Es ist völlig normal, nervös zu sein, bevor man sich unters Messer legen muss. Obwohl Chirurgen eine jahrelange, gründliche Ausbildung absolvieren, kann der Verstand nicht anders, als jedes mögliche Ergebnis abzuwägen, ganz gleich, wie unwahrscheinlich es auch sein mag. Die Nutzen einer Operation überwiegen häufig die Risiken, aber diese Tatsache kann die Nerven kaum beruhigen. Falls Du regelmäßiger Cannabisnutzer bist, mag es wie eine effektive Möglichkeit erscheinen, auf einen Spliff zurückzugreifen, um vor einer Operation inneren Frieden zu erreichen. Es besteht kein Zweifel daran, dass Cannabis Dich beruhigen kann, aber Weed vor einer Operation zu konsumieren, kann zu vielen Komplikationen führen.

Im Folgenden untersuchen wir die Risiken des Cannabiskonsums vor und nach einer Operation. Darüber hinaus erörtern wir, ob CBD eventuell operationsrelevante Risiken darstellt.

Vorbereitung auf eine Operation

Es bedarf schon eines besonders belastbaren Individuums, um vor dem Operationstisch keine Furcht, Sorge und Abneigung zu verspüren. Doch die Phase vor einer Operation beinhaltet oft mehr als mentalen Stress. Viele Menschen verbringen die Tage davor mit heftigen Schmerzen von Bandscheibenvorfällen, Knochenbrüchen oder einer der vielen anderen Beschwerden. Falls Du regelmäßig Cannabis konsumierst, wirst Du den Trost ersehnen, den die Pflanze in ungewissen Zeiten spendet.

Sicher, Cannabis wird helfen, Deine Nerven zu beruhigen, aber Weed vor einer Operation zu inhalieren oder zu essen, kann erhebliche Risiken darstellen, da es die Art und Weise verändert, wie Anästhetika im Körper wirken, und die Schmerzintensität nach einer Operation erhöhen könnte.

Wie wirkt sich Cannabiskonsum auf eine Operation aus?

Cannabis beeinflusst viele verschiedene physiologische Systeme. Cannabinoide wie THC docken an Rezeptoren, die sich überall im Körper befinden, auch im zentralen Nervensystem. Dieser Wirkmechanismus löst physiologische Veränderungen aus, die die mit einem Eingriff verbundenen Risiken erhöhen können. Die größten operationsrelevanten Probleme im Zusammenhang mit Cannabis sind unter anderem:

  • Desensibilisiert den Körper für normale Mengen von Anästhetika
  • Erhöht das Risiko von Atemwegsobstruktion
  • Senkt den Blutdruck und erhöht die Herzfrequenz
  • Könnte die Schmerzempfindlichkeit nach einer Operation erhöhen
Wie wirkt sich Cannabiskonsum auf eine Operation aus?
  • Operationsarten

Es gibt mehrere Arten von Operationen und das von Cannabis dargestellte Risiko ändert sich je nach durchgeführtem Eingriff. Lebensrettende und lebensverändernde offene Operationen erfordern den Einsatz von Allgemeinanästhetika. Diese Substanzen bewirken, dass Körper und Geist in einen Zustand der Bewusstlosigkeit gleiten. Körperprozesse wie die Atmung verlangsamen sich und Patienten werden oftmals beatmet, wobei ihre Vitalparameter genau überwacht werden. Weil Cannabis die Reaktion des Körpers auf Anästhetika verändert und Auswirkungen auf den Blutdruck hat, stellt es bei dieser Art von Eingriffen ein großes Risiko dar.

Andere Formen von Operationen nutzen Lokalanästhetika. Anstatt den Patienten bewusstlos zu machen, blockieren diese Medikamente den Schmerz in einem spezifischen Bereich des Körpers, während der Patient bei Bewusstsein bleibt. Lokalanästhetika werden üblicherweise bei kleineren Eingriffen wie Haut- und Augenoperationen eingesetzt und sind weniger risikobehaftet, da Patienten frei atmen können, was die möglichen Komplikationen einer Beatmung umgeht.

Auch wenn der Konsum von Cannabis vor kleineren Eingriffen ein geringeres Risiko darstellt, solltest Du Deinen Cannabisgebrauch im Vorfeld trotzdem mitteilen. Die American Society of Anaesthesiologists veröffentlichte eine Liste mit dem Titel "“Eight Things to Tell Your Physician Anaesthesiologist Before Surgery”[1]. Rauchen rangiert auf Platz zwei und Cannabiskonsum folgt auf dem dritten Platz.

  • Anästhetische Dosierung

Von all den Gründen, warum Du Deinen Arzt über Deinen Cannabiskonsum informieren solltest, ist die anästhetische Dosierung der wichtigste. Die Menge des von Dir genutzten Cannabis und die Konsumhäufigkeit können die Art und Weise beeinflussen, wie Anästhetika im Körper wirken. Innerhalb des zentralen Nervensystems bewirkt Cannabis Veränderungen, durch die ein Cannabisnutzer mehr Anästhetika brauch als Nichtkonsumenten. Die Forschung zeigt, dass tägliche und wöchentliche Nutzer die dreifache Menge von Propofol (ein Allgemeinanästhetikum) für die Sedierung vor der Endoskopie benötigen[2].

Cannabis und Operationen: Vor, am Tag der Operation und danach

Wenn bei Dir eine Operation angesetzt ist, musst Du nicht völlig auf Cannabis verzichten. Bedenke nur, dass sich Deine Entscheidung für den Konsum von Gras auf Deinen Eingriff auswirken könnte. Du solltest Deinen Arzt zumindest von Deinem Cannabiskonsum wissen lassen, damit das medizinische Personal vor, während und nach Deiner Operation die richtigen Maßnahmen ergreift.

  • Cannabiskonsum vor einer Operation

Cannabis vor einer Operation zu konsumieren, kann das Risiko von Komplikationen erhöhen. Auf Weed zu verzichten – für viele ein obszöner Vorschlag –, kann dabei helfen, diese Risiken zu minimieren. Während das Verdampfen von Cannabis helfen könnte, das Risiko von Lungenschäden zu reduzieren, setzt Rauchen das Lungensystem Karzinogenen und anderen schädlichen Chemikalien aus, die bekanntermaßen die Lungenfunktion beeinträchtigen[3].

Eine durch Rauchen verursachte verringerte Lungenfunktion kann die Beatmungsdauer verlängern, die Patienten nach einem Allgemeinanästhetikum benötigen, während sie zudem das Risiko einer postoperativen Lungenentzündung erhöht. Verschiedene Methoden des Rauchens setzen die Lunge unterschiedlichen Werten von Karzinogenen aus. Spliffs und Blunts, die Tabak enthalten, belasten die Lunge stärker. Bongs und Dabs zu rauchen, sind geringfügig "sauberere" Optionen, doch beide sind immer noch mit Verbrennung verbunden. Noch besser ist es, zu verdampfen, da man dabei weniger giftigen Chemikalien ausgesetzt ist[4].

Regelmäßige Cannabiskonsumenten verspüren auch nach der Operation höhere Schmerzwerte. Obwohl laufende Studien die Wirkung von Cannabis auf chronische Nervenschmerzen noch erforschen, scheint die Pflanze akute Schmerzen nach einem Eingriff zu verschlimmern. Die American Society of Anaesthesiologists berichtete von einer Forschungsarbeit, die eine Fallbelastung von Patienten mit Beinfraktur untersuchte. Die Ergebnisse zeigten, dass Cannabisnutzer mehr Anästhetikum benötigten, höhere Schmerzwerte verspürte und jeden Tag 58% mehr Opioide brauchten als Nichtkonsumenten[5].

Vor einem Eingriff auf Cannabis zu verzichten, reduziert eindeutig die damit verbundenen Risiken und könnte dabei helfen, die danach verspürten Schmerzen zu mindern. Aber wie lange solltest Du Dein Vorratsglas verschlossen halten? Durch mangelnde Forschung gibt es darauf keine endgültige Antwort. Die Lunge verbessert sich jedoch bereits nach zwei Wochen, nachdem man mit dem Rauchen aufgehört hat, also je eher, desto besser.

Cannabis und Operationen: Vor, am Tag der Operation und danach
  • Cannabiskonsum am Tag der Operation

Es ist kein Geheimnis, dass Cannabis Menschen helfen kann, zu entspannen und den Geist zu beruhigen. Du könntest versucht sein, am Tag Deiner Operation zu kiffen, aber Chirurgen raten dringend davon ab. Nur Stunden vor einem Eingriff zu rauchen, kann das Risiko von Atemwegsobstruktion erhöhen. Eine in der Fachzeitschrift "Heliyon" publizierte Fallstudie beschreibt, wie dieses Phänomen bei einem Patienten auftrat, der vier Stunden vor einem Eingriff Cannabis geraucht hatte. Die Forschungsarbeit riet, mindestens 72 Stunden vor einer Anästhesie kein Cannabis zu konsumieren[6].

Es ist unwahrscheinlich, dass jemand mit Edible-Erfahrung sich dazu entscheiden würde, am Tag eines chirurgischen Eingriffs einen Brownie zu essen. Diese Methode des Cannabiskonsums ist dafür berüchtigt, negative psychologische Zustände und Panik zu verursachen – was nicht gerade das ist, was man vor einer Operation gebrauchen kann! Außerdem raten Chirurgen dazu, mindestens sechs Stunden vor einem Eingriff zu fasten, um die Inhalation von Essen in die Lunge zu vermeiden.

  • Cannabiskonsum nach einer Operation

Auf der Station wirst Du nicht an einem Joint ziehen können, und ein Edible im Krankenhausbett zu verdrücken, widerspricht völlig dem Prinzip von Set und Setting. Sobald Du entlassen wurdest, bleibt es jedoch vollkommen Dir selbst überlassen, was Du mit Deinem Körper anstellst. Manche Nutzer sind der Meinung, dass Cannabis ihnen in dieser Zeit guttut und es ihnen ermöglicht, sparsam mit abhängig machenden Schmerzmitteln umzugehen. Interessanterweise stellte eine Studie von 2006 fest, dass einige Patienten, denen postoperativ ein orales Cannabisextrakt verabreicht wurde, keine zusätzlichen Schmerzmittel benötigten[7].

CBD vor und nach einer Operation

Was ist eigentlich mit CBD? Es wirkt anders im Körper als THC und ruft noch nicht einmal ein High hervor. Sicher kann man dieses zuverlässige Cannabinoid vor einer Operation nutzen, um die Nerven zu beruhigen, oder? Nicht so schnell. Manche Chirurgen verlangen von ihren Patienten, die CBD-Einnahme mehrere Tage vor und nach ihrer Operation einzustellen, um übermäßiges, durch die gerinnungshemmende Wirkung des Cannabinoids verursachtes Bluten zu verhindern[8]. CBD tritt außerdem mit vielen Medikamenten in Wechselwirkung. Daher solltest Du Deinen Arzt konsultieren, wenn Du CBD nimmst und planst, Dich einer wie auch immer gearteten Operation zu unterziehen.

Cannabis und postoperative Genesung

Wir verstehen, dass Du ein paar Tage nach Deiner Operation ein brennendes Verlangen nach einem Joint haben wirst. Bedenke aber, dass Dein Körper gerade ein schweres Trauma durchlebt hat (auch wenn Du es nicht gespürt hast). Während Du heilst, solltest Du auf Konsummethoden zurückgreifen, die den Körper nicht allzu sehr beanspruchen, wie zum Beispiel Edibles und Öle. Falls Du irgendwelche Medikamente nimmst (einschließlich Schmerzmitteln) oder etwaige tieferliegende Erkrankungen hast, solltest Du Deinen Arzt konsultieren, bevor Du CBD oder Cannabis nach Deinem Eingriff nutzt, um das Risiko von Nebenwirkungen auszuschließen.

External Resources:
  1. Eight Things to Tell Your Physician Anesthesiologist Before Surgery https://www.asahq.org
  2. High quantities: Evaluating the association between cannabis use and propofol anesthesia during endoscopy https://doi.org
  3. ACP Journals https://doi.org
  4. Levels of selected carcinogens and toxicants in vapour from electronic cigarettes https://doi.org
  5. Cannabis and Postoperative Pain https://www.asahq.org
  6. Redirecting https://doi.org
  7. A Multicenter Dose-escalation Study of the Analgesic and Adverse Effects of an Oral Cannabis Extract (Cannador) for Postoperative Pain Management | Anesthesiology | American Society of Anesthesiologists https://doi.org
  8. Anticoagulant effects of a Cannabis extract in an obese rat model - PubMed https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
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