Stelle Dir folgende Situation vor: Du bist auf einer Party mit ein paar Freunden. Einer von ihnen zündet einen Joint an und beginnt, ihn herumzureichen. Alle außer Dir nehmen ein paar Züge. Du nimmst davon Abstand, weil in zwei Tagen ein Drogentest für Deinen neuen Job ansteht. Letztendlich atmest Du allerdings den größten Teil des Rauches im Raum ein. Berufsrisiko.

Da klingeln in Deinem Kopf die Alarmglocken. Dein Verstand kommt auf Touren. "Ist es möglich, dass ich beim Drogentest durchfalle, ohne selbst geraucht zu haben?" "Werde ich am Ende positiv auf Cannabis testen und den Job nicht bekommen? Ich habe nicht einmal einen einzigen Zug genommen!"

Wer sein magisches Kraut liebt, hat diese Situation wahrscheinlich schon zu oft erlebt. Es ist eine Zwangslage, die eine berechtigte Frage aufwirft: Kann es tatsächlich passieren, dass man einen Drogentest nicht besteht, weil man passiv Marihuana geraucht hat?

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Was ist THC?

Wie wirkt sich passives Marihuana-Rauchen aus?

Es hat sich herausgestellt, dass dies nicht so harmlos ist, wie man vielleicht denkt. In einer Studie[1] aus dem Jahr 2016 zeigten Laborratten mindestens 90 Minuten lang Anzeichen einer Lungenfunktionsstörung. Und der Knaller ist: Diese Symptome zeigten sich bereits nach einer Minute, die die Ratten im Cannabisrauch verbracht hatten.

Damit stellt sich auch die Frage nach einem "Secondhand-" oder "Contact-High". Basierend auf den Forschungsergebnissen hängt alles von der Situation ab.

Nehmen wir diese Studie der Johns Hopkins University[2] von 2015 als Referenz. Sie umfasste zwei Experimente: Im ersten befanden sich seine 12 Probanden eine Stunde lang beengt in einem kleinen, unbelüfteten Raum. Sechs von ihnen waren Raucher, die anderen sechs nicht.

Die Rauchergruppe rauchte zehn "hochwirksame Joints", die jeweils 11,3% THC enthielten (was im Freizeitbereich natürlich nicht als "hochwirksam" gilt). Die nicht rauchenden Kollegen verspürten schließlich eine "angenehmere" Atmosphäre, fühlten sich aber auch weniger wach bzw. etwas müder.

Wie wirkt sich passives Marihuana-Rauchen aus?

Das zweite Experiment wurde stattdessen in einem belüfteten Raum durchgeführt. In diesem Fall verspürten die Nichtraucher außer "Hunger" nicht dieselben Wirkungen. Die Studie wurde jedoch gegen Mittag durchgeführt, was durchaus ein beeinflussender Faktor gewesen sein könnte.

Die Forscher kamen schließlich zu dem Schluss, dass ein "Contact-High" durch passiven Weed-Rauch tatsächlich möglich ist. Um geringfügige Beeinträchtigungen zu verursachen, muss das Passivrauchen jedoch "unter extrem unbelüfteten Bedingungen" erfolgen.

  • Kann Marihuana-Rauch durch die Haut oder über die Haare aufgenommen werden?

Kurze Antwort in beiden Fällen: Ja! Beginnen wir mit der Haarabsorption, die, wie Untersuchungen zeigen, kompliziert sein kann. Diese Studie[3] kam zum Beispiel zu dem Schluss, dass dunkleres Haar mehr THC enthält als helleres Haar. Bei Drogentests, die anhand von Haarfollikeln durchgeführt werden, sind Brünette und Rothaarige demnach gegenüber Blonden im Nachteil.

Die Erklärung[4] ist, dass dunkelhaarige Menschen eine höhere Melaninkonzentration aufweisen. Drogen haften offenbar in viel größerem Umfang an Melanin.

Wenn man bedenkt, dass es Cannabis-Topika gibt, ist eine Absorption durch die Haut durchaus zu erwarten. Cannabinoide wie THC und CBD sind lipophiler Natur[5]. Das heißt, sie lösen sich in Fetten auf, was ihnen das Eindringen in die Haut erleichtert. Sie weisen in diesem Fall jedoch eine geringere Bioverfügbarkeit auf, insbesondere ohne Absorptionsverstärker, und gelangen nicht in den Blutkreislauf.

Kann Marihuana-Rauch durch die Haut oder über die Haare aufgenommen werden?

Was hat die Forschung über das Passivrauchen von Marihuana zu sagen?

In einem früheren Abschnitt haben wir die möglichen physiologischen und verhaltensbezogenen Wirkungen von passivem Marihuana-Rauch erörtert. In diesem Abschnitt werden wir untersuchen, wie sich die Exposition gegenüber Cannabisrauch auf einen Menschen biologisch auswirken kann und wie sich dies in den Probenanalysen zeigt.

In einer Studie[6] aus dem Jahr 2015 wurden insgesamt 26 Personen zur Teilnahme eingeladen. Acht waren Cannabiskonsumenten, die durchschnittlich 12 Jahre als Raucher hinter sich hatten. Eigenen Berichten zufolge konsumierten sie täglich etwa 1,5 Gramm Marihuana. Am anderen Ende des Spektrums standen 18 Nicht-Nutzer.

Alle Testpersonen befanden sich in einer improvisierten geschlossenen Raucherkammer und trugen Einweg-Papierkleidung. Sie sollten an drei experimentellen Rauchsessions teilnehmen, die jeweils eine Stunde dauerten. Später wurden Urin-, Blut- und Mundflüssigkeitsproben entnommen, von denen allerdings nur die Urinproben analysiert wurden.

In der Studie wurden zwei unterschiedliche Cannabissorten verwendet. Eine hatte mit 5,3% einen niedrigeren THC-Gehalt, während die zweite mit 11,3% eine viel höhere Wirksamkeit aufwies.

Die Gesamtergebnisse zeigten, dass bei "extremer Rauchexposition" in einem Drogentest Spuren von THC nachgewiesen werden können. Allerdings lagen diese Werte bei den niedrigsten Grenzwerten. Der Grenzwert bestimmt die Mindestkonzentration einer Substanz in Deiner Probe, bei der ein positives Ergebnis ausgelöst wird.

Werde ich einen Drogentest nach Marihuana-Passivrauch nicht bestehen?

Also, kann ein Drogentest Passivrauch nachweisen?

Im Großen und Ganzen: Nein! Spuren von THC in seinem Körper zu haben, bedeutet nicht unbedingt, dass ein Drogentest nicht bestanden wird. Wie im obigen Abschnitt erwähnt, werden in Drogentests bestimmte Grenzwerte zugrunde gelegt, anhand derer bestimmt wird, ob das Ergebnis positiv oder negativ ausfällt. Im Folgenden erklären wir diesen Umstand ausführlicher.

  • Blut- und Urin-Drogentests

Im Gegensatz zu Urintests, die auf der Basis von THC-Metaboliten testen, versuchen Bluttests, die normalerweise nur in Krankenhäusern durchgeführt werden, THC selbst zu erkennen. Urintests sind daher der Standard und weitaus häufiger.

In den USA beträgt der Grenzwert für THC im Urin 50ng/ml[7]. Bei den Nichtraucher-Probanden des erwähnten Experiments ergaben sich Konzentrationen von etwa 20ng/ml THC.

Ein ähnliches Experiment[8] wurde 2010 in den Niederlanden durchgeführt. Acht Freiwillige wurden in einem Coffeeshop drei Stunden lang Cannabisrauch ausgesetzt. Der höchste THC-Spiegel bei den Teilnehmern lag bei 7,8ng/ml. Diese Zahl lag damit unter dem damals geltenden Grenzwert von 25ng/ml.

Blut- und Urin-Drogentests

  • Speichel-Drogentest

Im Jahr 2004 wurde eine Studie[9] an fünf aktiven Marihuana-Rauchern durchgeführt. Diese wurden in einen Raum gebracht und angewiesen, Cannabis-Zigaretten mit einem niedrigen THC-Gehalt von 1,75% zu rauchen. Die Teilnehmer rauchten nur die ersten 20 Minuten, während das gesamte Experiment vier Stunden dauerte.

Selbst bei dieser längeren Exposition wies der ihnen danach abgenommene Speichel THC-Konzentrationen im Bereich von nur 3,6–26,4ng/ml auf. Wie man sieht, lagen diese Zahlen immer noch weit unter dem Grenzwert von 50ng/ml.

  • Haarfollikel-Drogentest

Wie bereits in einem früheren Abschnitt erwähnt, speichert dunkler gefärbtes Haar aufgrund des Melanins mehr THC als heller gefärbtes Haar. Aber reicht dies für einen nicht bestandenen Drogentest aus?

Nehmen wir diese Studie[10] mit zwei Experimenten aus dem Jahr 2015. Im ersten Experiment nahm ein einzelner Teilnehmer über einen Zeitraum von 30 Tagen täglich 50mg THCA-A ein. Trotz dieser hohen Werte betrug das in der Haaranalyse des Probanden gefundene THCA-A weniger als ein Gewichtsprozent.

Das zweite Experiment umfasste zwei Teilnehmer, die Dronabinol einnahmen, eine orale Form von THC-Medikamenten zur Behandlung von Appetitverlust. Die beiden Personen nahmen über einen Zeitraum von 30 Tagen drei 2,5mg-Kapseln pro Tag ein.

Das Ergebnis: Bei der Probenahme von Kopf-, Bart- und Körperhaaren wurde kein THC festgestellt.

Haarfollikel-Drogentest

Was tun, wenn Du Dir Sorgen um passiven Marihuana-Rauch machst?

Wir haben Dir mehrere Studien vorgestellt. Das generelle Fazit lautet, dass die Wahrscheinlichkeit, einen Drogentest nicht zu bestehen, weil man als Passivraucher Weed eingeatmet hat, gering ist.

Falls Du Dir dennoch Sorgen machst, kannst Du Folgendes tun:

  • Bleib weg: Wenn Du zu einer Party eingeladen bist und genau weißt, dass es Cannabis gibt, sag einfach nein.
  • Trinke viel Wasser: Spüle Deinen Körper etwa 24–48 Stunden vor dem Test mit Wasser. Die Idee dahinter ist, die Spurenmengen von THC in Deinem Urin zu verdünnen.
  • Nimm etwas Zink ein: Zink hilft, die Nachweisbarkeit von THC[11] im eigenen Körper für die folgenden 12–18 Stunden zu reduzieren. Zinkpräparate findest Du in Deiner örtlichen Apotheke.

Hoffentlich hat Dir dieser Artikel die Sicherheit gegeben, die Du gesucht hast!

External Resources:
  1. One Minute of Marijuana Secondhand Smoke Exposure Substantially Impairs Vascular Endothelial Function https://www.ahajournals.org
  2. Non-Smoker Exposure to Secondhand Cannabis Smoke https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  3. Practical Aspects of Drug Testing in Human Hair https://www.samhsa.gov
  4. FAA Medical Certification & Drug Testing https://www.leftseat.com
  5. Absorption – A Complete Guide https://www.cannify.us
  6. Non-Smoker Exposure to Secondhand Cannabis Smoke https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  7. Cutoff levels for drugs and drug metabolites https://www.nrc.gov
  8. Concentrations of delta9-tetrahydrocannabinol and 11-nor-9-carboxytetrahydrocannabinol in blood and urine after passive exposure to Cannabis smoke in a coffee shop https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  9. Passive cannabis smoke exposure and oral fluid testing https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  10. Finding cannabinoids in hair does not prove cannabis consumption https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  11. Zinc reduces the detection of cocaine, methamphetamine, and THC by ELISA urine testing https://www.ncbi.nlm.nih.gov
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