Cannabis wird von Millionen Menschen geraucht. Doch zu welchem Preis? Die Wahrheit ist, dass sich die Wissenschaft nicht ganz sicher ist. Manche Belege zeigen, dass das Rauchen von Weed der Lunge schaden kann, aber andere Studien legen nahe, dass es die karzinogenen Auswirkungen von Verbrennung kompensieren könnte.


Eine Kurzübersicht zur Lungengesundheit

Die Lunge. Ohne diesen zuverlässigen biologischen Ballon würdest Du nicht sehr lange durchhalten. Okay, sie ist eigentlich viel beeindruckender als ein Ballon. Abgesehen von der Tatsache, dass sich beide mit Luft füllen, haben sie nicht viel gemein. Während Ballons hohl und leblos sind, ist Deine Lunge lebendig und mit einem schwammartigen, flexiblen Material gefüllt, das sich aufbläht, wenn Du einatmest. Wie die meisten von uns siehst Du Deine Lunge vermutlich als etwas Selbstverständliches an. Doch Du bist im Begriff, sie aus einem völlig neuen Blickwinkel zu betrachten. Wenn Du gerade high bist, dann halt Dich fest.

Wusstest Du, dass Deine Lunge jede Minute circa 6l Luft aufnimmt? Oder wie steht es mit dem Fakt, dass Deine Lunge, wenn sie komplett flach ausgerollt werden würde (nicht zu empfehlen), ungefähr die Fläche eines Tennisplatzes einnehmen würde? Bevor Du gehst und Dein neu entdecktes Wissen mit der Welt teilst, sollten wir Dich wohl auch darüber in Kenntnis setzen, wie Dich Deine Lunge gesund und munter hält.

Wenn Du einatmest, zieht sich Dein Zwerchfell zusammen. Dieser kuppelförmige Muskel sitzt unter der Lunge, erzeugt nach Aktivierung ein Vakuum und zieht Luft ein. Dieser lebende Blasebalg ist mit winzigen Lungenbläschen gefüllt, die Sauerstoff ermöglichen, sich über den Blutkreislauf zu verteilen.

Dein Herz pumpt dieses sauerstoffreiche Blut durch Deinen Körper, wobei entscheidende Nährstoffe zu Deinen Zellen transportiert werden, um Stoffwechselprozesse anzutreiben. Deine Zellen erzeugen als Abfallprodukt CO₂, das vom Blut wieder zurück zur Lunge transportiert wird. Wenn sich das Zwerchfell entspannt, atmen wir CO₂ in die Atmosphäre aus, und so schließt sich der Atemkreislauf.

Falls Du es immer noch nicht verstanden hast: Deine Lunge ist ziemlich wichtig! Deshalb ist es vernünftig, zu versuchen, sie so gesund wie möglich zu halten. Es gibt einige Dinge, die Du tun kannst, um die Gesundheit Deiner Lunge unter Kontrolle zu halten:

Regelmäßige Bewegung Raumluftverunreinigungen vermeiden
Lachen! Im Ernst, ein gelegentlicher Lachanfall kann helfen, die Lungenkapazität zu erhöhen Belastung durch Luftverschmutzung minimieren
Nicht rauchen

Falls Du ein Cannabisraucher bist (was Du vermutlich bist, wenn Du diesen Artikel liest), wollten wir mit diesem letzten Punkt nicht bezwecken, dass Du vor Schreck Deinen Joint fallen lässt. Wahrscheinlich wusstest Du das bereits: Rauchen schadet der Lunge. Das ist klar. Doch wie viel Schaden Du anrichtest, könnte tatsächlich davon abhängen, was Du rauchst.

Cannabis- vs. Tabakrauch

Rauch jeglicher Art zu inhalieren, belastet die Lunge, egal, ob er von Weed, Tabak oder einem Lagerfeuer stammt. Die Verbrennung von Material setzt Karzinogene und Gifte frei. Wenn man diese Substanzen einatmet, erhöht man das Risiko, Atemwegserkrankungen zu entwickeln.

Aber macht es einen Unterschied, ob man ständig Zigaretten raucht oder regelmäßig an Joints, Pfeifen und Bongs zieht? Bevor wir uns der Forschung widmen, die zeigt, wie Chemikalien in Cannabis einige der schädigenden Folgen des Rauchens kompensieren könnten, lass uns einen Blick darauf werfen, wie das Rauchen beider Substanzen den Körper gefährlichen Nebenprodukten aussetzt.

Cannabis- vs. Tabakrauch

Zigaretten: Karzinogene Cocktails

Es ist kein Geheimnis, dass Zigaretten voller ekliger und giftiger Chemikalien sind. In Tabakrauch finden sich über 7 000 Chemikalien und mindestens[1] 250 von ihnen richten bekanntermaßen Schaden an. Diese sind:

Arsen Benzol
Cadmium Chrom
Nickel Formaldehyd



Wenn man regelmäßig mit diesen Schadstoffen in Kontakt kommt, wird nahezu jedes Organ geschädigt, was zu oxidativem Stress, Entzündung und DNS-Schaden führt, die sich als eine lange Liste von Krankheiten manifestieren können, zum Beispiel:

Viele Arten von Krebs Herzkrankheit
Aneurysma Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
Diabetes Arthritis



Trotz dieser schädlichen Folgen rauchen Millionen Menschen auf der Welt. Nikotin, der Wirkstoff in Tabak, macht Menschen süchtig. Dieses Alkaloid macht sowohl geistig als auch körperlich abhängig. Menschen sehnen sich nicht nur ständig nach den physiologischen Effekten, sondern verlieben sich auch in den Akt und das Ritual der Nutzung der Droge. Die Folge? Jedes Jahr weltweit über 8 Millionen Tote.

Cannabisrauch: anders, aber nicht besser

Die Vorstellung, dass Cannabis der menschlichen Gesundheit möglicherweise schaden könnte, lehnen viele Cannabis-Enthusiasten komplett ab. Sie sind mit schlagkräftigen Argumenten gewappnet wie "aber es ist doch natürlich, Mann". Doch diese Ansichten entspringen ideologischen Fantasien, nicht exakter wissenschaftlicher Überprüfung. Die Wahrheit ist, dass das Rauchen von Cannabis den Körper ebenfalls gefährlichen Chemikalien aussetzt. Hier sind einige Fakten, die die meisten Cannabisraucher nicht gerne hören:

Cannabisraucher neigen dazu

Tiefer zu inhalieren als Tabakraucher, was sie höheren Teerwerten aussetzt.

Cannabisrauch wird

Mit chronischer Bronchitis in Verbindung gebracht und schädigt die Zellen der Atemwege.

Weed zu rauchen

Könnte das Risiko von Lufteinschlüssen zwischen der Lunge und Brustwand erhöhen.

Schlecht angebautes

Und ausgehärtetes Cannabis kann die Lunge Pilzen wie dem Aspergillus aussetzen.

Cannabisrauch enthält

Höhere Werte von gewissen Karzinogenen als Tabakrauch, unter anderem 50% mehr Benzo[a]pyren und 75% mehr Benzo[a]anthracen.

Trotz dieser offenkundigen Risiken hat die Forschung aufgezeigt, dass Cannabisrauch eine geringere Gefahr als Tabakrauch darstellen könnte. Warum? Die Antwort liegt in den einzelnen in Cannabisblüten vorkommenden Chemikalien.

Was sagt die Forschung zu Cannabisrauch?

Abgesehen von Karzinogenen unterscheidet sich der Inhalt von Tabak- und Cannabisrauch sehr stark. Während Tabak Nikotin liefert, bietet Cannabis eine vielfältige Reihe von Phytochemikalien, darunter Cannabinoide und Terpene.

Cannabinoide: Schützen sie vor Karzinogenen?

Wenn Menschen Cannabis rauchen, haben sie gewöhnlich zwei Bestandteile im Sinn: THC und CBD. Beide Cannabinoide bieten erstrebenswerte Effekte. THC macht high, wohingegen CBD eine entspannende Erfahrung bewirkt, die nicht berauscht. Doch zusammen mit ihren anderen Cannabinoid-Gegenstücken könnten diese Moleküle einen gewissen Grad von Schutz vor den schädigenden Auswirkungen des Rauchens gewähren.

Eine wissenschaftliche Arbeit von Forscher und Cannabisbefürworter Robert Melamede mit dem Titel “Cannabis and tobacco smoke are not equally carcinogenic” befasst sich eingehend mit diesen Mechanismen[2]. Melamede legt dar, dass der Rauch von beiden Quellen viele derselben schädlichen Substanzen enthält, einschließlich Karzinogene, die polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe genannt werden. Enzyme im Körper wandeln sie in tatsächliche Karzinogene um, aber THC scheint diesen Vorgang zu blockieren, was Melamede zu der Annahme führt, dass das Cannabinoid eine schützende Wirkung ausübt.

Eine weitere wissenschaftliche Arbeit, die in der Fachzeitschrift "Cannabis and Cannabinoid Research" veröffentlicht wurde, nahm sich vor, den Zusammenhang zwischen[3] dem Rauchen von Cannabis und Krebs zu evaluieren. Das Team entwickelte drei Hypothesen, bevor es die Forschung durchführte.

Zuerst notierten sie die Möglichkeit, dass die karzinogenen Auswirkungen des Rauchens von Cannabis das Krebsrisiko erhöhen würden. Als Zweites sagten sie voraus, dass Cannabinoide und andere Phytochemikalien diese schädigenden Auswirkungen aufheben könnten. Zuletzt stellten sie die Hypothese auf, dass die Effekte von Cannabinoiden das Krebsrisiko sogar verringern würden.

Nach der Analyse einer großen Datensammlung fassten die Autoren zusammen: "Die Hypothese, dass Cannabis das Krebsrisiko erhöht, wird durch die verfügbaren Daten nicht gestützt. Die Daten zeigten vielmehr einen Trend in Richtung eines negativen Zusammenhangs zwischen Cannabiskonsum und Krebsrisiko."

Cannabinoide: Schützen sie vor Karzinogenen?

Cannabis und Lungenfunktion

eitere Forschung, die 2012 veröffentlicht wurde, untersuchte den Zusammenhang zwischen Cannabiseinwirkung und Lungenfunktion[4]. Sowohl bei Tabak- als auch Cannabisnutzern maß die Studie spezifische Parameter, darunter die Atemstromgeschwindigkeit (die Geschwindigkeit, mit der eine Person Luft ausatmet) und das Lungenvolumen (die Luftmenge, die eine Person in ihrer Lunge halten kann).

Die Forscher stellten einen starken Zusammenhang zwischen Tabakkonsum und einer verringerten Lungenfunktion fest. Stefan Kertesz, einer der Autoren der Studie, sagte: "Es gibt einen direkten Zusammenhang: Je mehr man konsumiert, desto mehr verliert man." Die Ergebnisse zeigten einen anderen Trend zwischen Cannabiskonsum und Lungengesundheit. Bis zu einem gewissen Grad nahm der Atemstrom zu, wenn Cannabisnutzer mehr rauchten.

Die Forscher weisen jedoch auf die Häufigkeit des Rauchens als eine mögliche Erklärung hin. Während Tabakraucher in der Studie etwa 20 Zigaretten am Tag rauchten, rauchten die Cannabisnutzer im Durchschnitt 2–3 mal pro Monat. Bei Nutzern, die bedeutend mehr rauchten, hatte Cannabis jedoch eine negative Auswirkung auf die Lungenfunktion.

Was ist mit gesundem Cannabiskonsum?

Es zeigte sich, dass die Cannabisnutzer ihre Lungenfunktion aufrechterhalten konnten, wenn sie Cannabis nur gelegentlich konsumierten. Aber Nutzer, die Cannabis regelmäßig und über viele Jahre rauchten, begannen, eine Verschlechterung der Lungenfunktion zu erfahren, was die Forscher dazu veranlasste, Vorsicht und Moderation beim Rauchen von Cannabis anzumahnen.

Was sind die Alternativen zum Rauchen von Cannabis?

Obwohl einige der oben genannten Forschungsarbeiten auf eine mögliche Schutzwirkung von Cannabinoiden hindeuten, ist die Gefahr einer Atemwegserkrankung durch Cannabisrauch trotzdem sehr real. Aber Rauchen ist nur eine Konsumoption für Menschen, die Cannabis nutzen. Sieh Dir im Folgenden zwei gängige Optionen an.

  • Verdampfen

Cannabis zu verdampfen, setzt Buds und Konzentrate viel niedrigeren Temperaturen aus. Anstatt Pflanzenmaterial zu verbrennen, erhitzen diese Geräte Cannabinoide, Terpene und andere Phytochemikalien bis auf ihren Siedepunkt – was sie in Form von Dampf freisetzt. Auch wenn das Verdampfen ein geringeres Risiko als Rauchen darstellt, könnte es sich trotzdem negativ auf Herz und Lunge auswirken.

Was sind die Alternativen zum Rauchen von Cannabis?

  • Edibles

Edibles lassen die Lunge komplett außen vor. Diese Produkte schicken THC und andere Cannabinoide durch den Verdauungstrakt zur Verarbeitung in die Leber, bevor sie ins Gehirn gelangen. Deshalb dauert es länger, bis die Wirkung von Edibles einsetzt, aber sie hält dafür viel länger an.

Sollte man sich Gedanken über das Rauchen von Weed machen?

Dein Leben damit zu verbringen, Dir Sorgen über jede von Dir getroffene Entscheidung zu machen, wird nur die Freude schmälern, die Dir gewisse Dinge bereiten. Man lebt nur einmal. Falls Du Gefallen am Rauchen von Cannabis findest und denkst, dass es Dir in anderen Bereichen hilft, dann konsumiere es.

Aber triff eine informierte Entscheidung. Nur einmal zu leben, bedeutet nämlich auch, dass man seine Zeit hier so lange wie möglich auskosten möchte. Cannabis zu rauchen, setzt den Körper schädlichen Chemikalien aus und erhöht das Risiko mancher Krankheiten. Wenn Du das Risiko minimieren willst, solltest Du versuchen, Deine Buds zu verdampfen oder stattdessen ein paar angereicherte Kekse zu backen.

External Resources:
  1. Harms of Cigarette Smoking and Health Benefits of Quitting - National Cancer Institute https://www.cancer.gov
  2. Cannabis and tobacco smoke are not equally carcinogenic | Harm Reduction Journal | Full Text https://harmreductionjournal.biomedcentral.com
  3. Scoping Review and Meta-Analysis Suggests that Cannabis Use May Reduce Cancer Risk in the United States https://www.liebertpub.com
  4. Association Between Marijuana Exposure and Pulmonary Function Over 20 Years | Adolescent Medicine | JAMA | JAMA Network https://jamanetwork.com
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