Unter den Augen der ganzen Welt hat Spanien es endlich eingeführt. Am 28. Juni 2017 hat das katalanische Parlament abgestimmt. Cannabis Clubs und ihre Lieferkette - bei der Zucht beginnend - werden von jetzt an auf regionaler Basis reguliert.

Das kann nur eine Sache bedeuten. Die Cannabis-Club-Szene wird nicht nur in Barcelona gedeihen, sondern auch in anderen Gebieten. In anderen Worten gilt diese Entscheidung nicht nur lokal, sondern es beschreibt eine solide wachsende Bewegung in ganz Spanien. Dadurch werden auch die Konversationen über eine umfassende Legalisierung in Europa wieder entfacht.

Auch die Fortschritte in Deutschland und der Schweiz sind sehr gute Neuigkeiten für die LegalisierungsanhängerInnen weltweit.

Global gesehen ist es ein Beweis, dass sich der soziale Aspekt des Cannabis weiterhin in neuen Formen entwickeln wird. Bis jetzt war dies nur in Amsterdam der Fall. Clubs, Cafés und andere Orte, in denen Cannabis mit Freunden in der Öffentlichkeit konsumiert werden kann, sind immer noch ein zentraler Punkt in der Diskussion über Legalisierung. Die Legalisierung der Lieferkette, wie diese Reform es vorschreibt, legitimiert zum ersten Mal andere Teile dieser Industrie. Katalonien hat dieses Thema gerade einen großen Schritt nach vorne gebracht.

Und jetzt?

"BOULDER" IM BALEAREN-MEER?

Barcelona, die Hauptstadt Kataloniens, entwickelt sich immer weiter. Europäer können sich von nun an von den Amerikanern unterscheiden - oder auch nicht. Die Wahl ist nun gegeben.

Die Cannabis-Clubs-Diskussionen wurden manchmal etwas hitzig. Tatsächlich waren in erster Linie eher lokale Aktivisten unterwegs und sammelten genug Unterschriften, um die Grauzonen und die Polizeirazzien loszuwerden und so eine Reform zum Thema Cannabis zu erzwingen. Nur 50.000 Unterschriften wurden benötigt - das stellte kein Problem für die Mitglieder des Verbraucherverbands La Rosa Verda dar.

Ähnlich wie Colorado, ist diese Gegend Spaniens für seine Unabhängigkeit und seine kreative Art der Problemlösungen bekannt. Anders als Boulder oder Denver in Colorado, muss man damit rechnen, dass die Dinge sich hier ein wenig anders entwickeln.

Cannabis-Indoor-Anbau

WARUM?

Diese Bewegung gibt der lokalen Cannabis-Industrie einen enormen Schub und leitet somit eine Diskussion innerhalb Spaniens und in anderen europäischen Ländern ein. Zentralthemen werden vor allem die Regulierung von Cannabis als Medizin und als Genussmittel sein.

Im Grunde genommen spielt das neue Gesetz die Rolle eines kleinen Puzzle- Stücks, das die ganze Diskussion in einen anderen Bereich bewegt.

Fürs Erste etabliert und legitimiert das Gesetz die spanischen ZüchterInnen, LieferantInnen, sowie die ClubbetreiberInnen in stärkerem Maße. Das bedeutet, dass zum ersten Mal die Marihuana Farms, Clubs, Shops und andere in den Lieferketten sich richtig etablieren und ihren Kundenstamm erweitern können.

Dies schafft zudem einen neue Art Markt. Es bleibt allerdings abzuwarten, wie beliebt die Idee von amerikanischen oder kanadischen Importen hier sein wird. Ob Katalonien die Erlaubnis bekommt, mehr als das medizinische Cannabis zu legalisieren, bleibt noch offen.

Ausländische Kapitalinvestition, hauptsächlich amerikanisches Kapital, sind erfreulich. Allerdings bedeutet das nicht, dass Investitionen in diesen Markt momentan total sicher sind. Sie sind jetzt aber viel sicherer als vorher. Nimm Dir den U.S.-Dollar-Zufluss als Beispiel. Rechne damit, dass auch britische Expats mitmischen werden.

Dies ist ein sehr verlockender Sirenengesang. Die Chancen stehen gut, dass sich diese Sirene einmal in einen himmlischen Canna-Chor verwandelt. Nichtsdestotrotz bleibt noch ein großes Risiko hinsichtlich des Gewährleistungsausschlusses bestehen.

ES BLEIBT IMMER NOCH NUR EINE REGIONALE VERÄNDERUNG

Diese Entwicklung wird die Konversation nicht unbedingt hier und anderswo über Nacht neu entfachen.
Warum?

Es ist keine Reform auf Bundesebene. Dieses Gesetz entspricht der Reform in den Vereinigten Staaten. Zum Beispiel können hierbei ZüchterInnen an deutschen Märkten nicht teilnehmen. Sie werden auf Bundesebene nicht anerkannt. Somit fallen sie aus den UN-Mandaten. Deshalb kann es passieren, dass Katalonien aufgrund dieses neuen Gesetzes vom spanischen Parlament oder vom Staatsgerichtshof angefochten wird.

Die Legalisierung spielt vor allem im Moment eine ganz wichtige, regionale Rolle. In naher Zukunft wird es wohl eher Positives zu berichten geben.

DIE BESONDERHEITEN

Man sollte kein "alles-für-alle" erwarten. Die Behörden versuchen einen guten Weg für die Wirtschaft, als auch für die Wissenschaft zu finden. Nicht zu vergessen, die internationalen Regelungen und Vorschriften. Jeder Club darf nicht mehr als 150kg trockenes Cannabis pro Jahr züchten. Ein Agronom muss eine Compliance unterschreiben. Die Zukunft der Clubs hängt in hohem Maße davon ab, ob diese Standards eingehalten werden. Dies beginnt bei registrierten Kurieren, die nicht-öffentliche Verkehrsmittel nutzen, um das Cannabis vom Zuchthaus in einen Club zu transportieren.

Die neue Regelung beabsichtigt keine Förderung des Cannatourismus, was wiederum nicht bedeuten soll, dass dieser nicht auftreten wird. Es liegt zwischen dem Beitritt eines Clubs und der Teilhabe an der Cannabisernte eine Wartezeit von 15 Tagen vor. Das verhindert natürlich nicht, dass Personen sich registrieren, bevor sie ankommen.

Katalonien ist eher auf seine eigenen EinwohnernInnen fokussiert. Kurzzeittouristen sind nach wie vor auf sich selbst gstellt.

Cannabis schneiden

DIE SCHWEIZER CANNA-CHOCO REFORM

Die Schweiz arbeitet gerade fleißig an einem interessantem Experiment. Die Absicht, jede Pflanze mit 1% THC zu regulieren und zu besteuern hat Feuer gefangen. In der Schweiz, aber auch in anderen Ländern.

Es wird auch bestimmt interessant sein, was es nächstes Jahr zu beobachten gibt. Die Vorgänge in Katalonien kann man nicht mit jenen in der Schweiz vergleichen, aber die Entwicklung in Richtung Cannabis als besteuerbares Gut ist offensichtlich.

Alle profitieren von diesen Steuereinnahmen. Viele von ihnen haben genug von den ganzen "Narco-Terror-Diskussionen". Die Legalisierung ist die einfachste Methode, zwei Fliegen mit einer Klatsche zu fangen, ganz egal, was Deine persönliche Meinung zu Cannabis sein mag.

WAS KOMMT ALS NÄCHSTES?

Es gibt ein paar offensichtliche nächste Schritte.

Der Erste ist, dass die ganze Industrie um die Cannabisclubs Kataloniens sich weiter professionalisieren wird. Im Moment liegt der Schwerpunkt oft auf einem Non-Profit-Modell. Wie sich das mit dem amerikanischen Expat-Geld verändern wird, weiß niemand so genau. Auf alle Fälle wird sich diese Szene unvermeidbar ein bisschen professionalisieren und auf das Wesentliche konzentrieren müssen, um zu florieren. Die Steuereinnahmen stehen auf dem Spiel.
Der Erfolg des katalanischen Experiments wird ohne Zweifel in ganz Spanien expandieren, bevor nationale gesetzgeberische Maßnahmen dies konsolidieren.

Es wird auch als konkreter Sieg für Reformaktivisten in der ganzen EU dienen. Dieses Modell ist genau das, was deutsche Reformer seit einer langen Zeit versuchen einzuführen. Die Bürgermeister aus verschiedenen deutschen Städten, einschließlich Berlin, haben alle dasselbe Modell vorgeschlagen. Momentan wird in Bremen, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und in noch einigen anderen deutschen Städten die Diskussion geführt, wie es nicht nur mit Reformen über medizinischem Cannabis weitergehen wird, sondern auch mit Cannabis als Genussmittel.

Diese Entwicklung in Spanien treibt die Diskussion voran. Noch besser: Sie verheißt Gutes für sowohl Patienten als auch die Legalisierungsdebatte insgesamt.

WIE BEKOMME ICH EINEN SPANISCHEN POT-JOB FÜR DIESEN SOMMER?

Stellt Euch schon einmal hinten an, denn diese Gesetzesänderung in Barcelona zieht viele Studenten aus ganz Europa an, als ob es nicht schon genug Gründe gäbe, dorthin zu fahren. Eine der interessanten Dinge über die katalanische Reform ist ihre Gestaltung. Das bedeutet, dass die lokalen EinwohnerInnen über 21 bessere Chancen haben einen Pot-Job zu ergattern als Du.

Das heißt aber nicht, dass Du es nicht versuchen solltest. Die Cannabis-Club-Szene wird sich sicherlich nicht nur in Barcelona verändern, sondern dank dem neuen Gesetz auch in mehreren anderen Gebieten in Spanien. Vielleicht aber auf andere Art und Weise als in den bereits bestehenden Reform-Hotspots.

In anderen Worten, wenn Du in Barcelona keinen Job bekommst, werden sich trotzdem noch viele andere Möglichkeiten bieten.

 

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