By Ryan Najjar

Inhaltsverzeichnis:

  1. WAS IST TOURETTE?

Im letzten Jahrzehnt haben sich viele medizinischem Marihuana als Hilfsmittel zugewandt, um sowohl ihre körperlichen als auch geistigen Leiden zu behandeln. An chronischen Schmerzen, Entzündung, Glaukom und sogar Krebs leidende Menschen haben mit der Hilfe von Cannabis Erleichterung gefunden.

Die Liste von Krankheiten, die es behandeln könnte, wird jeden Tag länger, und Tourette könnte die nächste auf ihr sein. Es ist noch zu früh, irgendetwas mit Sicherheit zu sagen, aber die Dinge sehen gut aus.

WAS IST TOURETTE?

Obwohl der Name bestens bekannt ist, gibt es einige Missverständnisse darüber, was Tourette-Syndrom (TS) eigentlich ist. Im Grunde ist es eine neurologische Entwicklungsstörung, die ungewollte Muskelempfindungen auslöst, was zu motorischen und vokalen Tics führt (wir werden diese später erklären).

Forscher haben keine Ursache ausgemacht, aber es ist bekannt, dass genetische und umweltbedingte Faktoren zum Tragen kommen. Abgesehen davon ist gezeigt worden, dass eine große Mehrheit von Fällen vererbt wird. Das exakte Gen, das die Krankheit weitergibt, wurde jedoch noch nicht entdeckt.

WAS SIND DIE SYMPTOME VON TOURETTE?

Bei der Erwähnung von Tourette stellst Du Dir vielleicht Beispiele von Menschen im Fernsehen vor, die zufällige vokale Ausbrüche haben. Obwohl geschriene Obszönitäten mit dem Zustand in Verbindung stehen, zeigt die große Mehrheit der Menschen mit TS dieses Verhalten nicht.

Der Großteil der TS-Patienten zeigt vielmehr eine Mischung aus motorischen und vokalen Tics[1]. Diese variieren in ihrer Subtilität, aber viele können regelmäßig geäußert werden, ohne dass es irgendjemand bemerkt. Motorische Tics wie Blinzeln, Schulterzucken oder Augenrollen können zum Beispiel als normales Verhalten durchgehen. Selbst manche vokale Tics wie Räuspern, Husten und Zungenschnalzen können ausgeführt werden, ohne dass sich irgendjemand in der Nähe allzu unbehaglich fühlt.

Jene mit anderen Tics haben jedoch nicht so viel Glück. Manche verspüren eventuell den Drang, herumzuspringen oder herumzuwirbeln oder möglicherweise mit ihrem Kopf und ihren Gliedmaßen zu zucken. Andere könnten sogar das Bedürfnis verspüren, bestimmte Objekte oder Menschen um sie herum zu berühren. Gewisse vokale Tics können ebenfalls peinlich sein, vor allem der Drang zu pfeifen, Sätze zu wiederholen, zufällige Phrasen zu sagen, Tiergeräusche zu machen und natürlich zu fluchen. Letzteres betrifft, wir möchten darauf hinweisen, lediglich 1 von 10 TS-Patienten, die anderen sind aber weitaus geläufiger.

 

Symptome des Tourette-Syndroms

Aufmerksamkeitsdefizit

Sensorische Integrationsstörung
Beeinträchtigung der exekutiven Funktionen Motorische Beeinträchtigung der visuellen Wahrnehmung
Lernschwächen Affektive Störungen
Sozialkompetenzdefizite

Zwangsstörungen

Erinnerungsbeeinträchtigung Panikstörung

 

WIE WIRD TOURETTE BEHANDELT?

Es gibt heute eine Vielzahl von verfügbaren TS-Therapien[2], die unterschiedlich gut wirken. Die gängigsten Behandlungen sind allerdings Verhaltenstherapien und die am besten erforschte Methode ist als Habit-Reversal-Training (HRT) bekannt. Diese Methode macht sich die Tatsache zunutze, dass es einen vorangehenden Drang gibt, der zu einem Tic führt.

Wenn die Person diesen Drang verspürt, trainiert ein Verhaltenstherapeut sie, eine Reaktion auszuführen, die den Tic beruhigt. Diese spezifische Strategie wird umfassende Verhaltensintervention für Tics (engl. comprehensive behavioural intervention for tics; CBIT) genannt und es hat sich gezeigt, dass sie die wirksamste Behandlung ist, die es gibt.

Dies ist jedoch ein **Mittel der ersten Wahl (auch Erstlinientherapie oder First-Line-Therapie genannt) und jene mit schwerwiegenderen Symptomen haben andere Behandlungen zur Hand. Obwohl es keine speziell für Tics gemachte Medikamente gibt, werden einige verschrieben, um mit den Symptomen umgehen zu können.
**Mittel der ersten Wahl - https://de.wikipedia.org/wiki/Mittel_der_ersten_Wahl

Antipsychotika wie Pimozid beispielsweise sind von der FDA zugelassen worden, um das Syndrom zu behandeln. Von Pimozid ist zusammen mit dem Antipsychotikum Haloperidol nachgewiesen worden, dass sie die effektivsten Medikamente gegen Tics sind. Diese blockieren allerdings Dopamin-Rezeptoren und die Nebenwirkungen könnten zu einer ganz neuen Reihe von Problemen führen. Bis es ein spezielles Medikament gegen Tics gibt, stellen diese jedoch die beste medizinische Option dar.

WELCHE ROLLE SPIELT DAS ENDOCANNABINOID-SYSTEM BEI TOURETTE?

Du hast vielleicht schon erraten, dass Fehler in den Verarbeitungsprozessen des Gehirns TS verursachen, aber wusstest Du, dass auch das Endocannabinoid-System[3] beteiligt sein könnte? Erlaube uns, das näher auszuführen. Bei TS treten Probleme mit den Basalganglien, dem Thalamus und frontalen Cortex auf. Da es eine dichte Präsenz von Rezeptoren der Cannabinoidart 1 (CB1) in den Basalganglien gibt, ist bekannt, dass das Endocannabinoid-System (ECS) stark in deren Funktion involviert ist. Da es neben anderen auch dieses System reguliert, wird angenommen, dass eine Funktionsstörung des ECS eine Teilschuld an TS trägt.

KANN MEDIZINISCHES MARIHUANA TOURETTE BEHANDELN?

Wer mit der Wissenschaft hinter Cannabis vertraut ist, der könnte sich bewusst sein, worauf wir hinauswollen. Lass es uns aufschlüsseln: Wenn eine Fehlfunktion des ECS schuld ist, könnte es dann möglich sein, TS mit Cannabis zu behandeln?

Die Wissenschaft sagt immer häufiger ja – oder zumindest ein starkes "vielleicht". Um direkt zum Punkt zu kommen: Wissenschaftler haben seit Jahrzehnten vermutet, dass Cannabis TS-Patienten helfen könnte.

1998 stellte ein Team von deutschen Forschern fest, dass von 17 Patienten, die in einer TS-Studie mit 64 Personen Marihuana-Konsum angaben, 14 von einer entweder teilweisen oder totalen Linderung[4] ihrer Tics berichteten. Vom selben Team durchgeführte Nachfolgestudien zeigten mit diesem Trend übereinstimmende Resultate.

Medical Marijuana Treating Tourette

Es hört jedoch nicht einfach bei Tics auf. Wie "Normalos" vielleicht nicht wissen, leiden viele Menschen mit TS auch an Schlafstörungen. Wie viele von uns wissen, kann Cannabis als Einschlafhilfe Wunder wirken. Während TS Schlaflatenz verursacht, reduziert[5] Cannabis diese. Während Tics im REM-Schlaf häufiger auftreten, reduziert Cannabis ihn sehr stark. Wenn Leidende Probleme beim Einschlafen haben, dann knockt Cannabis sie für die Nacht aus. Es bekämpft zudem Symptome von Zwangsstörungen[6], die oftmals komorbid sind. Im Gegenzug reduziert es auch die Angst und Aggression[7], mit denen viele Leute mit TS täglich fertig werden müssen.

TOURETTE UND CANNABIS – WAS HÄLT DIE ZUKUNFT BEREIT?

Selbst bei all der Forschung, die es schon gibt, weiß nur die Zukunft, ob Cannabis ein echter Verbündeter für TS-Patienten ist. Klinische Versuche laufen, wobei eine offizielle Untersuchung der US-Regierung[8] 2020 abgeschlossen wird. In Anbetracht all dessen, was wir hier besprochen haben, können wir optimistisch sein, sollten uns aber nicht hinreißen lassen. Forscher werden sicherstellen müssen, dass THC auf lange Sicht keine Nebenwirkungen verursacht und dass die Tic-Reduktion in anderen Studien kein Zufall war. Unterm Strich hoffen wir einfach, dass TS-Patienten bald Zugang zu einem wirklich effektiven Therapeutikum haben werden.

External Resources:
  1. Tourette's syndrome - NHS https://www.nhs.uk
  2. Management of Tourette syndrome https://en.wikipedia.org
  3. Possible Role of the Endocannabinoid System in Tourette Syndrome https://www.intechopen.com
  4. Cannabinoids: possible role in patho-physiology and therapy of Gilles de la Tourette syndrome. - PubMed - NCBI https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  5. Decreased sleep quality and increased sleep related movements in patients with Tourette’s syndrome https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  6. Delta 9-tetrahydrocannabinol (THC) is effective in the treatment of tics in Tourette syndrome: a 6-week randomized trial. - PubMed - NCBI https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  7. Psychiatry Online https://neuro.psychiatryonline.org
  8. Safety and Efficacy of Cannabis in Tourette Syndrome - Full Text View - ClinicalTrials.gov https://clinicaltrials.gov
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