Deutschland hat in den letzten Jahren einige entscheidende Schritte zur Legalisierung von Cannabis unternommen. Von der Erlaubnis, die die ersten Deutschen erhielten, ihr Gras zu Hause anzubauen, bis hin zur neuen Drogenpolitik der Grünen scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis sich die Schleusen für das Kraut öffnen.

Die Rückkehr der International Cannabis Business Conference (ICBC) wird das Feuer sicherlich noch mehr anheizen und dazu beitragen, die Dynamik aufrechtzuerhalten. Die Tagung, auch bekannt als "die führende Cannabis-Networking-Veranstaltung des Planeten Erde", dreht sich um ein Thema, das jede Regierung der Welt am meisten schätzt: die Wirtschaft.

Die Legalisierung von Cannabis hilft nicht nur medizinischen Patienten und schenkt Freizeitkonsumenten Freiheit, sondern übt auch immer wieder eine anabole Wirkung auf die Wirtschaft aus. Nehmen wir zum Beispiel den Bundesstaat Colorado, der 2019 enorme 302 Millionen US-Dollar an Steuern aus dem Verkauf von medizinischem und Freizeit-Cannabis einnahm.

Wie sieht also die Zukunft der Cannabis-Legalisierung in Deutschland genau aus? Und wie ist man an diesen Punkt gekommen?

Die ICBC kommt nach Berlin

Die unvermeidlichen wirtschaftlichen Auswirkungen der Cannabis-Legalisierung bedeuten, dass Unternehmen bereit sind, jede sich bietende Gelegenheit zu zu nutzen. Im Moment schlagen viele Unternehmen, sowohl große als auch mittelständische, aber Wellen im Hanf- und CBD-Bereich.

Die ICBC wird im August 2021 nach Berlin zurückkehren und als Hotspot für das Networking in der Cannabis-Geschäftswelt dienen. Die Veranstaltung bringt politische Entscheidungsträger, Investoren, Unternehmer, Extraktexperten, Hersteller von Edibles und viele andere mehr zusammen.

Aber abgesehen von der monetären Seite bietet die Veranstaltung auch tiefgreifende pädagogische Einblicke: 2019 zum Beispiel sprach dort Raphael Mechoulam – der Mann, der THC entdeckte.

In diesem Jahr startet die ICBC im Vienna House Andel’s Berlin, bevor sie später im Jahr in andere europäische Länder aufbricht. Wirf nun einen Blick auf die beiden wichtigsten Veranstaltungen im August 2021.

Die ICBC kommt nach Berlin
Raphael Mechoulam / Source: ICBC

  • Global Investment Forum

Das ICBC Global Investment Forum findet am 25. August 2021 statt. Diese Veranstaltung soll das Wachstum der Cannabisbranche fördern und dient als leistungsstarkes Netzwerk, das Cannabisunternehmer mit Investoren zusammenbringt.

In diesem Jahr, in dem die Welt sich von der Pandemie erholt, sind auf der Veranstaltung maximal 200 Personen zugelassen. Das Programm der Tagung umfasst folgende Reden:

  • Überblick über den deutschen Markt: Ein Panel erfolgreicher deutscher Cannabisunternehmer diskutiert die Faktoren, die das Marktwachstum dominieren werden und erläutern, wie der Markt sich in den nächsten fünf Jahren verändern könnte.
  • Die Wahrheit aus den Gräben der Branche: Ein Leitfaden, der Unternehmern hilft, sich auf dem Markt zurechtzufinden und ihr Geschäft zu entwickeln
  • Regulation: Erfahre, wie man in der Branche innerhalb des regulatorischen Rahmens operiert
  • Erfolgreiche Investoren: Erfahre von bahnbrechenden Investoren mehr über Anreize, die dazu beitragen, Cannabisprojekte voranzutreiben
  • Verkaufspräsentationen: Eine Vielzahl von Unternehmen wird versuchen, ihre einzigartigen Ideen zu verkaufen

  • B2B-Messe

Die ICBC B2B Trade Show findet ebenfalls im Vienna House Andel’s Berlin statt. Dieses erstklassige Networking-Event wird vom 26. bis 27. August stattfinden und dient als Plattform für Führungskräfte, Unternehmer und politische Entscheidungsträger aus über 60 Ländern.

Die B2B-Messe bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Ideen, Produkte und ihre Marke potenziellen Investoren und anderen Akteuren der Geschäftswelt zu präsentieren. Neben der Einbindung von Cannabisunternehmern in ein wertvolles Netzwerk wird die Messe auch eine Reihe interessanter Reden bieten, darunter:

  • Aktualisierung der Vorschriften für medizinisches Cannabis in Deutschland und Europa
  • Zustand des deutschen Cannabismarktes
  • Fokus auf die Cannabis-Apotheke
  • Vertrieb, Import und Verkauf in Deutschland
  • Updates über die europäische CBD-Branche und -Richtlinie
  • Zum Verständnis von Novel Food
  • Updates über die Vorschriften für medizinisches Cannabis in Deutschland und Europa
  • Über internationale Geschäfte
  • Schwellenländer
  • Aufklärung über medizinisches Cannabis
  • Der Weg zur Legalisierung
  • Cannabistechnologie
  • Marketing und Medien

B2B-Messe
Source: ICBC

Cannabislegalisierung: Gemischte Gefühle in Deutschland

Was Cannabis angeht, passiert in Deutschland in der Geschäftswelt viel. Obwohl die CBD- und Hanfmärkte boomen, bekommt man bei Veranstaltungen wie der ICBC das Gefühl einer komprimierten Feder. Wenn Deutschland den Abzug drückt, um Cannabis vollständig zu legalisieren, wird es diesen Frühling sicherlich explodieren und viele wirtschaftliche Nutzen werden folgen.

Deutschland hat jedoch bereits einige wichtige Schritte zur Legalisierung von Cannabis unternommen. Bevor wir auf einige dieser interessanten Entwicklungen eingehen, wollen wir uns einmal genauer ansehen, was die Deutschen darüber denken.

Etwa 4 Millionen Bundesbürger konsumieren derzeit Cannabis. Aber nicht alle sind sich einig, dass die Nation Gras legalisieren sollte.

Laut einer Umfrage des deutschen Forschungsinstituts Civey glauben rund 43% der Deutschen, dass Cannabis nur für medizinische Zwecke legal sein sollte. Im Gegensatz dazu stimmen rund 36% der Befragten zu, dass Cannabis legalisiert, besteuert und reguliert werden sollte. Trotz der weltweiten Legalisierungsbewegung glauben 12%, dass Cannabis im Land illegal bleiben sollte.

Aktuelle Gesetze

Cannabis bleibt in Deutschland illegal. Das Kraut fällt unter die Klassifizierung eines Anhang-III-Medikaments im deutschen Betäubungsmittelgesetz.

  • Besitz

Der Besitz verbotener Drogen, einschließlich Cannabis, ist in Deutschland illegal. Für schuldig befundene Personen können mit einer Geldstrafe von bis zu 25 000 EUR und bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft werden. Allerdings gibt es einige Gesetzeslücken.

In Paragraph 31 des 1992 reformierten Betäubungsmittelgesetzes heißt es, dass Personen, die eine "kleine Menge" Cannabis besitzen, eine strafrechtliche Verfolgung vermeiden können. Aber diese vage Formulierung wird von Bundestaat zu Bundesstaat unterschiedlich interpretiert. Bayern und Sachsen tolerieren beispielsweise Mengen bis 6 Gramm, während Berlin bis zu 15 Gramm erlaubt.

  • Anbau

Der Cannabisanbau ist in Deutschland nach wie vor illegal. Obwohl Tausende von Growern ihrem Hobby im Geheimen nachgehen, kann dies im schlimmsten Fall zu einer maximalen Gefängnisstrafe von 15 Jahren führen.

  • Medizinisches Cannabis

Medizinisches Cannabis wurde im März 2017 in Deutschland legalisiert. Jeder Arzt im Land kann Medikamente auf Cannabisbasis verschreiben[1], zu denen Cannabisblüten, Extrakte und einzelne Cannabinoide gehöre. Zu diesen Produkten gehört Sativex, eine Mischung aus THC und CBD, die zur Behandlung von Spastiken verwendet wird, die im Zusammenhang mit Multipler Sklerose stehen.

Medizinisches Cannabis

Vielversprechende Entwicklungen

Nach derzeitigem Stand der Dinge betrachtet der deutsche Gesetzgeber Cannabis als nicht verkehrsfähiges Betäubungsmittel. Der Anbau unterliegt strenger Genehmigung. Die deutsche Regierung hat 2019 drei Unternehmen – zwei kanadischen und einem deutschen – Anbaulizenzen erteilt. Gemeinsam erhielten sie die Möglichkeit, über einen Zeitraum von vier Jahren über 10 000kg zu produzieren.

Lizenzierte Züchter geben ihre Ernte an die Cannabisagentur weiter, die sie dann an Großhändler, Apotheken und andere Arzneimittelhersteller weiterverkauft.

Allerdings sorgte 2012 ein Gerichtsverfahren in dieser Matrix für eine Panne. Damals erließ das Bundesverwaltungsgericht in Münster ein Urteil, das schwerkranken Menschen in Deutschland den Anbau von Cannabis zu Hause erlaubte.

Das Gericht stellte aber auch fest, dass Anträge auf persönlichen Anbau nur dann akzeptabel sind, wenn den Patienten eine bezahlbare Behandlungsmöglichkeit fehlt. Entsprechende Anträge werden meist abgelehnt, wenn eine Krankenversicherung die Kosten für Medikamente auf Cannabisbasis wie Dronabinol übernimmt.

Ein Schlagloch auf der Straße

Obwohl das Gerichtsurteil von 2012 wie ein Schritt in die richtige Richtung aussah, hat sich seit der medizinischen Legalisierung im Jahr 2017 nicht viel geändert. Einen Hoffnungsschimmer gab es im Jahr 2020, als die deutsche Regierung über einen Gesetzentwurf zur Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken abstimmte.

Dieser Reformversuch scheiterte jedoch. Obwohl der Gesetzentwurf einen streng kontrollierten Cannabismarkt für Erwachsene forderte, stimmte die große Mehrheit der Abgeordneten im Bundestag gegen die Änderungen.

Die Grünen unterstützen das Grüne

Trotz der Enttäuschung im Jahr 2020 haben die Grünen die Bemühungen um die Legalisierung von Cannabis in Deutschland neu entfacht. Annalena Baerbock wurde am 19. April zur grünen Kanzlerkandidatin gewählt.

Einen Tag später kündigten die Grünen (interessanterweise gerade am 20.04.!) eine Kampagne zur Cannabisreform an. Die neue grüne Drogenpolitik will den Zugang deutscher Bürger zu Cannabis verändern. Es geht darum, das Selbstbestimmungsrecht der Menschen zu schützen und gleichzeitig gesundheitliche Risiken zu reduzieren.

Insgesamt wird es die Richtlinie Erwachsenen ermöglichen, bis zu 30 Gramm Cannabis zu kaufen und zu besitzen oder drei Pflanzen für den persönlichen Gebrauch anzubauen. Sollte sie umgesetzt werden, würde diese Richtlinie einen großen Fortschritt für legales Cannabis im Land bedeuten. Viele Unternehmen, auch solche, die häufig auf der ICBC erscheinen, werden diese liberalen Veränderungen sicherlich begrüßen.

External Resources:
  1. Medical cannabis policy and practice in Germany https://www.healtheuropa.eu
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