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Cannabis-MCT-Öl selbst herstellen
Dieses selbstgemachte Cannabis-MCT-Öl eignet sich für Tinkturen und die Küche. Du lernst Ausrüstung, sinnvolle Mischverhältnisse, Temperaturführung im Wasserbad, sanftes Filtern und eine grobe Methode, mg pro ml abzuschätzen.
Inhaltsverzeichnis:
Du suchst ein starkes, schnell verfügbares Cannabisöl? In diesem Guide erfährst du, wie du MCT-Öl mit Cannabis infundiert zu Hause für Tinkturen, Edibles und mehr herstellst – mit einer einfachen, zuverlässigen Methode, die du Batch für Batch reproduzieren kannst.
Was Ist Cannabis-MCT-Öl?
Cannabis-MCT-Öl ist eine einfache Infusion: Cannabinoide (wie THC und CBD) werden in MCT-Öl gelöst. So entsteht eine Flüssigkeit, die du mit einer Pipette dosieren, ins Essen mischen oder als Basis für eine MCT-Öl-Tinktur nutzen kannst. Statt dich auf Alkohol oder Butter zu verlassen, verwendest du ein neutrales, stabiles Fett, das die aktiven Verbindungen trägt und konserviert.
MCT-Öl (Medium-Chain-Triglyceride-Öl) wird meist aus Kokosöl und manchmal aus Palmker(n)öl fraktioniert. „Fraktioniert“ bedeutet, dass die langkettigen Fette entfernt werden und vor allem mittelkettige Fette übrig bleiben (häufig C8 und C10). Das Ergebnis ist ein klares, geruchloses Öl, das bei Raumtemperatur flüssig bleibt.
Warum MCT-Öl Statt Kokos- Oder Olivenöl Verwenden?
Alle Fette können Cannabinoide tragen, aber MCT hat gegenüber gängigen Küchenoptionen ein paar praktische Vorteile.
Kokosöl funktioniert gut, ist aber reich an langkettigen Fetten und wird in kühleren Räumen oft fest. Das kann eine genaue Dosierung erschweren, wenn du eine Pipette nutzt oder es in Getränke einrühren willst. Außerdem hat es einen deutlichen Eigengeschmack – nicht ideal für jedes Rezept.
Olivenöl bleibt zwar flüssig, doch sein pfeffriger Geschmack kann leichte Gerichte überdecken. Zudem ist es anfälliger für Oxidation als MCT, besonders wenn du es über Wochen oder Monate lagerst.
Butter ist großartig zum Backen, aber sie ist verderblich, enthält Wasser und Milchbestandteile und kann sich trennen. Damit ist sie für ein sauberes, lange haltbares Öl im Tinktur-Stil weniger praktisch.
Im Gegensatz dazu ist MCT-Öl neutral, bleibt zuverlässig flüssig und ist für viele Menschen in der Regel leichter verdaulich. Diese mittelkettigen Fette werden schnell aufgenommen, was eine effiziente Aufnahme unterstützen kann. Das ist ein Grund, warum MCT-Cannabisöl für Tinkturen und den Alltag als Trägeröl so beliebt ist.
Risiken und Überlegungen Bei der Herstellung Von Cannabis-MCT-Öl
Selbstgemachte Öle können täuschend stark sein. Weil man schnell „noch einen Tropfen“ nimmt, ist eine Überdosierung ein echtes Risiko – besonders für Einsteiger und bei der Dosierung mit einer Pipette. Starte niedrig, steigere langsam und warte lang genug, bevor du nachlegst.
Auch die Temperaturkontrolle ist entscheidend. Cannabinoide und Terpene reagieren empfindlich auf hohe Temperaturen, und Überhitzen bei der Decarboxylierung oder Infusion kann Potenz und Geschmack reduzieren. Nutze ein Thermometer und setze auf gleichmäßige, sanfte Wärme, statt den Prozess zu überstürzen.
Behalte außerdem Legalität und Eigenverantwortung im Blick. Cannabisgesetze unterscheiden sich stark: Stelle infundierte Produkte nur dort her und verwende sie nur dort, wo es erlaubt ist. Lagere sie sicher außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren und beschrifte deine Flasche eindeutig.
Benötigte Ausrüstung
- Backblech und Ofen (für die Decarboxylierung)
- Kleiner Topf oder Wasserbad plus hitzebeständige Schüssel
- Thermometer
- Glas zum Infundieren
- Käsetuch oder ein feinmaschiges Sieb zum Filtern
Für extra Präzision und Sauberkeit sind eine digitale Waage, ein Trichter, Einweghandschuhe und Braunglas-Pipettenflaschen zur Lagerung und einfachen Dosierung sinnvoll.
Zutaten
Du kannst selbstgemachtes Cannabis-MCT-Öl entweder mit Cannabisblüten oder mit einem Cannabiskonzentrat herstellen.
Neben deinem Cannabis brauchst du ein hochwertiges, neutrales MCT-Öl. Als Startwert für das Mischverhältnis beginnen viele zu Hause bei etwa 1–3 g getrockneter Blüte pro 30 ml MCT und passen die Stärke in späteren Batches nach Bedarf an.


Folge den Abschnitten der Reihe nach, nimm dir Zeit für die Temperaturkontrolle, und du erhältst ein sauberes, vielseitiges Öl, das du per Pipette dosieren oder in der Küche verwenden kannst.
Schritt 1: Decarboxylierung
Die Decarboxylierung ist das schonende Erhitzen von Cannabis, um inaktive Cannabinoide (wie THCA) in ihre aktiven Formen (wie THC) umzuwandeln. Wenn du diesen Schritt auslässt, ist dein Öl in der Regel deutlich schwächer – selbst dann, wenn du reichlich Blüten verwendest.
Für die Ofenmethode zerkleinerst du dein getrocknetes Cannabis leicht, verteilst es gleichmäßig auf einem ausgelegten Backblech und erhitzt es bei niedriger, stabiler Temperatur, bis es leicht geröstet wirkt und aromatisch duftet. Vermeide Anbrennen: Zu viel Hitze kann Cannabinoide abbauen und aromatische Terpene verflüchtigen.
Wenn du genaue Zeiten, Temperaturen und Hilfe bei typischen Problemen willst, folge unserem eigenen Decarboxylierungsartikel für eine detailliertere Anleitung.


Schritt 2: Das MCT-Öl Infundieren
Sobald dein Cannabis decarboxyliert ist, geht es ans Infundieren. Ziel ist es, das Öl auf einer Temperatur zu halten, die warm genug ist, um Cannabinoide zu extrahieren, ohne sie durch Überhitzung abzubauen. Ein idealer Richtwert liegt bei etwa 95 °C – heiß, aber unterhalb eines sprudelnden Kochens.
Ein Wasserbad ist die sicherste Option: Lass in einem kleinen Topf etwas Wasser leicht köcheln und setze dann eine hitzebeständige Schüssel oder ein Glas darüber, damit sich das Öl schonend erwärmt. Wenn du direkt im Topf arbeitest, stelle ihn auf die niedrigste Stufe und kontrolliere die Temperatur engmaschig mit einem Thermometer.
Vermische das decarboxylierte Cannabis mit deinem MCT-Öl und halte die Temperatur für 2–3 Stunden. Rühre die Mischung alle 15–20 Minuten um, damit das Pflanzenmaterial gleichmäßig in Schwebe bleibt und die Extraktion unterstützt wird. Wenn die Mischung stark zu blubbern beginnt oder „röstig“ riecht, reduziere die Hitze sofort.


Schritt 3: Das Öl Filtern
Lass die Mischung kurz abkühlen, sodass sie noch gut gießbar ist, aber nicht mehr gefährlich heiß. Setze ein feinmaschiges Sieb auf ein sauberes Glas (oder lege es für ein saubereres Ergebnis mit einem Käsetuch aus) und gieße das Öl langsam hindurch. Achte auf Dampf und Spritzer und nutze bei Bedarf hitzebeständige Handschuhe.
Widerstehe dem Impuls, das Pflanzenmaterial stark auszupressen. Dadurch gelangen mehr feine Partikel und Chlorophyll ins Öl, was den Geschmack „grüner“ und bitterer machen kann. Wenn du es milder magst, filtere lieber sanft und ziehe einen zweiten Durchgang durch ein frisches Tuch oder einen Kaffeefilter in Betracht, sobald das Öl weiter abgekühlt ist.


Schritt 4: Lagerung
Fülle das Öl in eine saubere, luftdicht verschließbare Glasflasche um (Braunglas ist ideal) und lagere es kühl, dunkel und trocken, um Oxidation zu verlangsamen und das Aroma zu erhalten. Beschrifte die Flasche mit der Sorte (falls bekannt), dem Datum und deinem ungefähren Cannabis-zu-Öl-Verhältnis, damit du die Stärke beim nächsten Mal wiederholen oder gezielt anpassen kannst.
Richtig gelagert hält es sich mehrere Monate, auch wenn Duft und Geschmack mit der Zeit nachlassen können. Wenn du dich fragst, ob MCT-Öl in den Kühlschrank muss: Meist ist das nicht nötig, kann in warmen Klimazonen aber sinnvoll sein. Rechne dann jedoch damit, dass das Öl etwas eindickt.


Dosierung Verstehen
Die Dosierung ist besonders wichtig bei Edibles und Ölen, weil sich die Wirkung stärker anfühlen kann, länger anhält und erst verzögert einsetzt. Bei einem infundierten Öl ist es leicht, „nur noch ein bisschen mehr“ zu nehmen, bevor die erste Dosis vollständig wirkt – und dann kann sich die Wirkung addieren.
Eine einfache Methode, um die THC-Stärke grob zu schätzen, ist:
Gesamt-THC (mg) = Cannabisgewicht (g) × THC% × 1.000THC pro ml = Gesamt-THC (mg) ÷ Ölvolumen (ml)
Beispiel mit Cannabis mit 20 % THC: 5 g × 0,20 × 1.000 = 1.000 mg THC gesamt (theoretisch). Wenn du 100 ml Öl infundierst, sind das grob 10 mg pro ml – bevor du Verluste durch Decarboxylierung, Infusion und Filtern berücksichtigst.
Bei Cannabis-Zubereitungen mit MCT-Öl liegt der Wirkungseintritt oft bei 30–120 Minuten, und die Effekte können 4–8 Stunden anhalten. Starte niedrig und steigere langsam: Nimm eine kleine, abgemessene Menge, warte mindestens zwei Stunden und erwäge erst dann eine Erhöhung. Wenn du dir Notizen zu Dosis, Timing und Wirkung machst, findest du leichter eine verlässliche Routine.
So Verwendest du Cannabis-MCT-Öl
Eine Option ist die sublinguale Anwendung als Tinktur: Miss deine Dosis ab, gib sie für 30–60 Sekunden unter die Zunge und schlucke sie dann.
Du kannst das Öl auch zu Mahlzeiten geben: Rühre es in Dressings, träufle es über fertige Gerichte oder mische es in Smoothies, Joghurt oder Kaffee. Vermeide Braten oder Backen bei hohen Temperaturen, da das die Potenz reduzieren kann.
HaftungsausschlussBeim Verzehr wird Δ⁹-THC zu 11-Hydroxy-THC verstoffwechselt, das über den Magen und die Leber in den Körper gelangt, was aufgrund seiner erhöhten Affinität zu CB1-Rezeptoren im Gehirn zu einer deutlich stärkeren Wirkung führt.
Stelle eine genaue Portionskontrolle sicher. Beginne mit kleinen Dosen und steigere diese schrittweise, um eine Toleranz zu entwickeln.
Denke daran: Set und Setting werden Dir helfen, verschiedene Situationen zu bewältigen.
Stay Cultivated.
