Warum sollte Cannabis Menschen mit Behinderungen nicht helfen können? Sie haben ein Endocannabinoid-System wie jeder andere Mensch auf diesem Planeten auch, und schließlich hat medizinisches Marihuana schon vielen Kindern geholfen, als nicht viel anderes dazu in der Lage war – wie etwa Charlotte Figi, die an einer therapieresistenten Epilepsie litt.

Forscher untersuchen nun, wie diese natürliche Therapiealternative die Lebensqualität von Menschen mit allen Arten von Behinderungen verbessern kann, zu denen Autismus, das Down-Syndrom, Zerebralparese und weitere gehören. Hier stellen wir vor, was sie herausgefunden haben.

CANNABIS BEI DOWN-SYNDROM

Das Down-Syndrom betrifft einen von 700 bis 1.000 Menschen. Das hört sich nicht nach viel an, aber fast jeder kennt jemanden, der es hat. Kognitive Behinderungen, einschließlich Gedächtnisstörungen und Lerndefizite, sind die unangenehmen Symptome des Down-Syndroms. Kann Cannabis helfen? Wissenschaftler glauben das zumindest.

Die Theorie besagt, dass Menschen mit Down-Syndrom nicht nur zu viele CB1-Rezeptoren im Hippocampus haben, sondern auch, dass diese zudem überaktiv sind. Dies wiederum schädigt die verbindenden Neuronen und führt zu kognitiven Beeinträchtigungen. Zum Nachweis ihrer Theorie testeten die Wissenschaftler das Gedächtnis von Mäusen (mit der Mausversion des Down-Syndroms), vor und nachdem ihre CB1-Aktivität heruntergeregelt wurde. Es zeigte sich, dass die Gedächtnisleistung der Mäuse nach der Behandlung deutlich verbessert war.

Post-mortem-Studien zeigen, dass Gehirne, die von Patienten mit Down-Syndrom stammen, dieselben Plaques aufweisen, die mit Alzheimer assoziiert werden. Man nimmt an, dass diese Plaques mit einem Überschuss von CB2-Rezeptoren und Fettsäureamidhydrolase (FAAH) zusammenhängen.

Da hohe FAAH-Spiegel auf ein chronisch ausgehungertes Endocannabinoid-System schließen lassen, kann eine Supplementierung mit niedrigen Cannabis-Dosen die CB1- und CB2-Rezeptoren beschäftigt halten, Neuronen schützen, Plaques im Gehirn abbauen und übermäßige FAAH-Spiegel reduzieren. Hier bedarf es jedoch noch weiterer Forschung, insbesondere am Menschen.

CANNABIS BEI DOWN-SYNDROM

CANNABIS BEI AUTISMUS

Autismus kommt noch häufiger als das Down-Syndrom vor und betrifft etwa eines von 100 Kindern. Obwohl die meisten Menschen mit Autismus sehr intelligent sind, hindert sie ihre Erkrankung daran, sich mit anderen Menschen zu verbinden oder soziale Normen zu verstehen. Infolgedessen können Kinder und auch Erwachsene mit Autismus Feindseligkeiten oder Ängste erleben, mit denen sie nur schwer leben können und die zudem andere Menschen abschrecken, was einen endlosen Teufelskreis sozialer Isolation zur Folge hat.

Autismus ist eine Spektrumstörung. Darunter versteht man, dass die Symptome und Behandlungsformen sehr unterschiedlich ausfallen, weshalb dem einen Betroffenen nicht unbedingt helfen muss, was bei einem anderen erfolgreich war. Manche Experten glauben jedoch, dass Autismus möglicherweise durch eine genetische Mutation ausgelöst wird, in deren Folge im menschlichen Gehirn chronisch niedrige Niveaus natürlicher Endocannabinoide auftreten. Ebenso unterbricht der Gendefekt die normale Art und Weise, in der das Gehirn mit diesen Chemikalien interagiert.

Da die Phytocannabinoide THC und CBD aus der Cannabispflanze eine ähnliche Struktur aufweisen wie die natürlicherweise vom Körper gebildeten Endocannabinoide, könnte eine Supplementierung helfen. Tatsächlich hat das Autism Research Institute Menschen mit Autismus in einer kontrollierten Umgebung bereits kleine, sichere Dosen Cannabis verabreicht. Bei vielen, wenn auch nicht bei allen Studienteilnehmern, konnte man eine signifikante Abnahme von Angstzuständen, Feindseligkeiten und selbstzerstörerischem Verhalten beobachten.

Mindestens ein Erfahrungsbericht weist zudem darauf hin, die Verbesserung sei nicht darauf zurückzuführen, dass diese Patienten einfach high werden und sich entspannen: Im Jahr 2008 veröffentlichte der Vater eines autistischen Kindes in Kalifornien einen Bericht darüber, wie er die Wut und Stimmungsschwankungen seines Sohnes mit rohem Cannabis erfolgreich behandeln konnte, nachdem unzählige Arzneimittel nicht geholfen hatten.

Er verabreichte seinem Sohn zweimal täglich konzentriertes THCA aus nicht decarboxyliertem Marihuana. Diese Form von THC löst kein High aus. Die Ergebnisse waren überwiegend positiv: Der Junge war nicht nur ruhiger und glücklicher, sondern er suchte sogar körperliche Nähe, während er vorher oft aggressiv und kämpferisch war.

CANNABIS BEI MUSKELDYSTROPHIE

Die durch den verstorbenen Komiker und Schauspieler Jerry Lewis bekannt gewordene Muskeldystrophie betrifft etwa einen von 5.000 Menschen. Jungen ab zwei Jahren sind vornehmlich betroffen; allerdings können auch Erwachsene daran erkranken. Es handelt sich um eine voranschreitende Schwächung der Muskulatur, die von starken Schmerzen und Muskelkrämpfen begleitet wird. Wie beim Autismus äußert sich diese Störung von Patient zu Patient unterschiedlich und man nimmt an, dass sie durch einen genetischen Defekt verursacht wird.

Es gibt kein Heilmittel für die Muskeldystrophie. Bis ein solches gefunden ist, besteht das Ziel aller Behandlungsoptionen darin, die Symptome zu reduzieren und das Fortschreiten der Erkrankung so weit wie möglich zu unterbinden. Cannabis hilft, indem es die CB1- und CB2-Rezeptoren im menschlichen Endocannabinoid-System aktiviert. Im Fall der Muskeldystrophie bedeutet dies eine Reduktion der Schmerzen, einschließlich neuropathischer Schmerzen, sowie eine Linderung der Muskelkrämpfe.

CANNABIS BEI ZEREBRALPARESE

Die Zerebralparese umfasst eine Gruppe neurologischer Störungen, die den Muskeltonus, die Koordination und die Bewegungsfähigkeit der Betroffenen beeinträchtigen. Obwohl auch hier die Symptome variieren, handelt es sich immer um eine stark beeinträchtigende Erkrankung, die in der Regel so weit voranschreitet, dass die Menschen, die darunter leiden, ihre Bewegungsfähigkeit verlieren oder nicht mehr für sich selbst sorgen können. Ebenso erleiden die Betroffenen Anfälle und chronische Schmerzen. Etwa 3 von 1.000 Kindern haben eine Zerebralparese.

Nun hat man festgestellt, dass Cannabis Patienten mit Zerebralparese auf unterschiedliche Weise hilft. Das Kraut reduziert nicht nur Anfälle, Muskelkrämpfe und Schmerzen, sondern bietet den Patienten noch einen weiteren wichtigen Nutzen: Viele Menschen mit einer Zerebralparese verlieren im Verlauf der Erkrankung ihre Fähigkeit, deutlich zu sprechen. Sie stottern oft oder haben andere Sprachbehinderungen, was ihnen die verbale Kommunikation mit anderen Menschen erschwert.

Bisher wurden keine offiziellen Forschungsstudien über die Wirkung von Cannabis bei Artikulationsproblemen durchgeführt, aber es gibt mehrere Erfahrungsberichte, zu denen auch die Geschichte von Jacqueline Patterson gehört, die in ihrem Dokumentarfilm "In Pot We Trust" erzählt wird, und zeigt, wie sehr Cannabis helfen kann.

CANNABIS BEI ZEREBRALPARESE

CANNABIS BEI ALZHEIMER

Alzheimer ist eine unheimliche Krankheit. Niemand weiß, wen es treffen wird oder wann die Krankheit ausbricht. Die kognitiven Leistungen nehmen allmählich ab, bis der Betroffene nicht mehr die Person ist, die er einmal war. Es ist schwer zu sagen, für wen die Krankheit schmerzhafter ist – für den Betroffenen, der sie entwickelt, oder für die Angehörigen, die zusehen müssen, wie ein geliebter Mensch allmählich immer mehr „verschwindet“. Alzheimer ist nicht heilbar und diese Erkrankung stellt den hauptsächlichen Grund dafür da, dass Menschen im Alter behindert werden. Weltweit leiden fast 44 Millionen Menschen an dieser Krankheit, doch man schätzt, dass die wahre Anzahl aufgrund unerkannter Fälle dreimal so hoch sein dürfte.

Die Forschung ist noch nicht abgeschlossen, aber Cannabis kann neben der Behandlung von Symptomen möglicherweise sogar dazu beitragen, die Alzheimer-Krankheit zu verhindern. Man nimmt an, dass der Aufbau von Amyloid-Plaques im Gehirn und die damit verbundene Entzündung die Hauptursache für die Entwicklung dieser Gehirnerkrankung darstellt.

THC blockiert die Bildung dieser Plaques und reduziert bei bereits vorhandenen Plaques die bestehende Entzündung. Gleichzeitig verhindert CBD den Zelltod, der zu zusätzlicher Neurotoxizität führen kann. Ebenso kann Cannabis die Neurogenese, also das spontane Wachstum neuer Nervenzellen im Hippocampus, stimulieren. Um das Ganze abzurunden, beruhigt das Kraut beschwerliche sekundäre Symptome wie Ruhelosigkeit, Appetitlosigkeit und die motorische Funktion, was die allgemeine Lebensqualität von Alzheimer-Patienten verbessert.

ZUSAMMENFASSUNG

Cannabis bietet ohne Zweifel echte medizinische Nutzen, die nicht mehr bestritten werden können. Es ist jedoch diesbezüglich noch mehr Forschung erforderlich; und möglicherweise kommt die Option Cannabis nicht für jeden Patienten oder jede Erkrankung in Frage. In einer Zeit, in der die vormaligen Beschränkungen der Cannabis-Forschung nicht mehr gelten, sollte es möglich sein, auch in diesem Bereich der Medizin bald rasche Fortschritte zu sehen. Dies wird hoffentlich zu wirksameren Behandlungen führen, die die jeweiligen Symptome ohne lästige Nebenwirkungen beseitigen – falls nicht eine vollständige Heilung für jede der hier besprochenen Erkrankung gefunden werden sollte.

Falls Du oder ein geliebter Mensch mit einer Behinderung leben muss und Ihr feststellen wollt, ob Cannabis helfen könnte, solltet Ihr dies nur tun, wenn Ihr in einem Land lebt, in dem medizinisches Weed legal ist. Lass Dich, wenn möglich, von einem Arzt beraten, der Erfahrung mit der Cannabistherapie bei Deiner speziellen Erkrankung hat.

Beginne immer mit der kleinstmöglichen Dosis, bis Du in Erfahrung gebracht hast, wie Cannabis auf Dich wirkt, falls Du ohne professionelle Aufsicht allein experimentierst. CBD wird normalerweise von neuen Anwendern besser vertragen als THC, aber viele Befürworter der medizinischen Marihuana-Therapie sind der Ansicht, dass Produkte aus ganzen Pflanzen den stärksten medizinischen Nutzen bieten.

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