Weed hat mehr als bloß THC zu bieten. Und genau genommen hat es auch mehr als nur Cannabinoide im Angebot. Die Effekte von Cannabis, ob geraucht, verdampftoder auf andere Weise eingenommen, sind die Folge eines komplizierten Tanzes vieler Verbindungen mit synergetischen Beziehungen zueinander. Allerdings versteht man viele dieser Verbindungen bisher noch nicht vollständig.

Kauft man Cannabis jedoch legal (oder, wer weiß, auch vom besten Dealer aller Zeiten), sollten die "total active cannabinoids" (TAC) auf dem Cannabis-Etikett angezeigt werden. Falls Du weißt, welche Art von High Dir gefällt, stellt dieser Wert eine großartige Möglichkeit dar, Dich auf Sorten oder Produkte mit Deinen favorisierten Verbindungen auszurichten, um Deine Erfahrung zu maximieren. Für alle Nutzer, die sich als medizinische Anwender verstehen, wird dieser Wert sogar noch wichtiger, da gewisse Verbindungen und deren Verhältnisse für die Linderung spezifischer Symptome besser geeignet sein könnten als andere.

Egal, zu welcher Art von Cannabisnutzer Du auch gehören magst, kann das Wissen um den TAC-Gehalt Deines Produktes Deine Erfahrung letztendlich enorm verbessern.

Was ist TAC?

In der Cannabis-Terminologie bezieht sich TAC auf "total active cannabinoids" – also die Gesamtmenge der nachweisbaren Cannabinoide in einem Cannabisprodukt, die auf irgendeine Art und Weise das High oder die Gesamtwirkung des Produkts beeinflussen werden. Diese synergetische Beziehung ist als "Entourage-Effekt" bekannt. Manchmal werden TAC und THC gegenübergestellt, doch stehen beide nicht in Widerspruch zueinander, sondern verstärken sich eher gegenseitig.

Der Entourage-Effekt wird gegenwärtig noch kaum verstanden, geschweige denn, dass seine Existenz als wirklich gesichert gilt. Die Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass es sich bei ihm vermutlich um ein reales Phänomen handelt.

Auf jeden Fall wird spekuliert, dass die unzähligen Cannabinoide (und anderen Verbindungen) in gewissen Sorten zusammenwirken, um die endgültige Wirkung zu bestimmen. Allerdings ist es mit einer einfachen Rechnung wie "x Menge THC = y High" nicht getan. Im bekanntesten Beispiel für den Entourage-Effekt wurde nachgewiesen, dass CBD einigen der psychotropen Effekte von THC entgegenwirkt. Folglich könnten die negativen Effekte von THC – wie zum Beispiel Paranoia und Herzrasen – reduziert werden, wenn das CBD:THC-Verhältnis sich einem Gleichgewicht von 1:1 annähert.

Dies ist lediglich ein Beispiel, das nur zwei Cannabinoide einbezieht, aber es könnte eine riesige Anzahl von verschiedenen Verbindungen geben, die im Körper auf direkte oder indirekte Weise interagieren, um die Gesamtwirkung zu beeinflussen.

Was ist TAC?

TAC (total active cannabinoids) vs. TAC (total aerobic count)

In Bezug auf Cannabis kann sich das Kürzel "TAC" allerdings auch auf "total aerobic count" beziehen. Dies ist ein branchenüblicher Begriff aus der Landwirtschaft, der verwendet wird, um zu beschreiben, welcher Gesamtgehalt an Mikroben in einem bestimmten Produkt enthalten ist.

In kommerziellen Cannabisoperationen müssen Züchter ihr Produkt meist auf TAC testen lassen, bevor es auf den Markt kommt. Dies ist jedoch kein besonders aufschlussreiches Verfahren und sein Nutzen ist begrenzt.

Obwohl dieser TAC-Wert einem sagen kann, wie es um die Mikroben-Anzahl bestellt ist, kann er einen Hinweis darauf geben, ob diese Mikroben pathogen oder nützlich sind. Viele Hersteller setzen zum Beispiel Bacillus subtilis ein, ein organisches, bakterielles Fungizid, um ihre Pflanzen zu schützen. Folglich könnte ihr Endprodukt eine höhere TAC-Anzahl aufweisen, obwohl dies keine Gesundheitsrisiken für den Endnutzer darstellt. Ebenso weist eine niedrige TAC-Anzahl nicht auf ein geringes Vorkommen pathogener Mikroben hin.

Für Käufer ist dies hingegen kaum von Bedeutung, da die Gesamtanzahl der Mikroben wahrscheinlich nicht auf dem Endprodukt angezeigt werden wird. Der Gesamtgehalt der aktiven Cannabinoide könnte dagegen sehr wohl angegeben sein.

Welche Cannabinoide kommen in Cannabis vor?

Es sind derzeit 113 Cannabinoide bekannt, die in der Cannabispflanze produziert werden. Eigentlich werden sie "Phytocannabinoide" genannt – wobei "phyto" für "Pflanze/pflanzlich" steht.

Von diesen 113 Phytocannabinoiden sind die zwei häufigsten (und berühmtesten) (–)-Δ⁹-trans-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). Es gibt jedoch noch viele, viele weitere. Das erste Cannabinoid, das in der Cannabispflanze gebildet wird, ist Cannabigerolsäure (CBGA). Aus CBGA werden daraufhin alle anderen Cannabinoide abgeleitet.

Auch wenn der Forschungsstand in diesem Kontext sehr begrenzt ist, gibt es bestimmte untergeordnete Cannabinoide, die dennoch die Aufmerksamkeit von Forschern und Cannabisnutzern erregt haben:

Tetrahydrocannabinolsäure (THCA)
Dies ist das Vorprodukt von THC, das decarboxyliert (erhitzt) werden muss, um aktiv werden zu können. Dies geschieht zum Beispiel, wenn Cannabis geraucht, verdampft oder anderweitig ausreichend erhitzt wird.
Cannabinol (CBN)
Wird THC abgebaut, entsteht CBN. Derzeit forscht man zu den potenziellen Effekten von CBN auf den Schlaf.
Cannabichromen (CBC)
CBC wird nicht so gut verstanden wie manch andere Cannabinoide. Es scheint jedoch eine starke Affinität zu CB2-Rezeptoren zu haben, wohingegen THC eine größere Affinität zu CB1-Rezeptoren aufweist. Die Forschung legt nahe, dass die Kombination der beiden Cannabinoide über den Entourage-Effekt zu umfassenderen Ergebnissen führen könnte.
Cannabidivarin (CBDV)
In den meisten kommerziell erhältlichen Cannabissorten kommt diese Verbindung nicht sehr häufig vor, während sie in wilden Indica-Landrassen in Zentralasien präsenter ist. Sie weist eine ähnliche chemische Struktur wie CBD auf und soll ähnliche Effekte bieten.

Weitere bedeutende Verbindungen in Cannabis

Cannabinoide sind nicht die einzigen Verbindungen, die am Entourage-Effekt mitwirken. Terpene, Flavonoide und Fettsäuren nehmen ebenfalls aktive Rollen ein.

Dies mag überraschen, aber genau genommen können die Effekte der meisten Drogen durch Hemmung eines Enzyms oder die erhöhte Produktion eines bestimmten Neurotransmitters maßgeblich verändert werden.

Nimm zum Beispiel Ayahuasca. Der Wirkstoff, der das High hervorruft, ist DMT. Aufgrund des Vorhandenseins des Enzyms Monoaminoxidase (MAO) im Körper, kann DMT das Gehirn jedoch üblicherweise nicht erreichen. Ein Bestandteil des Ayahuasca-Gebräus enthält jedoch einen MAO-Hemmer. Nur weil dieser die Monoaminoxidase unterdrückt, kann der Körper DMT so verdauen, dass es die Blut-Hirn-Schranke überwindet.

Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie eine Verbindung, die für sich genommen keine psychotrope Wirkung auslöst, dennoch ein wesentlicher Bestandteil des gesamten psychotropen Puzzles sein kann.

Terpene

Terpene sind die Verbindungen, die Cannabis seine unverwechselbaren Düfte und Aromen verleihen. Diese aromatischen Moleküle kommen jedoch nicht nur in der Cannabispflanze vor, sondern werden von den meisten Pflanzen produziert, und finden schließlich ihren Weg in ätherische Öle und viele angenehm duftende Produkte. Abgesehen von dem geilen Geruch von Cannabis sind Terpene auch für die Düfte eines Kiefernwaldes, das Aroma von Zitronen und Rosmarin sowie vielem mehr verantwortlich.

Einst wurde angenommen, dass Terpene Menschen allein durch ihren Geruch beeinflussen und dass bestimmte Gerüche schwache Auswirkungen auf die Stimmung haben. Mittlerweile weiß man jedoch, dass gewisse Terpene über das Endocannabinoid-System direkt mit dem Körper interagieren. β-Caryophyllen beispielsweise aktiviert CB2-Rezeptoren im Immunsystem.

Es gibt Hunderte Terpene, wobei unter anderem folgende in Cannabis am häufigsten vorkommen:

Pinen Wie das englische Wort "pine" für "Kiefer" nahelegt, verströmt Pinen den waldigen Duft von Baumsaft und Kiefern. Es soll eines der eher energiespendenden Terpene sein.
Linalool Verströmt einen blumigen Duft und ruft eine wohltuende Wirkung hervor; kommt auch in Lavendel vor.
Limonen Wenn Du in Deinem Leben schon viel Weed gerochen hast, kennst Du den erhebenden Duft von Limonen. Wie der Name vermuten lässt, ist dies ein Terpen, dass Cannabis diesen intensiven zitrischen Geruch verleiht.
1,8-Cineol Verströmt denselben frischen Duft wie Eukalyptus und wirkt antioxidativ.
  • Flavonoide

Flavonoide kommen in den meisten Pflanzen vor und erfüllen in der Regel die Funktion von Pigmenten. Werden sie in Lebensmitteln konsumiert, haben sie antioxidative Effekte und viele weitere Nutzen. Allerdings weiß man bisher nur wenig darüber, welche Rolle sie in Cannabis spielen, was insbesondere für das Rauchen von Cannabis gilt. Etwas zu essen, ist schließlich etwas völlig anderes, als es zu verbrennen!

Gleichwohl scheinen auch Flavonoide bis zu einem gewissen Grad mit dem Endocannabinoid-System zu interagieren. Sollte dem so sein, dann ist es auch sehr wahrscheinlich, dass sie einen Einfluss auf den Entourage-Effekt haben, selbst wenn es derzeit noch zu früh ist, um zu sagen, wie genau sie sich auf den Vorgang auswirken.

  • Fettsäuren

In Cannabis kommen viele Fettsäuren vor. Auch diese sind bisher kaum untersucht worden, doch legen vorläufige Studien nahe, dass auch sie mit dem Endocannabinoid-System interagieren können. Indem sie die Bindung von 2-AG an CB1- und CB2-Rezeptoren erleichtern, sollen sie eine mögliche Rolle beim Entourage-Effekt spielen.

Der TAC-Wert von Cannabis: Die wichtigsten Erkenntnisse

Es ist also klar, dass die Gesamtwirkung von Cannabis nicht nur von zwei starken Cannabinoiden diktiert wird. Egal, ob Du high wirst oder eine nicht-psychotrope Form von Cannabis genießt, gibt es möglicherweise Hunderte verschiedene Moleküle, deren Zusammenwirken Dein Erlebnis bestimmt.

Aber was bringt Dir das? Nun, wenn Du vor dem Kauf den TAC-Wert von Cannabissorten/-produkten bestimmen kannst, wirst Du Deine gewünschte Wirkung besser erzielen und solche Effekte einschränken können, auf die Du keine Lust hast.

Selbst wenn Du irgendwo lebst, wo Cannabis legal ist und die Hersteller den TAC-Wert angeben, wird er Dir natürlich trotzdem nicht jede enthaltene Verbindung anzeigen. Aber er sollte die wichtigsten Cannabinoide und vielleicht sogar ein paar Terpene auflisten.

Künftig werden wir wahrscheinlich mehr über die Funktionen verschiedener Verbindungen entdecken. Genau genommen ist das genau das, was wir bei RQS machen. RQS Pro ist eine neue Initiative, die sich vornimmt, innovative Forschung zu Cannabis und seinen Bestandteilen durchzuführen. Mit der Zeit werden wir all ihre unterschiedlichen Funktionen und wie man sie am besten nutzt besser verstehen. Wenn wir die verschiedenen Verbindungen in Cannabis verstehen, werden wir irgendwann ein unglaubliches Spektrum von Sorten mit maßgeschneiderten Verhältnissen züchten können. Was auch immer Du willst, werden wir es dann wahrscheinlich haben.

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