Die medizinische Wirkung von Cannabis ist bereits seit längerem bekannt. Genauso ist bekannt, dass hunderte Cannabinoide und Terpenoide natürlich in Cannabis vorkommen und diese sich positiv auf die menschliche Gesundheit auswirken können. Diese Wirkung wird nur möglich gemacht durch die im Körper vorkommenden Cannabinoid-Rezeptoren, die sich im gesamten Nervensystem und überall sonst über den Körper verteilt befinden.

WAS DAS ENDOCANNABINOID-SYSTEM IST

Das Endocannabinoid-System ist über den gesamten menschlichen Körper verteilt und nimmt dementsprechend Einfluss auf diverse Körperfunktionen, z.B. Stimmung, Schlaf, Immunsystem, Appetit, Schmerzempfinden und das Gedächtnis. Die vielen verschiedenen Cannabinoide, die in Cannabis vorkommen, aktivieren die Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems und dadurch sorgen sie dafür, dass verschiedene Prozesse im Körper vonstatten gehen.

Es sind bis jetzt 2 verschiedene Cannabinoidrezeptoren beschrieben worden.

  • Der Erste ist der CB1-Rezeptor, welcher sich im gesamten Nervensystem befindet, sowie in bestimmten Organen und Gewebearten, wie etwa dem Herzen oder der Milz.
  • Der Zweite ist der CB2-Rezeptor, der hauptsächlich auf Zellen des Immunsystems und Zellen, die beim Knochenauf- und -abbau involviert sind, lokalisiert ist.

Die genaue Wirkung des CB2-Rezepors, bis auf, dass er Schmerzlinderung hervorruft, ist momentan noch unklar. Wir fangen gerade erst an zu verstehen, inwiefern ein Mangel an endogenen Cannabinoiden mit diversen Symptomen einhergeht, z.B.

  • Muskelverspannungen
  • Chronische Schmerzen
  • Mattigkeit, Kopfschmerzen
  • Darm
  • Blasenprobleme
  • Schlafstörungen und depressive Verstimmungen.

Die Cannabinoide in Cannabis ersetzen die körpereigenen und gleichen den Mangel wieder aus. Dementsprechend hilft es auch darauf begründete Symptome zu bekämpfen.

THC-A
THC
THC-V
CBN
CBD-A
CBD
CBC-A
CBC
CBG-A
CBG
Analgesis
Pain relief
THC
CBN
CBD
CBC
Anti-inflamatory
Reduces inflamation
THC-A
CBD-A
CBD
CBC
CBG-A
CBG
Anoretic
Suppresses appettite
THC-V
Appetite stimulant
Stimulates appetite
THC
CBD
Antiemetic
Reduces vomiting and nausea
CBD
Intestinal anti-prokinetic
Reduces contractions in the small intestine
CBD
Anixolytic
Relieves anxiety
CBD
Antipsychotic
Tranquilizing, used to manage psychosis
CBD
Antiepileptic
Reduces seizures and convulsions
THC-A
THC-V
CBD
Antispasmodic
Supresses muscle spasms
THC
CBN
CBD
Anti-insomnia
Aides sleep
CBN
CBD
Immunosuppresive
Reduces the efficacy of inmune system
CBD
Anti-diabetic
Reduces blood sugar levels
THC-V
CBD
Neuroprotective
Prevents nervous system degeneration
CBD
Antipsioriatic
Treats psoriasis
CBD
Anti-ischemic
Reduces risk of artery blockage
CBD
Anti-bacterial
Kills or slows bacteria growth
CBD
CBC-A
CBC
CBG
Anti-fungal
Treats fungi infection
CBC-A
CBG
Anti-proliferative
Inhibits cell growth in tumors/cancer cells
THC-A
CBD-A
CBD
CBC
CBG
Bone stimulant
Promotes bone growth
THC-V
CBD
CBC
CBG

CANNABIS, DAS ENDOCANNABINOID-SYSTEM UND FIBROMYALGIE

Eine Krankheit, die alle obengenannten Symptome mit einschließt, ist Fibromyalgie. Seit Jahren sind die Ursachen unbekannt, jetzt hält man für möglich, dass diese vielleicht beim Endocannabinoid-System zu suchen sind.

"Ein Defizit der Cannabinoid-Level könnte die Hauptursache von vielen Zuständen sein bei denen Cannabis Linderung verschafft", meint Ethan Russo der leitende Berater von GW Pharmaceuticals.

Er beschreibt in seiner Abhandlung über klinischen Endocannabinoid-Mangel, wie endogene Cannabinoide dafür sorgen, dass das Gehirn mit bestimmten Körperregionen kommunizieren kann und so bestimmte Funktionen in Gang gesetzt werden. Wenn also ein Mangel herrscht, kann dieser dafür sorgen, dass diese Kommunikation nicht oder nur unzureichend besteht. Das körpereigene Cannabinoid heißt Anandamid und es reduziert Überempfindlichkeit. Wenn THC in den Körper gelangt, verhält es sich wie Anandamid.

Eine von Dr Mary-Ann Fitzcharles[1], eine Professorin für Medizin an der McGill Universität, untersuchte in ihrer Studie die medizinischen Vorteile von Cannabinoiden bei 302 Patienten mit Fibromyalgie und 155 Weitere mit anderen chronischen Schmerzen. Davon gaben 72% der Teilnehmer an 1g oder weniger pro Tag zu benötigen, um eine deutliche Linderung ihrer Symptome zu spüren. Das steht ganz im Gegensatz zu den Zahlen der üblichen Therapiemethoden, welche meist nur eine Erfolgsrate von 8-10% erreichen. Das bedeutet, es gibt eine möglicherweise gesündere und günstigere Alternative für eine Kombinationsmedikation mit Opioiden oder einen potentiellen Ersatz für diese.

Fibromyalgie zeichnet sich durch Muskelspastiken, Angespanntheit und Schlafstörungen aus. Es gibt unterhalb von angespannten Muskeln Punkte, die Schmerzen in anderen Körperregionen verursachen, wenn sie gedrückt werden. Das bedeutet, dass es besonders nachts wahrscheinlich ist das Muskelspastiken ausgelöst werden. Cannabis könnte gerade nachts helfen und sowohl das Einschlafen[2] erleichtern, als auch von den anderen Symptomen befreien.

An Labormäusen wurde die Wirksamkeit von dem nicht psychoaktiven CBD bei Multipler Sklerose bestätigt und seitdem wird es als Medikament gegen Spastiken und Schmerzerkrankungen diskutiert, was Fibromyalgie [3] auch einschließt.

Cannabis ist, was mögliche, sichere, günstige und effektive Methoden angeht, an vorderster Front. Momentan bestehen die Daten von Cannabis als Medikament bei Fibromyalgie nur aus Erfahrungen. Dennoch sind die Daten vielversprechend und es wird in Zukunft ausführlichere Studien geben. Vielleicht nennen wir Cannabis bald wirklich "die Lösung aller Probleme".

External Resources:
  1. Association of herbal cannabis use with negative psychosocial parameters in patients with fibromyalgia http://onlinelibrary.wiley.com
  2. Around-the-clock oral THC effects on sleep in male chronic daily cannabis smokers. - PubMed - NCBI http://www.ncbi.nlm.nih.gov
  3. Cannabinoids decrease the th17 inflammatory autoimmune phenotype. - PubMed - NCBI http://www.ncbi.nlm.nih.gov
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