TRAINING-FEHLER BEIM CANNABISANBAU

Das Trainieren von Cannabispflanzen ist ein großartiger Weg, mehr Blütenstände und höhere Erträge zu fördern. Cannabis reagiert gut, wenn nicht sogar dynamisch auf ein Training. Es hat sich gezeigt, dass eine Reihe von Trainingsmethoden die Gesamtleistung von Cannabis verbessern, egal, ob Du drinnen oder draußen anbaust.

Es besteht kein Zweifel, dass Cannabis eine widerstandsfähige Pflanze ist. Sie ist jedoch nicht so widerstandsfähig, dass sie sich nach deplatziertem Übereifer beim Trainieren sofort erholen kann. Pflanzen erholen sich unter den meisten Umständen zwar irgendwann, sie können jedoch verkümmern oder die vegetative Phase erheblich verlängern. Ohne einen bestimmten Zeitrahmen erholt sich Cannabis auch von der grausamsten Aufmerksamkeit. Aber wer möchte schon mehrere Wochen auf minderwertige Blüten warten?

Wenn Du diese Fehler beim Trainieren vermeidest, erhältst Du, in dem von Dir gewünschten Zeitrahmen, die Qualität, nach der Du suchst.

1. NICHT TRAINIEREN

Pflanzen überhaupt nicht zu trainieren ist der erste Fehler, den die meisten unerfahrenen Grower machen. Der Anbauraum ist meist begrenzt und kein Training bedeutet, dass die Produktionskapazität eines Raumes nicht vollständig optimiert wird. Auch kleinere autoflowering Sorten reagieren gut auf eine gleichmäßige Lichtverteilung über ein festgebundenes Blätterdach.

NICHT TRAINIEREN

2. SCROGGING FOULS

Bei der “Screen of Green”-Training-Methode wird ein Schirm aus Metall oder Plastik über dem Kronendach platziert. Neues Wachstum wird unter den Schirm gefädelt, um eine gleichmäßige Lage Cannabis zu bilden, die gleichmäßig viel Licht abbekommt. Während der Blütephase werden die austretenden Colas gleichmäßig verteilt, um eine maximale Licht- und Luftzirkulation zu gewährleisten. Wähle diese Technik nur aus, wenn Du genug Zeit hast, um Dich mit Deinen Pflanzen zu beschäftigen, da sie sehr arbeitsintensiv sein kann.

Zu frühes Kappen und den Schirm zu nahe am Anbaumedium aufzustellen sind eine Einladung für Krankheiten. Pflanzen brauchen unter dem Blätterdach und über der Oberfläche des Anbaumediums eine gute Luftzirkulation.

Wenn Du den Schirm nicht genug verwendest, wird der Zweck dieser Technik zunichte gemacht. Die gesamte Pflanze muss mindestens während der zweiten Woche der Blütezeit auf Schirmhöhe gehalten werden. Ein gutes Wissen darüber, wie Pflanzen auf das Kappen reagieren, ist von wesentlicher Bedeutung. Wenn die Pflanzen nur einen Schirm bekommen, aber nicht dementsprechend manipuliert werden, erhält man einfach einen Anbaubereich, in dem ein Schirm im Weg ist.

3. UPPS! GEBROCHENE ZWEIGE

Abgebrochene Zweige und zu frühes Training (bevor die Pflanzen stark genug sind) sind die häufigsten Fehler, die Grower machen können. Abgebrochene Zweige können geschient und wieder zusammengeklebt werden, aber die Erholungszeit dauert lange. Wenn die Pflanzen noch zu jung sind, um trainiert zu werden, können sie verkümmern, da sie noch nicht stark genug sind, um gut darauf reagieren zu können. Lass die Pflanzen bis zum sechsten Blattansatz wachsen, bevor Du mit den Trainingsmethoden beginnst. Gehe sanft und doch entschiedenen mit ihnen um und beachte das richtige Timing.

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4. MAIN-LINING-MISSGESCHICKE

Beim Main-Lining wird eine Pflanze mehrmals gekappt und dann die Zweige unten zu beschneiden, damit nur die Hauptcolas wachsen. Die Zweige werden in einer Position festgebunden, um die Licht- und Luftverteilung zu maximieren.

Zu frühes und zu häufiges Beschneiden ist ein häufiger Fehler beim Main-Lining. Kappe zu früh und es dauert länger, bis die Pflanzen sich erholt haben, außerdem befindet sich das neue Wachstum dann zu nahe am Anbaumedium, was die Luftzirkulation einschränkt und Krankheiten mit sich bringen kann. Wenn Du 16 oder mehr Colas haben willst, müssen die Zweige ausreichend wachsen, bevor sie wieder beschnitten werden, damit das Pflanzenvolumen nicht überfüllt wird. Wenn Du alle neuen Wuchs stufenweise beschneidest, entsteht eine langsam wachsende, schlecht strukturierte Pflanze.

Eine gute Faustregel für eine gut verteilte Pflanze ist zu warten, bis die gleiche Anzahl von Blattansätzen wie die Anzahl der Beschneidungen vorhanden ist. Lass nach der ersten Beschneidung zwei Blattansätze wachsen, bevor zu zum zweiten Mal beschneidest, dann lässt Du drei Blattansätze wachsen bevor zu zum dritten Mal beschneidest, dann vier Blattansätze vor dem vierten Beschneiden. Auf diese Weise kämpfen die Pflanzen nicht um Platz und bleiben bei jedem Kappen kräftig.

5. WENN MAN DAS “LOW” IN LST VERGISST

Low-Stress-Training setzt erst möglichst viel Blattoberfläche dem Licht aus, dann der Blütenoberfläche, wie es in jedem Anbauraum sinnvoll ist. Die Zweige werden gebogen und festgebunden, um das Eindringen von Licht zu optimieren. Im einfachsten Fall kann es sich um das Umbiegen einer jungen Pflanze handeln. Im komplexesten Fall kann es sich um ein riesiges ScrOG handeln.

Beim Low-Stress-Training müssen Pflanzen häufig angefasst werden. Wenn Du die natürliche Toleranz von Cannabis missachtest wird es mit Sicherheit brechen. Jeden Grower hat es irgendwann einmal geschaudert, als er das verräterische Knacken eines Zweiges gehört hat und die Verletzung dann sorgfältig reparieren musste, während er versuchte keine weiteren Zweige zu zerbrechen. Sei entschlossen, aber sanft – der Unterschied zwischen gebogen und gebrochen ist gering, besonders bei Sorten mit einer härteren und steiferen Textur.

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6. ZU STARKES ENTLAUBEN

Entlauben ist die selektive Entfernung von Blättern in bestimmten Stadien des Wachstums, um die Leistung der Pflanze zu verbessern. Während der Vegetation erhöht mehr Lichteinfall in das Untergeschoss der Pflanze das gesamte Wachstum. In der frühen Blütephase stimuliert das Entfernen der Blätter das Wachstum des blühenden Teils der Pflanze.

Achte beim Entlauben darauf, die richtigen Blätter zu entfernen. Entferne nur Fächerblätter und nicht die Zuckerblätter. Fächerblätter sind die großen Blätter, die sich an einem Zweig bilden. Zuckerblätter hingegen sind Teil der Blütenstruktur. Mit dem Entfernen der falschen Blätter gehst Du einen Schritt vorwärts aber zwei Schritte zurück.

Wenn zu viele Blätter entfernt werden, dauert die Erholungszeit lange. Anfänger sollten behutsam anfangen und können dann durch mehr Erfahrung lässiger werden. Wenn die Zeit kein Problem wäre, könnte sich Cannabis von einer kompletten Nacktheit erholen und sogar neues Wachstum an nackten Stämmen und Zweigen erzwingen. Aber es dauert lange, also verzweifele nicht, wenn Du es ein wenig zu weit getrieben hast, Du brauchst nur ein wenig Geduld.

Stelle sicher, dass sich die Pflanzen voll in der vegetativen Phase befinden, bevor Du anfängst Blätter zu entfernen. Wenn die Pflanzen zu jung sind, werden sie dadurch einfach beschädigt. Als sehr generelle Regel solltest Du darauf achten, ob das neue Wachstum robust genug aussieht und sich ohne die Unterstützung des angrenzenden Fächerblatts stützen kann, wenn nicht, dann lass das Blatt am Zweig. Wenn die Fächerblätter zu früh entfernt werden, betrachtet die Pflanze den entstehenden Zweig als Blindgänger und er wird verkümmern, weil die Pflanze ihre Energie in etwas lenkt, das näher an einer Lichtquelle sitzt. Dadurch geht also eine potenzielle Blütenstelle verloren.

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7. DAS MEDIUM NICHT BERÜCKSICHTIGEN

Das Medium, in dem Pflanzen angebaut werden, kann die Reaktionsrate von trainierten Pflanzen beeinflussen. Beim Anbau mit der LST-Technik gibt es weniger Probleme, aber Pflanzen in Tiefwasser- oder Hydrokultur reagieren schneller auf eine unsanftere Behandlung als Pflanzen, die in biologischem Boden angebaut werden. In Boden kann man auch von zusätzlichem Wachstum profitieren, nur über einen etwas längeren Zeitraum hinweg – aber ein bisschen Geduld hat noch niemandem geschadet. Abhängig von den Variablen Deines Anbaus führen Trainingstechniken letztendlich zu einem Spektrum unterschiedlicher Erholungsperioden. Es kommt darauf an, Deine Pflanzen zu beobachten und ihnen “zuzuhören”. Gib ihnen die Zeit und den Raum, die sie brauchen, um sich zu erholen, nachdem sie gebogen, verletzt und unsanft behandelt wurden.

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