Die Geschichte von Cannabis als eine Substanz für rekreative und medizinische Zwecke datiert eine sehr lange Zeit zurück, ebenso wie die Missverständnisse, die es umgeben. Selbstverständlich hat nicht jeder eigene Erfahrungen mit der Wirkung von Weed. Deswegen bilden sich Meinungen und werden Geschichten ohne irgendeinen echten wissenschaftlichen Rückhalt verbreitet.

Unglaubliche Geschichten über Gras wurden oft absichtlich verbreitet, und dies hilft nicht gerade bei der Aufklärung von Menschen über seine wahren Effekte. Oftmals wurden diese Geschichten nicht nur übertrieben, sie dienten gewissen Parteien auch als ein reißerisches Werkzeug, um das Kraut für ihre eigene Agenda zu dämonisieren. Hierzu fällt einem die berüchtigte "Reefer Madness" Hysterie aus den USA der 1930er ein.

Eines der Missverständnisse über Cannabis ist, dass es Halluzinationen hervorrufen würde, ähnlich denen von starken psychedelischen Drogen. Aber kann Cannabis wirklich Halluzinationen verursachen? Wir wollen diese Behauptung untersuchen. Lass uns am Anfang zuerst ansehen, was eine Halluzination eigentlich ist.

Reefer Madness Film Halluzination Cannabis

WAS IST EINE HALLUZINATION?

Ein schneller Blick auf die Definition von Halluzination verrät uns, dass es "eine Erfahrung ist, die die scheinbare Wahrnehmung von etwas nicht Vorhandenem darstellt". In anderen Worten: Eine Halluzination ist, wenn das Gehirn uns wahrnehmen oder sogar glauben lässt, dass etwas real, für jeden anderen jedoch nicht ist.

Eine Halluzination muss nicht zwangsläufig etwas Unnormales oder Fantastisches beinhalten. Deshalb sind Halluzinationen nicht immer für diejenigen ersichtlich, die sie erfahren. Manche Geisteszustände wie Schizophrenie sind ein gutes Beispiel dafür. Jene, die an diesen Zuständen leiden, könnten Dinge sehen oder hören, die nicht real sind. Dies sind klassische Halluzinationen, obwohl sie nicht notwendigerweise von Drogenkonsum herrühren.

Es gibt Drogen, die echte Halluzinationen bewirken werden. Diese Drogen werden nicht überraschend Halluzinogene genannt. LSD, Peyote und Zauberpilze sind nur einige Beispiele von halluzinogenen Drogen. Das Prinzip, wie diese von Drogen hervorgerufenen Halluzinationen entstehen, ähnelt dem von Geisteszuständen wie Schizophrenie, doch die Wirkung der Droge auf das Gehirn ist von kurzer Dauer.

IST VERÄNDERTE WAHRNEHMUNG DASSELBE WIE EINE HALLUZINATION?

Es gibt wirklich keine klar definierte Linie, wo veränderte Wahrnehmung aufhört und eine Halluzination beginnt. Offensichtlich ist eine Halluzination eine veränderte Wahrnehmung, aber veränderte Wahrnehmung muss nicht zwangsläufig zu einer echten Halluzination führen. Oder einfach ausgedrückt: Die meiste Zeit, wenn Menschen veränderte Wahrnehmung erleben - nehmen wir einmal an durch die Verwendung einer "weichen Droge" wie Weed - dann wissen sie, dass das, was sie erfahren, nicht vollkommen "real" ist. Eine Halluzination andererseits könnte als so real und "überzeugend" rüberkommen, dass der Konsument sie nicht von der Realität unterscheiden kann. Dies könnte ein weiterer Weg sein, um beide auseinanderzuhalten.

Viele Drogen werden auf die eine oder andere Art eine "veränderte Wahrnehmung" auslösen. Cannabis kann vorübergehende Veränderungen in der Wahrnehmung bewirken, abhängig davon, wie Du sie definieren willst. "Veränderte Wahrnehmung" an sich ist ein recht vager Ausdruck, der sehr viele Dinge bedeuten kann. Selbst eine milde Wirkung von Gras, zum Beispiel seine entspannenden Eigenschaften, könnte der Grund für manche Veränderung sein. Das ist natürlich weit von einem Trip auf LSD oder Pilzen entfernt, bei dem die Natur der Realität an sich getrübt sein kann.

WIE UNTERSCHEIDET SICH CANNABIS VON PSYCHEDELISCHEN SUBSTANZEN?

Psychedelische Drogen, die Halluzinationen verursachen, wie LSD und Zauberpilze, rufen bewusstseinsverändernde Effekte durch Substanzen hervor, die als Serotonergene bekannt sind. Serotonin ist ein Neurotransmitter, ein chemischer Botenstoff, der Signale im Gehirn transportiert. Eine serotonerge Droge produziert diese Effekte mittels Interaktion mit dem Serotoninsystem.

Diese Drogen können direkt die Übermittlung von Nachrichten (Neurotransmission) im Gehirn anregen oder blockieren. Die aktiven Verbindungen in Pilzen oder LSD tun dies, indem sie an Serotoninrezeptoren im Körper anbinden. Es wird auch angeommen, dass diese Substanzen nicht nur das körpereigene natürliche Serotonin blockieren, sondern unabhängig davon verschiedene Teile des Gehirns aktivieren können.

Cannabis enthält keine Serotonergene wie LSD, Meskalin oder andere halluzinogene Substanzen. Eine der aktiven Verbindungen in Cannabis ist THC (die Verbindung, die für das High verantwortlich ist), das auf andere Weise funktioniert. THC bindet an Cannabinoid-Rezeptoren an, die überall im Körper und Gehirn im Endocannabinoid-System zu finden sind.

Das in Cannabis enthaltene THC stimuliert oder aktiviert die Verarbeitung im Gehirn nicht in derart dramatischer Weise, wie es Serotonergene tun. Dies ist außerdem der Grund dafür, dass Cannabis keine Halluzinationen hervorruft, wohl aber die Wahrnehmung verändern kann.

Cannabis psychedelischen Effekt

ABER HAT CANNABIS NICHT AUCH EINE PSYCHEDELISCHE WIRKUNG?

Wenn Du Dich in Cannabisforen und ähnlichen Orten umsiehst, wirst Du wahrscheinlich jemanden finden, der behauptet, dass einige der stärkeren Cannabisvarianten (nämlich Sativas) psychedelische Effekte auslösen können. Was hat es damit auf sich?

Es gibt eine einfache Erklärung für das Missverständnis, das die "psychedelische" Wirkung von Cannabis umgibt und dafür, wie manche Sorten angeblich Halluzinationen verursachen können. Cannabis kann tatsächlich direkt den Sehnerv beeinflussen. Das kann zu allen Arten von Effekten wie Sehtrübung oder "Blitzen" führen - visuelle Verzerrungen, die manche mit Halluzinationen verwechseln könnten.

Aber diese Effekte qualifizieren sich eigentlich nicht als Halluzinationen. Desgleichen gibt es anekdotische Berichte darüber, wie die gemeinsame Einnahme von Cannabis mit anderen Medikationen zu einer "psychedelischen" Erfrahrung führt. Auch hier wäre die Wirkung vollkommen anders als bei echten halluzinogenen Drogen.

WAS IST MIT GESTRECKTEM GRAS?

Hin und wieder triffst Du vielleicht jemanden, der schwört, dass er eine psychedelische Erfahrung mit Visionen und Halluzinationen von Cannabis hatte. Hier können wir tatsächlich spekulieren, ob das Weed nicht mit irgendeiner anderen Droge gestreckt war.

Dies ist die Gefahr, die die Beschaffung des Krauts auf dem Schwarzmarkt mit sich bringt. Alles, was es braucht, ist eine skrupellose Quelle und Du könntest Deinem Körper am Ende etwas zuführen, worauf Du wirklich nicht vorbereitet bist. Die sehr reale Gefahr von verunreinigtem Cannabis ist zudem eines der Hauptargumente für die Legalisierung von Gras. Wenn Du also Halluzinationen von Weed bekommst, ist das sicher kein Zeichen von "Qualität". Tatsächlich ist es genau das Gegenteil! Kurzum: Vermeide es!

WISSEN IST MACHT

Cannabis ist für alle möglichen Dinge nützlich. Die Erfahrung von veränderter Wahrnehmung beim Konsum von Cannabis kann Dich glücklich, stoned, albern machen und Dir helfen, Dich zu entspannen und physische Schmerzen zu lindern, neben seinen vielen anderen Anwendungen. Aber was Cannabis nicht kann, ist ein psychedelisches, realitätsveränderndes High mit intensiven Halluzinationen auszulösen. Offensichtlich nützt die Klassifizierung von Cannabis als etwas, das es nicht ist, niemandem, weshalb es höchste Zeit ist, dass dieser schäbige Mythos verschwindet.

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