Ist eine neue Generation von CBD-Produkten dabei, an die Stelle "klassischer" Öle und Cremes zu treten? Wir wissen es noch nicht genau, aber bei der Beantwortung der Frage wird es wohl in erster Linie um den Aspekt der Bioverfügbarkeit gehen, d. h. um den Grad, in dem eine Substanz für die Zellen verfügbar ist, auf die sie abzielt.

Je höher die Bioverfügbarkeit einer Substanz ist, desto geringer ist die Menge, die erforderlich ist, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen. In diesem Zusammenhang gilt eine intravenöse Dosis als 100% bioverfügbar, da sie direkt in wässriger Form in die Blutbahn gelangt.

Auch wenn es um die Nutzung von Cannabis und CBD geht, ist Bioverfügbarkeit ein wichtiger Faktor. Die beste Möglichkeit, um die Wirksamkeit von CBD (oder THC) zu erhöhen, ohne mehr davon einzunehmen, besteht darin, die Bioverfügbarkeit zu verbessern. Produkte auf Ölbasis, wie CBD-Öle und -Cremes, die zur oralen Einnahme oder topischen Anwendung bestimmt sind, weisen eine relativ geringe Bioverfügbarkeit auf, da CBD-Moleküle hydrophob sind. Bei Cannabinoiden handelt es sich nämlich um harzige Substanzen, die sich nicht mit Wasser vermischen, das unweigerlich den Hauptbestandteil unseres Körpers bildet.

VERBESSERUNG DER WIRKSAMKEIT VON CBD DURCH NANOEMULSION

Um den natürlichen Widerstand von Cannabinoiden gegen die Aufnahme in die Blutbahn zu umgehen, kann man mithilfe neuer Technologien ölige Substanzen in winzige Partikel zerlegen, die dann wiederum in eine stabile Form emulgiert werden.

Dieser technische Fortschritt hat die Umwandlung von CBD-Ölen in besser wasserlösliche Formen ermöglicht, was zu einer erhöhten Bioverfügbarkeit geführt hat. Dank der Technologie der Nanoemulsion können Unternehmen heutzutage eine neue Generation nahezu wasserlöslicher CBD- und THC-Öle herstellen.

WAS IST NANOEMULSION?

Technisch betrachtet handelt es sich bei Öl-in-Wasser-Emulsionen um Gemische, in denen Wasser die kontinuierliche Phase und Öl die dispergierte Phase darstellt, oft stabilisiert durch einen oder mehrere Emulgatoren, die man auch Tenside nennt. Diese Tenside können natürlich oder künstlich sein und dienen dazu, die molekulare Oberflächenspannung zwischen Ölen und Flüssigkeiten zu verringern.

Je nach Partikelgröße der dispergierten Phase können Emulsionen als Makro-, Mikro- oder Nanoemulsionen vorliegen.

Nanotechnologie wird neuerdings in der Lebensmittel- und Ernährungsindustrie eingesetzt, um Probleme wie Bioverfügbarkeit und Beschaffenheit von Lebensmitteln zu lösen. Zu den Ergebnissen zählen wasserkompatible Nanoemulsionen vermeintlich gesunder Zutaten, die in jedes Getränk eingemischt werden können.

Nanoemulsionen werden mittels Ultraschall in Flüssigkeitenprozessoren hergestellt, die die dispergierte Phase in 10–1 000nm große Tröpfchen zerlegen. Diese Tröpfchen sind viel kleiner als der Bereich für herkömmliche Makroemulsionen (0,1–100μm) und können von einer Verbindung der Wahl auf Wasserbasis leicht durch den Körper transportiert werden. In der Praxis heißt dies: Je weiter man ein Cannabinoid zerkleinern kann, desto besser kann es neben Wasser in das menschliche Gewebe eindringen.

WORIN LIEGEN DIE VORTEILE EINER NANOEMULSION?

Die Technik der Nanoemulsion wird als Möglichkeit erforscht, schnell wirkende Gegenmittel gegen Viren und Mittel für verschiedene weitere medizinische Anwendungen zu entwickeln. Bisher wurden über 60 Arzneimittel zugelassen, die mittels Nanoemulsiontechnologie hergestellt wurden, und die Forschung schreitet weiter voran. So legt beispielsweise eine Studie[1] nahe, dass Nanoemulsion die Bioverfügbarkeit von transdermalem δ-Tocopherol (einer Art von Vitamin E) signifikant erhöhen kann.

Nanoemulsionen wurden auch zur Verbesserung der Bioverfügbarkeit von Kurkuma[2] und Lutein in Nahrungsergänzungsmitteln entwickelt. Derselbe Fortschritt ist allerdings auch für die Cannabisbranche relevant. CBD und andere Cannabiskomponenten in Ölform können zu neuen Rezepturen nanoemulgiert werden, die sich durch eine bessere Absorption[3] im Darm auszeichnen.

Nanoemulsion

Einige zukunftsweisende Laboratorien, die Nanoemulsionen von Cannabinoiden in pharmazeutischer Qualität entwickelt haben, geben an, dass ihre nanoemulgierte Form von CBD bei niedrigeren Dosen einen sofortigen Eintritt der therapeutischen Wirkung bietet, da die Aufnahme stark erhöht ist. Einige nanoemulgierte Cannabinoid-Rezepturen der nächsten Stufe enthalten zudem natürliche Absorptionsverstärker[4] wie Piperin.

HAT DIE NANOEMULSION NACHTEILE?

Der Hauptnachteil dieser Technologie ist in den Produktionskosten zu sehen. Nanoemulgierte CBD-Produkte sind offensichtlich teurer als gute alte CBD-Öle. Auch ihre Wirkung könnte eine andere sein.

Nanoemulsionen könnten zu einer stärkeren Schmerzlinderung oder einem besseren Abbau von Angstgefühlen führen, doch geschieht dies auf Kosten einer härteren Landung, sobald die Wirkung wieder nachlässt. Darüber hinaus ergibt sich aus ihrer erhöhten Bioverfügbarkeit (selbst wenn CBD an sich als sicher eingestuft wird) auch ein größeres Potenzial für Nebenwirkungen. Und schließlich bieten bisher nur wenige Hersteller diese neuen Produkte an, so dass man noch nicht viele unabhängige Bewertungen im Internet lesen kann.

VERGLEICH VON LIPOSOMEN UND NANOEMULSION

Eine weitere neuere, gut konsolidierte Technologie im pharmazeutischen Bereich sind Liposomen.

Liposomen können den Transport von Wirkstoffen durch den Magen-Darm-Trakt in Zielregionen des Körpers bewerkstelligen, ohne dass die eingeschlossenen Wirkstoffe vorher abgebaut werden. Die Inhaltsstoffe in diesen winzigen Kügelchen werden geschützt, bis sie ihr Ziel erreichen, was eine erhöhte Bioverfügbarkeit zur Folge hat.

Liposomen werden mittlerweile von der Nutrazeutika- und CBD-Branche eingesetzt, um wertvolle Moleküle ohne Nebenwirkungen zu schützen und damit die Bioverfügbarkeit zu verbessern. Diese Darreichungsform kann angewendet werden, um CBD-Öl-Wasser-Gemische zu erzeugen, die Nanoemulsionen ähneln und in Bezug auf ihre Bioverfügbarkeit einen Schritt vor den herkömmlichen Ölen liegen. Bis sich die Nanotechnologie durchgesetzt hat, wird liposomales CBD eine der gesündesten und effizientesten Darreichungsformen bleiben.

GEHÖRT CBD-ÖL IN FORM VON NANOEMULSION DIE ZUKUNFT?

Aufgrund ihrer hohen physischen Stabilität und schnellen Aufnahme, die zu einer Bioverfügbarkeitsrate führt, die nahe an die intravenöse Verabreichung heranreicht, werden Nanoemulsionen wahrscheinlich einen respektablen Platz auf dem Markt für medizinisches Cannabis erobern.

Nanoemulsion macht CBD jedoch nicht wirklich wasserlöslich und die klinische Forschung zu dieser Darreichungsform befindet sich trotz vielversprechender vorläufiger Ergebnisse noch in einem sehr frühen Stadium. Der volle potenzielle Einfluss von Nanoemulsionen, nanoverkapselten sekundären Pflanzenstoffen und sogar von Nanokristallen und polymeren Mizellen müssen erst noch entdeckt werden, doch nanotechnologische Anwendungen in Cannabis-Derivaten sind sicher mehr als nur ein Marketing-Hype.

External Resources:
  1. Increased bioavailability of a transdermal application of a nano-sized emulsion preparation - ScienceDirect https://www.sciencedirect.com
  2. Improving the Oral Bioavailability of Curcumin Using Novel Organogel-Based Nanoemulsions https://pubs.acs.org
  3. Development of a Novel Nano­emulsion Formulation to Improve Intestinal Absorption of Cannabidiol https://www.karger.com
  4. The effect of Pro NanoLipospheres (PNL) formulation containing natural absorption enhancers on the oral bioavailability of delta-9-tetrahydrocannab... - PubMed - NCBI https://www.ncbi.nlm.nih.gov
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