Früh im Jahr 2017 spitzten Cannabis-Begeisterte auf der ganzen Welt die Ohren über eine wichtige Ankündigung der medizinische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel in Großbritannien (MHRA). Die Behörde erachtet Cannabidiol (CBD) nun als Arzneimittel und wird es als solches offiziell neu klassifizieren. Diese beispiellose Entscheidung stellt einen bittersüßen Wendepunkt im Vereinigten Königreich dar. Obgleich Cannabinoide nun endlich als medizinisch nützlich anerkannt werden, sehen sich aktuelle Patienten dem Risiko ausgesetzt, den Zugriff auf die CBD-Produkte zu verlieren, auf die sie mittlerweile vertrauen.

WAS NUN?

Der Wandel signalisiert eine Restrukturierung der Herstellungspraxis von CBD, da eine stärkere Aufsicht durch Regulierungsbehörden notwendig wird. Diese Maßnahmen werden ergriffen, um zu gewährleisten, dass die in den The Human Medicines Regulations 2012 aufgeführten Regulierungen eingehalten werden. Das selbsternannte wesentliche Anliegen in der richtungsweisenden Stellungnahme der MHRA ist die Verbesserung der Sicherheit der Patienten durch die Förderung konsistenter und transparenter Herstellungspraktiken und Marketingverfahren für CBD.

CBD: EIN ÜBERBLICK

Cannabidiol ist das am zweithäufigsten vorkommende Cannabinoid in Cannabis sativa L., der Gattung und Art von nicht psychoaktiven und auch psychoaktiver Cannabissorten. CBD wird von den Trichome genannten Harzdrüsen abgesondert und kommt je nach Sorte in unterschiedlich hohen Konzentrationen vor. Dieses Cannabinoid ist bekannt dafür in Verbindung mit THC eine synergistische Wirkung zu entfalten und die Nebenwirkungen psychotroper Reaktionen zu mildern. CBD wird oft als das Cannabinoid mit dem höchsten medizinischen Potential bezeichnet und es sorgt unter Wissenschaftlern immer wieder für Erstaunen.

Neben dem Potential als Anwendung bei körperlichen Leiden wie Entzündungen und chronischen Schmerzen, erweist sich CBD als ein vielversprechender Inhaltsstoff von Medikamenten für die Behandlung von Angststörungen und anderen Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit. Diese Beispiele spiegeln nur ein paar wenige Erkenntnisse aus Vorstudien zu CBD an Tieren, aber auch Menschen als Probanden wieder.

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KOMMEN WIR ZUR SACHE

In Anbetracht des historischen Mangels an Cannabis-Regulierungen in Großbritannien, kam die Entscheidung der MHRA, CBD als Arzneimittel zu klassifizieren, ziemlich überraschend. Es gibt zwei Gründe hierfür: In erster Linie als Reaktion auf die besorgniserregende Tendenz von immer mehr vollmundigen medizinischen Versprechen vieler rücksichtsloser CBD-Hersteller in Bezug auf ihre Produkte. Allerdings erkennt die MHRA nun endlich auch das legitime Potential von CBD für die menschliche Gesundheit an, das seit Jahren durch wissenschaftliche Erkenntnisse belegt wird.

Nun verlangt die MHRA, dass alle lizenzierten medizinischen Produkte den "Sicherheits-, Qualitäts- und Wirksamkeits-" Standards entsprechen, um die Gesundheit der Konsumenten zu gewährleisten. Obgleich dies eine wirksame Maßnahme darstellt, um unverantwortliche Produzenten vom Verkauf von irreführenden Produkten abzuhalten, werden auch seriöse Hersteller dem Risiko ausgesetzt, ihr Geschäft aufgeben zu müssen.

EIN TEURER WANDEL

Die neuen, durch die Reklassifizierung entstandenen Bestimmungen führten dazu, dass 18 CBD-Firmen im ganzen Land Post von der MHRA erhielten und gezwungen wurden, ihren Betrieb sofort einzustellen. Von nun an muss sich eine Firma um eine Lizenz oder "Marktzulassung" bewerben, wenn sie medizinische CBD-Produkte produzieren möchte. Dies ist mit einer Gebühr von kolossalen £103.000 verbunden, um die neuen medizinischen Qualitätsmandate zu erfüllen.

Die MHRA wird einige wenige Ausnahmen zur Einholung dieser Genehmigung ermöglichen, die auf patientenspezifischer Basis abgewickelt werden. Darüber hinaus ist es Herstellern untersagt, nicht lizenzierte Produkte zu bewerben, auch nicht wenn sie unter die Ausnahmeregelung fallen.

Unter strengeren Richtlinien wird die von der MHRA ermittelte medizinische Wirksamkeit von CBD vermutlich vorerst nur ein enger gefasstes Anwendungsgebiet aufweisen. Bislang gibt sich die Behörde schmallippig hinsichtlich der Frage, für welche Behandlung sie CBD als am wirksamsten erachtet. Allerdings hat sie eine allgemeine Erklärung veröffentlicht, die Erkenntnisse offenlegt, dass CBD bei Menschen eine "wiederherstellende, korrigierende und modifizierende" Wirkung auf "physiologische Funktionen" hat.

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Als erheblicher Mangel dieses neuen Mandats wird das Fehlen von Übergangsverordnungen kritisiert, die es Konsumenten ermöglichen würden, CBD-Produkte weiterhin mühelos zu bestellen. Einerseits räumt die MHRA also das medizinische Potential von CBD ein, unterbewertet aber andererseits CBD-Patienten, indem sie ihre Zugriffsmöglichkeiten auf CBD ohne große Vorwarnung einschränken.

Es dauert bestimmt eine ganze Weile, bis all die mit dieser Überarbeitung verbundenen Probleme aus dem Weg geräumt werden, vor allem da bei allen CBD-Arzneimitteln klinische und Herstellungs-Tests vorgenommen werden sollen. Manche Patienten machen sich Sorgen hinsichtlich der Dauer der Wartezeit, bis sie die neu regulierten Arzneimittel wieder bestellen können. Im Falle von Patienten, die CBD bei schweren gesundheitlichen Leiden wie dem Dravet-Syndrom nutzen, kann der fehlende Zugang zu CBD extrem schädliche Auswirkungen haben.

VOR- & NACHTEILE

Es gibt einen Widerstand gegen die Möglichkeit, dass größere Organisationen die CBD-Preise steigen lassen könnten und Patienten mit geringeren Einkommen so der Zugang zu Produkten erschwert würde. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde CBD in Großbritannien als Nahrungsergänzungsmittel klassifiziert, so lange es keine psychoaktiven Cannabinoide enthielt. Unter dieser limitierten Kategorisierung gab es weniger Aufsicht, aber auch einen zügellosen Mangel an Qualitätssicherung. Mit den neuen Gesetzen wird es Herstellern nicht in gleichem Maße möglich sein, Einsparungen durch den Verkauf von minderwertigem CBD vorzunehmen.

STEHT DIE LEGALISIERUNG VON CANNABIS KURZ BEVOR?

Ein Vorteil der Akzeptanz von CBD als Arzneimittel ist die allmähliche Lockerung der Stigmatisierung von Cannnabis im Allgemeinen. Es besteht Hoffnung, dass CBD eine offene Diskussion über die Dekriminalisierung und Legalisierung in Gang setzen wird. Obwohl das am häufigsten vorkommende Cannabinoid THC noch medizinisch anerkannt werden muss, könnte diese Entscheidung sehr wohl einen Schritt in die richtige Richtung hin zur Normalisierung der medizinischen Nutzung von Cannabis in naher Zukunft bedeuten.

 

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