Stell Dir vor, Dein Job ist es, getroffen zu werden. Du wirst wohl versuchen werden, das zu vermeiden. Aber jedesmal, wenn Du Deine Arbeitskleidung anziehst, wirst Du dafür bezahlt es hinzunehmen. Dein Job ist es, Deinen Körper bis an die Grenzen zu treiben. Du musst auch anderen im Weg stehen, die versuchen Dich zu stoppen.

Dies ist das Leben vieler professioneller Sportler. In der American National Football League ist dies allerdings die prägende Erfahrung. Trotz jahrzehntelangem Widerstand scheinen sich diese Dinge allmählich zu lösen.

Die vielen Statistiken sind schockierend. Das vielleicht schockierendste ist: Profi-Footballspieler greifen viermal wahrscheinlicher auf Opioide zurück, als die restliche Bevölkerung.

Anders gesagt, es gibt wenige Personengruppen, die anfälliger für Schmerzen, Drogenmissbrauch und Überdosierung sind. Die Linie, die diese Sportler von Junkies in heruntergekommenen Gegenden trennt, ist äußerst schmal.

Roger Goodwell League Commissioner

DIE NFL MACHT SICH FÜR EINE NEUE OFFENSIVE BEREIT

Es gab null Chancen, dass die NFL jemals von der Legalisierung kaltgestellt würde. Doch sogar die NFL weiß, dass sie mit der Zeit gehen muss. Im frühen Mai hat die Verbandsführung einen bahnbrechenden Ansatz hinsichtlich Cannabis angekündigt.

Gezwungenermaßen. Sie wurden bereits dazu gedrängt, die medizinische Nutzung in Betracht zu ziehen. Nun bereiten sie einen Vorschlag vor, der die Drogenrichtlinien des Sports in Bezug auf den Freizeitkonsum "weniger strafend" werden lassen soll.

Dies zog natürlich die Aufmerksamkeit des aktuellen League Commissioners Roger Goodell auf sich. Ein entschiedener Gegner der Verwendung des Arzneimittels im Sport ist nun gewillt zuzuhören.

"Bislang haben sie nicht gesagt, dass dies eine Veränderung sei, die ihrer Meinung nach vollzogen werden soll, weil sie im besten Interesse der Gesundheit und Sicherheit unserer Spieler steht", sagte er. "Sagen sie dies, werden wir es mit Sicherheit in Betracht ziehen."

Die Frage ist natürlich, vor allem in Bezug auf Football, die Folgende: Gibt es wirklich so etwas wie einen "Freizeitkonsum" von Cannabis? Es handelt sich hier um Personen, die immer wieder Angriffe und Schläge von anderen muskulösen Männern schlucken müssen. Überwältigende, chronische Schmerzen sind eine Art der Lebensführung. Gleiches gilt für die Suche nach Methoden, diese im Profisport zu bewältigen oder sogar zu überwinden.

Die Drogenpolitik der NFL ist also etwas, das im Gegensatz zur Realität steht. Die NFL veröffentlicht die Ergebnisse ihrer Drogentests nicht. Außerdem werden Spieler, die einen sauberen Gesundheitspass und noch nie gegen die Regeln der Liga verstoßen haben, nur einmal im Jahr getestet. Dieser Test wird während der Trainingssaison im Frühling durchgeführt. Aus diesem Grund ist es also sehr einfach, den Test zu umgehen oder sogar zu betrügen. Alle, auch die Spieler, wissen das.

Das andere Problem ist natürlich die Politik der NFL selbst. Die bisherige "Anti-Gras"-Haltung der Liga ist nicht nur die der Ligaeigentümer, sie ist Teil des gemeinsamen Tarifabschlusses, der mit den Spielern ausgehandelt wurde. Das bedeutet, dass, wenn die Spieler sich gegen die Richtlinien stellen, die Liga sich dem beugen werden muss. Es ist zwar äußerst unwahrscheinlich, dass die NFL ihre Anti-Gras-Richtlinien über Nacht aufgeben wird, aber es hat sich eine neue Möglichkeit aufgetan.

Der aktuelle Tarifvertrag endet 2020. Also genau zu dem Zeitpunkt, zu dem die bundesweite Diskussion über die Legalisierung von Marihuana zum Wahlkampfthema für die nächste Präsidentenwahl werden wird. Wer zu diesem Zeitpunkt auch im Weißen Haus sein wird, wird sich zur bundesweiten Legalisierung äußern müssen. Die Mehrheit der Bundesstaaten hat eine medizinische Reform bereits umgesetzt. Es wird keinen Platz mehr für Debatten geben. An diesem Punkt wird die NFL dann einfach folgen anstatt anzuführen.

Das ist auf keiner Ebene in den USA ein Geheimnis. Was momentan Cannabis im Allgemeinen anbelangt, färbt sich die Grundstimmung gerade hellgrün. Ein Beispiel dafür ist Jerry Jones, der Eigentümer der Dallas Cowboys. Bei einem jüngsten Treffen der Eigentümer der NFL schlug er vor, das die Liga ihr Verbot von Marihuana insgesamt aufgeben sollte.

Auf diesen Zug sprang ein ehemaliger Spieler auf, der nun eigene Anfechtungen äußerte. Da wir es hier mit einem professionellen Footballspieler zu tun haben, kann er seinen Forderungen finanziell Rückendeckung geben.

Jerry Jones Eigentümer der Dallas Cowboys

DER FALL EUGENE MONROE

Eugene Monroe ist ein ziemlich typischer Fall. Er ist nur 30 Jahre alt. Trotzdem hat er letztes Jahr öffentlich Stellung genommen, was die medizinische Verwendung des Arzneimittels betrifft. Dafür hat er einen hohen Preis bezahlt. Im Team war er ein Star im offensiven Angriff. Außerdem war er in der Mannschaft mit den meisten Fehlzeiten der bestbezahlten Spieler. Nach einer Operation beschloss er, sich für die medizinische Verwendung von Cannabis einzusetzen. Die Konsequenzen ließen nicht lange auf sich warten. Sein Vertrag mit den Baltimore Ravens wurde aufgelöst.

Außerdem setzte er eine Diskussion in Gang, die nun schließlich ganz woanders angekommen zu sein scheint. Der Grund? Die Einstellung im Land zu Gras hat sich gewandelt. Außerdem ist seine Geschichte eine, die viele Amerikaner nachvollziehen können.

Darüber hinaus können sie die Angst vor einem Drogentest instinktiv nachvollziehen. Selbst wenn man "nur" CBD-Cannabis nutzt. Die Vorstellung, seinen hochbezahlten Job zu verlieren, weil man anstatt von (legalen) verschreibungspflichtigen Opioiden lieber CBD konsumiert hat, schwebt zudem noch in den Köpfen vieler.

"Ich muss es irgendwie bewältigen. Die Bewältigung mit Pillen hat mich langsam umgebracht", erzählte Monroe der Washington Post. "Nun kann ich funktionieren und extrem effizient sein, weil ich herausgefunden habe, wie ich die verschiedenen Rezepturen von Cannabis am besten einsetze."

Eugene Monroe

WAS KOMMT ALS NÄCHSTES?

Bei ausreichender öffentlicher Beachtung der medizinischen Verwendung, wird Monroe wahrscheinlich einen Platz in der aufkeimenden medizinischen, wenn nicht sogar den Sportbereich betreffenden Cannabisindustrie finden. Außerdem hat er der Cannabisforschung dieses Jahr fast $100.000 gespendet. Die Empfänger? Die John Hopkins University und die University of Pennsylvania - zwei der herausragenden Forschungszentren der Ostküste.

Auch wenn es unglaublich erscheint, dass es solange gedauert hat, an diese Stelle der Diskussion zu gelangen, kann man es trotzdem als Erfolg verbuchen. Die Verwendung von Cannabis im Profisport (neben anderen Medikamenten) scheint eine neue Richtung einzuschlagen. Die Forschung in der Sportmedizin für eine insgesamt verbesserte allgemeine Gesundheit beginnt allmählich den Wert von Cannabinoiden für das Gesundheitswesen zu verstehen.

Verfechter von Ausdauersport, inklusive Läufer, fangen an, öffentlich über die Verwendung von Cannabis zu sprechen. Es schien unausweichlich, dass früher oder später ein Spieler wie Monroe aus der NFL kommen würde.

Viel Scheinheiligkeit in Bezug auf "Drogenkonsum" ist die Folge des Krieges gegen die Drogen. Verschreibungspflichtige Opioide und Alkohol gehören zu Amerikas größten Problemen. Cannabis ist vielleicht kein Allheilmittel. Allerdings müssen nun selbst die hartnäckigsten Gegner von Cannabis einer Tatsache ins Auge sehen. Die gängige Meinung, Wissenschaft und öffentliche Ordnung befinden sich im Wandel. Sie werden, wenn auch langsam, dem Folge leisten müssen.

 

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