Sativex ist ein pharmazeutisches Produkt, das von der britischen Firma GW Pharmaceuticals hergestellt wird. Wie der Name schon sagt, wird das Medikament aus echtem Cannabis gewonnen. Trotzdem ist es ein patentiertes Medizinprodukt – ein Mundspray mit Pfefferminzgeschmack.

Sativex ist in 28 Ländern zugelassen. Es wird zur Behandlung von schmerzhaften Muskelkrämpfen eingesetzt, die von MS oder anderen Krankheiten ausgelöst werden. In Amerika konnte es sich nicht durchsetzen.

Es fällt in dieselbe Kategorie wie ein paar andere kommerziell erhältliche Medikamente auf Cannabisbasis. Dazu zählt auch das synthetisch hergestellte Medikament Marinol/Dronabinol sowie Cesamet. Dieses Mittel wird häufig Patienten mit der Parkinson Krankheit verschrieben.

Sativex ist anders als diese Medikamente und Cannabis. Es wird aus der ganzen Pflanze hergestellt und ist nicht synthetisch. Es wird aus einem Konzentrat gewonnen und als Mundspray angeboten. Das bedeutet, dass jede Charge die gleiche chemische Zusammensetzung besitzt. Bei dem Naturprodukt ist das offensichtlich nicht der Fall.

In diesem Fall bedeutet das auch reproduzierbare Konzentrationen von THC und CBD. Außerdem wird Sativex mit einem THC:CBD Verhältnis von 1:1 hergestellt. Das gilt nicht für jede Cannabissorte und trifft in diesem Fall auch nicht auf andere, auf Cannabinoiden basierende Medikamente zu.

Sativex Mundspray

VOR- UND NACHTEILE

Ungeachtet der ganzen Gerüchte, die die Pflanze umgeben, haben Cannabinoide in der Realität signifikant messbaren Einfluss. Sie stimulieren das Endocannabinoid-System unseres Körpers. Das trifft sowohl auf „natürliche“ als auch auf chemisch hergestellte Cannabinoide (wie Marinol und andere) zu.

Sativex wirkt. Außerdem steht es bei medizinischen Anwendern höher im Kurs als Marinol. Warum? Es ist einfacher in der Anwendung. Die Dosis lässt sich außerdem viel praktischer kontrollieren. Fast so wie beim Rauchen eines Joints können Konsumenten ihre Dosis bei der Einnahme kontrollieren. Konsumenten empfinden die Wirkung des Medikaments auf andere Art und Weise. Es handelt sich um ein Mundspray. Das Ergebnis ist, dass es ein bisschen langsamer wirkt, als wenn man Cannabis rauchen würde und ein wenig schneller, als wenn man ein Medikament schluckt.

Was die Ähnlichkeit zu anderen aktuellen Produkten auf dem Markt angeht? Im Grunde genommen ist es ein auf Cannabis basierter Extrakt, der oral angewandt wird. Manche Menschen reagieren auf das Mundspray gar nicht gut.

Nichtsdestotrotz werden die Kosten für Sativex, im Gegensatz zu medizinischem Cannabis, überall von der Krankenkasse übernommen.

Bei medizinischem Cannabis ist das nicht überall der Fall.

Die Realität? Cannabispatienten zahlen letztendlich dasselbe, egal, für was sie sich entscheiden. Aus diesem Grund bevorzugen viele Patienten die Blüten der Cannabispflanze, obwohl beide Produkte verfügbar sind. Wenn das nicht möglich ist, beschaffen sich manche Patienten ihre Medizin wieder direkt auf dem Schwarzmarkt.

Patienten, die vor die Wahl gestellt werden, bevorzugen in der Regel die Blüten anstelle des Medizinprodukts.

Und genau da liegt das Problem.

WARUM GIBT ES SATIVEX ÜBERHAUPT?

Einer der Hauptgründe, warum Cannabis überhaupt verboten wurde, ist der Wettkampf innerhalb der Pharmaindustrie. Als Mitte bis Ende der 1970er Jahre medizinische Beweise für die Wirksamkeit bekannt wurden, stellte man jegliche Bemühungen an, den Vertrieb der eigentlichen Blüten zu unterbinden.

Im ersten Teil der 1980er Jahre wurde Dronabinol als Medikament gegen Übelkeit auf den Markt gebracht. Dass es zuerst AIDS-Patienten verabreicht wurde, war nur ein Teil des Problems. Es geschah zu einer Zeit, in der Aktivisten versuchten, die Droge in den USA unter den Schirm der Krankenkasse zu bringen.

Das Interesse an Sativex sank. Obwohl der Anbau von Marihuana in England illegal ist, eröffnete das Unternehmen in den späten 1990er Jahren mit dem Segen der britischen Behörden den Handel. Seitdem gilt GW Pharma weiterhin als Wegbereiter in der medizinischen Marihuana Industrie.

Sativex und Marinol Krankenversicherung

WIE SIEHT ES IN EUROPA AUS?

Sativex ist genau wie Marinol in Europa erhältlich. Außerdem wird es dort viel häufiger von der Krankenkasse übernommen. Trotzdem erreicht es allen Anschein nach nicht die richtigen Menschen. Deshalb versuchen die Regierungen gerade herauszufinden, wie sie mit der Marihuana-Reform umgehen sollen. In Deutschland zum Beispiel ist das Hauptziel ganz klar die Ausgabe eines in irgendeiner Weise verarbeiteten Produkts. Es ist noch unklar, inwieweit diese Bemühungen erfolgreich sein werden. Der Markt ist bereit für eine Reformation, auch in Bezug auf Cannabis als Freizeitdroge. Bei einer Politik, die auf 30 Jahre gescheiterte Reformen zurückblickt, stehen die Chancen gut, dass es wieder schiefgeht.

Warum?

Die Reformation von Cannabis als Freizeitdroge hat in mehreren Ländern Gestalt angenommen. Die Welle rollt auf Europa zu und geht weit über die Grenzen der Niederlande hinaus. Dennoch werden Patienten, die wirklich verzweifelt sind, einfach weiter ihre eigenes Zeug anbauen.

Obwohl Behörden ihr Bestes geben, um die Menschen davon abzubringen, ist es zunehmend schwieriger, Patienten für den Anbau gerichtlich zu verfolgen. Das ist oft unerfreulich. Dennoch ist es nicht so schlimm wie in den Vereinigten Staaten. Auch wenn die Gesetzgebung einen Schritt voran macht, sind Patienten wieder einmal in der Situation, in der sie weniger Möglichkeiten haben, als ihnen lieb ist.

Diese Situation wird sich auch in nächster Zeit nicht ändern.

Zusätzlich wird die Medikation mit der „ganzen Pflanze“ weiter zunehmen. Außerdem werden sich Patienten wahrscheinlich mit unerlaubten Methoden beschäftigten und damit weiterhin davonkommen.

WAS WIRD WAHRSCHEINLICH PASSIEREN?

Die kurzfristigen Auswirkungen kennt niemand. Auf lange Sicht ist klar, dass Sativex mit der fortschreitenden Reformation in Europa nicht verschwinden wird. Doch es wird nicht länger die „erste“ Wahl sein. Es wird viel Konkurrenzprodukte geben.

An irgendeinem Punkt wird eine umfassende Reformation von Cannabis als Freizeitdroge auch Europa treffen. An diesem Punkt verändert sich der Markt wieder. Trotzdem ist bereits klar, dass medizinische Konsumenten aktiv davon abgehalten werden, die Pflanze direkt zu konsumieren.

Das Endergebnis? Es wird mehr Konkurrenz für Sativex geben. Auch wenn Nutzer nicht gerade glücklich darüber sind, mit dem Pharmamarkt in Berührung zu kommen, warten sie auf neue Wahlmöglichkeiten.

 

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