Cannabis ist bei weitem die am häufigsten konsumierte illegale Substanz der Welt. Jährlich berichten fast 150 Millionen Menschen, dass sie regelmäßig Cannabis konsumieren.

Die Unterstützung von Cannabis und seiner Legalisierung erlebt nun wohl seit 100 Jahren (oder zumindest seit Beginn des Verbots in den 1930er Jahren) ihren Höhepunkt. Trotz der stärker werdenden Unterstützung bleibt Cannabis jedoch zu einem gewissen Grad im Großteil der Welt illegal.


Legalisierung vs. Entkriminalisierung: Worin liegt der Unterschied?

Viele Leute machen den Fehler und verwenden die Begriffe Legalisierung und Entkriminalisierung synonym. Sie werden jedoch vollkommen unterschiedlich definiert und es ist wichtig, die Unterschiede zu verstehen, wenn man über den legalen Status von Cannabis sprechen möchte.

Legalisierung
Bei der Legalisierung von Cannabis werden die gesetzlichen Beschränkungen für die Cannabispflanze und ihre Verwendung aufgehoben. Verschiedene Länder und Regierungen können unterschiedliche Ansätze zur Legalisierung von Weed verfolgen. Manche legalisieren den Anbau, Verkauf, die Verarbeitung und die Verwendung von Cannabis und seiner Derivate komplett, während andere vielleicht nur seinen Verkauf für die medizinische Verwendung oder nur die Produktion und den Verkauf von Cannabisblüten legalisieren, während die Produktion von Cannabisderivaten wie Extrakten und Edibles verboten ist.
Entkriminalisierung
Bei der Entkriminalisierung von Cannabis werden die strafrechtlichen Sanktionen hinsichtlich des Konsums, Anbaus, Verkaufs und Besitzes aufgehoben. Auch hier haben sich verschiedene Regierungen und Länder dazu entschieden, Cannabis in unterschiedlichem Ausmaß zu entkriminalisieren. Einige entkriminalisieren möglicherweise nur den Besitz kleiner Mengen Cannabis, den Anbau einer begrenzten Anzahl von Pflanzen oder den Konsum von Cannabis an privaten Orten, während andere liberalere Ansätze verfolgen.

Warum ist Cannabis noch immer illegal? Welche Gründe gibt es für sein Verbot?

Die Meinungen zu dieser seit der Antike genutzten Pflanze und ihrer Verwendung (sei es als Genussmittel, medizinisch oder irgendwo dazwischen) verändern sich, und einige Regierungen haben damit begonnen, diese Änderungen in Anpassungen ihrer politischen Strategien widerzuspiegeln.

  • Beide Seiten stellen übertriebene Behauptungen auf

Die Befürworter der Legalisierung haben häufig Schwierigkeiten damit, ein überzeugendes Argument für ihre Sache zu formulieren. Leider stellen Befürworter von Weed Cannabis manchmal als ein Wundermittel dar, das alle Krankheiten heile, während Kreativität, eine offene Geisteshaltung und spiritueller Fortschritt gefördert würden. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, ehrlich und realistisch zu sein, wozu es in der Lage ist und wozu nicht.

  • Vorurteile und Rassismus

Jahrelang wurde Cannabis mit der Gegenkultur assoziiert; angefangen bei den rebellischen Hippies der 60er und 70er bis zu den faulen Kiffer-Klischees des Kinos der 2000er Jahre, hat Weed seit langem keine Unterstützung durch Mainstream-Vorbilder erhalten.

Selbst noch vor den 60er Jahren assoziierte rassistische und fremdenfeindliche Regierungspropaganda Cannabis mit Einwanderern und Kriminellen. Filme wie Reefer Madness (1936) und andere Medienexemplare sind klare Beispiele dafür, ebenso wie die Geschichte des Wortes Marihuana selbst. Tatsächlich hat Marihuana als Begriff rassistische Wurzeln und lässt sich auf politische Schmutzkampagnen zurückführen, die Angst und Fremdenfeindlichkeit in Amerika hervorrufen sollten.

  • Das Medizinalhanf-Tabu

Obwohl einige Forschungen das therapeutische Potential von Cannabis, seinen Verbindungen und Derivaten untersucht haben, reicht dies sicherlich noch nicht aus und es gibt immer noch eine Menge, was wir nicht über die Pflanze und ihre Wirkung auf uns wissen.

Dieser Mangel an Verständnis sorgt für eine Kombination aus Skepsis, Zweifel und Angst, denn diejenigen, die sich für medizinisches Weed aussprechen, haben Angst davor, aussagekräftige Aussagen über die positiven Wechselwirkungen der Pflanze mit dem Körper zu machen. Obwohl es tatsächlich Belege dafür gibt, dass Cannabis eine relativ sichere, ungiftige Substanz mit ziemlich niedrigem Suchtpotential ist, sieht die Realität so aus, dass wir keine dieser Dinge mit Sicherheit wissen.

  • Aufrechterhaltung des Status Quo

Die Cannabisprohibition besteht erst seit ungefähr 90 Jahren, aber das scheint bereits lange genug gewesen zu sein, um viele von uns, insbesondere die politischen Entscheidungsträger, dazu zu zwingen, einfach den aktuellen Status quo zu akzeptieren, während andere ein berechtigtes Interesse daran haben, Cannabis illegal zu lassen.

Im Folgenden haben wir 10 Argumente zu Gunsten der Cannabislegalisierung herausgearbeitet.

Warum ist Cannabis noch immer illegal? Welche Gründe gibt es für sein Verbot?

1. Die Prohibition hat unser Verständnis von Cannabis geschädigt

Recherchiere einige der ältesten medizinischen Texte der Welt und Du wirst zahllose Erwähnungen von Cannabis finden.

Ein Rückblick auf diese alten Texte hilft uns zu verstehen, wie weit Cannabis in der Geschichte der Menschheit verbreitet war und zeigt auf, wie unsere Vorfahren diese alte Pflanze genutzt und verstanden haben. Es wirft auch die Frage auf, wie unser Wissen über Cannabis heute aussehen könnte, wenn wir es in den letzten 100 Jahren frei erforschen hätten können.

Einer der nachteiligsten Effekte der Prohibition sind die rechtlichen Auswirkungen auf die Untersuchung von Cannabis, seiner Verbindungen und komplexen Wirkmechanismen. Ein Mangel des Zugangs hat direkt zu unserem aktuellen Mangel an Verständnis von seiner Wechselwirkung mit dem menschlichen Körper beigetragen. Die Überwindung dieser Hürde würde es uns ermöglichen, in umfassende Studien zu investieren, um sowohl die potentiellen Vorteile als auch die Risiken der Pflanze für unsere Gesellschaft aufzudecken.

2. Legalisierung bedeutet, dass wir Cannabis besser regulieren können

Wie bereits erwähnt gibt es einige ziemlich solide Hinweise darauf, dass Cannabis eine relativ sichere Substanz ist. Die Wahrheit ist jedoch, dass wir bei so Vielem, was wir noch nicht über Cannabis, seine Verbindungen und die Art und Weise wissen, wie diese auf unseren Körper wirken, nicht mit Sicherheit sagen können, wie sicher Cannabis tatsächlich ist.

Die Tatsache, dass der größte Teil des Cannabis, das aktuell weltweit verkauft und verwendet wird, illegal angebaut und gehandhabt wird, macht diese Aufgabe nicht gerade einfacher. Die Legalisierung bietet jedoch die perfekte Lösung zu den bestehenden Bedenken, Zweifeln und Fragen, die wir uns zur Sicherheit von Cannabis stellen.

Die Legalisierung von Cannabis würde es uns ermöglichen, uns von einem schwer fassbaren, nicht vertrauenswürdigen, illegalen Markt zu einem transparenten und offenen Markt zu entwickeln; ein Markt, der ordentlich reguliert und zur Rechenschaft gezogen werden kann, um Sicherheit, menschliche Gesundheit und Transparenz zu priorisieren. Die simple Wahrheit ist, dass Menschen Cannabis trotz der Tatsache verwenden, dass es illegal ist. Die Legalisierung und Regulierung von Cannabis würde es uns ermöglichen, sicherzustellen, dass jede Person, die sich für seine Verwendung entscheidet, es verantwortungsvoll tun könnte.

Legalisierung bedeutet, dass wir Cannabis besser regulieren können

3. Die Cannabislegalisierung nützt der Wirtschaft

In den letzten 10 Jahren hat sich Cannabis zu einem der meistverkauften landwirtschaftlichen Produkte der USA entwickelt. Der legale Markt in Kalifornien, Colorado, Alaska, Nevada und anderen Staaten macht jedes Jahr Milliarden von Dollar Umsatz, schafft Tausende von Arbeitsplätze und liefert sowohl dem Staat als auch der Gesellschaft Steuereinnahmen.

2020, einem Jahr, das für fast alle Wirtschaftssektoren der Welt enorme finanzielle Herausforderungen mit sich brachte, legte die Cannabisbranche stark zu. In den USA stieg beispielsweise im Jahr 2020 der legale Cannabisverkauf um 67% an und der Wert der Branche erzielte ein neues Rekordhoch von 61 Mrd. USD.

Viele verschiedene Produkte wurden entwickelt, von denen nicht alle auf THC basieren, was die Möglichkeiten von Produkten aus Cannabis unterstreicht.

4. Die Legalisierung ist eine realistische Antwort auf den verlorenen Krieg gegen Drogen

Belege zeigen, dass die überwiegende Mehrheit wegen eines Verbots bestraften Personen keine Kriminellen, sondern Nutzer sind. In den USA beispielsweise gehen schätzungsweise 92% der Festnahmen[1] bezüglich Cannabis auf den Besitz kleiner Mengen Weed zurück, während 8% im Zusammenhang mit dem Verkauf oder der Herstellung von Gras stehen.

Die Statistik zeigt, dass es auf der Erde einfach zu viele Cannabiskonsumenten gibt, als dass die Strafverfolgung die Prohibition konsequent durchsetzen könnte. Der Versuch, das Verbot einer derart weit verbreiteten und akzeptierten Substanz durchzusetzen, ist nicht nur unrealistisch, sondern auch Verschwendung von Ressourcen und verursacht unnötiges, unfaires Leid.

Inzwischen zeigen Studien im legalen Cannabismarkt, dass die Legalisierung von Cannabis keinen wesentlichen Einfluss auf die Kriminalitätsrate[2] hat, aber sie ein wirksamer Weg sein könnte, den Schwarzmarkt zu beseitigen (oder ernsthaft zu verkleinern), und stattdessen die Produktion und den Verkauf von Cannabis dorthin zu verlagern, wo es entsprechend geregelt werden kann. Es hat sich ebenfalls gezeigt, dass die Legalisierung Verhaftungen im Zusammenhang mit Cannabis reduziert, große Mengen an Ressourcen anderweitig nutzbar macht und es den Strafverfolgungsbehörden ermöglicht, sich auf wichtigere Bereiche ihrer Arbeit zu konzentrieren.

Die Legalisierung ist eine realistische Antwort auf den verlorenen Krieg gegen Drogen

5. Cannabis ist sicherer als Alkohol und Tabak

Obwohl man sich ihm vorsichtig nähern muss, ist Cannabis nicht so gefährlich, wie man Dich glauben lassen wollte. Im Vergleich zu Alkohol oder Tabak, die beide legal und überall erhältlich sind (und sogar von Lebensmittel- und Arzneimittelbehörden wie der US-amerikanischen FDA reguliert wurden), sind die Gesundheitsrisiken bei regelmäßigem Konsum von Cannabis noch weniger besorgniserregend.

Studien zeigen, dass Alkohol in Amerika jedes Jahr für den Tod von über 85.000 Menschen[3] verantwortlich ist. Mittlerweile ist das Rauchen von Tabak allein in den USA für fast 500.000 Todesfälle[4] jährlich verantwortlich. Cannabis allein tötet dagegen niemanden und Experten aus der ganzen Welt sind sich einig, dass Cannabis weder giftig noch tödlich ist[5].

Das impliziert jedoch nicht, dass Aufklärung und ein verantwortungsvoller Gebrauch von Cannabis nicht nötig seien.

6. Die Legalisierung würde dem Vorurteil und Stigma rund um Cannabis ein Ende setzen

Wie wir bereits gesehen haben, wird das Verbot von Cannabis durch voreingenommene Annahmen und überholte Vorurteile gegenüber den Menschen, die es konsumieren, angeheizt. Und obwohl es sicher nicht einfach sein wird, diesem Vorurteil, das über die letzten 90 Jahre und länger aufgebaut worden war, ein Ende zu bereiten, würde die Legalisierung dabei helfen, den Ball ins Rollen zu bringen.

Wir sehen bereits, wie in einer Handvoll legaler Märkte rund um die Welt das negative Stigma rund um Cannabis langsam abgebaut wird. Und je mehr Menschen sich öffnen und ihren Cannabisgebrauch normalisieren, trägt dies auch zum Aufbau einer stärkeren, modernen und freien Gesellschaft bei, die nicht durch alte Klischees und Vorurteile stigmatisiert wird.

Die Legalisierung würde dem Vorurteil und Stigma rund um Cannabis ein Ende setzen

7. Die meisten Menschen sind für eine Legalisierung

Obwohl die Einstellung der Menschen gegenüber Cannabis offensichtlich von Land zu Land variiert, zeigen Meinungsumfragen, dass (zumindest in vielen westlichen Ländern) eine Mehrheit der Wähler eine Legalisierung unterstützen.

Statistiken des Pew Research Center zeigen zum Beispiel, dass über 90% der amerikanischen Wähler[6] die Legalisierung von Cannabis bis zu einem gewissen Grad unterstützen (sei es für medizinische Zwecke oder für den Gebrauch als Genussmittel). 70% der Wähler der Niederlande unterstützen die Legalisierung ebenfalls, so wie die Mehrheit der Menschen Australiens, Englands, Spaniens und vieler anderer Länder. In jeder anständigen Demokratie würden wir erwarten, dass Gesetzesänderungen diese Umfragen widerspiegeln. Das in den meisten dieser Länder noch bestehende Cannabisverbot legt jedoch nahe, dass Demokratie nicht für die Legalisierung von Cannabis gilt.

8. Die Legalisierung von Cannabis ermutigt junge Leute nicht zum Konsum

Kritiker behaupten häufig, dass die Legalisierung von Cannabis junge Leute dazu ermutige, es auszuprobieren. Dies ist besorgniserregend, da einige Untersuchungen[7] darauf hinweisen, dass der Konsum von Cannabis während der Kindheit oder Jugend das sich entwickelnde Gehirn eines jungen Menschen schädigen kann.

Die Befürchtung, dass mehr junge Menschen Cannabis konsumieren, sobald es legalisiert würde, ist jedoch fehl am Platz. Daten aus den aktuell wenigen legalen Märkten der Welt zeigen nämlich, dass die Legalisierung nicht mehr junge Menschen dazu ermutigte, Cannabis auszuprobieren. Tatsächlich ist die Anzahl junger Leute, die in Colorado Cannabis konsumieren, seit der Legalisierung zurückgegangen.

Die Legalisierung von Cannabis ermutigt junge Leute nicht zum Konsum

9. Die Prohibition funktioniert einfach nicht – wir haben den Beweis dafür!

Es ist augenscheinlich, dass der Krieg gegen Drogen es nicht geschafft hat, Schäden zu reduzieren und den illegalen Drogenhandel zu verringern. Die Statistiken zeigen, dass die strengeren Beschränkungen, die die Regierungen als Maßnahme des Krieges gegen Drogen anwenden, den Drogenhandel nur weiter in den Untergrund treiben.

Die Prohibition funktioniert einfach nicht. Wir haben es in der Vergangenheit bei Alkohol gesehen und wir sehen es heute erneut bei Cannabis.

Eine Substanz illegal zu machen, führt einfach nicht dazu, dass Menschen damit aufhören, diese zu konsumieren. Darüber hinaus hilft ein Verbot nicht dabei, Verbrechen zu minimieren. Stattdessen verschwendet es eine Menge Ressourcen der Strafverfolgung und bestraft hauptsächlich Drogenkonsumenten, insbesondere People of Colour, und nicht unbedingt die an der organisierten Kriminalität beteiligten Personen.

10. Die Regierungen sollten nicht bestimmen, was Erwachsene zu sich nehmen wollen

Wenn wir den Nachweis akzeptieren, dass Cannabis wesentlich sicherer als Tabak und Alkohol ist (die wir legal in großen Mengen fast überall kaufen können), wird klar, dass das Verbot von Weed nicht nur scheinheilig ist, sondern auch ein offensichtlicher Eingriff in unsere individuelle Entscheidungsfreiheit.

Das Verbot und die Durchsetzung des Verbots von Cannabis in einem Ausmaß, in dem Menschen verhaftet und vor Gericht gestellt werden, ist schlichtweg lächerlich.

Viele Jahrzehnte der Prohibition haben all dies sehr deutlich gemacht, aber die letzten 10 Jahre des Fortschritts zeigen einen vielversprechenden Ausblick auf die Zukunft. Hoffentlich wird Cannabis bald weltweit legal sein!

External Resources:
  1. 40% of U.S. drug arrests in 2018 were for marijuana offenses | Pew Research Center https://www.pewresearch.org
  2. The Cannabis Effect on Crime https://www.tandfonline.com
  3. Alcohol consumption is the sole cause of 85,000 deaths annually in the Americas, PAHO/WHO study finds - PAHO/WHO | Pan American Health Organization https://www.paho.org
  4. Fast Facts | Fact Sheets | Smoking & Tobacco Use | CDC https://www.cdc.gov
  5. Can marijuana kill you? https://www.medicalnewstoday.com
  6. Overwhelming support for legal recreational or medical marijuana in U.S. | Pew Research Center https://www.pewresearch.org
  7. News Feature: Cannabis and the adolescent brain | PNAS https://www.pnas.org
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