Nehmen wir an, Du wärst Sportler oder einfach nur jemand, der einen aktiven Lebensstil führt. Wenn Dir vor zehn Jahren jemand gesagt hätte, dass Cannabis und Sport einmal eine symbiotische Beziehung entwickeln würden, hättest Du ihn wahrscheinlich ausgelacht.

Aber dank der Legalisierungsbemühungen und der allmählichen Akzeptanz des Zauberkrauts durch die Gesellschaft ist es jetzt eine Realität: Athleten wenden sich zu Erholungszwecken und zum allgemeinen Genuss Cannabis zu[1].

Was die professionelle Leichtathletik angeht, sind die Regeln und Vorschriften rund um Cannabis noch immer belastet. So musste die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) vor kurzem heftige Kritik einstecken[2], nachdem sie die amerikanische Sprinterin Sha’carri Richardson, die positiv auf Cannabis getestet worden war, von den Olympischen Spielen disqualifiziert hatte.

Um was geht es hier also nun? Hat sich eine Verbindung zwischen Cannabis und Sport entwickelt? Kann es dem Sport tatsächlich zugute kommen? In diesem Artikel werden wir unter anderem genau diese Fragen beantworten. Ultimativ möchten Dich über die potenziellen Auswirkungen von Cannabis auf die Trainingsleistung und Erholung, die Risiken der Kombination von Gras und Training sowie einige Tipps zur effektiven Steigerung Deines Trainingsplans informieren.

Cannabis und Sport: Was die Forschung sagt

Wenn wir uns Studien ansehen, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Cannabis und Sport beschäftigen, können wir besser verstehen, was die Zukunft für beide bringen könnte.

Eine Studie von 2019[3] untersuchte Daten von 600 Cannabisnutzern, die in US-Bundesstaaten leben, in denen die Substanz legal ist. Etwa 80% der Befragten gaben zu, direkt vor oder nach dem Training Gras zu konsumieren.

Diese Personen machten pro Woche durchschnittlich etwa 43 Minuten aerobes Training (Cardio-Training) und ergänzten dieses Training mit 30 Minuten wöchentlichem anaerobem Training (wie Gewichtheben).

Die Studie fand schließlich einen Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und höheren Trainingsraten. Als möglichen Grund für ein solches Ergebnis nennt einer der Studienautoren den zusätzlichen Genuss. Die Nutzer stimmten dem zu und berichteten, der Konsum von Cannabis vor und nach dem Training habe ihre Lustgefühle gesteigert und ihre Erholung gefördert.

Auf der Kehrseite sind auch die Risiken erwähnenswert. Einige Experten führen aus, dass Cannabis möglicherweise Reaktionszeit und Koordination beeinflussen kann und fordern Vorsichtsmaßnahmen, falls Cannabis bei extremen Aktivitäten wie Felsklettern und Gewichtheben genutzt wird, da diese ein höheres Verletzungsrisiko darstellen.

Trotz dieser Risiken haben Cannabis und Sport in der modernen Welt eine ziemlich etablierte Beziehung; zumindest dort, wo Weed legal ist. Aber wie genau könnte das Kraut Trainingsleistung und Erholung auf körperlicher Ebene beeinflussen?

  • Geisteshaltung

Die Geisteshaltung ist in der Tat ein starker Einfluss, wenn es ums Training geht. Sobald der Geist sich der Vorstellung widersetzt, sich zu bewegen, neigt der Körper dazu, ihm zu folgen.

Es hat sich allerdings herausgestellt, dass Cannabis dazu beitragen kann, die mentale Einstellung zu verbessern und zu Aktivität zu drängen. In einer Studie mit Laborratten von 2017[4] entdeckten Forscher einen Zusammenhang zwischen niedrigen THC-Dosen und der potenziellen Wiederherstellung der kognitiven Funktion bei den getesteten Tieren.

Zudem gibt es auch Erfahrungsberichte[5] von Fitnessexperten. Manchen hilft das magische Kraut dabei, sich auf eine bestimmte Aufgabe zu konzentrieren, und fungiert sogar als "Katalysator, um während des Trainings einen meditativen Fließzustand zu erreichen".

Mentale Einstellung
  • Ausdauer

Wenn es jedoch um Cannabis und seine möglichen Nutzen für die Ausdauer geht, bleiben die Studien unzureichend. Entsprechende Erfahrungsberichte gibt es jedoch reichlich.

Hier ist ein persönlicher[6] Bericht des in Colorado ansässigen Journalisten Josiah Hesse. Er behauptet, bis zu seinem 30. Lebensjahr noch nie trainiert zu haben. Wie er sagt, konnte er "nicht um den Block laufen", ohne dass seine Lunge "brannte".

Aber nachdem Hesse eines Tages ein mit Cannabis angereichertes Edible gegessen hatte, berichtete er, in einer "einfachen, spielerischen Erfahrung" einen Hügel hinaufgelaufen zu sein. Er ging sogar so weit zu sagen, er habe das Gefühl gehabt, "50 Pfund zu wiegen".

Diese Erfahrung führte letztlich dazu, dass Hesse ein Buch mit dem Titel "Runner’s High[7]: How a Movement of Cannabis-Fueled Athletes Is Changing the Science of Sports" schrieb. Ebenso führt er den möglichen Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und erfolgreicher sportlicher Leistung darauf zurück, "eingewählt" und auf die anstehende Aufgabe fokussiert zu sein.

Ausdauer
  • Ruhe und Erholung

Ruhe und Erholung sind zwei gleichermaßen wichtige Faktoren des Trainings und der Führung eines aktiven Lebensstils. Mit der richtigen Erholung kann man während der nächsten Trainingseinheit Höchstleistungen erbringen.

Wo kommt nun Cannabis hier ins Spiel? Einige Studien verweisen auf die Beziehung der Pflanze zu Muskelberuhigung nach dem Training. Ein 2016 in JAMA veröffentlichter Artikel[8], beleuchtet beispielsweise unter anderem die Verbindung von Cannabis mit Geweben.

Schlaf ist ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Erholungsprozesses. Und wie eine Studie[9] aus dem Jahr 2004 über eine Stichprobe junger Erwachsener hervorhebt, schienen 15 Milligramm THC mit der Schlafbereitschaft in Verbindung zu stehen.

Ruhe und Erholung

Beeinflusst das Rauchen von Gras das Herz?

Angesichts der positiven, von Sportlern und Trainingsfanatikern gemachten Behauptungen, die Cannabis lieben, könnte man meinen, dass es keine negativen Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System hat. Die Forschung legt jedoch etwas anderes nahe.

Laut einer Studie[10] aus dem Jahr 2005 können "niedrige oder moderate THC-Dosen" Tachykardie oder eine erhöhte Herzfrequenz verursachen. Letztendlich führt dies zu einem vorübergehenden Anstieg des Blutdrucks.

Für gesunde Menschen stellt dies möglicherweise kein Problem dar. Solltest Du allerdings an einer Herzerkrankung leiden, ist dies etwas, dass Du berücksichtigen solltest.

Wie lange verbleibt Weed im Körper eines Athleten?

Hier ist ein weiterer potenziellen Nachteil. Obwohl viele Regionen der Welt den Cannabiskonsum entweder legalisiert oder entkriminalisiert haben, bewegen Sportkommissionen sich nicht.

Aus diesem Grund kann jeder Athlet in Schwierigkeiten geraten, der positiv auf THC getestet wurde. Daher müssen Sportler berücksichtigen, für welchen Zeitraum Cannabinoide (oder ihre Metaboliten) in ihrem Körper verbleiben.

Die von vielen Sportaufsichtsbehörden bevorzugte Methode ist die Verwendung von Urintests. Und laut Studien[11] kann Cannabis bis zu 30 Tage im menschlichen Urin verbleiben. Solltest Du allerdings ein chronischer Nutzer sein, kann es bis zu 90 Tage dauern, bis das THC von Deinem Körper vollständig ausgeschieden wurde.

Weed und Sport: Wie man beide sicher und effektiv kombiniert

Bei der Kombination von Cannabis und Sport dreht sich alles darum, sichere und angemessene Maßnahmen zu ergreifen.

In diesem Sinne sind hier einige Tipps, die Du nutzen kannst, um das Beste aus Deinem Training unter dem Einfluss des Krauts herauszuholen. Darüber hinaus haben wir einige praktische Sicherheitstipps für Dich.

Wähle energetisierende Sorten

Du solltest vor dem Joggen keine schwere Kush rauchen. Wähle für das beste Ergebnis stattdessen eine Sorte mit belebenden, energetisierenden Terpenen und einem mittleren THC-Gehalt. Oder verzichte ganz auf das High und entscheide Dich für eine nicht-berauschende CBD-Sorte bzw. eine milde Sorte mit einem 1:1-Verhältnis von THC zu CBD.

Hebe Dir entspannende Sorten für die Zeit nach dem Training auf

Nicht ohne Grund sind manche Sorten als "Nachtsorten" bekannt. Nach einem anstrengenden Nachmittag im Fitnessstudio könnten zum Beispiel ein paar Züge einer Sorte mit hohem Gehalt des Terpens Myrcen ausreichen, um Dir sanft den Übergang ins Land der Träume zu ermöglichen.

Mikrodosierung, um noch einen drauf zu setzen

Wenn es um die Verwendung von Cannabis zum Sport geht, hilft wenig schon viel. Oft sind bereits etwa 5–15mg THC ausreichend. Dabei könnte es sich um einen Bissen von einem Edible oder ein paar Zügen von einer Bong handeln – was auch immer für Dich am besten funktioniert. Auf diese Weise vermeidest Du die potenzielle Lethargie, die mit hohen THC-Dosen einhergeht.

Vermeide Extremsportarten

Es spielt keine Rolle, ob Du mit Deinem High gut umgehen kannst. Du befindest Dich trotz allem in einem Zustand der Beeinträchtigung und es wäre nicht ratsam, etwas Riskantes zu unternehmen. Falls also Rauchen und Bergsteigen auf Deiner Agenda stehen, solltest Du auf diesen Plan vielleicht besser verzichten.

Falls Du eine bestehende Erkrankung hast, konsultiere einen Arzt

Wir haben kurz die potenziellen Gesundheitsrisiken von Cannabiskonsum und Sport bei Menschen mit Herzerkrankungen erwähnt. Falls dies für Dich relevant ist, gehe auf Nummer sicher und berate Dich zuerst mit einem Arzt.

Marihuana und Sport: Ein zauberhaftes Paar?

Wenn es darum geht, Dein geliebtes Kraut mit deinem Training zu kombinieren, ist Wissen Macht. Führe zu Deiner eigenen Gesundheit und Sicherheit weitere Untersuchungen durch oder wende Dich an einen Fachmann.

Und wenn Du Dich dazu entscheidest, einzutauchen, dann denke daran, mit Vorsicht vorzugehen. Beginne mit niedrigen THC-Dosen, um Dir den perfekten Kick und Motivationsschub zu geben. Sobald Du Dich in diese konzentrierten Geisteshaltung versetzt hast, kannst Du ein unterhaltsames und erfüllendes Training genießen.

External Resources:
  1. 18 of the Biggest Cannabis Advocates in Pro Sports | Men's Journal https://www.mensjournal.com
  2. Weed Shouldn't Be Banned for Elite Athletes, Some Experts Say - Scientific American https://www.scientificamerican.com
  3. Frontiers | The New Runner's High? Examining Relationships Between Cannabis Use and Exercise Behavior in States With Legalized Cannabis | Public Health https://www.frontiersin.org
  4. A chronic low dose of Δ9-tetrahydrocannabinol (THC) restores cognitive function in old mice | Nature Medicine https://www.nature.com
  5. 9 Ways Marijuana Effects Your Athletic Performance | Muscle & Fitness https://www.muscleandfitness.com
  6. Can Marijuana Make You a Better Athlete? https://www.nytimes.com
  7. Runner's High by Josiah Hesse: 9780593191170 | PenguinRandomHouse.com: Books https://www.penguinrandomhouse.com
  8. Medical Marijuana | Adolescent Medicine | JAMA | JAMA Network https://jamanetwork.com
  9. Effect of Delta-9-tetrahydrocannabinol and cannabidiol on nocturnal sleep and early-morning behavior in young adults - PubMed https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  10. Hereditary motor and sensor neuropathy: a cause of acute stridor https://emj.bmj.com
  11. OBJECTIVE TESTING – URINE AND OTHER DRUG TESTS https://www.ncbi.nlm.nih.gov
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