf der CB1- oder CB2-Rezeptorebene vorliegt.“

Da isolierte Cannabinoide den Markt weiterhin förmlich überschwemmen, stellt sich außerdem die Frage, welches Produkt für welches Szenario am besten geeignet ist. Diejenigen, die skeptisch gegenüber dem medizinischen Potential von Cannabis sind, mögen sich schnell gegen den Entourage-Effekt aussprechen, aber die Daten nehmen zu seinen Gunsten zu.

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WIE THC UND CBD INTERAGIEREN

Nachdem Du nun mit dem Entourage-Effekt vertraut bist, wollen wir uns die Beziehung zwischen CBD und THC noch einmal ansehen. Wie kommt es, dass CBD die psychoaktive Wirkung von THC sowohl zu „zähmen“ als auch seine vorteilhaften Eigenschaften zu verbessern scheint?

Zunächst interagiert CBD anders mit den Cannabinoidrezeptoren als THC. Anstatt direkt an CB1 oder CB2 zu binden, moduliert es nur deren Aktivität.

Im Speziellen wirkt CBD gegen die Produktion eines Enzyms, das das Endocannabinoid Anandamid abbaut. Auf diese Weise erhöht CBD die Menge und Dauer dieses natürlichen Cannabinoids im Gehirn, aber es stimuliert nicht direkt die CB-Rezeptoren.

Dennoch bindet Anandamid an CB1-Rezeptoren, sodass CBD relevante indirekte Effekte hervorruft.

Abgesehen davon nimmt man an, dass CBD die Bindung von THC an den CB1-Rezeptor schwächt, was zu einem weniger psychoaktiven „High“ führt. Viele Nutzer berichten insbesondere von weniger Angst und Paranoia, wenn sie eine Sorte mit einem ausgewogenen CBD:THC-Verhältnis verwenden.

Verwandter Blogbeitrag
Wie CBD und THC interagieren

VOLLSPEKTRUMPRODUKTE

Angesichts dessen, was wir über den Entourage-Effekt wissen, ist es naheliegend, dass Produkte, die eine Vielzahl von Cannabinoiden und Terpenen enthalten, möglicherweise wirksamer als beispielsweise Produkte mit isoliertem THC oder CBD sind.

Tatsächlich nutzen diese "Vollspektrum"-Cannabisprodukte wie Öle, Tinkturen und andere Extrakte die besten chemischen Verbindungen in Cannabis, während Wachse, Fette und anderes unnötiges Material entfernt werden.

Mit Blick auf die Zukunft scheint es, dass Vollspektrumprodukte weiterhin an Fahrt aufnehmen werden, in der Hoffnung, Behandlungsformen zu entwickeln, die individuell zugeschnitten werden können.

Momentan haben manche Nutzer Zugang zu regulierten Cannabisprodukten, die neben verschiedenen Terpenen unterschiedliche CBD:THC-Verhältnisse aufweisen. Dank dieser verschiedenen Verhältnisse können Nutzer ihre Erfahrung besser kontrollieren.

MIT DIESEN 3 SORTEN VON RQS STELLST DU DEN ENTOURAGE-EFFEKT AUF DIE PROBE

Falls wir Dein Interesse am Entourage-Effekt geweckt haben, solltest Du diese drei Sorten in Betracht ziehen, von denen jede mit Cannabinoiden und Terpenen vollgepackt ist.

MEDICAL MASS

Medical Mass ist eine Sorte, bei der der Entourage-Effekt zum Tragen kommt. Neben einer Vielzahl von Terpenen, die für süße und würzige Aromen sorgen, bietet Medical Mass ein ausgewogenes CBD:THC-Verhältnis von 1:1, wobei jedes Molekül in einer Höhe von ungefähr 10% vorkommt. Diese molekulare Zusammensetzung erzeugt einen klaren Effekt, der einen ruhigen, motivierten Geisteszustand fördert.

Medical Mass

Medical Mass

Medical Mass

Genetic background Critical Mass x CBD dominant plant
Yield indoor 500 - 550 g/m2
Height indoor 60 - 100 cm
Flowering time 7 - 8 weeks
THC strength THC: 10% (aprox.) / CBD: High
Blend 40% Sativa, 60% Indica, 0% Ruderalis
Yield outdoor 500 - 550 g/per plant (dried)
Height outdoor 120 - 150 cm
Harvest time Late September
Effect Relaxing and full of flavour

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LEMON SHINING SILVER HAZE

Lemon Shining Silver Haze ist eine THC-reiche Kreuzung zwischen Lemon Skunk und Shining Silver Haze, die einen besonders hohen Gehalt des Terpens Limonen aufweist. Dies resultiert in einem sauren, süßen, frischen und skunkigen Aroma sowie in einem energiegeladenen und dennoch klaren Effekt. Euphorie und Motivation werden zunehmen, ohne dass sich Angstgefühle einschleichen.

Lemon Shining Silver Haze

Lemon Shining Silver Haze

LEMON SHINING SILVER HAZE

Genetic background Lemon Skunk x Amnesia Haze
Yield indoor 425 - 475 gr/m2
Height indoor 80 - 140 cm
Flowering time 8 - 9 weeks
THC strength THC: 21% (aprox.) / CBD: Low
Blend 75% Sativa, 25% Indica, 0% Ruderalis
Yield outdoor 450 - 500 g/per plant (dried)
Height outdoor 130 - 170 cm
Harvest time Middle of October
Effect A combination of stoned + high

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OG KUSH

OG Kush ist für ihr starkes High und geiles Aroma bekannt. Diese Sorte ist richtig potent, weist einen hohen THC-Wert und mittelhohen CBD-Gehalt auf und enthält Humulen, ein Terpen, das in verschiedenen Mengen in allen Cannabissorten zu finden ist. Interessanterweise waren Heilmittel in der alten chinesischen Medizin besonders reich an Humulen. OG Kush liefert ein High, das dank seiner Ausgewogenheit an chemischen Bestandteilen stark und dennoch gut verträglich ist.

OG Kush

OG Kush

OG Kush

Genetic background Chemdawg x Lemon Thai x Pakistani Kush
Yield indoor 425 - 475 gr/m2
Height indoor 90 - 160 cm
Flowering time 7 - 9 weeks
THC strength THC: 19% (aprox.) / CBD: Medium
Blend 25% Sativa, 75% Indica, 0% Ruderalis
Yield outdoor 500 - 550 g/per plant (dried)
Height outdoor 180 - 220 cm
Harvest time October
Effect Relaxing and full of flavour

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External Resources:
  1. Cannabis constituent synergy in a mouse neuropathic pain model. - PubMed - NCBI https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  2. A tale of two cannabinoids: the therapeutic rationale for combining tetrahydrocannabinol and cannabidiol. - PubMed - NCBI https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  3. Linalool Odor-Induced Anxiolytic Effects in Mice https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  4. Synergistic antitumor effect of α-pinene and β-pinene with paclitaxel against non-small-cell lung carcinoma (NSCLC). - PubMed - NCBI https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  5. Absence of entourage: Terpenoids commonly found in Cannabis sativa do not modulate the functional activity of Δ9-THC at human CB1and CB2 receptors | bioRxiv https://www.biorxiv.org
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