Bhang wird als eine der altehrwürdigsten Formen von Cannabis-Edibles angesehen. In gesamt Nordindien ist es die bevorzugte Art des Cannabiskonsums und stellt einen essenziellen Teil der Hindu-Kultur dar.

Was ist Bhang?

Bhang ist eine aus den Blüten und Blättern der weiblichen Cannabispflanze gewonnene Paste, die durch Einweichen und Zerkleinern des Pflanzenmaterials hergestellt wird. Traditionell wird die Paste zu glänzenden, weichen, grünen oder braunen Kugeln gerollt, bekannt als Bhang Goli.

Die häufigste Verwendung von Bhang ist ein als Bhang Thandai bekanntes Getränk. Bhang Thandai enthält auch noch warme Milch, gemahlene Nüsse und eine Gewürzmischung. Dieses Getränk wird typischerweise während religiöser Feste wie Holi konsumiert. Wegen seiner Verbindung zu Shiva, dem Gott der Zerstörung, ist Bhang ein bedeutender Teil der Hindu-Kultur. Zerstörung wird im Hinduismus nicht als negativ angesehen, da durch Zerstörung neues Leben geschaffen wird.

In der Hindu-Religion gibt es viele Geschichten über Shiva. Eine erzählt, wie er vom Hindukusch-Gebirge herabstieg und der Menschheit Bhang schenkte. Die Geschichten sprechen davon, dass Shiva Bhang täglich nutzt, um seine Kräfte zu verstärken. Manchmal wird Shiva auch als "Gott des Bhang" bezeichnet.

Der Konsum von Bhang ist in Indien ein gesellschaftsfähiger und ziemlich unscheinbarer Brauch. Sein Konsum ist so weit verbreitet, dass die Briten nach der Kolonisierung von Indien im 19. Jahrhundert aus Angst vor extremen inneren Unruhen entschieden, ihn nicht zu verbieten. Bhang wird auch heute weiterhin konsumiert und kann noch immer in von der Regierung genehmigten Läden erworben werden.

  • Traditionelle Anwendungen von Bhang

Cannabis ist nach einer der fünf heiligen Pflanzen benannt, die im Atharvaveda erwähnt werden. Dies ist ein antiker Hindu-Text, der auf 2 000–1 400 vor unserer Zeitrechnung datiert. Bhang ist zudem seit Tausenden von Jahren ein herausragendes Merkmal der ayurvedischen Medizin. Die Hindus glauben, dass Bhang viele Beschwerden lindern kann.

Abgesehen davon nutzen heilige, als Sadhus bekannte Hindu-Männer Bhang als Unterstützung von Meditation und yogischen Praktiken. Ängstliche Soldaten verwendeten Bhang bekanntlich auch, um vor der Schlacht ihre Nerven zu beruhigen. Die Legende besagt, dass Bhang einem nervösen Soldaten genügend Mut gab, um unter einen gepanzerten Elefanten zu rutschen und diesen in einem siegreichen Kampf zu töten. Bhang wurde zudem als starkes Aphrodisiakum angesehen, das häufig von Frischvermählten in ihrer ersten Hochzeitsnacht genutzt wurde.

Traditionelle Anwendungen von Bhang

Bhang und Charas: Worin besteht der Unterschied?

Eine weitere Form eines traditionellen indischen Cannabisextrakts ist Charas, was vom hindustanischen Wort für "Hasch" stammt. Charas ist in Pakistan, Afghanistan und Nepal beliebt, wird aber meistens mit Indien assoziiert. Wie Bhang auch, wird Charas seit Tausenden von Jahren für religiöse und holistische Zwecke genutzt. Also worin besteht der Unterschied zwischen Bhang und Charas?

Charas wird traditionell aus den oberen Blättern und Blüten der unbestäubten, jungen, weiblichen Cannabispflanze hergestellt. Es wird gesammelt, indem die Blüten und Blätter zwischen den Händen gerieben werden, bis sich das Harz ansammelt. Dieses Harz wird dann abgekratzt und gesammelt. Charas könnte auch mit Hasch verwechselt werden. Wie Bhang auch, wird Charas jedoch von einer lebenden Cannabispflanze gewonnen. Hasch wird aus totem, getrocknetem Material der Cannabispflanze hergestellt.

Mittlerweile ist es in Indien illegal, Charas zu produzieren. In der Himalaya-Region Nordindiens gilt es jedoch noch immer als essenzielle Marktfrucht. Anders als Bhang ist Charas nicht essbar. Die empfohlene Methode, es zu genießen, ist, es zu rauchen. Die potenten THC-Cannabinoide werden während des Rauch-/Verdampfungsprozesses aktiviert.

Bhang und Charas: Worin besteht der Unterschied?

Die Nutzen und Risiken von Bhang

Bhang ist bekannt für seine psychoaktive Wirkung. Das THC und die anderen Cannabinoide in der Zubereitung binden an die Cannabinoid-Rezeptoren Deines Körpers, was sich auf eine Reihe von Funktionen auswirkt und ein angenehmes, oftmals euphorisches High hervorruft. Da Bhang ein "Edible" ist, wird ein Großteil des konsumierten THC in 11-Hydroxy-THC umgewandelt, wenn es dem First-Pass-Effekt ausgesetzt wird (das heißt, wenn es dem Verdauungssystem und der Leber ausgesetzt wird, bevor es in den Blutkreislauf eintritt).

Da 11-Hydroxy-THC viel psychoaktiver als Δ⁹-THC ist, führt es zu einem häufig viel stärkeren und anhaltenderen High. Während die Wirkung des Rauchens ein paar Stunden anhält, können die Effekte von Bhang je nach Potenz und der eingenommenen Menge bis zu acht Stunden oder mehr anhalten.

Obwohl Bhang seit langem einen Platz in der ayurvedischen Lebensart hat, gibt es nicht genügend Forschungsergebnisse, um Behauptungen über potenzielle Gesundheitsnutzen zu stützen.

Auch wenn es einige Nutzen haben mag, birgt Bhang auch das Potenzial für Nebenwirkungen. Dennoch unterscheidet sich seine Wirkung nicht groß von der anderer Cannabis-Edibles. Mit anderen Worten: Infolge des Konsums von Bhang könntest Du Panik oder Furcht erleben[1] und während Du berauscht bist, sind Beeinträchtigungen des Kurzzeitgedächtnisses, der Koordination und des Urteilsvermögens wahrscheinlich.

Bhang in der Schwangerschaft oder während der Stillzeit zu konsumieren, kann das Risiko von Frühgeburten[2], niedrigem Geburtsgewicht und schlechter Gehirnentwicklung erhöhen. Deshalb wird vom Konsum während dieser Phasen dringend abgeraten. Darüber hinaus sollten Kinder und Heranwachsende den Konsum von Bhang vermeiden, da es die Gehirnentwicklung negativ modifiziert.

Rezept für traditionelles Bhang Thandai (für 2 Personen)

Wenn Du Bhang Thandai jedoch zu Hause zubereiten willst, ist es ein einfacher Vorgang, der nur ein paar grundlegende Ausrüstungsgegenstände erfordert. Das Rezept ergibt eine leckere, erfrischende und alternative Möglichkeit, Dein Weed zu genießen.

Zutaten

  • 14–28g frische Cannabisblüten und -blätter
  • 500ml frisches Wasser
  • 500ml Vollfettmilch
  • 250ml Honig
  • 2 EL gemahlene Mandeln
  • ¼ TL gemahlener Ingwer
  • ¼ TL gemahlene Fenchelsamen
  • ¼ TL Garam Masala
  • ¼ TL gemahlener Schwarzer Pfeffer
  • ½ TL Kardamom
  • ½–1 TL Rosenwasser
  • Kleine Handvoll fein gehackte Pistazien – optional

Hilfsmittel

  • Großer Kochtopf mit Deckel
  • Mörser und Stößel
  • Seihtuch oder feiner Filter
Rezept für traditionelles Bhang Thandai (für 2 Personen)

Anleitung

  1. Bringe auf Deinem Herd das Wasser zum Kochen.
  2. Hacke Dein Pflanzenmaterial fein, gib es in das kochende Wasser und nimm den Topf vom Herd.
  3. Platziere einen Deckel auf dem Topf und lass die Mischung für ungefähr 10 Minuten einweichen.
  4. Nutze das Seihtuch, um die Mischung abzuseihen. Stelle sowohl das Cannabis als auch das Wasser beiseite.
  5. Erwärme auf dem Herd die Milch in dem Topf.
  6. Gib Dein Cannabis mit mehreren Teelöffeln erwärmter Milch in Deinen Mörser und beginne, es mit dem Stößel zu einer Paste zu zermahlen.
  7. Gib teelöffelweise mehr Milch hinzu, während Du weiter mahlst. Führe dies fort, bis Du die Hälfte der Milch verwendet hast.
  8. Seihe alles verbliebene Pflanzenmaterial aus der Milch und stelle die Flüssigkeit beiseite.
  9. Vermenge nun das Wasser und die Milch und rühre gut um.
  10. Gib die restliche Milch und die anderen Zutaten hinzu und rühre zwischen jeder Anwendung gut um.
  11. Lass die Mischung für 30 Minuten im Kühlschrank ruhen und mische sie vor dem Servieren gut durch. Garniere sie nach Wunsch mit fein gehackten Pistazien.
Rezept für traditionelles Bhang Thandai (für 2 Personen)

Tipps für besseren Bhang

Bhang wurde erschaffen, um frisch konsumiert zu werden. Daher würden wir nicht empfehlen, ihn länger als einen Tag aufzubewahren, gekühlt oder nicht. Bereite ihn idealerweise bei Bedarf vor, damit Du von all seinen Nutzen profitieren kannst, bevor die Zutaten abgebaut werden.

Ein gutes Bhang-Rezept erfordert frische Cannabisblätter und -blüten. Es ist eine ideale Möglichkeit, Deine ungewollten Fächerblätter und Deinen Verschnitt zu nutzen, falls Du Deine eigenen Pflanzen anbaust. Du kannst getrocknetes und ausgehärtetes Cannabis verwenden, aber dann wird es schwieriger sein, die richtige Konsistenz der Paste hinzubekommen. Getrocknete Buds zu verwenden, kann auch dazu führen, dass Dein Bhang Thandai potenter wird. Wenn Du also getrocknetes Material nutzt, denke daran, die Menge dementsprechend anzupassen.

Cannabinoide sind fettlöslich. Dies bedeutet, dass mehr THC und CBD in Dein Getränk absorbiert werden, wenn Du eine Flüssigkeit mit einem hohen Fettgehalt verwendest. Deshalb solltest Du Deinen Bhang Thandai unbedingt mit Vollfettmilch von Kühen oder Zügen zubereiten. Gib einen Löffel Sahne, Butter oder Joghurt in Deine fertige Mischung, um den Fettgehalt noch weiter zu erhöhen.

Veganer können Pflanzenmilch nehmen, das Ergebnis könnte aber nicht so potent sein. Die besten Ergebnisse wird eine Milch mit einem überdurchschnittlichen Fettgehalt liefern, wie zum Beispiel Kokosmilch. Gib am Ende des Vorgangs Kokosöl hinzu, um den Fettgehalt und das Absorptionspotenzial zu erhöhen.

Ist Bhang etwas für mich?

Falls Du schon einmal Cannabis-Edibles ausprobiert hast, wirst Du verstehen, dass der Konsum von THC auf diese Weise eine starke Wirkung hat. Es kann bis zu zwei Stunden dauern, bis die Wirkung von Bhang einsetzt. Doch wenn sie es tut, wird das resultierende High intensiver und länger anhaltend als jenes sein, das Du durch Rauchen oder Verdampfen erreichen kannst.

Deswegen ist es weise, beim Trinken von Bhang Vorsicht walten zu lassen. Fange mit einer kleinen Menge an. Sobald Du die Stärke und Wirkung kennst, kannst Du die Dosis entsprechend anpassen. Denke daran, dass nicht jede Konsumform für jeden geeignet ist. Um das Optimum aus Deinem Cannabiserlebnis herauszuholen, ist es entscheidend, die richtige Konsummethode für Dich zu finden.

External Resources:
  1. Marijuana Toxicity https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  2. Prenatal exposure to cannabis and maternal and child health outcomes: a systematic review and meta-analysis https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
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