Es ist schon lange bekannt, dass Cannabis sich positiv auf die Augenfunktion auswirkt. Unter den ersten modernen Aktivisten für medizinische Reformen waren auch Personen mit Glaukom (grüner Star) - eine Erkrankung, die Schaden am Sehnerv verursacht. Es scheinen sich die Hinweise zu verdichten, dass Cannabis sich bei Konsumenten auch auf die Nachtsicht positiv auswirkt - und es gibt Schlussfolgerungen, dass Cannabinoide die Sehschärfe insgesamt verbessern könnten.

Eine der früheste Studien dazu kam von der University of the West Indies. Ein Pharmakologe vermerkte, dass Fischer, die entweder Cannabis geraucht hatten oder mit Blättern der Pflanze infundierten Rum getrunken hatten, eine "unglaubliche Fähigkeit hatten, im Dunkeln zu sehen". Forscher in Marokko verwendeten einen skotopischen Sensibilitäts-Tester - eine Maschine, die die Entwicklung von Glaukom testet und mit der ebenso herausgefunden wurde, dass sowohl synthetisches, als auch natürliches THC die Nachtsicht der Testsubjekte zu verbessern scheint.

Seit kurzem liefert eine weitere Studie sogar noch mehr Nachweise, dass Cannabis in der Tat die Nachtsicht verbessern kann. Die im Journal eLife veröffentlichten Ergebnisse sind möglicherweise ein Durchbruch für die Art und Weise, wie Patienten mit degenerativen Augenerkrankungen behandelt werden könnten.

DER EINFLUSS AUF CB1-REZEPTOREN

Seit der Entdeckung des Endocannabinoid-Systems ist es allgemein bekannt, das Marihuana sowohl die CB1-, als auch die CB2-Rezeptoren stimuliert, die im ganzen Körper vorkommen. CB1-Rezeptoren kommen vornehmlich im Gehirn und im Nervensystem vor.

Was allerdings hinsichtlich dieser letzten Studie interessant ist, ist die Tatsache, dass sie frühere Hypothesen grundlegend widerlegt, warum und auf welche Art und Weise Cannabis die Sicht im allgemeinen - nicht nur bei Nacht und bei wenig Licht - verbessert. Forscher in den West Indies stellten die Hypothese auf, dass Cannabis einen höheren Lichteinfall auf die Netzhaut ermöglicht, da der Konsum die Pupillen weitet. Forscher stellten zudem die Theorie auf, dass die Stimulation des CB1-Rezeptors, der tiefer im Kopf als die Sehrinde liegt, für die Verbesserung verantwortlich sein könnte. Diese neue Studie scheint die zweite Theorie zu stützen. Indem sie Cannabinoide in das Augengewebe afrikanischer Kröten einsetzten, haben Forscher herausgefunden, dass Cannabis die Aktivität retinaler Ganglienzellen zu stimulieren scheint - und diese lichtempfindlicher werden lässt, indem ein Protein namens NKCC1 durch den CB1-Rezeptor gehemmt wird.

NKCC1 ist ein Transportprotein, das Natrium, Kalium und Chloridionen aus den Zellen hinaus- und hineinbewegt und dadurch die elektrischen Eigenschaften der Nervenzellen bestimmt.

Die neuesten Studien scheinen anzudeuten, dass Cannabinoide diese Zellen stärker "anregen" und sie deshalb lichtempfindlicher werden lassen.

CANNABIS VERLANGSAMT DEN SEHVERLUST

Es ist schon seit etwas längerer Zeit bekannt, dass der Konsum von Cannabis den Verlauf von Augenerkrankungen, die zu Blindheit führen, deutlich verlangsamen kann und im Allgemeinen eine neuroprotektive Wirkung hat. Forscher an der University of Spain haben an Ratten mit Retinopathia pigmentosa (einer degenerativen Augenerkrankung) Tests durchgeführt. Nach 90 Tagen hatten die Ratten, die mit Cannabinoiden behandelt wurden, bessere Ergebnisse in Sehtests und erlangten 40% mehr Photorezeptoren als die Ratten, die nicht mit dem Medikament behandelt wurden. Dies stimmt mit einer anderen Studie überein, die bestätigt, dass Cannabis in der Tat Zellwachstum im Gehirn verursachen kann.

CANNABIS VERBESSERT DIE VISUELLE VERARBEITUNG

Forscher der University of Waterloo in Ontario haben zudem Beweise gefunden, das Babys, die im Mutterleib Cannabis ausgesetzt waren, scheinbar eine bessere Sehkraft aufweisen - im Speziellen die Fähigkeit betreffend, bewegte Objekte zu verfolgen. Die Forschung hat gezeigt, dass die Einwirkung von Cannabis im Mutterleib die allgemeine Wahrnehmung von Bewegung verbessert - eine Verarbeitungsfunktion in den dorsalen Sehbahnen des Gehirns.

Die untersuchten Kinder wurden alle von Müttern geboren, die während der Schwangerschaft auch Nikotin und andere Drogen, wie Methylamphetamin oder Alkohol konsumierten. Natürlich haben die Wissenschaftler dieser Studie auch davor gewarnt, dass Marihuana nicht im Allgemeinen eine positive Wirkung auf die pränatale Entwicklung hat.

visuelle neuroprotektor endocannabinoidsystem CANNABIS SCHEINT DIE SEHKRAFT INSGESAMT ZU VERBESSERN

Auf was die Forschung klar hindeutet, auch wenn es zu diesem Zeitpunkt noch nicht eindeutig ist, ist die Verbesserung der Sehkraft durch Cannabis auf vielfältige Art und Weise, indem die CB1-Rezeptoren stimuliert werden. Diese Wirkung wurde sowohl von Personen mit, als auch von Personen ohne Augenleiden wahrgenommen. In der Konsequenz bedeutet dies, dass die Möglichkeit der Behandlung einer ganzen Reihe an Augenerkrankungen mit Cannabis sehr vielversprechend erscheint.

THC bewirkt im Gehirn, dass die natürliche Stimulation der Sehkraft in Situationen mit wenig Licht verbessert wird. Dies wird von einem natürlich auftretenden Endocannabinoid im Körper namens Anandamid bewerkstelligt - das sogenannte Glücksmolekül ist zudem für die Auslösung des "Runner's High" verantwortlich.

CANNABIS ALS NEUROPROTEKTOR

THC scheint zudem die inneren Schichten der Netzhaut zu schützen. Dies stimmt mit anderen Erkenntnissen überein, die aufzeigen, dass der Konsum von THC sowohl bei einem Hirntrauma, als auch bei einer Kohlenmonoxidvergiftung helfen kann.

Eine Studie aus dem Jahr 2014 zeigte auf, dass Schädel-Hirn-Trauma (SHT) Patienten mit im Körper vorhandenen THC-Rückständen eine 80% geringere Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Verlaufs aufwiesen. UCLA-Forscher haben die Daten von 446 Erwachsenen ausgewertet, die in Torrance, Kalifornien, aufgrund eines SHT behandelt wurden. Alle wurden zunächst auf THC getestet. All jene, die positiv auf die Droge getestet wurden, hatten eine 80% höhere Chance zu überleben, als jene die kein THC in ihrem Körper hatten.

STIMULATION DES ENDOCANNABINOIDSYSTEMS

Was diese Forschung zudem bestätigt, ist die Wichtigkeit des Endocannabinoid-Systems (ECS) für die Aufrechterhaltung der Homöostase - oder die optimale Balance im Körper, vor allem bei verändernden Umständen. Vom Körper natürlich produzierte Endocannabinoide fungieren als Boten, die Vorgänge im Körper, die für eine optimale Funktion nötig sind, entweder beschleunigen oder verlangsamen. Die Fehlregulation des ECS trägt vermutlich zu einer Reihe an Krankheiten und Zuständen bei, unter anderem Krebs und Fibromyalgie.

Die ECS-Theorie von Krankheiten, die mit der Entdeckung des Endocannabinoid-Systems selbst aufkam, besagt, dass, wenn der Körper nicht genügend Endocannabinoide produziert oder diese nicht richtig regulieren kann, der menschliche Körper anfälliger für Krankheiten oder Zustände wie Krebs, Entzündungskrankheiten und Sehverlust wird.

 

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