Wer mit dem Anbau von Cannabis gerade erst beginnt, kann verwirrt und sogar leicht eingeschüchtert sein, wenn er entscheiden soll, welche Produkte er genau während den verschiedenen Phasen des Wachstumszyklus kaufen und einsetzen sollte. Der Markt wird aktuell mit verschiedenen Produkten, Chemikalien sowie Aufputsch- und Beruhigungsmitteln überschwemmt. Man könnte glauben, dass für eine erfolgreiche Ernte an jedem Tag der Woche ein anderer Trank angeschafft werden muss.

Nun, das trifft nicht unbedingt zu. Cannabispflanzen benötigen zwar eine rotierende Versorgung mit Nährstoffen, damit ein angemessenes Wachstum gewährleistet ist, aber nicht alle müssen aus einer teuren Flasche stammen. Diejenigen, die auf einem Stückchen Land oder in ihrem leeren Schrank anbauen, können bei geringem finanziellen Aufwand ihren eigenen Dünger zu Hause herstellen.

Komposttee ist eine Form von angesetztem Kompost, der Deine Cannabispflanzen mit vielen hochwertigen Nährstoffen versorgen kann, was zur Pflanzengesundheit, Vitalität und sogar zur Abwehr von Krankheitserregern beiträgt. Trotz seiner vielen positiven Wirkungen ist Komposttee nicht schwer herzustellen und erfordert nur minimalen Aufwand. Die Hauptvoraussetzung für den Tee ist einfach ein wenig Geduld.

BEGINNE MIT GUTEM KOMPOST

Falls Du noch keinen Kompostbehälter hast, wäre dies jetzt der richtige Zeitpunkt, um Dein eigenes üppiges Angebot an Pflanzennährstoffen zu produzieren! Und keine Sorge, wenn Du denkst, dass dies einige Zeit dauern wird, kannst Du immer Komposttee von einem Nachbarn oder aus einem Gartencenter beziehen, während Du darauf wartest, dass Dein eigener Vorrat für die Ernährung Deiner Pflanzen bereit wird.

Der Hauptbestandteil des Komposttees ist hochwertiger und sehr raffinierter Kompost. Kompost besteht hauptsächlich aus Abfallprodukten, die ansonsten direkt in den Müll wandern würden, weshalb eine solche Unternehmung auch finanziell sehr lohnend ist. Alles von Essensresten über Garten- und Grasschnitt bis hin zu Eierschalen und Teebeuteln kann verwendet werden.

Kompostbehälter können aus einer Vielzahl von Materialien hergestellt werden, wobei unbehandeltes Holz wahrscheinlich das umweltfreundlichste ist. Der Behälter sollte in einem Bereich aufgestellt werden, in dem weder Temperatur, noch Feuchtigkeit extrem schwanken, da dies die Mikroorganismen beeinflusst, die dazu beitragen, organisches Material zu hochwertigem Kompost umzuwandeln. Wenn Du den Behälter auf die Erde stellst und nicht auf Beton, ist sichergestellt, dass der Kompost seine Flüssigkeit ablassen kann.

Obwohl dem Kompost viele unterschiedliche Materialien hinzugefügt werden können, ist es wichtig, dabei ein Gleichgewicht zu finden. Eine Mischung aus grünem und braunem Material ist optimal, damit die hart arbeitenden Mikroorganismen im Kompostbehälter gedeihen können. Ein Anteil von 25–50% grünen Materials wie Unkraut, Schnittgut und Gemüseabfall ist ideal. Der Rest sollte aus braunem Material wie Holzspänen, Stroh und toten Blättern bestehen.

Sobald Du begonnen hast, Material in Deinen Kompostbehälter zu geben, musst Du den entstehenden Haufen regelmäßig umschichten. Dies hilft, die Materialien zu belüften, was ihren Zerfallsprozess beschleunigt.

Die Kompostierung ist kein schneller Prozess und es kann zwischen 6 Monaten und 2 Jahren dauern, bis das Ausgangsmaterial in einen feinen und gebrauchsfertigen Boden umgewandelt wurde. Natürlich kannst Du Deinen Kompost in der Zwischenzeit auch aus anderen Quellen beziehen.

Komposttee

DIE NUTZEN VON KOMPOSTTEE

Jetzt, da Du weißt, wie Du in Zukunft Deinen eigenen Kompost für Tees herstellen kannst, ist es Zeit, mit dem Brauen zu beginnen. Komposttee geht genau so, wie es sich anhört: Wie bei der Zubereitung eines Kräutertees erfordert auch die Herstellung eines Komposttees lediglich das Einweichen und Ziehenlassen des gewünschten Materials in Wasser. Also wirklich einfach das Ganze.

Bevor wir uns jedoch mit dem Rezept befassen, wollen wir Dir erklären, was diesen Prozess so wertvoll macht. Welche Nutzen bietet Komposttee wirklich?

VERBESSERT DAS PFLANZENWACHSTUM

Komposttee kann dem Cannabisanbauer und seinen Pflanzen auf vielfältige Weise helfen. Einer der Hauptnutzen und vielleicht der wichtigste für viele Grower, besteht darin, dass er hilft, das Pflanzenwachstum anzukurbeln – ein sehr wichtiger Faktor für alle Grower, die sich große und harzige Knospen wünschen, wenn die Erntezeit naht.

Die schiere Menge an Nährstoffen in einem Komposttee unterstützt die Gesundheit der Pflanzen massiv und gewährleistet eine ungestörte und robuste Entwicklung. Eine solche kraftvolle Dosis von Nährstoffen trägt dazu bei, das Auftreten von Mangelerscheinungen zu verhindern, die das Wachstum behindern, bzw. letztlich den Ertrag reduzieren können.

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FÜHRT NÜTZLICHE MIKROORGANISMEN EIN

Neben der Einführung von Nährstoffen in den Boden bringt Komposttee auch nützliche Mikroorganismen ins Spiel, zu denen Lebensformen wie Mykorrhizapilze und räuberische Nematoden gehören.

Mykorrhizapilze können dazu beitragen, das Wurzelwerk der Cannabispflanzen zu stärken und ermöglichen ihnen, weiter entfernte Nährstoffe zu extrahieren und ihre Aufnahme zu steigern. Diese Pilze können zudem die Wurzeln dabei unterstützen, sich gegen Mikrobenparasiten zu verteidigen. Räuberische Nematoden wirken ebenso als natürliche Verteidigung und ernähren sich von den Mikroben, die Appetit auf Cannabiswurzeln haben.

Der Komposttee wird diese räuberischen Nematoden ebenfalls in die Rhizosphäre Deines Kräutergartens einbringen. Diese winzigen, wurmähnlichen Kreaturen sind wichtig für den Schutz der Pflanzen gegen eine Vielzahl anderer Mikroorganismen, einschließlich anderer Arten von Nematoden.

Falls Du den Komposttee auch als Blattspray anwendest, können die darin befindlichen Nematoden sogar Schadinsekten an Blättern und Stängeln, wie beispielsweise Minierfliegen und -motten, angreifen und bekämpfen.

MACHT DEN EINSATZ GIFTIGER CHEMIKALIEN ÜBERFLÜSSIG

Die Verwendung von Komposttee kann dazu führen, dass Du in Deinem Garten keine Chemikalien mehr einsetzen musst, die für Dich und die Umwelt giftig sind. Der Komposttee ist ein nahrhaftes Elixier, das den Bedarf an synthetischen Düngemitteln reduziert, die manchmal die Wurzeln verbrennen können.

REZEPT FÜR KOMPOSTTEE

Das folgende Rezept für Komposttee wurde von der Bodenmikrobiologin und Forscherin Dr. Elaine Ingham von Soil Foodweb Inc. entwickelt.


SCHRITT 1

Zuallererst misst Du 95 Liter Wasser in einem Behälter ab. Falls Dein Wasser chloriert ist, belüfte es, um diese Chemikalie zu entfernen. Gib dafür 2 Teelöffel Humussäurelösung direkt in das Wasser. Du kannst diese Säure kaufen, aber auch aus eigenem Kompost gewinnen.

SCHRITT 2

Als nächstes misst Du 1–2 Esslöffel Humussäure ab und verdünnst sie mit 2 Tassen Wasser, bevor Du sie in den Komposttee gibst. Als Alternative kannst Du auch 1–2 Esslöffel Fischhydrolysat verwenden. Auch dieses sollte vorverdünnt werden, falls aus der Produktbeschreibung hervorgeht, dass saure Konservierungsstoffe enthalten sind, die neutralisiert werden müssen.

SCHRITT 3

Jetzt machst Du Dich daran und mischst eine halbe Tasse Seetang in 5 Tassen Wasser. Sobald alles ausreichend durchmischt ist, gießt Du diesen sehr nahrhaften Zusatz in den Komposttee.

SCHRITT 4

Nun ist es Zeit, den Kompost hinzuzufügen. Bevor Du dies tust, führst Du einen abschließenden Test durch, um sicherzustellen, dass Dein Kompost vollständig umgewandelt wurde, bzw. gesund und artenreich aussieht. Er sollte aerob sein und daher gut und reich riechen – wie Erde aus einem Wald. Dieser Kompost soll als Heimat nützlicher Bakterien, Pilze und Protozoen dienen. Du solltest 2,3kg Kompost hinzufügen.

Um zu überprüfen, ob sich diese nützlichen Bakterien wirklich entwickelt haben und bereit sind, auf Deinen Pflanzen angewendet zu werden, kann ein Mikroskop hilfreich sein. Falls Du eines besitzt oder Zugang zu einem hast, beurteile den Kompost bei einer 1:5 Kompostverdünnung und 400-facher Vergrößerung. Du solltest in der Lage sein, tausende von Bakterien in jeder Feldansicht zu erkennen sowie einen Bestand von Pilzhyphen in jedem fünften Feld, ein Flagellat oder Amöben in jedem fünften bis zehnten Sichtfeld und eine nützliche Nematode pro Tropfen.

Falls Deinem Kompost die Pilze fehlen, kannst Du Lebensmittel hinzufügen, um ihr Wachstum zu verbessern, wie zum Beispiel eine Tasse gemahlenen Hafer, Kleie-Mehl oder Garnelenschalen. Falls Deine Pflanzen einen Stickstoffschub benötigen, solltest Du die Humussäure durch die gleiche Menge Fischhydrolysat ersetzen.

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