Es gibt unzählige Möglichkeiten, Cannabis zu konsumieren, vom Rauchen der Blüten über das Dabben bis hin zum Naschen köstlicher Edibles. Um high zu werden, stellen jedoch Ölextrakte eine der wirksamsten Methoden dar. Unter diesen Präparaten sticht das Rick Simpson Oil (RSO) hervor – und zwar als eines der bekanntesten und umstrittensten. Dabei nehmen die meisten Leute RSO gar nicht ein, um high zu werden. Diese Form von Cannabisöl wurde vielmehr nach der Veröffentlichung eines Dokumentarfilms berühmt, in dem behauptet wurde, es besäße große Heilkräfte – einschließlich des Potenzials, Krebs zu behandeln.

Trotz des Fehlens klinischer Belege für diese Aussagen hat RSO in den sozialen Medien und darüber hinaus große Wellen geschlagen. Seit seiner Verbreitung sind Tausende persönlicher Erfahrungsberichte aufgetaucht, die von seiner Wirksamkeit bei einer Vielzahl von Erkrankungen zeugen.

Aber RSO und die Bewegung, die es hervorgerufen hat, ruft auch Kritiker und Skeptiker auf den Plan. Obwohl laufende präklinische Studien die antitumorale Wirkung von Cannabinoiden untersuchen, glauben viele Experten, dass es viel zu früh ist, die bombastischen Aussagen zu RSO zu unterstützen.

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Font: Yervaguena

Wer ist Rick Simpson?

Rick Simpson wurde nach der Veröffentlichung von Run From the Cure im Jahr 2008 zu einer herausragenden Figur innerhalb der Cannabis-Community und darüber hinaus. Run From the Cure ist ein Dokumentarfilm, der beschreibt, wie Simpson die hochwirksamen Cannabisextrakte entdeckte.

Simpson zog sich während seiner Arbeit als Ingenieur in Nova Scotia, Kanada, eine Verletzung zu. 1997 stürzte er bei einem Routinejob, schlug sich den Kopf auf und wurde bewusstlos. Obwohl Simpson sich nach einem Krankenhausaufenthalt wieder erholte, litt er in der Folge an anhaltendem Schwindel und Tinnitus.

Herkömmliche pharmazeutische Behandlungen trafen nicht ins Schwarze. Simpson war unzufrieden, weil das medizinische System nicht die gewünschte Hilfe bot. Also nahm er es auf sich, die Lösung selbst zu finden, und stieß schließlich auf Cannabis. Nachdem er 1997 eine Fernsehsendung über die Pflanze gesehen hatte, bat er einen engen Freund um einen Joint.

Zu seiner Überraschung half ihm die Pflanze, seine Symptome zu bewältigen. In einer zu optimistischen Anwandlung erzählte Simpson seinem Arzt von diesem Ergebnis und bat um ein Rezept für medizinisches Cannabis. Dies lehnte der Arzt jedoch ab. Diese Reaktion störte Simpson gewaltig und ließ ihn das medizinische System insgesamt in Frage stellen.

Er ertrug noch mehrere Jahre der Qual, in denen sich sein gesundheitlicher Zustand verschlechterte, und gelangte sogar an den Punkt, an dem er daran dachte, sein Leben zu beenden. Dann erinnerte er sich jedoch daran, wie Cannabis ihm in der Vergangenheit einige Erleichterung verschafft hatte. Mit dem neu entdeckten Wunsch, sich selbst zu heilen, baute Simpson einige Pflanzen an, extrahierte ihre Bestandteile und stellte ein Öl her, das ihn letztendlich als berühmten Cannabisaktivisten in die Geschichtsbücher bringen sollte.

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Der geschichtliche Hintergrund von RSO

Simpson schuf RSO, indem er einfach der Spur seiner eigenen Logik folgte. Indem er eine Alkoholextraktion der Bestandteile der Cannabispflanze verwendete, hoffte er, die erhöhte Konzentration an Wirkstoffen würde zu einer besseren Linderung führen. Und seine Intuition behielt Recht: Laut Simpson sank sein Blutdruck, die Symptome seiner Verletzung verschwanden und sein Schlaf verbesserte sich.

Allein diese Geschichte hätte Simpson wahrscheinlich schon in die Geschichtsbücher gebracht. Allerdings sollte seine Angelegenheit kurz darauf eine ernstere und aufmerksamkeitsstarke Wendung nehmen. Im Jahr 2003 diagnostizierte man bei Simpson eine Form von Hautkrebs (Basalzellkarzinom). Er unterzog sich einer Operation, die den Krebs entfernte, doch kehrte dieser schnell wieder zurück.

Mit Blick auf seine persönlichen Erfahrungen mit Cannabisextrakten vertraute Simpson erneut auf seine Rezeptur. Ebenso las er einen im Journal of the National Cancer Institute veröffentlichten Artikel, der sein Vertrauen in die Pflanze weiter stärkte. Die betreffende Studie[1] untersuchte die Antitumorwirkung von Cannabinoiden (einschließlich THC und **CBN) bei Mäusen.

Diese Studie gab Simpson genug Selbstvertrauen, um sein Öl auf die ultimative Probe zu stellen: Er trug es direkt auf seinen Hautkrebs auf. Ihm zufolge verschwanden die Wucherungen innerhalb einer Woche. Angetrieben von "Run From the Cure" ging seine Geschichte auch online viral. Simpsons Erfolgsstory inspirierte Tausende anderer Menschen, ebenfalls RSO zu nutzen, um sich selbst zu helfen. Simpson richtete auch seine eigene Website ein – Phoenix Tears[2] – die Dosierungsanweisungen enthält und Interessierte durch den Prozess der Herstellung ihres eigenen Öls führt.

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Wofür wird RSO verwendet?

Menschen verwenden RSO, um eine Vielzahl gesundheitlicher Probleme zu behandeln. Als Vollspektrum-Cannabisextrakt enthält das Öl Cannabinoide, Terpene, Flavonoide und weitere Cannabisbestandteile. Forscher untersuchen derzeit weiterhin die Rolle dieser Verbindungen bei einer Vielzahl von Krankheiten und gesundheitlichen Störungen.

Vergiss allerdings nicht, dass dies allein die Verwendung des Öls noch nicht rechtfertigt – schon gar nicht als eigenständige Therapie. Um herauszufinden, wozu dieses Cannabisöl wirklich fähig ist, sind noch umfassende und kontrollierte klinische Studien erforderlich. RSO muss auf dieser Ebene einfach noch medizinisch überprüft werden, weshalb sein Einsatz derzeit nicht von medizinischen Einrichtungen unterstützt wird.

Ungeachtet des Mangels an Daten nutzen dennoch viele Menschen RSO – aus purer Verzweiflung. Schwerwiegende Diagnosen und unwirksame Medikamente haben Betroffene dazu veranlasst, sich bei einer Reihe von Erkrankungen mit RSO selbst zu behandeln, darunter:

Arthritis Asthma
Multiple Sklerose Krebs
Entzündungen Depressionen
Schlaflosigkeit

RSO vs. Cannabistinktur: Was ist stärker?

RSO bietet eine viel konzentriertere Dosis an Cannabinoiden und anderen Komponenten als normale Cannabistinkturen. Bei der Herstellung von RSO wird das gesamte restliche Lösungsmittel abgekocht, so dass rohes und unverdünntes Cannabisöl zurückbleibt. Im Gegensatz dazu enthalten Tinkturen noch das ursprüngliche Lösungsmittel. Obwohl sie stark sind, werden sie mit Alkohol verdünnt und liefern weniger konzentrierte Dosen der Cannabis-Phytochemikalien.

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Wie man Rick-Simpson-Öl herstellt

Es gibt viele Optionen, mit denen man Cannabisöl herstellen kann, von Kokosöl bis zu Olivenöl. RSO unterscheidet sich allerdings von den meisten anderen Formen von Cannabisöl, da es komplett ohne Trägeröle auskommt. Im Endergebnis entsteht ein dickflüssiger, viskoser Extrakt, der aus nichts anderem als Cannabis-Phytochemikalien besteht. Finde nun hier heraus, wie Du es selbst herstellen kannst.

Ausrüstung und Zutaten

Bevor Du beginnen kannst, brauchst Du viel Gras, um eine anständige Menge RSO zu produzieren. Es werden etwa 450g getrocknete Blüten benötigt, um 60g Öl zu erhalten. Such Dir diese Dinge zusammen, um RSO zu Hause zu machen:

  • 450g getrocknete Blüten
  • 9l 99% Isopropylalkohol
  • 20-Liter-Eimer aus lebensmittelechtem Kunststoff
  • Tiefe Schüssel
  • Holzlöffel
  • Mulltuch
  • Reiskocher
  • Kunststoffspritze(n)
  • Büroklammer
  • Feuerzeug

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Anleitung

  1. Gib Deine Blüten in den Eimer und weiche sie in Isopropylalkohol ein.
  2. Rühre die Blüten mit dem Holzlöffel ein und anschließend um.
  3. Rühre ungefähr drei Minuten lang um, bis sich die Cannabisbestandteile im Lösungsmittel aufgelöst haben.
  4. Das Lösungsmittel durch das Mulltuch in die große Schüssel abseihen.
  5. Du kannst einen zweiten Durchgang mit dem übrig gebliebenen Pflanzenmaterial durchführen, indem Du denselben Vorgang wiederholst. Dies ist jedoch optional und erfordert viel mehr Lösungsmittel.
  6. Stelle den Reiskocher an einen gut belüfteten Ort und fülle ihn zu 75%.
  7. Stelle den Reiskocher auf eine Temperatur von 100–110°C ein. Fülle die restliche Lösung weiter in den Kocher, während das Lösungsmittel verdampft. Da die Lösungsmitteldämpfe leicht entzündlich sind, musst Du Funken, brennende Zigaretten/Spliffs und andere Flammen vom Herd fernhalten.
  8. Wenn das Lösungsmittel verdampft, bleibt ein dicker, teerartiger Rohextrakt zurück. Biege die Büroklammer auseinander und tupfe die Spitze in den Extrakt. Gehe in einen anderen Raum und halte das Feuerzeug an das Öl. Falls es Feuer fängt, muss Deine Mischung noch eine Weile kochen, bis das Lösungsmittel wirklich restlos abgekocht ist.
  9. Sobald das Lösungsmittel vollständig entfernt ist, ziehst Du das Öl auf die Spritzen auf und bewahrst es im Kühlschrank auf. Halte die Spritzen vor der Dosierung unter laufendes warmes Wasser, falls Du feststellst, dass das Öl zu hart geworden ist.

Warum ist RSO schwarz?

Die beschriebene Methode zur Herstellung von RSO zieht eine ganze Reihe sekundärer Pflanzenstoffe aus den Cannabisblüten. Dazu gehören neben Chlorophyll, das dem Öl einen dunklen Farbton verleiht, auch Lipide und Wachse. Deshalb sieht RSO ganz anders aus als die goldenen, durchscheinenden CBD-Öle auf dem Markt – von denen die meisten einer Winterisierung (Entfernung von Lipiden und Wachsen) unterzogen werden und durchscheinende Trägerstoffe wie Hanfsamenöl enthalten.

RSO vs. CBD-Öl

RSO und CBD-Öl sind sehr unterschiedliche Produkte. Sie unterscheiden sich mit Blick auf ihre Bestandteile, Herstellungsverfahren und Wirkungen. Hier sind die wichtigsten Unterschiede:

RSO

Vollspektrumprodukt, das fast alle Bestandteile von Cannabisblüten enthält

Roh und unraffiniert

Stark berauschend, falls mit einer THC-reichen Sorte hergestellt

Mittels einer einfachen Ethanol-Extraktionstechnik hergestellt 

Viel höhere Konzentrationen von Cannabinoiden und Terpenen

CBD-Öl

Hergestellt aus regulierten Hanfpflanzen mit niedrigem THC-Gehalt

Winterisiertes Produkt mit CBD und Terpenen, suspendiert in einem Trägeröl

Raffiniert und durchscheinend, mit einem goldenen Farbton

Herstellung mittels überkritischer CO₂-Extraktion – eine viel sicherere und spezialisierte Produktionsmethode

Geringere Konzentration von Cannabinoiden und Terpenen

Von unabhängigen Dritten auf Schadstoffe wie Pestizide, Lösungsmittel und Schwermetalle getestet

Ist RSO gefährlich?

Das hängt davon ab, ob. Wenn es sauber und gut hergestellt wurde, ist RSO ein relativ sicherer Cannabisextrakt. Die große Wirkstärke des Präparats bedeutet jedoch, dass man sich ihm mit Vorsicht nähern sollte – was selbst für erfahrene Raucher gilt. Allerdings sind die meisten Menschen, die RSO selbst herstellen, keine Extraktionsexperten; vielmehr suchen sie verzweifelt nach praktikablen Behandlungsmöglichkeiten. Die Unerfahrenheit führt oft dazu, dass das Öl verkocht und verbrannt wird; andererseits kann es auch passieren, dass es zu wenig gekocht wird und dann mit extrem starkem Alkohol verunreinigt ist.

Natürlich stellen Explosionen und Brände die größten Risiken bei der Herstellung von RSO dar. Amateurhaft vorgehende Ölhersteller haben schon die Wände ihrer Häuser gesprengt, als sie versuchten, eine Charge herzustellen. Falls Du Dich für RSO entscheidest, solltest Du Dir dieser inhärenten Gefahren bewusst sein.

External Resources:
  1. Antineoplastic activity of cannabinoids - PubMed https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  2. Phoenix Tears | Rick Simpson https://phoenixtears.ca
Haftungsausschluss:
Dieser Inhalt ist nur für Bildungszwecke gedacht. Die bereitgestellten Informationen stammen aus Forschungsarbeiten, die aus externen Quellen zusammengetragen wurden.

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