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By Luke Sumpter


Rosazea betrifft nicht nur die Haut. Die Erkrankung belastet auch den Geist. In Verbindung mit negativen Veränderungen ihres Aussehens erleben viele Patienten psychische Probleme. Derzeit werden Patienten mit dem Leiden Antibiotika, topische Gels und sogar Lichttherapie angeboten. Doch die Forscher sind auf der Suche nach mehr Behandlungsoptionen und einige von ihnen haben Cannabis im Blick.

Was ist Rosazea?

Als chronisch wiederkehrende Entzündungserkrankung verursacht Rosazea Rötungen, Schwellungen und Reizungen. Die fluktuierende Eigenart der Krankheit bedeutet, dass Patienten wiederkehrende Schub- und Remissionsphasen durchleben. Gegenwärtig sind circa 10% der Bevölkerung von Rosazea betroffen, wobei die Hauterkrankung unter hellhäutigen Nordeuropäern[1] am verbreitetsten ist.

Für Rosazea gibt es keine Heilung. Glücklicherweise ist das Leiden nicht gefährlich und permanenter Hautschaden selten. Viele Patienten haben jedoch mit psychologischen Implikationen zu kämpfen. Rosazea tritt hauptsächlich im Gesicht auf – ein Bereich des Körpers, den wir nutzen, um sowohl verbal als auch über Mimik zu kommunizieren. Das Gesicht spielt eine große Rolle für das Selbstvertrauen einer Person und das immer wiederkehrende Auftreten von Rötungen, Schwellungen und sichtbaren Blutgefäßen kann zur Furcht vor Beurteilung und sogar zu Angstzuständen sowie Depressionen[2] führen.

Ärzte verschreiben eine Reihe von Behandlungen, um die mit Rosazea verbundene Rötung und Schwellung zu behandeln, darunter zum Beispiel topische Gels, Antibiotikakuren und intensive Lichtpuls-Therapie (IPL). Während diese Behandlungen bei manchen Patienten gut wirken, müssen andere nach alternativen Quellen der Linderung suchen. Forscher arbeiten daran, neue Möglichkeiten der Behandlung dieses Leidens zu finden, und in diesem Zusammenhang hat Cannabis ihr Interesse geweckt.

Was ist Rosazea?
  • Stehen Rosazea und Psoriasis in Zusammenhang?

Rosazea und Psoriasis werden regelmäßig miteinander verwechselt. Beide Erkrankungen sind chronisch, gehen auf Entzündung zurück und manifestieren sich als Rötung sowie Schwellungen. Allerdings sind beide Leiden mit unterschiedlichen Vorgängen verbunden und ihre Symptome sind zudem einzigartig.

Im Gegensatz zu Rosazea, die ihren Ursprung in Immunfunktions- und neurovaskulären Störungen hat, ist Psoriasis eine Autoimmunerkrankung, die die Vermehrung von Hautzellen beschleunigt. Dies verursacht eine Ansammlung von Zellen, die an die Oberfläche drängen, was zu roten, schuppigen Hautstellen sowie darauffolgendem Juckreiz und Reizungen führt.

Psoriasis kommt auch an verschiedenen Stellen auf der ganzen Haut zum Vorschein – sie betrifft vorwiegend die Kopfhaut, den Rumpf, die Ellenbogen, Knie und Genitalien –, wohingegen Rosazea im Gesicht und an den Augen auftritt. Schübe der Krankheiten werden zudem mit unterschiedlichen Auslösern in Verbindung gebracht. Im Folgenden wirst Du die Auslöser von Rosazea erfahren. Psoriasis hingegen wird durch Infektionen, Stress, kaltes Wetter, Alkohol und manche verschreibungspflichtige Medikamente verschlimmert.

Wie Rosazea auftritt

Die genaue Ursache von Rosazea bleibt unbekannt, Forscher verweisen aber auf eine Kombination aus einem überaktiven Immunsystem, Genetik und Umweltfaktoren. Unter diesen scheint die Genetik eine entscheidende Rolle einzunehmen, da die Erkrankung bei bis zu 50% der Patienten durch eine familiäre Vorbelastung bedingt ist.

Entgegen der allgemeinen Auffassung ist das Leiden nicht auf schlechte Hygiene zurückzuführen und kann nicht von einer Person auf eine andere übertragen werden, ist also nicht ansteckend. Auch wenn die genauen molekularen Mechanismen hinter Rosazea unbekannt bleiben, sollen gewisse Trigger[3] die Krankheit bei anfälligen Individuen verschlimmern. Hierzu gehören:

Mikroben UV-Strahlung
Ernährung Extreme Temperaturen
Störung der Hautbarriere Psychologischer Stress
Hormonschwankungen

Was die Ernährung anbelangt, sind mehrere Lebensmittel und Getränke übliche Verdächtige. Die Folgenden verursachen bekanntermaßen regelmäßig Schübe:

Heiße Getränke wie Tee und Kaffee Alkohol
Gewürze Tomaten
Zitrusfrüchte Schokolade

Als unser zweitgrößtes Organ spielt die Haut eine entscheidende Rolle in der menschlichen Physiologie. Aber sie existiert nicht als inerte Barriere, die das Innere des Körpers von der Außenwelt trennt. Über eine Reihe von komplexen Netzwerken ist die Haut mit dem Nerven-, Immun- und Hormonsystem verflochten. Verschiedene Zellarten sind in Rosazea verwickelt, darunter:

  • Keratinozyten: Primäre Zellart der äußersten Hautschicht; schützt vor UV-Strahlen und Erregern
  • Mastzellen: Helfen, die Immunreaktion zu regulieren; enthalten an Entzündungen beteiligte Chemikalien wie Histamine und Zytokine
  • Neuronen: Zellen des Nervensystems, die elektrische und chemische Signale übertragen
  • Epithelzellen: Eine weitere wichtige und schützende Zellart der Haut
  • Makrophagen: Immunzellen, die Erreger erkennen und zerstören
  • Fibroblasten: Sondern Kollagen ab und helfen, Bindegewebe zu bilden

Diese Bestandteile tragen zum angeborenen Immunsystem bei; dem unspezifischen Abwehrsystem, das seit der Geburt im Körper aktiv ist. In einigen dieser Zellen enthaltene Rezeptoren helfen, Bedrohungen wie Erreger und körperliche Traumen zu erkennen. Sobald sie erkannt wurden, setzt das angeborene Immunsystem in der Haut einen chemischen Angriff in Gang, indem es antimikrobielle Peptide wie Zytokine und Chemokine absondert. Diese entzündungsfördernden Moleküle helfen, Invasoren abzuwehren, könnten aber auch zu Symptomen von Rosazea beitragen, wenn die Signalwege gestört werden.

Die Forschung hat festgestellt, dass Rosazea-Patienten höhere Werte von Rezeptoren aufweisen, die diese Bedrohungen erkennen, sowie höhere Werte von mit Angiogenese (der Bildung von neuen Blutgefäßen) verbundenen antimikrobiellen Peptiden, was zu Symptomen wie Rötung und Schwellungen beitragen könnte[4]. Auslöser wie Stress, UV-Strahlung und Hormone könnten diese chemische Kaskade ebenfalls entfachen, was zu Schwellungen, Hautempfindlichkeit, Juckreiz und Vasodilatation (Erweiterung der Blutgefäße) führt.

Wie Rosazea auftritt
  • Symptome von Rosazea

Die Hauptsymptome von Rosazea sind unter anderem:

  • Rötung der Nase, Wangen, Stirn und des Kinns
  • Brennendes und stechendes Gefühl beim Waschen des Gesichts oder der Verwendung von Kosmetikprodukten
  • Sichtbare Blutgefäße auf der Oberfläche der Haut
  • Kleine rosafarbene oder rote Pusteln

Andere Symptome, die sich entwickeln können, sind:

Trockene Haut Schwellungen um die Augen
Gelbe Flecken auf der Haut Verdickung der Haut auf der Nase
Entzündete Augenlider Juckreiz

Cannabis, das ECS und Rosacea: Das Potenzial verstehen

Nun, was könnte Cannabis mit Rosacea-Symptomen in Zusammenhang bringen? Das wissen wir schlichtweg nicht. Es existieren keine Humanstudien, die Cannabis oder aus Cannabis gewonnene Produkte an erkrankten Personen getestet haben. Allerdings gewähren andere Studien Einsichten darin, wie das Kraut diese Krankheit womöglich beeinflussen kann.

  • Die aufkommende Rolle des ECS bei Hauterkrankungen

Zuallererst einmal wissen wir, dass die in Cannabis enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe, die als Cannabinoide bezeichnet werden, die Homöostase (das Gleichgewicht) der Haut fördern. Sie tun dies, indem sie mit dem Endocannabinoid-System (ECS) interagieren. Das als universeller Regulator[5] des menschlichen Körpers bezeichnete ECS hilft vom Gehirn bis zu den Knochen vielen Körperfunktionen, diesen Gleichgewichtszustand aufrechtzuerhalten.

Das ECS besteht aus mehreren Schlüsselkomponenten, darunter Rezeptoren, Signalmoleküle und Enzyme. Cannabinoide aus der Cannabispflanze schaffen es, an diese Rezeptoren zu binden, indem sie die vom Körper produzierten Signalmoleküle imitieren – eine als Endocannabinoide bekannte Klasse von Chemikalien. Aber nicht alle Cannabinoide binden direkt an diesen Stellen. CBD besitzt zum Beispiel nur eine geringe Affinität zu ihnen. Stattdessen löst es seinen Einfluss auf das ECS hauptsächlich dadurch aus, dass es auf Enzyme abzielt, die an der Endocannabinoid-Produktion beteiligt sind.

Woher wissen wir, dass das ECS eine wichtige Rolle in der Haut spielt? Forscher haben Bestandteile des Systems in Hautzellen entdeckt und fanden so heraus, dass das ECS eine wichtige Rolle[6] bei der Zellvermehrung, dem Zellwachstum und der Hormonproduktion spielt. Wenn das ECS arbeitet wie es sollte, hilft es, die Vorgänge in der Haut reibungslos ablaufen zu lassen.

Als solches haben Forscher festgestellt, dass bei zahlreichen Hauterkrankungen eine Fehlregulation des ECS eine Rolle spielt, einschließlich atopischer Dermatitis, Psoriasis, Sklerodermie und Hautkrebs. Cannabinoide bieten ein potenzielles Mittel zur Beeinflussung dieses Systems[7], doch noch ist unklar, in welchem Ausmaß.

  • Cannabis und Rosacea-Symptome

Cannabis mag das Potenzial haben, die Haut im Allgemeinen zu beruhigen, aber wie könnte es die Symptome von Rosacea bekämpfen? Entzündungen spielen eine Schlüsselrolle bei der Erkrankung und erste Forschungsarbeiten haben Cannabinoide auf ihr Potenzial zur Unterdrückung dieses physiologischen Prozesses untersucht.

In einer 2013 in der Zeitschrift Allergy veröffentlichten Tierstudie[8] wurde das entzündungshemmende Potenzial von topisch angewendetem THC in einem Mausmodell für atopische Dermatitis getestet. Die Forscher fanden heraus, dass THC entzündliche Moleküle beeinflusst, die von Keratinozyten freigesetzt werden – den oben erwähnten schützenden Hautzellen.

Trotz der Fähigkeit von THC, sowohl an CB1- als auch an CB2-Rezeptoren des ECS zu binden, stellte diese Studie fest, dass das Cannabinoid seine Wirkung unabhängig von diesen Rezeptoren entfalten kann. Insgesamt kamen die Forscher zu dem Schluss, dass ihre Ergebnisse weitere Studien über Cannabinoide als Mittel zur Behandlung entzündlicher Hauterkrankungen nahelegen, und Rosacea fällt in diese Kategorie.

Darüber hinaus wollen die Forscher herausfinden, ob sie Cannabisverbindungen nutzen können, um Juckreiz und rote, empfindliche Haut zu bändigen. Eine 2020 im Journal of the American Academy of Dermatology veröffentlichte Revision[9] untersuchte die Beziehung zwischen Cannabinoiden und bestimmten Nervenfasern, die eine Rolle beim Juckreiz spielen.

Diese Revision dokumentiert auch laufende Studien, in denen die Wirksamkeit von medizinischem Cannabis bei Juckreiz (Pruritus) im Zusammenhang mit atopischer Dermatitis, Psoriasis und allergischer Dermatitis sowie anderen Erkrankungen untersucht wird. Die Autoren kommen jedoch zu dem Schluss, dass streng kontrollierte klinische Studien erforderlich sind, um das Potenzial der Cannabinoid-Behandlung von Juckreiz zu bestätigen.

Abgesehen von Cannabinoiden produziert das Kraut auch über 200 Terpene. Diese aromatischen Moleküle sind für den Geruch und Geschmack der verschiedenen Sorten verantwortlich, dienen aber auch als Reservoir für ein ganzheitliches Potenzial. In einer Revision aus dem Jahr 2011[10] mit dem Titel "Botanicals and anti-inflammatories: natural ingredients for rosacea" wurden die Nutzen verschiedener Pflanzenarten bei Rosacea untersucht. Mehrere der Wirkstoffe dieser Pflanzen kommen auch in Cannabis vor, darunter Linalool und Kampfer.

Cannabis und Rosacea-Symptome

CBD gegen Rosacea-Symptome

Welchen Stellenwert hat CBD bei all dem? Das nicht-berauschende Cannabinoid ist in den letzten Jahren ins Rampenlicht gerückt und in Studien werden derzeit die entzündungshemmenden und hautberuhigenden Eigenschaften der Phytochemikalie untersucht.

Eine 2020 in der Zeitschrift Clinical, Cosmetic and Investigational Dermatology veröffentlichte Revision[11] untersuchte die Beziehung zwischen CBD und der Gesundheit und den Erkrankungen der Haut. Der Bericht geht auf Möglichkeiten ein, wie das Cannabinoid die Symptome von Entzündungen beeinflussen könnte. Der Bericht verweist beispielsweise auf laufende präklinische Studien, in denen das antinozizeptive (den Schmerzreiz blockierende) Potenzial von CBD in neuropathischen und entzündlichen Schmerzmodellen untersucht wird.

Die in der Revision zusammengestellten Forschungsergebnisse enthüllen auch die Rolle des CB1-Rezeptors bei der Juckreizreaktion. Tierstudien zeigen, dass eine Erhöhung der zirkulierenden Endocannabinoide in Mausmodellen den Juckreiz reduziert. Interessanterweise wirkt CBD auf Enzyme des ECS in einer Weise, die den Endocannabinoid-Spiegel vorübergehend erhöht. Genauer gesagt hemmt es ein Enzym[12], das als Fettsäureamid-Hydrolase (FAAH) bekannt ist und die Aufgabe hat, das Endocannabinoid Anandamid abzubauen, ein Molekül, das an CB1 bindet.

Allerdings haben die Forscher diesen Mechanismus beim Menschen noch nicht nachgewiesen, ebenso wenig wie seine Wirksamkeit in der Linderung der Symptome von Hautkrankheiten.

Wie Cannabis oder CBD bei Rosacea eingesetzt werden kann

Ohne Daten aus klinischen Studien weiß niemand genau, wie und in welcher Menge CBD bei Rosacea eingesetzt werden sollte. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Möglichkeiten, das Cannabinoid zu konsumieren oder anderweitig anzuwenden, darunter oral, sublingual, durch Inhalation und topisch. Bei Rosacea oder anderen Hautkrankheiten ist es am sinnvollsten, sich für eine topische Anwendung zu entscheiden, sei es mit normalem CBD-Öl oder speziellen Hautcremes, Salben und Lotionen.

Werden CBD-Cremes auf die Haut aufgetragen, gelangt das Cannabinoid direkt zu den betroffenen Zellen. Viele der auf dem Markt erhältlichen Produkte enthalten noch weitere beruhigende Pflanzenstoffe, die die Haut mit Feuchtigkeit versorgen und nähren.

Rosacea wird nicht verschwinden, aber Cannabinoide könnten die Symptome lindern

Zum jetzigen Zeitpunkt scheint es, dass Cannabis und seine Wirkstoffe Rosacea nicht verschwinden lassen würden. Einige Patienten berichten jedoch, dass topische Cremes, die Cannabinoide und andere nützliche Inhaltsstoffe enthalten, die Symptome lindern. In Anbetracht des riesigen und weitgehend ungenutzten Potenzials von Cannabinoiden und Terpenen sind die Forscher auf jeden Fall gut beraten, die Cannabispflanze weiter zu erforschen, in der Hoffnung, die Symptome von Hautkrankheiten wie Rosacea zu lindern.

External Resources:
  1. Rosacea: Epidemiology, pathogenesis, and treatment https://www.tandfonline.com
  2. Psychosocial aspects of rosacea with a focus on anxiety and depression https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  3. New insights into rosacea pathophysiology: a review of recent findings - PubMed https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  4. Rosacea as a disease of cathelicidins and skin innate immunity - PubMed https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  5. The Endocannabinoid System, Our Universal Regulator https://www.jyi.org
  6. The endocannabinoid system of the skin in health and disease: novel perspectives and therapeutic opportunities https://www.sciencedirect.com
  7. The endocannabinoid system of the skin. A potential approach for the treatment of skin disorders https://www.sciencedirect.com
  8. Anti-inflammatory activity of topical THC in DNFB-mediated mouse allergic contact dermatitis independent of CB1 and CB2 receptors - PubMed https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  9. Cannabinoids for the treatment of chronic pruritus: A review https://www.sciencedirect.com
  10. Europe PMC https://europepmc.org
  11. Therapeutic Potential of Cannabidiol (CBD) for Skin Health and Disorders https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  12. Cannabidiol enhances anandamide signaling and alleviates psychotic symptoms of schizophrenia https://www.ncbi.nlm.nih.gov
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