Deutschland ist das Land, das dieses Jahr in Sachen Cannabisreformen im Fokus steht. Am 19. Januar 2017 stimmte der Deutsche Bundestag einstimmig für die Nutzung von Cannabis zu medizinischen Zwecken. Die Gesetzgeber stimmten ebenfalls zu, dass Cannabis neu eingestuft werden müsse. Erstaunlicher ist aber, dass die Krankenkassen von nun an für medizinisches Marihuana aufkommen. Von dieser folgenschweren Entscheidung sind nach aktuellem Stand 90% der Deutschen betroffen.

Das Ergebnis? Cannabis wird bald in der Mitte der Gesellschaft ankommen. Des Weiteren geschieht das auf eine Art und Weise, die bis heute einzigartig ist. Da kommen selbst die Kanadier nicht mit. Deutsches Cannabis wird strikt unter den Richtlinien der Pharmaindustrie gehandelt. Diese Tatsache wird den Markt tiefgehend formen.

Während der Internationalen Cannabis Business Conference (ICBC) in Berlin befasste sich die deutsche Regierung mit der ersten Ausschreibung für den Anbau im eigenen Land. Sowohl das Timing, als auch die Details der Ausschreibung sind Teil einer gut durchdachten Positionierung der Regierung.

Die Voraussetzungen verstimmten einige der prominenten Deutschen, die auf bessere Zeiten für Cannabisnutzer hoffen. Dieser Moment ist ein bedeutender Wendepunkt der Cannabisreformen in Deutschland und ganz Europa. Die Auswirkungen einer Legalisierung in Deutschland könnten sich sehr wohl auf die weltweite Rechtslage auswirken.

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DIE GROBEN ZÜGE

Erhältlich sind 10 Lizenzen. Was einen legalen Erzeuger ausmacht, ist noch ein amorphes Konzept. Des Weiteren werden mehr als ein Paar dieser Lizenzen an Firmen vergeben, die man eher als Importeure oder sogar Vetriebe bezeichnen könnte. Die Regierung wird die Sache ähnlich wie Pornografie behandeln. Anders ausgedrückt: "Du weißt, was es ist, wenn Du es siehst." Sie erschafft sich offensichtlich so viel Spielraum wie möglich.

Der Grund dafür? Es gibt derzeit nur rund 1.000 "legale" Patienten in Deutschland. Offizielle Stellen schätzen, dass die Anzahl der Patienten nach der Legalisierung um 5-10.000 pro Jahr anwachsen wird. Solche Annahmen können auf Basis der Erkenntnisse in Kanada formuliert werden. Dort hat sich die Zahl der Patienten in den letzten Jahren pro Monat um 10% erhöht.

Deutschland ist jedoch anders. Von Anfang an werden die Krankenkassen jedem Patienten ungefähr 125g Cannabisblüten pro Monat bezahlen (dabei weiß man noch nichts über die Potenz und Zusammensetzung der Pflanzen). Kosten für den Patienten? Rund 10 Euro pro Monat. Nirgends auf der Welt findet sich Weed in so einem funktionalen Gesundheitssystem wieder. Deutschland präsentiert ein neues und leuchtendes Niveau medizinischer Akzeptanz.

Das bedeutet ultimativ, dass das Angebot graduell ansteigt oder sogar explodiert. Das nächste Problem hängt davon ab, wie Aktivisten, Ärzte und andere es schaffen, Cannabis auf die Agenda zu bringen.

Die Regierung ist sich all dieser Implikationen bewusst. Tatsächlich sprach Dr. Ingo Michels, ehemaliger ‎Leiter der Geschäfsstelle der Drogenbeaugftragten, nicht wie geplant bei der ICBC. Zweifelsohne wollte er sich dem Zorn von einigen verärgerten Cannabisaktivisten und Anbauern entziehen. Das bedeutet auch, dass die Regierung bewusst so wenig wie möglich von sich gibt, um sich nach unten so viel Spielraum wie möglich zu lassen.

Gleichwohl war der Zeitpunkt des Angebotes kein Zufall. Die ICBC war ein einzigartiges Treffen der Spitzenkräfte der kanadischen, deutschen und amerikanischen Entscheider. Das macht offensichtlich, dass sich die Regierung alles offen lassen will.

Derzeit werden ungefähr 12 verschiedene Marken vertrieben. Sie stammen von Bedrocan und der kanadischen Koalition, unter der Tweed und Canopy Canada über ihren deutschen Partner MedCann operieren. Tilray stellt sich auch für eine deutsche Lizenz an. Derzeit exportiert die Firma Extrakte nach Europa.

WER SICH NICHT BEWERBEN KANN

Der größte Grund für die verärgerten Aktivisten auf der ICBC ist der, dass die neuen Regularien offensichtlich so geschrieben wurden, dass sie die meisten von ihnen ausschließen. Menschen, die beim illegalen Anbau erwischt wurden, fliegen direkt raus. Ebenso fliegen jene Leute raus, die unregistriert und ohne die Erfüllung etablierter Regularien Kraut angebaut haben. Das gilt auch für alle Heimanbauer, mit Ausnahme von industriellen Hanfproduzenten. Selbst ihnen kann man jedoch raten, sich mit einem externen Strategieberater in Verbindung zu setzen. Die Regierung zielt ganz offensichtlich darauf ab, dass erfahrene Erzeuger sich an bundesweite Regularien halten.

Per Definitionem bedeutet das, dass jeder lizenzierte Produzent aus Kanada für eine potentielle Kooperation mit einem örtlichen Partner in der ersten Reihe sitzt. Dieser Partner könnte der Kooperation Geld, Land und andere Kenntnisse beisteuern. Die Ausschreibung setzt voraus, dass potentielle Produzenten nacheisen können, dass sie zwischen 2010 und 2022 mindestens 200kg pro Jahr haben produzieren können. Ebenfalls müssen sie nachweisen können, dass sie innerhalb der letzten drei Jahre mindestens 50kg pro Jahr legal produzieren konnten.

Erfüllt eine Firma die obigen Voraussetzungen, kommt sie theoretisch für den Anbau in Deutschland in Frage. Genau so theoretisch ist auch die Qualität der Cannabisblüten, die geliefert werden. Viel wichtiger ist jedoch, dass die Regierung jenen den Weg offen lässt, die bereit sind, Extrakte mit einer Potenz von 100% zu liefern.

Das bedeutet, dass die Firmen, die Extrakte herstellen, jetzt in der besten Position sind, um Partnerschaften mit kanadischen Firmen einzugehen, die entweder unbehandelte Blüten oder bereits verarbeitete Öle liefern können.

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Was bedeutet das für andere Teile des Marktes? Es ist sicher, dass Deutschland versuchen wird, seine lokalen Märkte unter der Schirmherrschaft der UN-Richtlinien aufzubauen. Das schließt die Einführung von Cannabisagenturen auf Landesebene mit ein. Diese anfängliche Organisation findet derzeit ebenfalls statt.

Das bedeutet auch, dass die Ausschreibung an sich von Menschen beurteilt wird, die gerade bei einer Agentur auf Landesebene neu eingestellt wurden. Viele dieser Menschen werden einen medizinischen Hintergrund haben, wenn sie nicht gleich Ärzte sind. Die Regierung sucht bereits jetzt nach Ärzten und anderen Experten, die andere im Bereich der Cannabismedizin ausbilden können. Dies birgt in Zukunft ein enormes Potenzial und wenn auch nur hinsichtlich der kreativen Aufklärung über die Droge. Des Weiteren wird der Fokus auf medizinisch nachweisbaren Anwendungen liegen. Das schließt den Fokus auf Wissenschaft und Daten aus Versuchen mit ein; eben jene Dinge, in denen die Deutschen sowieso schon erfahren und gut sind.

DIE ZUKUNFT DES DEUTSCHEN HEIMANBAUS

Bei diesem Bereich handelt es sich nach wie vor um eine Grauzone. Deutsche Gesetzgeber haben sich bei der Legalisierung zu medizinischen Zwecken aus mehreren Gründen so schnell bewegt. Das hat folgende Gründe: Zum einen beobachten sie die Entwicklung in den USA sehr genau. Gleiches gilt für Kanada, Australien und Israel. Des Weiteren haben in Deutschland, wie auch in Mexiko, Patienten den Weg geebnet, indem sie die Prohibition auf konstitutioneller Ebene in Frage gestellt haben. In den letzten paar Jahren endeten diese Herausforderungen darin, dass fünf Patienten die Bundesregierung auf freien Zugang zu Cannabis verklagten. Zu dieser Zeit führte dies dazu, dass drei Kläger eine inoffizielle Genehmigung bekamen, mit der sie Cannabis nach Bedarf zu Hause anbauen durften. Wie eine solche Regelung den Weg in die neuen Gesetze findet, ist noch unklar. Es kann sein, dass provisorische Lizenzen an etablierte gemeinnützige Vereine vergeben werden, in denen die Regierung Menschen für eine legale Beschaffung einstellt. Sie könnten auch an anderen Ressourcen beteilgt sein.

Fest steht, dass ihr uneingeschränktes Recht, Cannabis anzubauen, bald zu einem jähen Ende kommt.

Was in naher bis ferner Zukunft sehr wahrscheinlich ist, ist, dass Städte wie Bremen, Frankfurt und Berlin sich ebenfalls hin zu einer Entkriminalisierung der Droge bewegen. Dies gilt dann selbst für Freizeitnutzer. Patienten können sich nicht selber mit kleinen Anbauten versorgen, die man von ähnlichen Orten mit den gleichen Problemen kennt. Ein Beispiel: Ein Maximum von fünf Pflanzen für jene, die alt genug sind, könnten die Deutschen von jenen "Experimenten" abhalten, die nicht erwünscht sind. Dies alles beginnt damit, dass man einem profitablen Schwarzmarkt die Anreize nimmt.

Letztendlich kann es jedoch ein Segen für den Markt des Eigenanbaus sein. Tatsächlich könnte dies dazu führen, dass ein Markt für sehr ausgewählte und seltene Sorten entsteht, die sich an wahre Kenner richten. Deutschland ist nach wie vor ein Ort, an dem es Menschen lieben, Dinge anzubauen. Ein Ausschlußkriterium vieler deutscher Städte ist der Mangel an Anbaufläche.

Die Polizei hat deutlich kein Interesse daran, solche Aktivitäten zu verfolgen. Bohrt man jedoch ein wenig nach, so wird deutlich, dass die meisten deutschen Polizisten am liebsten nichts mit diesem Problem zu tun haben wollen. Sie sind ganz deutlich an der Front dieser Verordnung. Könnten sie Kleindealer von der Straße holen, sind sie alle direkt dabei. In Wahrheit rauchen viele Beamte selber, sie geben es vor Journalisten jedoch nicht zu.

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INTERNATIONALE BÜNDNISSE ENTSTEHEN

Was bedeutet dies für Cannabisliebhaber? Wenn Du legitime Erfahrung hast, finde einen Partner. Es sind derzeit bereits einige Initiativen unterwegs.

Was auch klar ist, ist, dass dies nur die erste zaghafte Ausschreibung der Regierung ist. Es wird nicht die letzte sein. Diese Möglichkeit stellt ein einzigartiges Job-Programm dar und die Regierung ist gegen eine solche Logik nicht immun. Der Markt wird Raum für Innovationen und auch unternehmerische Aktivitäten bieten.

Deutlich ist auch, dass sich der deutsche Markt zu einem echten Modell für landesweiten Cannabiskonsum entwickelt.

Anders ausgedrückt, Deutschland könnte die Welt auf dem Weg zum nächsten Schritt der Cannabisforschung tatsächlich anführen. Es könnte auch die Entwicklung neuer Pharmazeutika vorantreiben. Der Legislationsplan des Landes wird sicherlich zu einem besseren Verständnis der Kraft der Pflanze beitragen.

Damit gewinnt jeder, egal wie die erste staatliche Ausschreibung für den Anbau von Cannabis letztendlich ausgeht.

 

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