Cannabis ist ein Kraut, das für seine psychoaktiven Wirkungen bekannt ist. Allerdings enthält die Pflanze sehr viele verschiedene Verbindungen, von denen die meisten für sich genommen gar keine psychoaktiven Effekte auslösen. THC dagegen, das in vielen Sorten wichtigste Cannabinoid, erzeugt ein psychoaktives High, indem es mit CB1-Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems interagiert. Dieser psychoaktive Effekt löst je nach Sorte ebenso Euphorie bzw. Kreativität wie Schläfrigkeit, Sedierung und – bei höheren Dosen – sogar Panik und Angst aus. Man hat festgestellt, dass THC das Urteilsvermögen, die Bewegungskoordination und die Reaktionszeit beeinträchtigen kann. Wegen einer möglichen Gefährdung des Straßenverkehrs ist es deshalb in vielen Ländern verboten, sich unter dem Einfluss von THC ans Steuer zu setzen.

Nun fragen sich viele Cannabiskonsumenten möglicherweise, ob denn das Führen eines Fahrzeugs nach der Einnahme anderer Cannabinoide wie CBD gefahrlos möglich und legal ist. Dies ist eine vernünftige Frage, wenn man bedenkt, dass CBD aus einer Pflanze stammt, die psychoaktiv wirken kann. In der wissenschaftlichen Literatur ist jedoch ausführlich dokumentiert, dass es sich bei CBD um eine nicht-psychoaktive Verbindung handelt. Deshalb ist es auch in der Regel legal und gefahrlos möglich, nach der Einnahme dieses Cannabinoids zu fahren. Es sind jedoch einige Nuancen zu beachten, damit dies auch im Einzelfall immer eine sichere Entscheidung darstellt. Schauen wir uns nun zunächst genauer an, was CBD ist, und wie es die Gehirnfunktion beeinflussen kann.

WAS IST CBD?

CBD ist ein chemischer Bestandteil der Cannabispflanze. Diese Verbindung hat in den letzten Jahren an Popularität gewonnen und setzt diesen Beliebtheitsanstieg auch weiterhin fort, weil die wissenschaftliche Forschung seine Wirkung auf den Körper und seine potentielle Rolle bei der Behandlung zahlreicher gesundheitlicher Störungen und Krankheiten immer weiter aufklärt. Das Cannabinoid ist sowohl unter Freizeitnutzern als auch medizinischen Anwendern beliebt. Es wird genutzt, um Ruhe, Klarheit und Entspannung zu erlangen. Auf medizinischem Gebiet dient es der Linderung von Symptomen, wobei die Verbindung unter anderem gegen Angstzustände und Krampfanfälle eingesetzt wird und zudem antikanzerogene, antioxidative und neuroprotektive Wirkungen zeigt.

CBD wird, wie gesehen, als nicht-psychoaktiv eingestuft. Dennoch kann das Cannabinoid den Geisteszustand subtil beeinflussen. Dr. Ethan Russo, der Pionier der Cannabisforschung, hat es deshalb so formuliert, dass CBD nicht berauschend wirkt. Wie bereits erklärt, löst THC seine psychoaktiven Wirkung durch die Bindung an CB1-Rezeptorstellen im zentralen Nervensystem aus. Diese Rezeptoren sind Bestandteil des Endocannabinoid-Systems, eines körpereigenen Systems von Rezeptoren, die auf den Membranen vieler verschiedener Zelltypen angesiedelt sind. CBD übt seine Wirkungen in den meisten Fällen aus, indem es ebenso mit dem Endocannabinoid-System interagiert, was jedoch auf eine indirektere Weise geschieht.

CBD Oil

CBD UND DAS GEHIRN

CBD ist nicht direkt psychoaktiv wie sein Cannabinoid-Verwandter THC. Es kann aber dennoch die Stimmung und möglicherweise auch die Wachsamkeit beeinflussen, indem es Veränderungen in der Gehirnchemie katalysiert.

Es ist bekannt, dass CBD, wenn es in hohen Dosen eingenommen wird, im Gehirn Serotonin-Rezeptoren beeinflusst. Diese Wirkung ist zum Teil für die angstlösenden Effekte der Verbindung verantwortlich. Darüber hinaus kann CBD im Gehirn als Wiederaufnahmehemmer[1] wirken, wodurch der Gehalt des Endocannabinoids Anandamid, das THC auf molekularer Ebene ähnlich ist, erhöht und aufrechterhalten werden kann. Ebenso hemmt CBD die Wiederaufnahme von Adenosin, was dessen Konzentration im Gehirn erhöht und so zu weiteren angstlösenden Effekten beiträgt.

Darüber hinaus berichten Wissenschaftler, dass CBD auch als allosterischer Modulator wirkt, worunter zu verstehen ist, dass es die Rezeptorübertragung entweder verstärken oder hemmen kann. Insbesondere wirkt das Cannabinoid als positiver allosterischer Modulator[2] des GABA-A-Rezeptors. Dabei wird bewirkt, dass dieser Rezeptor leichter an den Neurotransmitter GABA bindet. GABA besitzt hemmende Wirkungen auf die Aktivität des Nervensystems, wodurch Ruhe und Entspannung ausgelöst werden.

WAS BEDEUTET DIES IN BEZUG AUF DIE SICHERHEIT IM STRAẞENVERKEHR?

CBD verändert generell die mentale Verfassung, indem es die Anandamid- und GABA-Spiegel im Gehirn erhöht, was zu stärkerer Entspannung und einer verringerten Erregbarkeit führt. Es handelt sich dabei aber, wie gesehen, nicht um berauschende Effekte, sondern lediglich um eine Veränderung der Stimmung. Daher wird CBD bei den meisten Menschen die Funktionsfähigkeit beim Autofahren nicht beeinträchtigen. Es ist jedoch zu beachten, dass das Cannabinoid bei einigen Menschen durchaus Nebenwirkungen verursachen kann, die möglicherweise die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen.

Zu diesen Nebenwirkungen[3], von denen berichtet wurde, zählen niedriger Blutdruck, Benommenheit und Schläfrigkeit. Aus diesen Gründen ist es am besten, zunächst herauszufinden, wie Du ganz individuell auf CBD reagierst, bevor Du Dich nach seiner Einnahme ans Steuer setzt. Falls die Verbindung bei Dir eine dieser Nebenwirkungen auslöst, ist es wahrscheinlich am besten, wenn Du unter ihrem Einfluss kein Fahrzeug führst. Besprich stattdessen mit Deinem Arzt, warum diese Auswirkungen auftreten. Eventuell reicht schon eine Anpassung der Dosis aus.

Kleine CBD-Dosen gehen mit stimulierenden Wirkungen einher, die die Stimmung verbessern, während hohe Dosen zu sedierenden Effekten führen können. Aus diesem Grund ist es besser, mit kleinen Dosen zu beginnen, wenn Du Dich nach der Einnahme von CBD hinters Steuer setzen willst. Darüber hinaus kann CBD bei jedem Menschen unterschiedlich wirken. Eine Dosis, die für den einen Nutzer zu niedrig ist, kann bei einem anderen durchaus sedierend wirken. Finde in aller Ruhe zu Hause heraus, wie es sich mit Deiner Toleranz verhält, und nicht erst, wenn Du im Auto sitzt.

CBD and Driving

DER THC-GEHALT IN CBD-PRODUKTEN

Wir haben in Bezug auf CBD recht deutlich eine Entwarnung ausgesprochen, wenn es um die Fahrsicherheit geht, wollen aber auch die Gesetzeslage nicht verschweigen, die alles wieder verkompliziert. Viele CBD-Öle enthalten geringe Mengen an THC, wobei in vielen europäischen Ländern per Gesetz Mengen zwischen 0,2 und 0,6% des Cannabinoids zulässig sind. Diese Mengen sind so gering, dass sie keine berauschende Wirkung besitzen, sofern das Öl nicht in großen Mengen eingenommen wird. Und selbst in diesem Fall wird eine zu hohe CBD-Dosis viel eher zu einer Sedierung als zu einem Rausch führen.

Ungeachtet der fehlenden psychoaktiven Wirkung können die Spuren von THC in vielen CBD-Produkten für viele Autofahrer trotzdem das Risiko in sich bergen, wegen Fahrens unter Drogeneinfluss strafrechtlich verfolgt zu werden. In vielen Ländern gelten nämlich, was den THC-Gehalt im Blut angeht, strikte Null-Toleranz-Vorgaben. In den USA, in den Ländern der EU und anderswo kann die Polizei Dich bei Verdacht auf Fahren unter Drogeneinfluss zu einem Drogentest zwingen, etwa mittels eines Speicheltests. Im Vereinigten Königreich wurde beispielsweise ein THC-Gehalt von nur 2µg/L (Mikrogramm pro Liter) als Grenzwert festgelegt, wobei eine Überschreitung zu Geldbußen und Fahrverboten führen kann. Solche kleinen Mengen können sogar als „versehentliche Einnahme“ angesehen werden. Diese Tests können den Konsum von Cannabinoiden noch bis zu 10 Stunden nach der Einnahme nachweisen.

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SCHLUSSFOLGERUNG

In der Regel wird CBD nicht als psychoaktiv angesehen, da es keinen Rausch verursacht oder die Fähigkeit beeinträchtigt, den Tag wie gewohnt bei klarem Kopf fortzusetzen. Bei entsprechender Beachtung der individuellen Wirkung und der Dosierung kann es als wahrscheinlich gelten, dass die Einnahme von CBD vor dem Führen eines Kraftfahrzeugs ungefährlich ist. Andererseits ist Cannabis seit langer Zeit Gegenstand kontroverser Diskussionen. Aufgrund strenger Gesetze können im Körper festgestellte THC-Werte in einigen Ländern zu rechtlichen Problemen führen. Da viele CBD-Produkte geringe THC-Dosen enthalten, hängt es von Deiner persönlichen Entscheidung ab, ob Du dies für ein Risiko hältst, das sich einzugehen lohnt.

External Resources:
  1. Fatty acid-binding proteins (FABPs) are intracellular carriers for Δ9-tetrahydrocannabinol (THC) and cannabidiol (CBD). - PubMed - NCBI https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  2. The direct actions of cannabidiol and 2-arachidonoyl glycerol at GABAA receptors. - PubMed - NCBI https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  3. CANNABIDIOL (CBD) https://www.webmd.com
Disclaimer:
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