By Luke Sumpter

Du hast gerade Deinen Garten betreten und bist auf etwas Schockierendes gestoßen: schwarze Cannabisblätter! Was zum Henker ist diese rußige Substanz auf sen Fächerblättern? Wie ist sie dorthin gekommen? Und was kann man tun, um sie so schnell wie möglich wieder loszuwerden? Nachstehend erfährst Du alles Wissenswerte über die Vorbeugung und Behandlung von Rußtau auf Cannabispflanzen.


Was ist Rußtau?

Der Name "Rußtau" bezieht sich nicht auf einen bestimmten Erreger oder Krankheitszustand. Stattdessen handelt es sich um einen Oberbegriff für eine Vielzahl verschiedener Pilzarten, die von durch Insekten geschädigtes Pflanzengewebe angezogen werden.

Wie Du wahrscheinlich weißt, sind Pflanzen mit einer zellularen Maschinerie ausgestattet, die unter Verwendung von Sonnenlicht als Energiequelle ihren eigenen Zuckervorrat produziert. Außerdem machen sie Überstunden, um dem Boden nährstoffreiche Mineralien zu entziehen. Die in Deinem Garten oder Grow Room wachsenden Cannabispflanzen haben auch ein Gefäßsystem, das es ihnen ermöglicht, diese Komponenten dorthin zu transportieren, wo sie benötigt werden.

Pflanzen sind also mit fließenden Strömen von Zucker und Mineralien gefüllt; in den Ohren eines hungrigen Insekts klingt dies wie ein Festmahl. Allerdings verfügen nur bestimmte Arten über die durchdringenden Mundwerkzeuge, die nötig sind, um das zellulosereiche Fleisch der Pflanzen zu durchdringen und den Saftstrom anzuzapfen. Nach dem Essen müssen diese Insekten auch ihren Kot absetzen. Wie es der Zufall es will, haben alle saftschluckenden Arten nicht den Anstand, sich zu winzig kleinen Insektentoiletten in nahe gelegenen Bäumen zu bewegen. Nein, sie hocken sich einfach hin und lassen ihre Ausscheidungen direkt auf die Blätter Deiner Cannabispflanze fallen.

Bernsteinfarben, klebrig und glitzernd, wird der Kot von saftsaugenden Insekten als "Honigtau" bezeichnet. Obwohl es sich buchstäblich nur um Insektenkot handelt, ist Honigtau das Herzstück vieler Ökosystemaktivitäten. Ameisen züchten Blattläuse, um sie zur Produktion von Honigtau zu bewegen und Honigbienen suchen nach ihm und verarbeiten ihn zu Honig.

Honigtau füllt nicht nur die Bäuche bestimmter Insekten, sondern dient auch als Nahrungsquelle für Pilzarten, die unter dem Sammelbegriff Schwärzepilze bekannt sind. Nachdem sie mit dieser Nährstoffquelle in Berührung gekommen sind, beginnen die schwarzen, haarähnlichen Wucherungen (das sogenannte Myzel) dieser Arten, sich auf der Pflanzenoberfläche zu verteilen. Die dunkle Farbe dieser Pilzfäden hat ein staubiges oder rußiges Aussehen. Unkontrolliert kann der Ruß die Blätter vieler verschiedener Pflanzenarten gänzlich überwuchern, einschließlich Cannabis.

Sooty Mould Mold Cannabis

Kann Rußtau Cannabispflanzen töten?

Im Gegensatz zu pilzlichen Pflanzenkrankheiten wie Pythium infiziert Rußtau nicht das Pflanzengewebe. Stattdessen bleibt er an der Blattoberfläche, wo er Honigtau aufspürt und konsumiert. Da es sich nicht um einen systematischen Krankheitserreger handelt, stellt Rußtau in den meisten Fällen keine große Gefahr dar.

Die Bedrohung durch Rußtau hängt größtenteils von dem Ausmaß des Befalls ab. Ein paar saftsaugende Käfer hier und da werden nicht viel Honigtau produzieren. Selbst wenn in dieser Situation Rußtau auftaucht, hat er nicht viel Treibstoff, um sich weit auszubreiten. Solche ein kleiner Schädlingsbefall ist in einem Biogarten normal und die Populationen werden durch Begleitpflanzen, Raubinsekten und Vögel im Gleichgewicht gehalten.

Doch nicht jeder Befall ist minder schwer. Manchmal gerät alles außer Kontrolle. Ein Mangel an Artenvielfalt in einem Garten kann schnell zur Dominanz bestimmter Schädlinge führen. Große Populationen von Saftsaugern können so viel Honigtau hinterlassen, dass der Rußtau zu einer Bedrohung für die Gesundheit und Produktivität Deiner Pflanzen wird. Wenn sich das schwarze Myzel ausbreitet, kann es dick genug werden, dass es die Menge an Sonneneinstrahlung verringert, die auf die Blattoberfläche gelangt. Der daraus resultierende Rückgang der Photosynthese kann das Pflanzenwachstum hemmen und möglicherweise zu einem niedrigeren Ertrag und weniger THC führen. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass selbst die schlimmsten Fälle von Rußtau eine Pflanze umbringen.

Wodurch wird Rußtau verursacht?

Du weißt, dass Honigtauablagerungen auf den Pflanzenoberflächen Rußtau verursachen. Aber welche Schädlingsarten hinterlassen diese Ausscheidungen, nachdem sie sich am Saft gelabt haben? Nachstehend findest Du einige der Hauptverursacher.

Blattläuse

Rußtau auf Pflanzen ist in den meisten Fällen das Ergebnis von lästigen Blattläusen. Diese winzigen Weichkörperinsekten zählen zu den häufigsten Cannabisschädlingen überhaupt. Blattläuse sind darauf aus, den Pflanzensaft zu trinken; ihre scharfen und schlanken Mundwerkzeuge machen dies zu einer leichten Aufgabe, die ihnen im Blut liegt. Da sich Blattläuse so schnell vermehren, sind sie für schwerere Fälle von Rußtau verantwortlich. Weitere Symptome für einen Blattlausbefall sind verdrehte und eingerollte Blätter, verkümmertes Wachstum, gelbe Blätter, Verwelken und sichtbarer Honigtau.

Wollläuse

Wollläuse sind mit Abstand die unansehnlichsten Cannabisschädlinge. Diese kleinen Insekten sind mit einem weißen, wachsartigen Überzug bedeckt, der sie wie mit Baumwolle umwickelt und geisterhaft aussehen lässt. Ihr Äußeres sieht nicht nur merkwürdig aus, sondern schützt sie auch vor einigen der Insektizide, mit denen Grower sie besprühen. Für das ungeschulte Auge mögen sie klein und harmlos aussehen, aber Wollläuse haben ziemlich zerstörerische Fressgewohnheiten, die sie für jeden Gärtner zur Qual machen. Ihre stechenden Mundwerkzeuge können dem Pflanzengewebe immensen Schaden zufügen und die Bildung von Rußtau auf dem von ihnen produzierten Honigtau ist nur das Salz in der Wunde.

Aphids and Mealybugs

Mottenschildläuse

Nicht alle Honigtau produzierenden Schädlinge sind an Land unterwegs – einige haben sogar Flügel! Die Mottenschildlaus ist ein kleines Insekt, das seinen Namen von seinen pulverfartigen Flügeln hat. Ähnlich wie Wollläuse auch, sind sie von einer weißen, wachsartigen Substanz überzogen. Einen Befall mit Mottenschildläusen erkennt man an anderen Symptomen wie nachlassender Pflanzenkraft, Verwelken, Vergilben und Honigtau auf den Blättern. Darüber hinaus haben sie scharfe, lanzenartige Mundwerkzeuge, die es ihnen ermöglichen, das Gefäßsystem der Pflanze anzuzapfen und Pflanzensaft zu saugen. Spuren von Honigtau sind jedoch nicht das einzige, was sie nach einer Mahlzeit hinterlassen. Sie sind auch Überträger von Pflanzenviren, die Deine Ernte in einem ziemlich erbärmlichen Zustand hinterlassen können.

Zwergzikaden

Zwergzikaden sind für gewöhnlich etwa einen halben Zentimeter lang. Ihr Körper ist keilförmig und variiert in der Farbe von braun über grün bis gelb. Sie gehören zur Familie der Zikaden (Cicadellidae) und fühlen sich von Pflanzensäften stark angezogen. Sie durchbohren nicht nur das Blattgewebe, sondern versenken ihre Mundwerkzeuge auch in den Stängeln und sogar in den Blüten! Ein starker Befall mit Zwergzikaden kann die Pflanzen stark belasten und sie daran hindern, ihr volles genetisches Potenzial zu entfalten. Natürlich trägt das Auftreten von Rußtau nach der Honigtauproduktion zu einem allgemeinen Mangel an Vitalität und einer geringeren Blütenqualität bei.

Whiteflies and Leafhoppers

Wie man Rußtau auf Cannabis behandelt

Rußtau scheint plötzlich nicht mehr so einschüchternd zu sein, oder? Klar, er sieht schlimm aus und hat das Potenzial, Deinen Ertrag zu beeinträchtigen, aber im Vergleich zu systematischen Pflanzenpathogenen ist er weitaus weniger verheerend. Dennoch solltest Du es nicht zulassen, dass diese Pilze verweilen und sich weiter ausbreiten. Du wirst erfreut sein zu erfahren, dass es mehrere einfache, aber wirksame Methoden zur Bekämpfung von Rußtau gibt. Sehen wir uns nachstehend die wirksamsten an.

Pflanzenoberflächen abwischen

Fangen wir mit etwas Einfachem an! Ja, das Abwischen der Blätter ist eine wirksame Methode zur Bekämpfung von Rußtau. Es mag fast zu einfach erscheinen, aber es wirkt Wunder bei der physischen Beseitigung der Pilze, die dieses unansehnliche Chaos bewirken. Doch bevor Du Dich daran machst, das Myzel von Deinen Blättern zu beseitigen, solltest Du wissen, dass es eine optimale Methode gibt, um dies zu tun:

  1. Bereite zunächst eine Reinigungslösung vor. Gib einige Tropfen Naturseife in 1 Liter Wasser und mische alles gründlich durch.
  2. Tauche ein Tuch oder einen Schwamm in die Reinigungslösung und wringe die überschüssige Flüssigkeit aus.
  3. Tupfe mit dem Tuch oder Schwamm sanft die betroffenen Fächerblätter ab. Wische das Myzel ab, ohne zu viel Druck auf die Pflanzenoberflächen auszuüben.
  4. Fahre fort, bis Du alle sichtbaren Pilzfäden entfernt hast.

Stelle eine Ladung Komposttee her

Nach dem Abwischen der Oberflächen wird es hilfreich sein, die Blattoberflächen mit einer Vielzahl nützlicher Mikroben zu besiedeln. Durch die Zubereitung eines Komposttees wird einen reichhaltigen Mix aus Bakterien, Pilzen und anderen Mikroorganismen kultivieren. Die Logik dabei ist, dass ein biodiverses Inokulum in der Phyllosphäre dazu beiträgt, die Dominanz einer einzigen Art zu verhindern. In diesem Fall sind das Schwärzepilze!

Mit Hilfe eines Luftsteins, einer Handvoll Kompost guter Qualität, Huminsäure, Seetang und Fischextrakt kannst Du im Handumdrehen Deinen eigenen Komposttee zu Hause herstellen. Verwende einen Zerstäuber, um Deine Pflanzen während der gesamten Vegetationsperiode mit einem Blattspray zu versorgen.

Wie man Rußtau beim Cannabisanbau vorbeugt

Als erfahrener Cannabisanbauer weißt Du mittlerweile, dass Vorsicht besser als Nachsicht ist. Vorbeugende Maßnahmen sparen Zeit und Mühe und reduzieren das Risiko von Missernten massiv. Nachdem Du jetzt weißt, wie man Rußtau behandelt, wenn er auftaucht, ist es an der Zeit zu lernen, wie Du sein Auftreten von Vornherein verhindern kannst.

Netze

Indem Du einfach eine physische Barriere um Deine Pflanzen herum befestigst, kannst Du verhindern, dass eine Vielzahl von saugenden Insekten Deine Pflanzen überhaupt erst befällt. Wähle ein feines Insektennetz, das Blattläuse und Mottenschildläuse abhält. Es lässt Luft, Regen und Sonnenlicht hindurch und hält gleichzeitig die Verursacher von Rußtau von Deinen Pflanzen fern. Es gibt viele Möglichkeiten, Netze um Deine Pflanzen zu spannen, von großen PVC-Reifen bis hin zu Holzstrukturen und Metallrohren.

Anwendung von Bacillus thuringiensis

Wie Du jetzt weißt, sind verschiedene saftsaugende Insekten die Ursache für das Auftreten von Rußtau. Daher ist es durchaus sinnvoll, diese Verursacher zu bekämpfen, statt ständig den Schimmel zu beseitigen, während die Übeltäter frei herumlaufen. Es gibt eine Vielzahl integrierter Schädlingsbekämpfungsstrategien, die Insekten ohne den Einsatz scharfer Chemikalien bekämpfen, darunter Bacillus thuringiensis (BT).

Dieses natürlich vorkommende Bakterium produziert giftige Proteine, die bestimmte Arten von Insektenlarven abtöten. Eine Flasche mit diesem Bakterium wird sich in den meisten Gartenzentren und Grow Shops finden. Befolge die Anweisungen zum Mischen und Aufbringen des Mittels und Du wirst Die die Populationen saftsaugender Insekten in Deinem Anbaubereich schnell reduzieren können.

Einsatz von Beuvaria bassiana

Beuvaria bassiana (BB) fällt ebenfalls in die Kategorie der Biokontrollmittel. Der Unterschied zu BT liegt jedoch darin, dass es sich um einen Pilz und nicht um Bakterien handelt. Genauer gesagt handelt es sich dabei um einen entomopathogenen Pilz, der bestimmte Insektenarten infiziert, besiedelt und auffrisst (denke an "The Last of Us"). Zufälligerweise hat BB einen ziemlichen Appetit auf viele der Insekten, die zu Rußtau führen, darunter Mottenschild- und Blattläuse. BB lebt jedoch als eine Art Gestaltwandler. Er kann auch physisch in die Pflanzen eindringen, wo er als Endophyt existiert. Erste Forschungsergebnisse[1] zeigen, dass die Inokulation von Pflanzen mit diesem Pilz wie ein natürliches Biostimulans wirkt.

Nutzinsekten

Sooty Mould Mold Cannabis Ladybug

Auch eine gesunde Population nützlicher Raubinsekten in Deinem Garten kann die Zahl der saftsaugenden Schädlinge niedrig halten. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dies zu erzielen, unter anderem durch die Bereitstellung der richtigen Nahrung und des richtigen Lebensraums. Pflanze Rabatten mit aromatischen und kulinarischen Kräutern wie Basilikum und Dill, um die guten Jungs anzulocken. Reichlich Echinacea, Sonnenblumen, Borretsch und andere attraktive Blumen werden ebenfalls dazu beitragen, die Raubtierpopulation zu erhöhen. Falls Du in einem besonders städtischen Gebiet lebst, kannst Du auch Raubinsekten wie beispielsweise Marienkäfer kaufen und sie in Deinem Anbaubereich ansiedeln.

Nie wieder Rußtau

Verabschiede Dich von schwarzem Ruß auf Deinem Cannabis! Dir ist vollends bewusst, wie Du mit dieser Situation umgehen und Rußtau auf Pflanzen loswerden kannst. Statt darauf zu warten, dass dieses lästige Myzel auf den Blättern Deiner Fächerblätter auftaucht, bist Du jetzt bereit, eine Reihe von Präventivmaßnahmen zu ergreifen, darunter wirksame Biokontrollmittel, die den Kern der Krankheit angreifen. Für den Fall, dass diese Maßnahmen nicht greifen, kennst Du außerdem einige Behandlungsmöglichkeiten, die als perfekte Ausweichlösung dienen werden.

LIST OF COMMON PESTS AND PROBLEMS

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