Innovative Unternehmen arbeiten an genaueren Methoden, um die Beeinträchtigung durch Cannabis zu testen. Durch den Einsatz von Neurotechnologie, die Gehirnwellen misst, könnten Arbeitgeber und Strafverfolgungsbehörden zukünftig genauere Erkenntnisse darüber gewinnen, wie high Menschen tatsächlich sind. Obwohl veraltete THC-Messgeräte anhand von Blut- und Speichelanalysen auf Spuren von Cannabis testen, geben sie nur wenig Aufschluss über den geistigen Zustand einer Person.

Das in Hamilton, Ontario, ansässige Start-up-Unternehmen Zentrela will diesen Umstand ändern, wenn es um die Testung der Beeinträchtigung durch Cannabis geht. Durch die Nutzung von neuronalen Signalen und maschinellem Lernen will das Unternehmen eine genauere Alternative zu den aktuellen Methoden liefern.

Der Gründer des Unternehmens, Israel Gasperin, gründete seine Firma nach seinem Abschluss an der McMaster University. Er erkannte die Fehler der Untersuchungen von Urin-, Speichel- und Blutproben und versuchte, die Effekte von Verbindungen wie THC auf das Gehirn zu messen, anstatt die Menge der Moleküle in Flüssigkeitsproben.

Diese Technologie öffnet jedoch der Cannabisbranche noch weitere Türen. Neben der Lösung für das Problem, die Beeinträchtigung zu testen, kann die Neurotechnologie den Unternehmen helfen, die objektiven Auswirkungen, die ihre Kreationen auf das Gehirn haben, zu analysieren und zu protokollieren.

Die Unternehmen wollen quantifizieren, wie sich ihre "Cannabis 2.0"-Produkte wie beispielsweise Extrakte und Edibles auf das Gehirn auswirken, um konkrete Verkaufsargumente zu erzielen. Neben Cannabinoid- und Terpen-Profilen könnte man bald auch Informationen zu den Gehirnwellen bei Deinen bevorzugten Cannabispräparaten finden.

Lies weiter, um zu erfahren, welche Probleme mit den derzeitigen Testmethoden im Zusammenhang mit der Beeinträchtigung durch Cannabis vorherrschen, inwiefern die Neurotechnologie in diesem Bereich zu enormen Verbesserungen führen wird und ob die Gehirnwellenanalyse zu einem beeindruckenden Marketinginstrument werden kann.

Das Problem mit den aktuellen THC-Testmethoden

Der Konsum von Cannabis mit hohem THC-Gehalt führt zu einem angenehmen und euphorischen "High". Obwohl es auf einer grünen Wiese oder auf der Wohnzimmercouch kein Problem ist, birgt es ein erhebliches Risiko in sich, wenn man sich berauscht hinter das Steuer eines Autos setzt oder schwere Maschinen bedient. Die Cannabis- und Cannabinoidforschung zeigt, dass THC die exekutive Funktion, die motorische Kontrolle und die Reaktionszeit beeinträchtigt.[1]

Aus diesem Grund sind Arbeitgeber und Strafverfolgungsbehörden dazu beauftragt, Mitarbeiter und Bürger zu testen, wenn dies die Situation erforderlich macht. In Kanada beispielsweise müssen Autofahrer von einer strafrechtlichen Verfolgung ausgehen, wenn bei einem THC-Bluttest nur 2 Nanogramm (ng) pro ml Blut gemessen werden.[2] Die Behörden im Land verwenden neben Bluttests auch Urin- und Speicheltests.

Die schottische Polizei verwendet "DrugWipes"-Testkits für den Straßenverkehr, um beeinträchtigte Fahrer zu identifizieren. Diese Mundabstrichkits testen eine breite Palette von Substanzen, einschließlich Cannabis, wobei die Toleranzgrenze bei nahezu Null liegt.[3]

Das Problem mit den aktuellen THC-Testmethoden

Diese Testverfahren weisen zwar dem THC-Gehalt oder dessen Metaboliten in verschiedenen Körperflüssigkeiten eine Zahl zu, geben jedoch keinen Aufschluss darüber, was im Kopf der Person vor sich geht. Es besteht kein direkter Zusammenhang zwischen der Konzentration dieser Moleküle und der psychotropen Erfahrung, die sich im Kopf des Nutzers abspielt. Ganz abgesehen davon, dass Forscher die Aussagekraft von Speichelproben in Frage stellen und bei Urintests auf Risiken der Krankheitsübertragung hinweisen.[4]

Arbeitnehmer in sicherheitssensiblen Branchen müssen sich ebenfalls regelmäßigen THC-Drogentests unterziehen, um ein sicheres Arbeitsumfeld sicherzustellen. In den Vereinigten Staaten unterliegen Bundesbedienstete im Eisenbahn-, Transit-, Luftfahrt- und Autobahnsektor stichprobenartigen THC-Drogentests und müssen sich auch infolge eines "begründeten Anlasses oder Verdachts" auf eine Beeinträchtigung testen lassen.[5]

Die Probleme mit den aktuellen Testmethoden bedeuten jedoch, dass Arbeitnehmer auf Grund von verbleibenden Stoffwechselprodukten bei der Arbeit ein positives Testergebnis haben könnten, ohne sich überhaupt high zu fühlen, und obwohl sie motorisch gesehen vollkommen funktionsfähig sind.

Natürlich ist es vielen Arbeitgebern egal, ob ihre Arbeitnehmer vor einer Woche oder vor zehn Minuten einen Joint geraucht haben. Das Problem wird jedoch noch augenscheinlicher, wenn man die rechtlichen Folgen abwägt. Autofahrer und Arbeitnehmer müssen mit Rufschädigung, Arbeitsplatzverlust und Geldstrafen rechnen, die auf der Menge an Cannabinoid-Metaboliten in ihrem Blut beruhen und nicht darauf, wie beeinträchtigt sie hinter dem Steuer eines Autos oder beim Bedienen von Maschinen sind.

Zentrela hofft, dieses Problem mit Hilfe von Technologie lösen zu können, die Körperflüssigkeiten umgeht und stattdessen in den Verstand blickt.

Die Lösung: Der Cognalyzer

Der Cognalyzer klingt vielleicht nach einer Art Apparat zum Stehlen von Gedanken aus Orwells 1984, jedoch macht der Cognalyzer Schluss mit rückstandsbildenden Metaboliten und wirft einen Blick auf den Zustand der Gehirnaktivität einer Person.

Zentrela gelang es, 1,2 Millionen Dollar von einer Reihe von gemeinnützigen Organisationen und staatlichen Stellen aufzutreiben, um das neuartige Elektroenzephalogramm (EEG) zu bauen. Der Cognalyzer ist inzwischen über den Status einer bloßen Idee hinausgewachsen. Das Unternehmen hat eine Studie zur Wirksamkeit des Geräts in Auftrag gegeben und die Ergebnisse der Studie aus dem Jahr 2021 wurden in der Fachzeitschrift Advances in Therapy veröffentlicht.[6]

Das Paper enthält eine Zusammenfassung der Forschung, einschließlich des Hauptziels: "Die derzeitigen Standards für die Feststellung von Beeinträchtigungen basieren auf Körperflüssigkeitstests zum Nachweis von kürzlichem Cannabiskonsum und auf Verhaltensbeurteilungen; daher ist die genaue und objektive Bestimmung einer Beeinträchtigung durch Cannabis von entscheidender Bedeutung, da der Konsum seit der Legalisierung angestiegen ist".

Die Autoren weisen auch auf die Bedeutung der Neurotechnologie bei Cannabistests hin und heben hervor, dass mit den aktuellen Testmethoden Metaboliten in Körperflüssigkeiten noch Tage nach der Einnahme und sogar bei passiver Exposition nachgewiesen werden können.

Die Lösung: Der Cognalyzer

Während der Studie befestigten die Wissenschaftler zehn EEG-Elektroden an den Köpfen der Probanden und nahmen eine 2,5-minütige Basisaufzeichnung mit dem Cognalyzer auf, der die Daten mittels Bluetooth an einen in der Nähe befindlichen Laptop übertrug. Außerdem entnahmen sie der Mundflüssigkeit unterhalb der Zunge eine zusätzliche Probe.

Das Team verwendete anschließend zwei verschiedene Algorithmen – V1 und V2 – um die Gehirnwellendaten zu analysieren und diagnostische Ergebnisse zu erhalten. Beeindruckend ist, dass beide Algorithmen eine Genauigkeit von über 80% erzielten. Die Wissenschaftler untersuchten auch die Sensitivität (die Fähigkeit des Tests, beeinträchtigte Teilnehmer korrekt festzustellen) und die Spezifität (die Fähigkeit des Tests, nicht beeinträchtigte Teilnehmer richtig zu identifizieren). Der Cognalyzer erreichte in diesen Bereichen 87% bzw. 84% bei der Anwendung von V1.

Die Forscher untersuchten ebenfalls die diagnostische Genauigkeit von oralen Flüssigkeitsproben allein und von Cognalyzer und oralen Flüssigkeitsproben in Kombination. Insgesamt fanden sie heraus, dass die Kombination des Cognalyzers mit der Untersuchung der Mundflüssigkeit auf THC die diagnostische Leistung verbesserte. Hinsichtlich der Neurotechnologie kamen sie zu dem Schluss, dass der Cognalyzer "... ein neues und zuverlässiges Instrument zum Nachweis von Cannabis sei, das sowohl im Straßenverkehr als auch am Arbeitsplatz potentiell Verwendung finden könnte".

Kann der Cognalyzer die Verbraucherbildung verändern?

Die Verwendungsmöglichkeiten des Cognalyzers sind jedoch nicht nur auf Tests zur Feststellung von Beeinträchtigungen beschränkt. Die Investoren sind neugierig darauf, die von dem Gerät erzeugten Daten zu nutzen, um die Effekte von Cannabis-2.0-Produkten wie Edibles und Extrakten genau aufzuzeichnen. Jornic Ventures, eine Investmentgruppe aus Calgary, ist von diesem Ansatz derart überzeugt, dass sie allein aus diesem Grund 850.000 Dollar in Zentrela investierte.

Anstatt von THC-Werten, Terpen-Profilen und Nutzerbewertungen möchte Zentrela Cannabisprodukte mit Daten über Gehirnwillen verbinden. Indem man Probanden unter dem Einfluss einer Vielzahl von Ölen, Konzentraten, Edibles und Tinkturen testet, kann das Unternehmen eine Datenbank entwickeln, die die Effekte der einzelnen Produkte dokumentiert. Das Unternehmen plant, diese Daten für Einzelhändler wie beispielsweise Abgabestellen lizenzieren zu lassen, um Nutzern einen viel detaillierteren Überblick darüber geben können, wie jedes Produkt auf sie wirkt und was sie davon erwarten können.

Die Sci-Fi-Zukunft der THC-Tests rückt immer näher

Erwarte nicht, dass Verkehrspolizisten und Arbeitgeber schon bald Cognalyzer-Tests einsetzen werden. Es wird noch viel Arbeit in puncto Ausarbeitung, Cannabisforschung und -entwicklung, Datenerfassung und Überzeugungsarbeit nötig sein, bis diese Geräte auf den Straßen und an Arbeitsplätzen verwendet werden.

Diese ersten Schritte sind jedoch ein vielversprechendes Zeichen dafür, dass sich die Tests zur Feststellung der Beeinträchtigung durch Cannabis zum Besseren wenden werden, und zwar in einer Weise, die den Nutzern zugute kommt. Es scheint wahrscheinlich zu sein, dass sich die von dieser Technologie generierten Produktdaten viel früher auf den Einzelhandel auswirken werden. Während die Nutzer sich immer noch mit dem Konzept der Chemovare und Kultivare anfreunden, werden sie sich wohl auch bald mit einer neuen Art der Klassifizierung des Cannabis-Highs vertraut machen müssen.

External Resources:
  1. High-Potency Marijuana Impairs Executive Function and Inhibitory Motor Control | Neuropsychopharmacology https://www.nature.com
  2. How do police test for cannabis-impairment? - FREE Legal Information | Legal Line https://www.legalline.ca
  3. Police roadside testing kits introduced ahead of new drug driving regulations – SDF – Scottish Drugs Forum https://www.sdf.org.uk
  4. Correlation between Blood and Oral Fluid Psychoactive Drug Concentrations and Cognitive Impairment in Driving under the Influence of Drugs - PubMed https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  5. Considerations for Safety- and Security-sensitive Industries | SAMHSA https://www.samhsa.gov
  6. Sensitivity, Specificity and Accuracy of a Novel EEG-Based Objective Test, the Cognalyzer®, in Detecting Cannabis Psychoactive Effects | SpringerLink https://link.springer.com
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