Dein hydroponisches Anbauzelt mag sich vielleicht wie ein sicherer Hafen anfühlen; Du hast die vollkommene Kontrolle über den Lichtzyklus, die Temperatur und den Nährstoffplan. Sei jedoch nicht zu selbstgefällig. Hydroponische Grower haben es auch mit Schädlingen zu tun. Obwohl sich lästige Insekten besser im Freien vermehren, schlängeln, fliegen und krabbeln sie häufig auch in Indoor-Setups herum. Selbst wenn Du Deine Fenster, Entlüftungsöffnungen und andere mögliche Eingänge sorgfältig gesichert hast, können Schädlinge über eine Vielzahl von Überträgern eindringen, z. B. über Anbauausrüstungsgegenstände, Kleidung und Anbaumedien.

Identifikation und Eliminierung von Cannabisschädlingen in Deinem hydroponischen Grow

Nun, mit wem genau hast Du es zu tun? Wenn sie die Chance bekommen, werden viele verschiedene Schädlingsarten versuchen, ihre Mundwerkzeuge in Deine saftigen Cannabisblätter, -stängel und -wurzel zu versenken. Insbesondere sechs Arten sind darin besonders erfolgreich, in hydroponische Cannabis-Setups einzudringen und sich aus den Pflanzen eine Mahlzeit zu bereiten.

Im Folgenden erfährst Du alles, was Du über diese Kreaturen wissen musst, einschließlich, wie Du sie identifizieren und aus Deinem Anbaubereich vertreiben kannst.

Blattläuse

Diese winzigen saftsaugenden Insekten haben es auf das Xylem, das Gefäßsystem der Pflanzen abgesehen. Diese internen Röhren transportieren Wasser und gelöste Nährstoffe durch die Pflanze. Blattläuse durchstechen mit ihren Mundwerkzeugen das Pflanzengewebe und saugen die wertvolle Flüssigkeit ab.

Eine Handvoll Blattläuse kann ihre Bedürfnisse stillen, ohne großen Schaden anzurichten, aber sie vermehren sich schnell. Wenn ihre Anzahl außer Kontrolle gerät, können sie eine Pflanze schnell leer saugen. Ohne ausreichend zirkulierende Nährstoffe können hydroponische Cannabispflanzen verkümmern und verhungern. Es gibt rund 5 000 Blattlausarten und jede davon hat es auf bestimmte Pflanzenarten abgesehen. Die Hanfblattlaus (Phorodon cannabis) hat einen riesigen Appetit auf, nun, Cannabissaft.

Blattläuse
Wie man Blattläuse erkennt

Cannabisblattläuse gehen nicht unbedingt subtil vor; sie hinterlassen offensichtliche Spuren, wenn sie sich am Saft laben. Vielleicht ist das Offensichtlichste an Blattläusen sie selbst! Diese Schädlinge versammeln sich in großer Zahl an den Stängeln und Blättern und sind an der Unterseite der Fächerblätter zu finden, um sich vor direktem Sonnenlicht zu verstecken.

Andere Anzeichen für Blattläuse umfassen:

  • Weiße Häutchen auf den Blättern
  • Klebrige Saftansammlungen auf den Blättern
  • Verkümmertes Wachstum
  • Vergilbende Blätter
Wie man Blattläuse behandelt

Nun, wie solltest Du vorgehen, wenn Du Blattläuse aus Deinem Hydro-Grow beseitigen möchtest? Sieh Dir unsere effektivsten Methoden an:

  • Entlaubung: Verwende ein Paar Erntescheren, um stark infizierte Stängel und Blätter abzuschneiden.
  • Biologische Insektizide: Verwende biologische Insektizide, wie beispielsweise Essentria IC3 und Spinosad, gemäß den Produktanweisungen.
  • Neemöl: Vermische 1 Teelöffel Neemöl mit 4–5 Tropfen Tensid in 1 Liter warmem Wasser und trage diese Mischung mit einer Sprühflasche direkt auf die betroffenen Stellen auf.

Wurzelläuse

Wurzelläuse sind ihren oberirdischen Cousins nicht unähnlich. Anstatt den Saft aus den Blättern und Stängeln zu saugen, haben sie es auf die Wurzeln abgesehen. Ihr Lebenszyklus beginnt jedoch an den oberirdischen Pflanzenteilen. Sobald die Eier geschlüpft sind, wandern diese Kreaturen nach unten. Ja, Wurzelläuse befallen auch hydroponische Pflanzen!

Wurzelläuse
Wie man Wurzelläuse erkennt

Wurzelläuse sind einfacher zu erkennen, wenn Du Cannabis hydroponisch anbaust. Obwohl Grower, die in Erde anbauen, nicht in die Rhizosphäre schauen können, haben Hydro-Grower die Möglichkeit, einen direkten Blick auf das Wurzelsystem zu werfen.

Achte auf die folgenden Anzeichen:

  • Winzige weiße Kreaturen im Wurzelnetzwerk
  • Kalkhaltiges weißes Material an den Wurzeln
  • Verkümmertes Wachstum
  • Verwelkte Blätter und nachlassende Vitalität Deiner Pflanzen
Wie man Wurzelläuse behandelt

Um Wurzelläuse in Hydro, Coco oder Steinwolle zu eliminieren, musst Du aggressiv, aber vorsichtig vorgehen:

  • Killer-Lösung: Bereite einen Eimer mit insektizider Seifenlösung vor. Hol die Pflanzen mit den Netztöpfen heraus und tauche die Wurzeln in die Lösung und anschließend in einen Wassereimer.
  • Reinigung: Nachdem Du die Pflanze entfernt hast, reinigst Du Deinen Hydro-Eimer mit einer 3%igen Wasserstoffperoxidlösung.

Spinnmilben

Spinnmilben kommen häufig in hydroponischen Cannabis-Grows vor. Bei der Milbenart bezieht sich das "Spinne" im Namen lediglich auf die Seidennetze, die sie spinnen, um ihre Kolonien vor Fressfeinden zu schützen. Diese winzigen Schädlinge halten sich auf der Unterseite von Blättern auf und stechen häufig in das Pflanzengewebe, um sich von den Zellen zu ernähren. Sobald eine Spinnmilbenkolonie eine beachtliche Größe erreicht hat, kann sie großen Schaden anrichten.

Spinnmilben
Wie man Spinnmilben erkennt

Zum Glück hinterlassen Spinnmilben verräterische Anzeichen, die es einfach machen, sie zu erkennen, bevor sie richtig Fuß fassen können.

Halte Ausschau nach:

  • Spinnmilben selbst
  • Gespinste
  • Eier, die wie kleine weiße Flecken erscheinen
  • Verkümmertes Wachstum
Wie man Spinnmilben behandelt

Sobald Du die Anwesenheit von Spinnmilben festgestellt hast, solltest Du schnell handeln.

Nutze die folgenden Tipps, um schnell gegen einen Befall vorzugehen:

  • Senke die Temperatur: Spinnmilben mögen es warm, weshalb Du in Deinem hydroponischen Anbaubereich eine konsistente Temperatur von 20 ºC aufrechterhalten solltest.
  • Beschneidung: Schneide die Blätter und Äste ab, die voller Gespinste und Eier sind, um eine weitere Ausbreitung zu minimieren.
  • Räuberische Insekten: Bringe nützliche Insekten wie Marienkäfer in Dein hydroponisches Gewächshaus und Deine Polytunnel (diese eignen sich weniger gut für Indoor, wie Du Dir vorstellen kannst).
  • Insektizide Seifen: Wende insektizide Seifen gemäß den Produktanweisungen an den betroffenen Bereichen an.

Trauermücken

Obwohl sie in den Augen hydroponischer Cannabisanbauer Schädlinge sind, spielen Trauermücken eine wichtige ökologische Rolle. Sie ernähren sich von Pilzen in der Erde, tragen zur Kompostierung von organischem Material bei und verbreiten sogar Pollen und Pilzsporen. Trotz ihrer wichtigen Funktion haben Trauermückenlarven die Angewohnheit, Cannabiswurzelhärchen zu zerstören und die ausgewachsenen Tierchen übertragen Krankheiten wie beispielsweise die "Umfallkrankheit", die Sämlinge abtötet.

Trauermücken
Wie man Trauermücken erkennt

Ein Trauermückenbefall ist in einem Hydro-Cannabis-Grow im Allgemeinen einfach zu identifizieren:

  • Mücken, die um das Wurzelsystem krabbeln und springen
  • Maden, die sich um das Wurzelsystem winden
  • Blasse, gefleckte Blätter
  • Braune Ränder an den Blättern
  • Herabhängende Pflanzen
  • Umgefallene Sämlinge
Wie man Trauermücken behandelt

Wie kann man also Trauermücken in einem hydroponischen System beseitigen? Ziehe die folgenden Optionen in Betracht:

  • Gelbe Klebefallen: Platziere diese Fallen in der Nähe der hydroponischen Eimer und Reservoirs.
  • Nützliche Bakterien: Trage eine Lösung Bacillus thuringiensis israelensis auf das Wurzelsystem auf, um die Trauermücken zu vertreiben.

Mottenschildläuse

Ein weiterer saftsaugender Schädling ist die Mottenschildlaus, die ebenfalls auf der Unterseite der Blätter lebt. Nachdem sie sich den Saft schmecken lässt, sondert sie eine klebrige Substanz ab, die sich ansammelt und andere Schädlinge anlockt und zum Wachstum von Schimmel beiträgt. Mottenschildläuse können durch Öffnungen eindringen oder einfach durch offene Fenster und Türen hineingelangen und ihre Eier in kreisförmigen Gruppen von 30–40 Stück auf Cannabisblättern ablegen.

Mottenschildläuse
Wie man Mottenschildläuse erkennt

Ähnlich wie Blattläuse durchstechen Mottenschildläuse das Cannabisgewebe und saugen den Pflanzensaft aus, was zu einer Reihe ähnlicher Symptome führt. Die wichtigsten

Anzeichen für einen Befall mit Mottenschildläusen sind:

  • Mottenschildläuse schwirren um das Blätterdach der Cannabispflanzen herum
  • Weiße Gruppen von Eiern an der Unterseite der Blätter
  • Weiße Flecken an der Oberseite der Fächerblätter
  • Vergilbende Blätter
  • Verlust der Vitalität
Wie man Mottenschildläuse behandelt

Machen sich Mottenschildläuse an Deinen Hydro-Cannabispflanzen zu schaffen? Dann nutze diese Tipps, um sie so schnell wie möglich loszuwerden:

  • Raubinsekten: Marienkäfer haben auch Appetit auf Mottenschildläuse; verwende sie in Gewächshäusern und Polytunneln.
  • Wisch sie weg: Falls Du es mit ein oder zwei befallenen Pflanzen zu tun hast, verwendest Du einfach einen feuchten Lappen, um alle Eier zu entfernen und sie aus Deinem Anbaubereich zu beseitigen.
  • Neemöl: Unser guter alter Freund das Neemöl ist auch hierbei hilfreich. Trage eine verdünnte Lösung mit einem Zerstäuber auf.
  • Essentria IC3: Trage diese Mischung aus Ölen aus dem Gartenbau gemäß der Produktanleitung auf und verwende sie täglich, bis der Befall endet.

Thripse

Thripse lieben die Bedingungen in einer Indoor-Anbauumgebung. Die kontrollierte Temperatur, konstante Beleuchtung und die Unmengen Wasser in hydroponischen Setups sind ein Hafen für diese Kreaturen. Überraschung, Thripse haben auch eine Vorliebe für Cannabissaft. Denk mal drüber nach. Diese reichhaltige Substanz enthält alle Nährstoffe, die die Pflanzen zum Gedeihen benötigen. Warum sollten sie sich nicht daran laben?

Thripse stellen nicht nur eine physische Bedrohung für Deine hydroponisch angebauten Cannabispflanzen dar. Diese Schädlinge verbreiten auch Viren, die Pflanzenkrankheiten verursachen. Du möchtest sie also nicht in der Nähe Deines Indoor-Grows haben.

Thripse
Wie man Thripse erkennt

Deine Pflanzen sehen ziemlich mitgenommen aus. Wie weißt Du also, ob Du es mit einem Thripse-Befall zu tun hast?

Halte nach den folgenden Anzeichen Ausschau:

  • Verkrümmte Blätter
  • Locken, Rollen oder Falten am Pflanzengewebe
  • Unregelmäßige bronze - und silberfarbene Flecken
  • Die Anwesenheit von Thripsen selbst – je nach ihrem Lebensstadium kleine gelb-weiße Fliegen mit oder ohne Flügel.
Wie man Thripse behandelt

Hast Du Thripse? Dann solltest Du diese Schädlinge keinen weiteren Schaden anrichten lassen. Ergreife die folgenden Maßnahmen, um den Befall unter Kontrolle zu halten und Deinen hydroponischen Grow zu retten:

  • Klebrige Fallen: Befestige Klebefallen oben an Deinem Anbauzelt, so dass sie sich knapp oberhalb des Blätterdachs befinden.
  • Neemöl: Wende eine verdünnte Neemlösung an und lasse das Pflanzenöl seine Magie erneut entfalten.
  • Alternative Sprays: Pyrethrum-Fettsäuren und Pflanzenölprodukte sind eine gute Möglichkeit, um Thripse loszuwerden.
  • Räuberische Insekten: Setze Raubmilben, wie Amblyseius, Hypoaspis und Macrocheles in Gewächshäusern und Polytunneln ein.

Bedrohen Schädlinge Deinen Hydro-Grow? – Dann gehe in die Offensive!

Das war's! Nun bist Du mit dem Wissen ausgerüstet, Deine hydroponisch angebauten Cannabispflanzen vor den sechs größten Schädlingen zu verteidigen, die es auf sie abgesehen haben. Denk dran, nur weil Du in einer gemütlichen Indoor-Umgebung anbaust, bedeutet das nicht, dass diese Viecher keinen Weg zu Deinen Pflanzen finden. Bemühe Dich, Deinen Anbaubereich sauber zu halten und inspiziere regelmäßig Deine Pflanzen und Dein hydroponisches System auf Fehler. Je früher Du die Anzeichen für einen Befall entdeckst, desto besser stehen die Chancen, Deine kostbaren Pflanzen zu retten.

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