PHOTOPERIODE – WAS IST DAS?

Wenn Du auf die Wörter Photoperiode, photoperiodisch und Photoperiodismus stößt, denke an die Lichtstunden in einem Zeitraum von 24 Stunden. Cannabissorten, die im Zuchtzelt im normalen 12-12-Hell-Dunkel-Zyklus blühen, tun dies, weil sie mit einer längeren Dunkel-Phase zum Blühen gebracht werden.

Die meisten photoperiodischen Sorten gehen beim Outdoor-Anbau in die Blütephase über, wenn die Anzahl der Tageslichtstunden unter 15 sinkt. Daher ist mit einer längeren Blütephase zu rechnen. 12-12 ist optimal für den Indoor-Anbau. Aus diesem Grund geben die Daten zur Blütezeit auf der Rückseite der meisten Hanfsamenpackungen die Blütezeit zwischen 8 und 12 Wochen an. Gewöhnlich blühen starke Indicas wie Northern Light am schnellsten, Sativas am langsamsten und Indica-Sativa-Hybride irgendwo in der Mitte.

Autoflowering Cannabis ist die Ausnahme dieser Regel. Egal, wie viele Stunden Licht sie bekommen, beginnen Autos ungefähr 30 Tage (plus/minus) nach der Keimung mit der Blüte. Im Gegensatz dazu können photoperiodische Cannabispflanzen ewig in der vegetativen Phase bleiben, solange sie 18–24 Stunden Licht am Tag erhalten.

WICHTIGE FAKTOREN BEIM OUTDOOR-ANBAU

DER LEBENSZYKLUS VON CANNABIS

Cannabis ist eine einjährige Pflanze. Und als eine Kurztagpflanze ist sie nicht vor dem Herbst für die Ernte bereit. Im Allgemeinen wechselt Cannabis, das im Frühling nach der Tagundnachtgleiche gepflanzt wurde, einige Zeit nach der Sommersonnenwende allmählich von der vegetativen Phase zur Blüte und ist irgendwann im Herbst schließlich bereit für die Ernte. Wie viel Sonnenlicht jede Pflanze abbekommt, bestimmt wie lange es bis zur Ernte dauert.

Gewächshausanbauer können Planen und lichtdichte Plastikverschalung verwenden, um die Sonnenstunden zu reduzieren und die Pflanzen dazu zu bringen schneller zu blühen. Der einzige Nachteil ist, dass der Grower sich in eine laufende Zeitschaltuhr verwandelt.

LAGE, LAGE UND NOCHMAL LAGE

In der nördlichen Hemisphäre beginnt die Anbausaison im Freien im April und endet im November. Je weiter im Norden man sich befindet, desto kürzer wird der Sommer und umso kälter wird der Winter. In der südlichen Hemisphäre ist genau das Gegenteil der Fall. Die Saison liegt zwischen August und April. Natürlich gibt es auch Regionen in denen es anders aussieht. Außer Du lebst in der Nähe des Equators, wo das ganze Jahr über ein fast konstanter 12-12 Tag-Nacht-Zyklus überwiegt. Dort musst Du etwas Nachforschung betreiben.

DATEN ZU SONNENAUF- UND -UNTERGANG

Daten sind digitales Gold. Verwende einen Sonnenaufgang-Sonnenuntergang-Rechner im Internet. Du musst die monatliche Analyse für Deine Region beobachten. Das sind die absolut wichtigsten Informationen für Dich. Die Sonne ist Deine Pflanzenlampe oben am Himmel. Dir muss bewusst sein, wie viele Stunden Deine Pflanzen abbekommen, bevor Du einen Samen keimen lässt.

Bestimme als erstes ganz genau, wann Dir 18+ Stunden für das vegetative Wachstum zur Verfügung stehen. Als Nächstes musst Du herausfinden, wann die Sonne ein bisschen weniger als 12 Stunden am Tag scheint, um das Erntefenster abschätzen zu können. Versteife Dich aber nicht zu sehr auf das perfekte 12-12-Verhältnis. Denke daran, dass photoperiodisches Outdoor-Cannabis sehr langsam aber beständig blüht, wenn die Nächte länger werden. Einige spät blühende Super-Sativas, wie beispielsweise Amnesia Haze, können zu einer enormen Größe heranwachsen und die Blütephase nicht beenden bis das Sonnenlicht im späten Herbst auf 11 Stunden pro Tag gesunken ist.

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WETTERVORHERSAGE

18+ Sonnenstunden sind nicht genug, um mit dem Growen zu starten. Du musst Dir auch regelmäßig die Wettervorhersagen ansehen und die Historie der letzten paar Jahre studieren. Der Frühling im Norden Europas ist ziemlich kalt. Für die besten Ergebnisse und sein volles Potential benötigt Cannabis Temperaturen zwischen 20 und 28°C. Falls Du nördlich des Mittelmeers lebst, ist es leider Realität, dass die Anbausaison für Dich sehr kurz ausfällt. Ein winterharter autoflowering Hybrid wie Blue Cheese Automatic eignet sich besser für kühlere nördliche Klimazonen. Grower, die Glück mit dem Kontinent haben, auf dem sie leben, können exotische Sorten wie Kali Dog und Chocolate Haze verwenden.

STANDORTBESICHTIGUNG

OK, nun hast Du also Deine Schreibtischforschung beendet. Jetzt wird es Zeit für die Feldforschung. Du musst Deinen Anbaustandort prüfen. Passe auf, dass keine Schatten auf die Pflanzen geworfen werden, die das Sonnenlicht blockieren. Erkunde das Gebiet, um sicherzustellen, dass es auch vor neugierigen Blicken geschützt ist. Die besten Freilandflächen sind privat. Verwende Maschendraht und Zäune, um alle Gras fressenden Pflanzenfresser oder Nagetiere fernzuhalten.

Cannabis Pflanzen im Freien Terrasse

GENETIK

Du musst Deine Auswahl an Cannabissamen an Dein Mikroklima anpassen. Verwende den RQS-Sortenfilter, um diese wichtige Entscheidung zu treffen. Einer der großen Vorteile, die alle photoperiodischen Sorten selbstblühendem Cannabis voraus haben, ist, dass Du Stecklinge nehmen kannst, um die Genetik zu erhalten. Wenn Du eine Mutterpflanze gefunden hast, die in Deinem Cannabisgarten gedeiht, schneide Klone ab, um den Anbauerfolg zu wiederholen.

KLIMAWANDEL

Der Klimawandel ist bereits dabei, Outdoor-Cannabis-Anlagen zu zerstören. Grower in Nordkalifornien haben bereits 2017 gesehen, wie ihre Ernte in Flammen aufging. Der Rauch von Waldbränden verdarb selbst Marihuana, das meilenweit entfernt angebaut wurde. Das ist ein extremes Beispiel, aber extreme Wettererscheinungen sind leider überall eine wahrhaftige Bedrohung für den Anbau von Outdoor-Cannabis. Alles, was Du tun kannst, ist Dir über die aktuelle Wetterlage Deiner Region bewusst zu sein.

PROFI-TIPPS

Die Aufzucht im Innenraum zu starten ist grundsätzlich immer eine gute Idee. Bei gutem Wetter ist eine sonnige Fensterbank ein guter Ort für empfindliche Setzlinge. Oder, wenn es noch zu kalt ist oder es draußen regnet, kannst Du eine 200W kaltweiße CFL verwenden, um die Pflanzen im vegetativen Wachstum zu begleiten. Ein hybrider Indoor-Outdoor-Anbau ist kein Kompromiss, sondern das Beste von beidem.

Wir empfehlen draußen mit einer Cannabis-spezifischen Erde in weißen Plastiktöpfen oder Smart Pots anzubauen. Hole Dir Marken-Erde für den Dope-Anbau aus Deinem lokalen Grow Shop. Du kannst mehr tun, indem Du die Pflanzen mit Bambus stützt, falls Du sie direkt im Boden anbaust. Behälter geben Dir die Möglichkeit, die Pflanzen zu bewegen. Das ist nötig, da sich die Jahreszeiten ändern. Die Erde bewegt sich halt um die Sonne. Wenn Du auf einem Balkon oder einer Terrasse anbaust, musst Du die Pflanzen möglicherweise im Laufe des Tages bewegen, damit sie immer im direkten Sonnenlicht stehen.

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