Im Laufe ihrer gesamten Geschichte hat die Menschheit bewusstseinserweiternde Substanzen genutzt, um auf ihrer Suche nach Sinn, Bedeutung und Erleuchtung geführt zu werden. Zusammen mit heiligen Kakteen, Zauberpilzen und halluzinogenen Gebräuen wird Cannabis immer noch von Kulturen auf der ganzen Welt genutzt, in deren spezifischen Überzeugungen und Religionen es eine entscheidende Rolle spielt. Schauen wir uns die Geschichte von Cannabis für religiöse und spirituelle Zwecke einmal näher an.

CANNABIS IM TAOISMUS

Eines der frühesten Beispiele für Cannabisgebrauch in der Religion findet sich im Taoismus, dem alten chinesischen Glaubenssystem aus dem 4. Jahrhundert v. u. Z. Die Grundphilosophie des Taoismus lehrt die Harmonie und das Gleichgewicht aller Dinge im Universum, symbolisiert durch das Prinzip des Ying und Yang. Frühe taoistische Texte erwähnen die Verwendung von Cannabis in rituellen Räucherstäbchen, wo es eingesetzt wurde, um egoistisches Verlangen zu beseitigen und einen Zustand der Natürlichkeit erlangen zu können. Weiterhin glaubte man, dass Cannabis das Hellsehen unterstützt. Taoistische Priester und Schamanen nutzten das Kraut, um mit guten und bösen Geistern zu kommunizieren.

Hinduismus und Cannabis. Charas, Hash, Blätter und Knospen

CANNABIS IM HINDUISMUS

Die Atharvaveda ist eine der alten vedischen Schriften des Hinduismus und datiert mindestens 3.000 Jahre zurück. Laut den Veden ist Cannabis eine von fünf heiligen Pflanzen, wobei man glaubt, dass es in seinen Blättern einen Schutzengel beherbergt. Die Veden nennen das Kraut eine Quelle des Glücks, einen Freudenspender und Befreier, der den Menschen aus Mitleid geschenkt wurde, um die Sinne zu erfreuen und ihnen die Angst zu nehmen.

In einer Darstellung schuf Shiva selbst die Cannabispflanze aus seinem eigenen Körper, um das Elixier des Lebens zu reinigen, was sich im Begriff Epithet angaja ("körpergeboren") niederschlug. Man nimmt an, dass das Wort "Ganja" aus diesem Begriff entstanden ist.

Drei Formen von Cannabis werden für hinduistische spirituelle Praktiken verwendet: Bhang, ein milchiges Getränk aus Cannabisblättern und Knospen, Charas, bei dem es sich um eine Art Haschisch aus Harz handelt, sowie Ganja, worunter man natürlich die gerauchten Blüten versteht. Die Einnahme von Bhang-Cannabismilch zur Reinigung und Läuterung des Körpers gilt an religiösen Feiertagen als eine heilige Handlung.

CANNABIS IM BUDDHISMUS

Wie bei ihren hinduistischen Nachbarn südlich des Himalaya besitzt die Nutzung des Krautes für religiöse Zwecke bei praktizierenden Buddhisten in Tibet eine lange Tradition. Gautama Buddha, der Weise, der die Religion des Buddhismus im 5. Jahrhundert v. u. Z. ins Leben rief, soll sich auf seinem Weg zur Erleuchtung von nichts anderem als einem Hanfsamen pro Tag ernährt haben. Der Buddha wird manchmal mit Cannabisblättern dargestellt. Man glaubte, der Konsum der Pflanze würde das Bewusstsein während der Zeremonie und des Gebetes erhöhen, so dass sie als Hilfe während der Meditation dient.

CANNABIS IM ALTEN TESTAMENT

Obwohl der Einsatz von Cannabis in den alten östlichen Religionen weit verbreitet war und häufig vorkam, fand man erst im 20.Jahrhundert erste Belege für die Nutzung der Pflanze im frühen Christentum. 1936 veröffentlichte die polnische Etymologin Sula Benet eine neue Interpretation traditioneller Texte aus dem Alten Testament. Sie behauptet, es habe in der ursprünglichen griechischen Version des Textes eine Fehlübersetzung gegeben, was vielen religiösen Texten eine ganz neue Bedeutung verleihen würde. Nach ihrer Theorie wurde das hebräische Wort für Cannabis "kaneh bosm" fälschlicherweise als Kalmus übersetzt, bei dem es sich um eine Pflanze handelt, die für die Herstellung von Duftstoffen genutzt wurde. Sollte ihre Theorie zutreffen, beziehen sich viele Bücher des Alten Testaments - einschließlich Exodus, das Hohelied Salomos sowie die Propheten Jesaja, Jeremia und Hesekiel - viele Male auf Cannabis.

Griechische Kultur und Cannabis Weihrauch

CANNABIS IN DER ANTIKEN GRIECHISCHEN RELIGION

Der griechische Historiker Herodot (~484-425 v. u. Z.) Informiert uns über die Verwendung von Cannabis während religiöser Zeremonien im alten Griechenland. Er beschreibt, dass die Skythen Hanf-Räucherwerk mit Behältern oder provisorischen Stativen über einer offenen Flamme verräucherten. Die Teilnehmer versammelten sich in Zelten und atmeten den Rauch für rituelle Zwecke ein. Auch von den alten Assyrern wird vermutet, dass sie Cannabis-Räucherwerk bei Beerdigungen und um böse Geister abzuwehren verwendet haben.

CANNABIS IM HEIDENTUM

Laut der altnordischen Mythologie enthielt die Cannabispflanze die feminine Energie von Freyja, der Göttin der Liebe, Schönheit und Fruchtbarkeit. Der Konsum der Pflanze würde es ihrem Wesen erlauben, in den Körper des Konsumenten einzutreten. Es gibt ebenso für das frühe germanische Heidentum Belege für die Verwendung von Hanf und Cannabis in vielen Phasen des Lebens. Man nutzte Cannabis während spiritueller Rituale und bei Fruchtbarkeitsriten und hielt es für so wichtig, dass man den Toten Kleidung aus Hanf und die Samen der Pflanze als Geschenk darbrachte. Auch die Cannabisernte war ein Anlass zum Feiern.

CANNABIS IM RASTAFARIANISMUS

Die im Jamaika der 1930er Jahre entwickelte Religion der Rastafari beinhaltet die spirituelle Verwendung von Cannabis in verschiedenen Zeremonien. Nach dem Rastafari-Glauben, der allen Materialismus und jegliche Unterdrückung ablehnt, stärkt Cannabis das Bewusstsein, erhöht die Lebensfreude, entspannt und vertreibt negative Energien. Rastafarians glauben, dass die Pflanze den Menschen Jah, ihrem Schöpfer, näher bringt.

Im späten 20. Jahrhundert wurde die Verwendung von Cannabis durch die Rastafari streng kontrolliert. Erst nach längeren Gerichtsverfahren, die im Religious Freedom and Restoration Act von 1993 gipfelten, wurde festgestellt, dass der Konsum von Cannabis für spirituelle und religiöse Zwecke nach US-Recht legal ist.

Rastafari Religion und Cannabis geistig und religiös

CANNABIS IN ANDEREN RELIGIÖSEN BEWEGUNGEN

Obwohl die Verwendung von Cannabis für spirituelle und religiöse Zwecke viele tausende von Jahren zurückreicht, sind im vergangenen Jahrhundert zahlreiche moderne Bewegungen und "New Age"-Sekten entstanden, die Cannabis als Sakrament verwenden.

Zu diesen modernen Bewegungen gehören THC-Ministries, Temple 420, Green Faith Ministries, der Cantheismus, Cannabis-Assembly, die Church of the Universe, die Free Marijuana Church of Honolulu und die First Church of Cannabis. Die gemeinnützige religiöse Organisation Elevation Ministries, bekannt als International Church of Cannabis, eröffnete am 20. April 2017 in Denver ihr Hauptquartier.

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