By Luke Sumpter

Wenn man ein bisschen Zeit mit erfahrenen Stonern verbringt, wird man schnell mit den grundlegenden Kontroversen über Cannabis konfrontiert. In der Cannabiswelt gibt es immer wieder Debatten, die von der Wirksamkeit der Methode, den Rauch eines Zuges in der Lunge zu behalten, bis hin zur Richtigkeit der Begriffe „Indica" und „Sativa" im Kontext der Beschreibung der Wirkung einer Sorte. Zu den umstrittenen und meistdiskutiertesten Themen gehört auch die Annahme, dass die Farbe der Asche die Qualität des Weeds anzeigt.

Einige Cannabiskonsumenten glauben, dass weiße Asche auf reines, gespültes und hochwertiges Gras und schwarze Asche auf minderwertiges Gras hinweist. Andere hingegen schenken dieser Unterscheidung gar keine Beachtung und sind der Meinung, dass die Aschefarbe nichts Wichtiges bedeutet. Sollte man beim Kiffen also auf die Farbe der Asche achten? Im Folgenden gehen wir auf beide Seiten der Debatte ein.

Black and white cannabis hash

Die Asche-Kontroverse: eine Einführung

Die meisten Cannabiskonsumenten haben sich wahrscheinlich noch nie Gedanken über die Farbe der Asche am Ende ihres Joints gemacht. Einige Kenner unter uns halten sie jedoch nicht nur für einen Hinweis auf die Qualität des Weeds im Allgemeinen, sondern nutzen sie auch als Maßstab, um die Qualität ihres selbst angebauten Cannabis hervorzuheben. Für sie zeugt weiße Asche von korrektem Anbau, Spülen, Trocknen und Aushärten – was zu feinerem Gras und einem besseren Smoke führt.

Diese Schlussfolgerung beruht jedoch nur auf anekdotischen Berichten und verliert an Gewicht, wenn wir die subjektiven Erfahrungen anderer Grower und Raucher berücksichtigen. Vom anderen Lager wird nämlich nicht die schwarze der weißen Asche vorgezogen, sondern die Bedeutung der Farbe der Asche wird einfach ignoriert und als Pseudowissenschaft und Aberglaube abgetan.

Die dubiose Wissenschaft hinter der Farbe der Asche

Es wird dich wahrscheinlich nicht überraschen, dass die wissenschaftlichen Untersuchungen mit der Debatte um weiße Asche und schwarze Asche noch nicht aufräumen konnten. Da die Cannabisindustrie immer weiter wächst und sich die Forscher auf Züchtung, Agronomie und Pharmakologie konzentrieren, ist die Farbe der Cannabisasche für die meisten kein sonderlich dringendes Thema. Die Debatte fällt für den Moment also fest in der Hand von Laien-Growern und -Smokern. Dennoch haben sich einige Experten aus der Cannabisforschung in die Debatte eingemischt.

Faktoren, die angeblich die Farbe der Asche von Cannabis beeinflussen

Es gibt eine lange Liste von Faktoren, die sich auf die Gesamtqualität von Cannabis auswirken, darunter die Genetik, die Anbaumethoden, das Wachstumsmedium und die Verarbeitung nach der Ernte. Aber haben diese Faktoren auch Einfluss auf die Farbe der Asche von Cannabis? Erfahre, welche Faktoren in Sachen weiße und schwarze Asche den größten Einfluss haben.

  • Spülen

Seit Jahrzehnten bereits gilt in der Szene, dass das Spülen von Gras vor der Ernte die Qualität des Cannabis erhöht. Wenn man der Pflanze einige Tage oder Wochen lang keine Nährstoffe zuführt, verbraucht sie ihre Nährstoffvorräte und baut Verbindungen ab, die beim Rauchen herb schmecken, was zu einem sanfteren und angenehmeren Raucherlebnis führt. Der Vorgang des Flushing selbst ist allerdings auch umstritten, da das Konzept von Personen wie dem Cannabisbiologen Dr. Robert Flannery angezweifelt wird. In seiner Masterarbeit[1] mit dem Titel „Irrigation Management Strategies for Medical Cannabis in Controlled Environments" ( „Bewässerungsmanagementstrategien für medizinisches Cannabis in kontrollierter Umgebung") stellte er fest, dass die Spülung den Cannabisblüten entgegen der gängigen Vorstellungen keine nennenswerte Menge von Nährstoffen entzieht.

Trotzdem gehen viele Anbauer und Nutzer davon aus, dass diese Technik die Phytochemie der Blüten bis zu einem gewissen Grad verändert, sodass das Gras dann die „erwünschte" weiße Asche bildet. Grower, die nicht flushen, berichten allerdings auch, dass beim Rauchen ihrer selbst angebauten Pflanzen weiße Asche entsteht – es bleibt also weiterhin offen.

Cannabis flushing
  • Anbaumedium

Obwohl die Forschung noch nicht abschließend geklärt hat, ob und wie sich das Anbaumedium auf die Farbe der Asche auswirkt, haben einige Grower festgestellt, dass bestimmte Medien der Blütenqualität im Großen und Ganzen zugute kommen. Viele Grower gehen heute von Hydrokulturen und synthetischen Nährstoffen zu Systemen mit „lebendiger Erde" über, die organische Nährstoffe nutzen und sich bei der Nährstoffversorgung ihrer Pflanzen auf die mikrobiellen Mitglieder des Nahrungsnetzes im Boden verlassen. Die Anhänger dieser Anbauphilosophie berichten oft, qualitativ hochwertigeres Gras anzubauen, das der Argumentation von selbsterklärten Aschespezialisten zufolge wohl wahrscheinlicher weiße Asche produzieren wird.

Cannabis growing medium
  • Verbrennungstemperatur

Spülung und Anbaumethoden beiseite – die Verbrennungstemperatur ist ein Faktor, der mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Einfluss auf die Farbe der Asche haben könnte. Josh Wurzer[2], Mitbegründer von SC Labs in Kalifornien, behauptet, schwarze Asche entstehe durch eine unvollständige Verbrennung. Zu viel Feuchtigkeit und zu wenig Sauerstoff können sich auf die Verbrennungstemperatur auswirken und dazu führen, dass Cannabis nicht richtig verbrennt und schwarze Asche bildet.

  • Feuchtigkeitsgehalt

Darauf aufbauend können Trocknung und Aushärtung einen entscheidenden Einfluss darauf haben, ob Gras schwarze oder weiße Asche bildet. Bei diesen Prozessen wird nach der Ernte überschüssige Feuchtigkeit entfernt, was nicht nur das Schimmelrisiko verringert, sondern auch dafür sorgt, dass die Buds bei einer höheren Temperatur verbrennen, was die Wahrscheinlichkeit von weißer Asche erhöht.

  • Zusatzstoffe und Verunreinigungen

Manche Grower betrachten schwarze Asche als Zeichen von Verunreinigung und weiße Asche als Zeichen von Reinheit. Dieser Anschauung nach kann schwarze Asche ein Zeichen dafür sein, dass die Buds mit Schwermetallen, Pestiziden und anderen Chemikalien verunreinigt sind. Das kann zwar sein, es gibt aber keine Belege für diese Behauptung.

  • Harz

Die Auswirkung von Harz ist ein weiteres Puzzlestück. Nach Wurzer kann ein erhöhter Harzgehalt dazu führen, dass Cannabis schwarze Asche produziert, weil Harz die Verbrennung behindert. Jedoch ist ein hoher Harzgehalt sonst eigentlich ein Hinweis auf eine hohe Qualität des Buds, da diese zähflüssige Substanz Cannabinoide wie THC sowie aromatische Terpene enthält, die für Geschmack und Aroma verantwortlich sind.

Cannabis resin

Ist die Farbe der Asche ein verlässlicher Indikator für die Qualität von Cannabis?

Deutet weiße Asche auf gutes Gras hin? Nicht unbedingt. Letztendlich gibt es viel bessere Methoden zur Beurteilung der Qualität von Cannabis. Die Farbe der Asche sagt nichts über die wichtigsten Eigenschaften und die allgemeine Qualität von Cannabis aus. In manchen Fällen könnte sie einfach Zeichen einer unsauberen Verbrennung sein, in anderen könnte sie für die Wirksamkeit des Prozesses der Trocknung und Aushärtung nach der Ernte stehen.

Wie man die Farbe der Asche von Gras richtig beurteilt

Wenn du die Farbe deiner Cannabisasche trotzdem untersuchen willst, kannst du das mit bloßem Auge gut tun. Klopfe die Asche einfach vom Ende deines Joints ab oder schöpfe sie aus einer Bong oder einem Pfeifenkopf und gib sie in einen Aschenbecher. Brich die Asche mit einem Dabbing-Werkzeug oder etwas Ähnlichem auf, damit du dir ihr Inneres und Äußeres zur Einschätzung der Farbe der gesamten Asche gut ansehen kannst.

Wenn du die Auswertung deiner Asche etwas ernster nehmen willst, kannst du eine einfache Vergrößerung verwenden. Mit einer Lupe oder einer Juwelierlupe kannst du genauer hinschauen, wenn du nicht sicher bist, ob die Asche überwiegend weiß oder schwarz ist.

Alternative Methoden für die Bewertung der Qualität deines Weeds

Wie bereits erwähnt gibt es weitaus bessere Methoden zur Beurteilung der Qualität deines Cannabis als die Farbe der Asche. Im Folgenden findest du die besten Methoden, um herauszufinden, ob du hochwertiges oder minderwertiges Gras rauchst.

  • Visuelle Inspektion

Nimm einfach ein Bud in die Hand und sieh es dir genau an. Es sollte eine gute Schicht von Trichomen haben und sich klebrig, aber nicht nass anfühlen. Außerdem sollte es ordentlich gepflegt sein und keine großen Zuckerblätter mehr aufweisen. Entsorge sofort alle Buds, die Anzeichen von Schimmel aufweisen.

Cannabis trichomes
  • Aroma und Geschmack

Unabhängig von der Farbe der Asche gilt: Wenn dein Gras vor und während des Rauchens gut riecht und schmeckt, ist es wahrscheinlich von hoher Qualität. Alle Sorten haben ein leicht unterschiedliches Aroma und einen unterschiedlichen Geschmack: von Holz, Kiefer und Pfeffer bis hin zu Früchten, Süßigkeiten und Skunk. Schlecht angebautes, getrocknetes und ausgehärtetes Gras riecht oft nach Wiese, Heu oder Schimmel.

  • Feuchtigkeitsgehalt

Zu viel Feuchtigkeit führt nicht nur zu schwarzer Asche, sondern beeinträchtigt auch den Geschmack des Buds und macht den Rauch kratziger. Außerdem kann Feuchtigkeit dazu führen, dass die Buds während der Lagerung schimmeln. Ordnungsgemäß verarbeitete Cannabisblüten sollten sich klebrig, aber angemessen trocken anfühlen. Übermäßig feuchte oder nasse Blüten sind ein Zeichen für unsachgemäßes Vorgehen nach der Ernte und/oder beim Lagern.

Faktoren, die die Qualität von Weed beeinflussen

Wenn du dein eigenes Gras anbaust, hast du einen großen Einfluss auf die endgültige Qualität deiner Ernte. Lerne die wichtigsten Faktoren für die Verbesserung deiner Ergebnisse kennen.

  • Genetik

Die Wahl der Sorte hat womöglich den größten Einfluss auf die endgültige Qualität deines Weeds. Wähle eine Sorte, die deinen Vorlieben entspricht, und eine, von der du weißt, dass sie konstant gute Ergebnisse liefert. Wenn du kein Züchter bist, solltest du dich auf feminisierte Samen beschränken, die weibliche Blüten produzieren, denn damit bekommst du das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

  • Abiotischer und biotischer Stress

Geringe Mengen an abiotischem Stress (also Stress aus nicht-lebenden Quellen) können dazu beitragen, dass Pflanzen gedeihen und mehr Cannabinoide und Terpene produzieren. Zu viel Stress in Form von Trockenheit, Überwässerung oder übermäßigem Training und Entlauben kann jedoch zu verkümmertem Wachstum, geringen Erträgen und minderwertigen Blüten führen. Biotischer, also durch lebende Quellen hervorgerufener Stress, wie Schädlinge und Krankheitserreger kann die Blüten verunreinigen – das Rauchen solcher Buds kann gefährlich sein.

  • Mikrobiologie und Terroir

Versuche, in lebendigem Boden anzubauen. So wird die Fruchtbarkeit deines Bodens Jahr für Jahr steigen. Außerdem legt die Forschung nahe, dass eine gesunde Population von nützlichen Mikroben in Sachen Geschmack und Potenz maßgebend für die Qualität der Cannabisblüten ist. Durch das Konzept des Terroirs – die Umweltfaktoren, die den Geschmack und die Eigenschaften der Pflanzen beeinflussen – wird auch klar, dass dein lokales Klima ein einzigartiges phytochemisches Profil in deinen Blüten hervorbringt, wenn sie gut angebaut werden.

  • Spülen

Obwohl die Forschung nahelegt, dass die Spülung der Blüten nicht viel zur Entfernung von Nährstoffen beiträgt, schwören einige Grower darauf, dass es den Geschmack und die Geschmeidigkeit des Rauchs verbessert. Das Flushing könnte sich nämlich auf die Konzentration bestimmter scharfer Phytochemikalien wie Chlorophyll auswirken, wodurch ein angenehmerer Rauch entsteht.

  • Brix

Wenn du ein echter Cannabis-Kenner bist, besitzt du wahrscheinlich ein Refraktometer, das den Brix-Wert misst. Mit diesem praktischen Gerät kannst du die Qualität deiner Buds quantitativ bewerten. Um möglichst gesunde Pflanzen und hochwertiges Gras zu erhalten, solltest du einen Brix-Wert von 12–15 % anstreben.

  • Trocknung und Aushärtung

Trocknung und Aushärtung gehören hinsichtlich der Qualität von Cannabis zu den wichtigsten Faktoren. Wenn sie korrekt durchgeführt werden, bewahren diese Prozesse die Haltbarkeit der Buds und sorgen für einen weichen und geschmackvollen Rauch.

Curing and drying cannabis

Weiße und schwarze Asche: ein schlechter Indikator für die Qualität von Cannabis

Genauso wie die missbräuchliche Verwendung der Begriffe „Indica" und „Sativa" ist die Bedeutung der Farbe der Asche für die Qualität von Cannabis wahrscheinlich deutlich unbedeutender, als manche Stoner denken. Schwarze Asche kann zwar auf eine ungute Verbrennung aufgrund von zu viel Feuchtigkeit hinweisen, aber auch auf einen hohen Harzgehalt. Weiße Asche hingegen entsteht wahrscheinlich durch höhere Verbrennungstemperaturen, deutet aber keineswegs auf eine höhere Qualität hin. Anstatt dich auf die Farbe der Asche zu verlassen, solltest du zur Beurteilung der Qualität deines Weeds die Variablen Geschmack und Aroma, den Feuchtigkeitsgehalt und das Aussehen und Gefühl deines Buds berücksichtigen.

External Resources:
  1. Irrigation Management Strategies for Medical Cannabis in Controlled Environments https://atrium.lib.uoguelph.ca
  2. JOSH WURZER | The National Cannabis Industry Association https://thecannabisindustry.org
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