Die Bedürfnisse der an sich bescheidenen Cannabispflanze werden sehr anspruchsvoll, wenn sie unsere Erwartungen an ihr medizinisches und rekreatives Potential erfüllen muss. Sie braucht ein gutes Klima, viel Licht und Wasser sowie einige zusätzliche Nährstoffe. In der Folge hat der Anbau von Cannabis sowohl im gewerblichen als auch im heimischen Maßstab erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt – aufgrund des Strom- bzw. Wasserverbrauchs und der Verschmutzung des Abwassers.

In Nordamerika wird für den Cannabisanbau 1% des gesamten Stromverbrauchs des Kontinents verbraucht, um Lampen und Kühlsysteme mit hoher Intensität zu betreiben. Ob Du es glaubst oder nicht – für jedes Kilogramm Cannabisblüten, das man in Innenräumen erntet, werden mehr als 4.600 Kilogramm CO₂ in die Atmosphäre freigesetzt. In einigen Bundesstaaten oder Regionen der USA ist die Produktion von Cannabis im Innenbereich sogar für mehr als 3% der gesamten Stromkosten verantwortlich, ganz zu schweigen vom Wasserverbrauch bzw. den schwermetallreichen Abfallstoffen und anderen Verunreinigungen, die fast unvermeidlich ins Grundwasser gelangen, nachdem sie von den Pflanzen gespült werden.

Eines der zentralen Themen, mit denen sich die globale Cannabis-Gemeinschaft heute konfrontiert sieht, ist der Versuch, diese Branche wirklich "grüner" zu gestalten, nicht nur, was das Merchandising anbelangt. Nachhaltige Anbaupraktiken sind jetzt ein Gebot der Stunde, und während wir hoffen, dass die Legalisierung in der gesamten wachsenden Cannabisbranche nachhaltige Ansichten bewirkt, können auch wir als kleine Weed-Grower einen Beitrag zur Verringerung der fortlaufenden Umweltschäden leisten.

NACHHALTIGE ANBAUPRAKTIKEN IN KLEINEN CANNABISGÄRTEN

Selbst wenn wir die Umweltauswirkungen unseres kleinen Betriebes für eine Weile außer Acht lassen, wissen wir, dass die Pflege selbst angebauter Pflanzen recht teuer sein kann. Wiederkehrende Energiekosten stellen beim Anbau in Innenräumen eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Die kombinierten Energiekosten für Lampensysteme, Lüfter und Luftabsauger, Luftbefeuchter und Klimaanlagen, Heizgeräte und andere energieintensive Geräte können schnell recht hoch werden.

Der Cannabisanbau im Freien ist da sicherlich nachhaltiger. Sonnenlicht, Wind und Regen sind kostenlos und unendlich umweltfreundlicher. Solche Cannabisgärten benötigen jedoch leider mehr Pestizide, Düngemittel und Wasser als dies im Innenbereich der Fall ist. Außerdem können unsachgemäße Anbauverfahren den Boden schnell auslaugen und erodieren lassen.

Egal, ob Du nur wenige Pflanzen für den Eigenbedarf anbaust oder einen kommerziellen Betrieb führst: Die Anbautechniken und die Werkzeuge, für die Du Dich entscheidest, wirken sich unweigerlich auf die Umwelt und die wiederkehrenden Kosten aus. Glücklicherweise kann der Energiebedarf durch eine intelligente Planung und geschickte Auswahl von Geräten verringert werden, während Du auch umweltbelastenden Abfall nahezu vollständig vermeiden kannst, was zusätzlich sogar die Qualität des Endprodukts verbessern wird. Diese vier Hauptelemente solltest Du berücksichtigen, falls Du Deinen Cannabisanbau nachhaltiger gestalten willst: Energieverbrauch für Lampen, Energieverbrauch für die Klimakontrolle, Wasserverbrauch und Abfallentsorgung.

Nachhaltiges Wachstum im Freien

REDUZIERE DEN ENERGIEHUNGER DEINER ANBAULAMPEN

Die Glühlampen werden heiß und müssen ständig belüftet werden, um die Anbautemperatur im erforderlichen Bereich zu halten. Die erste umweltfreundliche Maßnahme ist völlig kostenlos: Wenn möglich, solltest Du die Tag-/ Nachtzeit umkehren und Deine Lampen nur nachts einschalten. Diese Methode nutzt die kühle Nachtluft, reduziert damit den Bedarf an Wärmeabfuhr und lässt die Lüfter mit geringerer Leistung laufen. Auch die Luftbefeuchter können niedriger eingestellt werden.

Eine weitere bewährte kostenlose Praxis besteht darin, über die ideale Größe Deines Anbauvorhabens nachzudenken. Du solltest den beleuchteten Raum komplett ausnutzen und daher sicherstellen, dass Deine Beleuchtung alle Pflanzen gleichermaßen erreicht. Anbauverfahren wie Screen-of-Green (ScrOG) können eingesetzt werden, um eine gleichmäßige Lichtverteilung auf alle Bereiche einer Pflanze zu ermöglichen. Sollte es Dir möglich sein, ist es eine großartige kostenlose Option, die Anbaulampen mit direktem Sonnenlicht zu kombinieren, um den Pflanzen etwas Gutes zu tun und Deine Stromrechnung zu reduzieren.

LED-Lampen verbrauchen weniger Energie als alle anderen Anbaulampen – bei vergleichbaren Ergebnissen stellen sie das nachhaltigste Beleuchtungssystem für einen kleinen Garten in Innenräumen dar. Ihre höheren Anschaffungskosten werden durch eine längere Lebensdauer kompensiert, und die geringe Wärmeentwicklung der LED-Lampen macht einen leistungsstarken Heißluftabsauger überflüssig.

Falls der Anbauraum mit magnetischen Vorschaltgeräten betrieben wird, die herkömmliche Entladungslampen mit hoher Intensität (MH-Lampen für das vegetative Wachstum und HPS-Lampen für die Blütezeit) versorgen, ist ein Upgrade auf elektronisch dimmbare Vorschaltgeräte ein Aufwand, der sich wegen des geringeren Wärme- und Stromverbrauchs im Laufe der Zeit auszahlt. Mit dieser Art von Vorschaltgerät kannst Du auch die an die Lampe abgegebene Leistung regulieren. Durch den stabilen Stromfluss steigt zudem die Lebensdauer der HID-Lampen.

OPTIMIERE DEN LUFTSTROM

Auch die unterschiedlichen Jahreszeiten beeinflussen oft die Arbeitsabläufe in Innenräumen. Dies sollte man bei der Auswahl und Keimung einer Sorte oder bei der Planung der Systeme für die Klimakontrolle berücksichtigen. Vor dem Kauf eines neuen leistungsstarken Lüfters oder einer Klimaanlage sollte der verantwortungsbewusste Grower prüfen, ob natürliche Lösungen für eine bessere Klimatisierung möglich sind. Durch sorgfältige Planung und Ermittlung der genauen Luftströmungswege im Anbauraum können Temperatur und Luftfeuchtigkeit ohne weitere Geräte optimiert werden. Die Luft direkt von außen oder aus einem anderen Raum in den Anbaubereich zu pumpen, kann, was die klimatischen Bedingungen angeht, ebenfalls einen großen Unterschied ausmachen.

Die Entlüftungsöffnungen des Absaugrohrs sollten immer verstellbar sein, damit Du den Luftstrom bei zu hohen Temperaturen verringern kannst. Dies hilft, ein angemessenes Klima aufrechtzuerhalten und Energie zu sparen, während eine übermäßige Belüftung nutzlos ist und außerdem einen Luftfeuchtigkeitsabfall verursacht, der wiederum mit anderen energiefressenden Geräten kompensiert werden muss. Noch einmal – wenn möglich, solltest Du Deine Pflanzen nach draußen bringen, damit sie ebenso wie Dein Portemonnaie von natürlichem Licht und Kühlsystemen profitieren können.

Air Flow Cannabis im Freien

SPARE WASSER UND RECYCLE ES

Cannabis ist eine durstige Pflanze, woran Du leider als Grower nicht viel ändern kannst, außer darauf zu achten, dass Du kein Wasser verschwendest. Das Hauptproblem entsteht dann, wenn der Cannabisanbau nicht biologisch erfolgt (was bei den meisten kommerziellen Betrieben der Fall ist). In diesem Fall enthält das Abwasser Düngemittel und möglicherweise Pestizide; ebenso weist es einen unausgeglichenen pH-Wert auf.

Systeme zur Entsalzung und Umkehrosmose können den größten Teil des während des Wachstums verwendeten Wassers zurückgewinnen. Diese Technologien erfordern jedoch einen zusätzlichen Investitions- und Wartungsaufwand. Das Sammeln von Regenwasser ist dagegen eine großartige und einfache Möglichkeit, um Wasser zu sparen und die Pflanzen mit chlor- und kalziumfreiem Wasser zu versorgen. Leider ist für diese bewährte Methode im Freien zusätzlicher Platz erforderlich, und in der Regel regnet es gerade dann nicht genug, wenn das Wasser am dringendsten benötigt wird.

STELLE DEINE EIGENE BIO-ERDE UND NATÜRLICHE PESTIZIDE HER

Bio-Methoden für den Anbau von Cannabis können die Pflanzen grüner und den Garten nachhaltiger machen. Sie sind besser für die Pflanzen und ideal für die Konsumenten, aber ökologisch angebaute Pflanzen sind teurer. Außerdem ist Bio-Cannabis auf dem Markt nur sehr schwer zu finden. Trotzdem kann der ökologische Gartenbau langfristig Geld sparen und ist möglicherweise günstiger als ein intensiver Cannabisanbau in Innenräumen oder sogar im Freien.

Biologischer Anbau beginnt im Boden. Ein gut aufbereitetes organisches Wachstumsmedium erfordert im Laufe der Zeit nur wenige Änderungen und die enthaltenen Nährstoffe stehen den Pflanzen aufgrund der Wirkung nützlicher Mikroorganismen direkt zur Verfügung. Natürlich erfordert dieses Verfahren die Herstellung von Kompost und eventuell auch eine zusätzliche Mischung natürlicher Düngemittel. Falls der Anbauer diese Mühe scheut oder Kompost nicht günstig zu haben ist, ist es immer möglich, Säcke mit gutem Boden und Flaschen mit organischen Nährstoffen direkt im örtlichen Grow-Shop zu kaufen. Eines aber ist sicher: Schädliche Chemikalien und anorganische Düngemittel sind tabu.

Dasselbe gilt für Pestizide. Du solltest industrielle Schädlingsbekämpfungsmittel durch biologische Organismen oder Produkte, die Parasiten fressen oder fernhalten können, ersetzen. Organische Schädlingsbekämpfungstechniken basieren auf der Pflanzenvielfalt im Garten, auf der Einführung von nützlichen Insekten und Mikroorganismen sowie auf natürlichen Verbindungen, die auf die Blätter gesprüht werden, um Parasiten zu vernichten.

Bio-Boden und Pestizide

LERNE VON HI-TECH-GEWÄCHSHÄUSERN

Gewächshäuser sind in der florierenden Cannabisbranche schnell populär geworden, da sie von den Nutzen der Sonne profitieren, aber ebenso eine kontrollierbare Umgebung bieten und so die Pflanzen vor natürlichen Widrigkeiten schützen können. Mit einer integrierten technologischen Umgebung, bestehend aus Sensoren, intelligenten Klimageräten, hocheffizienten Glühbirnen mit fein abgestimmter Lichtemission und ausgefeilten Nährstoffeinspeisungsprogrammen, erreichen die heutigen High-Tech-Gewächshäuser ein überlegenes Maß an Energieoptimierung, die dem Ziel dient, das Gramm/Watt-Verhältnis des Endprodukts zu verbessern. Einige Grower haben sich sogar einer Art Künstliche-Intelligenz-Software zugewandt, um Daten zu analysieren und die effizientesten Methoden zu ermitteln, mit denen sich die größten Erträge erzielen lassen.

Selbst wenn der durchschnittliche Anbau für den Eigenbedarf keine große Umweltbelastung darstellt und sich die Ziele von den kommerziellen Unternehmungen unterscheiden, ist es trotzdem eine gute Angewohnheit, die Entwicklung der Technologie in der Cannabisbranche im Auge zu behalten, weil dies zu einer effizienteren und nachhaltigeren Anbaupraxis führt. Energieeinsparungen, Bioanbau und Abfallreduzierung sollten ein Muss für jeden Home-Grower sein, der verantwortungsbewusst vorgehen, Geld sparen und hochwertige, schadstofffreie Cannabisblüten anbauen möchte.

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