Nach Jahrzehnten des Verbots und der Herabwürdigung wird Cannabis derzeit wieder als Medizin anerkannt. Die entspannende Gesetzgebung in einigen Regionen der Welt, einschließlich mehrerer amerikanischer Staaten, ermöglicht eine immer umfassendere wissenschaftliche Analyse von Cannabis und seinen Komponenten.

Es wird bereits seit einiger Zeit allgemein akzeptiert, dass der menschliche Körper auf sehr spezifische Weise auf eine Familie von natürlichen Chemikalien reagiert, die in der Cannabispflanze vorkommen und die unter dem Namen Cannabinoide bekannt sind. Das menschliche Endocannabinoid-System wird stark von diesen Verbindungen beeinflusst und besteht aus Rezeptorstellen, die man im ganzen Körper findet. Wenn Cannabinoide eingenommen werden, aktivieren sie diese Rezeptorstellen, was wiederum eine dramatische Wirkung auf bestimmte Krankheiten und gesundheitliche Störungen ausübt.

Eine Erkrankung, für deren Behandlung Cannabis ein konsistentes Potenzial zu zeigen scheint, ist die Epilepsie. Genauer gesagt hat die Forschung gezeigt, dass Cannabis helfen kann, die Krampfanfälle und damit verbundenen Symptome einer seltenen und schweren Form der kindlichen Epilepsie, bekannt als Dravet-Syndrom, zu lindern.

Kinder Epilepsie Dravet-Syndrom

DRAVET-SYNDROM

Das Dravet-Syndrom kann bei Kindern schon im ersten Lebensjahr auftreten. Bei rund 80 Prozent der Menschen, die unter dieser Krankheit leiden, wurde eine Genmutation festgestellt, die Probleme bei den biologischen Prozessen innerhalb des Gehirns verursacht. Leider weisen die meisten Kinder, die unter dem Dravet-Syndrom leiden, eine Art Entwicklungsstörung auf, die mit der Erkrankung im Zusammenhang steht.

Der erste Anfall, den das Dravet-Syndrom auslöst, wird meist von Fieber begleitet und beinhaltet ruckartige Bewegungen, die auf eine Körperhälfte beschränkt sind. Krampfanfälle, die durch das Syndrom verursacht werden, dauern oft länger als 2 Minuten, wobei lebensbedrohliche Anfälle bis zu 30 Minuten anhalten können.

ANFALLSAUSLÖSER

Laut der Epilepsy Foundation umfassen die Krampfanfälle, die durch das Dravet-Syndrom verursacht werden, myoklonische Anfälle, tonisch klonische Anfälle, Absence-Anfälle, atypische Absence-Anfälle, atonische Anfälle, partielle Anfälle und nichtkonvulsiver Status epilepticus. Einige dieser Anfallsarten werden durch Infektionen, Veränderungen der Körpertemperatur, blinkende Lichter und emotionalen Stress ausgelöst. Gesundheitliche Probleme, die mit dem Dravet-Syndrom assoziiert sein können, umfassen niedrigen Muskeltonus, chronische Infektionen, Ernährungsprobleme, Autismus und unsicheren Gang, sowie weitere gesundheitliche Störungen.

Man schätzt, dass etwa einer von 20.000 bis zu einem von 40.000 Menschen an dieser Krankheit leidet. Das Dravet-Syndrom wird in der Regel mit einer Reihe verschiedener pharmazeutischer Anfallsmedikamente behandelt. Allerdings weiß man, dass auch die ketogene Diät - eine Ernährungsform mit extrem hohem Fettanteil bei niedrigen Protein- und Kohlenhydratanteilen - eine positive Wirkung ausübt.

DIE ROLLE VON CANNABIS

Eine aktuelle Studie, die im New England Journal of Medicine unter dem Titel "Trial of Cannabidiol for Drug-Resistant Seizures in the Dravet-Syndrome" veröffentlicht wurde, gibt wieder, wie CBD diese Erkrankung positiv beeinflussen könnte. Die Autoren der Studie bemerken, dass das Dravet-Syndrom „eine komplexe kindliche Epilepsieerkrankung ist, die mit medikamentenresistenten Anfällen und einer hohen Mortalität verbunden ist. Wir haben Cannabidiol bei der Behandlung von behandlungsresitenten Anfällen bei Dravet-Syndrom untersucht. "

Cannabidiol, allgemein bekannt als CBD, ist eines der primären Cannabinoide aus der Cannabispflanze. CBD zeigt positive Effekte bei einer Vielzahl von medizinischen Störungen und Krankheiten, einschließlich der Epilepsie und es konnte nachgewiesen werden, dass es bei der Behandlung von Tumoren, Entzündungen und Angststörungen wirksam ist.

Medikamente Dravet Syndrom Kinder Epilepsie

Die oben genannte Forschungsarbeit basierte auf einer doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studie, bei der 120 Kindern und jungen Erwachsenen mit Dravet-Syndrom und behandlungsresistenten Anfällen entweder CBD oder ein Placebo verabreicht wurde. Sowohl CBD als auch das Placebo wurden über eine orale Lösung eingenommen. Die Lösung mit CBD enthielt 20mg des Cannabinoids pro 1kg Körpergewicht. Den Studienteilnehmern verabreichte man auch reguläre antiepileptische Medikamente.

Die Ergebnisse der Studie waren insgesamt recht positiv. In der Tat zeigten die Probanden innerhalb der CBD-Gruppe Anzeichen einer Verbesserung der Symptome. Der Anteil der Patienten in der CBD-Gruppe, bei denen mindestens eine 50-prozentige Verringerung der Anfälle feststellbar war, betrug 43 Prozent, im Gegensatz zu den 27 Prozent innerhalb der Placebo-Gruppe.

Weiterhin reduzierte sich die Gesamthäufigkeit der Anfälle bei den Probanden innerhalb der Gruppe, die CBD erhielt, signifikant, wohingegen etwas Vergleichbares innerhalb der Placebo-Gruppe nicht beobachtet wurde. Darüber hinaus stellte sich bei 5 Prozent der Patienten aus der CBD-Gruppe erstaunlicherweise Anfallsfreiheit ein - ein bemerkenswertes Ergebnis, das sich bei den Probanden aus der Kontrollgruppe nicht ergab.

SCHLUSSFOLGERUNG

Obwohl die Ergebnisse aus der Studie beeindruckend ausfallen, erweist sich CBD nicht als Allheilmittel. Probanden innerhalb der CBD-Gruppe hatten nämlich unter mehr Nebenwirkungen zu leiden als die Probanden aus der Placebo-Gruppe, wozu Müdigkeit, Erbrechen und Durchfall zählten.

Die Autoren der Studie schlossen: "Unter den Patienten mit dem Dravet-Syndrom führte Cannabidiol zu einer stärkeren Reduktion der Anfallshäufigkeit als das Placebo und war mit höheren Raten von unerwünschten Nebenwirkungen verbunden." Obwohl diese Studie nicht genau beantworten kann, wie CBD bei der Behandlung des Dravet-Syndroms genau funktioniert, liefert sie einen ermutigenden Präzedenzfall für weitere Forschung zu diesem Thema.

 

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