Es gibt ein Klischee, dass alle, die Gras rauchen, gechillt und ungefährlich sind. Und das ist in einigen Fällen auch wahr. Für die meisten scheint die Vorstellung, dass es eine Verbindung zwischen Cannabiskonsum und dem Begehen von häuslicher Gewalt oder Gewalt durch Beziehungspartner geben könnte, unwahrscheinlich, schockierend und traurig.

Wir sehen uns hier Studien an die versuchen, aufzudecken, ob es eine Verbindung zwischen Cannabis und Gewalt in der Partnerschaft geben könnte.

Drogenmissbrauch und Gewalt in der Partnerschaft

Es ist seit langem bekannt, dass Drogenmissbrauch ein wesentlicher Risikofaktor ist, wenn es um Gewalt in der Partnerschaft geht.

Studien wie die von Stuart et al.[1] und Smith et al.,[2] um nur zwei zu nennen, zeigen die starke, positive Korrelation zwischen Alkohol-/Drogenkonsum und häuslicher Gewalt in Partnerschaften. Die Schlussfolgerungen sind tendenziell düster, was darauf hindeutet, dass der Konsum bestimmter Drogen wahrscheinlich die Täterschaft oder Viktimisierung in Partnerschaften beeinflusst.

Die Studie von Smith et al. verdeutlicht zum Beispiel, dass unterschiedliche Drogen und unterschiedliche Kombinationen von Drogen wahrscheinlich unterschiedliche Auswirkungen haben. Alkohol und Kokain werden am ehesten mit dem Begehen von häuslicher Gewalt in Verbindung gebracht, während Cannabis und Opioide am ehesten mit Opfern von häuslicher Gewalt in Verbindung gebracht werden.

Eine andere Studie von Kraanen et al.[3] hat ähnliche Ergebnisse hervorgebracht. Die Autoren der Studie wollten untersuchen, ob der Drogenkonsum herangezogen werden könnte, um das Auftreten von Gewalt in der Partnerschaft vorherzusagen. Letztendlich kamen sie zu dem Schluss, dass es möglich sein könnte. Bei Männern fanden sie heraus, dass sowohl Alkohol- und Cannabiskonsum in Korrelation mit einer zukünftigen Täter-/Opferschaft bei Gewalt in einer Partnerschaft stehen kann. Bei Frauen waren Alkohol- und Kokainkonsum die stärksten Prädiktoren. Wenn man Täter und Opfer allerdings nicht trennt, ist dies für die Bestimmung der tatsächlichen Rolle einer Substanz wenig hilfreich.

Angesichts dessen ist es offensichtlich, dass zwar eine Korrelation zwischen Drogenkonsum und Gewalt in der Partnerschaft besteht, es jedoch noch nicht aussagt, dass der Drogenkonsum eher zu einer Täterschaft führt. Es scheint jedoch wahrscheinlich, dass man bei auftretendem Drogenkonsum mit höherer Wahrscheinlichkeit in einer Partnerschaft ist, in der häusliche Gewalt auftritt.

Cannabiskonsum und Gewalt in der Partnerschaft: Gibt es Anlass zur Sorge?

Doch welche Rolle spielt Cannabis beim Auftreten von Gewalt in der Partnerschaft? Bevor wir fortfahren, ist es erwähnenswert, dass es zum jetzigen Zeitpunkt ziemlich schwierig ist, auf die eine oder andere Weise eine Schlussfolgerung zu ziehen. Noch schwieriger ist es zu beurteilen, ob Cannabiskonsum (oder ein umfangreicherer Drogenkonsum) eine kausale Rolle bei der Begehung/Viktimisierung hinsichtlich Gewalt in der Partnerschaft spielt, oder ob es ein Symptom für etwas anderes ist.

Studien, die eine positive Korrelation zeigen

Es gibt eine Reihe von Studien, die eine positive Korrelation zwischen Cannabiskonsum und dem Auftreten von häuslicher Gewalt zeigen.

Cannabiskonsum und Gewalt in der Partnerschaft: Gibt es Anlass zur Sorge?

  • Shorey et al.

Eine im Jahr 2018 veröffentlichte Studie von Shorey et al.[4] identifizierte eine positive Korrelation zwischen Cannabiskonsum und häuslicher Gewalt.

Die Metastudie analysierte Daten aus 14 früheren Studien, um festzustellen, ob ein signifikanter Zusammenhang zwischen Cannabis und häuslicher Gewalt besteht. Die Autoren führten dann ihre eigenen Untersuchungen durch und versuchten andere Faktoren wie Alkoholmissbrauch und antisoziale Verhaltensstörungen zu berücksichtigen.

In Übereinstimmung mit den Ergebnissen von Low et al.[5] wurde der Schluss gezogen, dass Männer, die Alkohol und Cannabis konsumierten, ein höheres Risiko für das Begehen von häuslicher Gewalt aufwiesen als Männer, die nur Alkohol konsumierten. Obwohl dies Cannabis allein nicht vollständig als Risikofaktor isoliert, deutet es darauf hin, dass es zumindest in Verbindung mit Alkohol das Risiko für Gewalt in der Partnerschaft erhöht.

Bemerkenswert ist, dass sich die Autoren für ihre eigenen Recherchen nur auf Männer konzentrierten, die bereits wegen häuslicher Gewalt strafrechtlich verfolgt wurden. Diese Stichprobe wirft aufgrund des Fehlens einer Kontrollgruppe klare methodische Probleme auf. Indem wir uns auf diejenigen konzentrieren, die bereits Gewalt in der Partnerschaft verübt haben, sagt diese Studie mehr über die Beziehung zwischen Cannabis und häuslicher Gewalt bei früheren Tätern aus, weshalb Verallgemeinerungen zu diesem Thema insgesamt weniger gangbar sind.

  • Cunradi et al.

Eine Studie aus dem Jahr 2015 von Cunradi et al.[6] beinhaltet ähnliche Befunde. Interessanterweise war das Ziel dieser Studie, herauszufinden, welche Auswirkungen ein konkordanter oder diskrepanter Drogenkonsum hatte. Das heißt, welchen Einfluss hat es auf die Dynamik von Gewalt in Partnerschaften, wenn ein Partner Drogen konsumiert und ein anderer nicht.

Die Schlussfolgerungen waren wieder einmal ziemlich düster. Es stellte sich heraus, dass bei diskrepanten Paaren, in denen nur Frauen tranken, eine größere Wahrscheinlichkeit von häuslicher Gewalt, die von den Männern ausgeht, auftritt. Bei Paaren mit einem diskrepanten Cannabiskonsum, bei dem nur der Mann konsumierte, war das Auftreten von Gewalt, die von Frauen ausging, wahrscheinlicher.

Ein riesiges Problem bei der Verallgemeinerung dieser Studie besteht darin, dass jedes Paar in der Stichprobe im Bundesstaat Kalifornien lebte. Obwohl Kalifornien ziemlich groß ist, bietet es wahrscheinlich zu wenig demographische Vielfalt, um globale Aussagen zu treffen. Dennoch sind die Ergebnisse interessant und die Darstellung des Zusammenhangs zwischen Konkordanz/Diskrepanz und Gewalt sehr aufschlussreich.

Cannabiskonsum und Gewalt in der Partnerschaft: Gibt es Anlass zur Sorge?

Studien, die eine negative Korrelation zeigen

Bisher haben wir uns auf Studien konzentriert, die darauf hindeuten, dass Cannabis eine Rolle bei der Erhöhung der Wahrscheinlichkeit von häuslicher Gewalt spielt. Aber es gibt auch Belege für das Gegenteil.

  • Smith et al.

Eine Studie aus dem Jahr 2015, ebenfalls von Smith et al.,[7] ist vielleicht die bedeutendste, die darauf hindeutet, dass Cannabis und häusliche Gewalt tatsächlich eine Beziehung mit der entgegengesetzten Auswirkung haben könnten.

634 Paare wurden über einen Zeitraum von 9 Jahren evaluiert, und es wurde untersucht, ob Cannabiskonsum die Wahrscheinlichkeit einer Täterschaft oder Opferschaft in häuslicher Gewalt erhöht oder verringert. Wichtig ist auch, dass Paare auch über das Auftreten von Gewalt in der Partnerschaft vor der Heirat befragt wurden.

Insgesamt fand die Studie eine signifikant negative Korrelation zwischen konkordantem Cannabiskonsum und häuslicher Gewalt. Der einzige Fall eines Zusammenhangs von Cannabiskonsum mit einer höheren Missbrauchswahrscheinlichkeit trat bei Paaren auf, bei denen nur die Frau Gras konsumierte und bei denen die Frau im Jahr vor der Eheschließung häusliche Gewalt verübt hatte. Außerhalb dieses Kontextes wurde nicht festgestellt, dass Cannabis die Missbrauchswahrscheinlichkeit erhöht.

Es ist womöglich wenig überraschend, dass bei Paaren, bei denen beide Partner Cannabis konsumierten, die Missbrauchsraten am niedrigsten waren.

Obgleich schwierig zu bewerkstelligen, versuchte diese Studie andere Faktoren wie asoziale Verhaltensstörungen zu berücksichtigen – obwohl dies natürlich schwierig ist, da nicht jeder, der diese Störung hat, auch diagnostiziert wurde.

Diese Studie unterliegt einigen Einschränkungen, auf die die Autoren teilweise selbst hinweisen. Das Hauptproblem ist, dass die Betrachtung des Cannabiskonsums als einzigen Messwert nicht die ganze Geschichte offenbart. Wenn zum Beispiel ein kausaler Faktor im Spiel ist, könnte es sich um das High selbst, die Auswirkungen der fortgesetzten Nutzung oder um Entzugssymptome nach Beendigung des Konsums handeln. Im Wesentlichen zeigt dieser Punkt, dass es zwar möglich ist, allgemeine Schlussfolgerungen zu ziehen, es jedoch viel schwieriger ist, genau zu bestimmen, welche Faktoren tatsächlich eine Rolle spielen.

Darüber hinaus scheint es, dass die Autoren zwar versuchten, antisoziale Verhaltensstörungen zu berücksichtigen, aber Alkohol und den Konsum anderer Drogen nicht berücksichtigten, was bedeutet, dass wir einen sehr engen Blick auf ein wahrscheinlich viel breiteres Bild erhalten.

Schlussfolgerung: Welche Rolle spielt Cannabis bei häuslicher Gewalt?

Wie wir gesehen haben, ist die Forschung zum Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und Gewalt in Partnerschaften spärlich und es gibt kaum spezifische Forschungen, die sich speziell auf den Cannabiskonsum konzentrieren. Selbst wenn dies der Fall war, hatten Forscher oft Mühe, den Cannabiskonsum von anderen Faktoren zu isolieren.

Fairerweise muss man jedoch sagen, dass Cannabis oft zusammen mit anderen Drogen konsumiert wird – und von vielen Menschen, die an psychischen Erkrankungen leiden –, weshalb der Versuch, den Cannabiskonsum isoliert zu beurteilen, nahezu unmöglich und vielleicht nicht allzu aufschlussreich ist.

Indem wir berücksichtigen, dass das Auftreten von häuslicher Gewalt bei Personen, die Cannabis zusammen mit anderen Drogen konsumieren und an einer psychischen Erkrankung leiden, häufiger ist, können wir uns ein umfassenderes Bild der komplizierten Wechselwirkungen zwischen Drogenmissbrauch, Krankheit und häuslicher Gewalt machen.

External Resources:
  1. The role of drug use in a conceptual model of intimate partner violence in men and women arrested for domestic violence - PubMed https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  2. Intimate partner violence and specific substance use disorders: findings from the National Epidemiologic Survey on Alcohol and Related Conditions - PubMed https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  3. Prediction of intimate partner violence by type of substance use disorder - PubMed https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  4. Marijuana use is associated with intimate partner violence perpetration among men arrested for domestic violence https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  5. APA PsycNet https://doi.apa.org
  6. SAGE Journals: Your gateway to world-class journal research https://journals.sagepub.com
  7. Couples’ marijuana use is inversely related to their intimate partner violence over the first nine years of marriage https://www.ncbi.nlm.nih.gov
Haftungsausschluss:
Dieser Inhalt ist nur für Bildungszwecke gedacht. Die bereitgestellten Informationen stammen aus Forschungsarbeiten, die aus externen Quellen zusammengetragen wurden.

BIST DU 18 JAHRE ALT ODER ÄLTER?

Der Inhalt auf RoyalQueenSeeds.com ist ausschließlich für Erwachsene geeignet und nur volljährigen Personen vorbehalten.

Stelle sicher, dass Dir die Gesetzeslage in Deinem Land bekannt ist.

Indem Du auf BETRETEN klickst, bestätigst
Du, dass Du
18 Jahre oder älter bist.