Jeder regelmäßige Cannabis-Genießer hat bereits die Schläfrigkeit, Lethargie oder einen allgemeinen Mangel an Motivation nach oder während des Rauchens von Gras erlebt. Viele werden das als die natürliche Eigenart einer bestimmten Sorte abtun, während einige diese Eigenschaften wünschenswert finden – besonders wenn Schlaflosigkeit ein Problem ist. Neu veröffentlichte Forschungsstudien könnten auf einen übermäßigen Cannabiskonsum als Ursache für langfristige Schläfrigkeit oder Trägheit hinweisen. Für diejenigen, die sich dafür entscheiden, Cannabis in der Freizeit zu verwenden, um den Kater oder das Herunterkommen von anderen Drogen zu vermeiden, könnte sich diese Strategie als etwas ineffektiv erweisen.

MACHT GRAS RAUCHEN FAUL?

Eine starke Indica-Sorte wird Dich ohne Zweifel auf die Couch werfen, wo, wenn wir ehrlich sind, nicht mehr viel Produktives passiert. Für die überwiegende Mehrheit ist dies eine wünschenswerte Eigenschaft und der Grund, warum Nutzer zunächst gerne Indica-Sorten auswählen. Wenn Du gerne Cannabis rauchst und ansonsten einen aktiven Lebensstil pflegst, dann wird Dich das Gras nicht plötzlich faul oder langfristig lethargisch machen. Die Antwort auf die Frage, warum Marihuana uns schläfrig macht und man so wiederum weniger motiviert ist, könnte tatsächlich darauf hinauslaufen, wie THC absorbiert wird und anschließend mit dem Neurotransmitter Dopamin interagiert.

TRÄGT THC DIE SCHULD?

Die folgenden Forschungsarbeiten, die vom The National Institute for Biotechnology Information veröffentlicht wurden, weisen auf eine scheinbare Verringerung des Dopaminspiegels als Folge eines übermäßigen Cannabiskonsums hin. Zusammenfassend stellte die Studie fest, dass starke Raucher von Cannabis, also diejenigen, die grenzwertig abhängig waren, signifikant weniger Dopamin produzierten als Nichtraucher oder Gelegenheitskonsumenten.

Mit einer Stichprobe von 19 regelmäßigen Cannabisrauchern und 19 Nichtrauchern sticht diese Studie hervor, da, obwohl ähnliche Tests bereits durchgeführt wurden, bisher keine aktiven Konsumenten einbezogen wurden. Wichtig ist, dass die regelmäßigen Cannabiskonsumenten alle zugegeben hatten, beim Rauchen an psychoseartigen Symptomen zu leiden, was ein Zeichen für übermäßigen Konsum ist.

Michael Bloomfield, PhD, sagte: "Nach einer gewissen Zeit sind die Gehirnzellen nicht mehr in der Lage, so viel Tyrosin-Hydroxylase zu bilden, ein wichtiges Enzym, das eine Schlüsselkomponente bei der Herstellung von Dopamin darstellt".

Diese Hemmung chemischer Prozesse ist eine Folge der Art und Weise, wie das Cannabinoid THC mit dem natürlichen Endocannabinoid-System unseres Körpers interagiert.

Dopamin und das Gehirn

WARUM IST DOPAMIN WICHTIG?

Wenn der intensive THC-Konsum scheinbar den Dopamin-Spiegel beeinflusst, was bedeutet die Freisetzung von Dopamin für unseren Körper? Dopamin wirkt als Regulator für die Aufwandsschwelle: Wie viel Aufwand ist erforderlich, um eine Aufgabe zu erfüllen und was ist die Belohnung dafür. Diejenigen mit einem höheren Dopamin-Spiegel nehmen wahrscheinlicher Aufgaben an, die Energie erfordern. Dopamin spielt auch eine Rolle, wenn es darum geht, uns ein Gefühl der Belohnung zu geben, wenn wir an angenehmen Aktivitäten wie Sex, Essen und Sport teilhaben. Wenn die Menge an Dopamin, die während dieser Aktivitäten freigesetzt wird, reduziert wird, dann liegt es nahe, dass die Leistungsmotivation ebenfalls abnimmt.

SIND TERPENE SO WICHTIG WIE CANNABINOIDE?

Cannabis ist ein komplexer Organismus. Neben den wichtigsten Cannabinoiden THC, CBD und CBN enthält Cannabis Terpene. Diese Moleküle liefern die große Auswahl an Aromen, die wir lieben gelernt haben. Darüber hinaus stellen Theoretiker die These auf, dass Terpene im Einklang mit Cannabinoiden wirken, um den relativen Effekt zu verstärken oder zu erweitern.

Eine Studie von 2011 untersuchte den Einfluss des Terpen Myrcen. Myrcen ist dafür bekannt, Cannabis ein moschus- und mangoartiges Aroma zu verleihen. Darüber hinaus fand man heraus, dass Myrcen eine hypnotische Wirkung induziert und muskelentspannende Eigenschaften zeigt. In Kombination mit THC wirken diese beiden Verbindungen zusammen, um sorgen für ein Gefühl der Müdigkeit. Frühere Studien haben ähnliche Eigenschaften des Terpens Linalool gefunden, auch wenn in diesem Fall Linalool mit CBD zusammenarbeitet, um einen schläfrigen Effekt zu erzeugen.

Terpene, Linalool und Myrcen

BEEINFLUSST CANNABIS, WIE GUT WIR SCHLAFEN?

Auf welche Beeinflussung durch THC sollten sich Konsumenten noch einstellen, wenn es eine potentielle Rolle in der Reduzierung des Dopamin-Spiegels spielt? Nun, die Antwort darauf könnte im Reich der Träume liegen. Anekdotische Beweise von Nutzern legen nahe, dass wir nach dem Rauchen von Cannabis besser schlafen. Viele haben davon berichtet, so viel besser zu schlafen, dass das Gefühl der Schläfrigkeit am Morgen danach schwer abzuschütteln ist. Wenn so viele darauf schwören, dass Cannabis ihrem Schlaf hilft, welche wissenschaftliche Forschung unterstützt dann diese These?

Zwei Studien, von denen die erste bereits 1975 und die andere in jüngerer Zeit, 2004, durchgeführt wurde, lieferten relativ unschlüssige Ergebnisse. Beide bemerkten eine Abnahme des REM-Schlafes (Rapid Eye Movement Schlafphase), aber unsere Tiefschlafphase blieb ungefähr gleich. Es könnte vermutet werden, dass eine Verringerung des REM-Schlafes zu dem Gefühl erhöhter Müdigkeit führen kann, die am Morgen nach dem Genuss von Cannabis auftritt.

Beide Untersuchungen haben etwas gemeinsam – die große Anzahl der noch zu erforschenden Variablen. Die Ergebnisse sind noch zu unschlüssig, um eine befriedigende Schlussfolgerung zu ziehen. Stattdessen werden weitere Studien erforderlich sein, in denen die Größe der Stichprobe, das Alter der Teilnehmer, die gerauchten Sorten und alle früheren medizinischen Probleme usw. berücksichtigt werden. Doch eine Sache ist Gewiss: Es scheint eine gewisse Korrelation zwischen Cannabiskonsum und dem Gefühl von Müdigkeit zu geben. Die genaue Ursache für dieses Phänomen ist aber noch unbekannt.

WIE KANN MAN DER MÜDIGKEIT NACH DEM KONSUM ENTGEGENWIRKEN

Was bedeutet das für uns? Nun, fürs Erste gelten die üblichen Regeln. Genieße Dein Cannabis wie gewohnt, aber sei Dir bewusst, dass jeder Nutzer die Symptome unterschiedlich erfahren wird. Wenn Du feststellst, dass Du am Morgen nach dem Rauchen von Cannabis Phasen von Schläfrigkeit oder Lethargie hast, kannst Du ein paar einfache Schritte unternehmen, um dem entgegenzuwirken.

Dazu gehört die Auswahl einer Sorte mit einem geringeren THC-Gehalt, ein geringerer Konsum insgesamt und eine verbesserte Hydration. Natürlich sind auch Bewegung und eine gesunde Ernährung hilfreich, so wie auch der gute alte Kaffee helfen kann, die Müdigkeit abzuschütteln – ob sie nun vom Gras herrührt oder nicht.

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