Wie würdest Du Dich fühlen, wenn Du eines Morgens Deinen Anbauraum betrittst und bemerkst, dass die meisten Deiner Colas hellweiß geworden sind? Würde Du erschrecken und Dir Sorgen um die Gesundheit Deiner Pflanzen machen? Oder würdest Du darin einen Grund zum Feiern sehen?

Wir bei Royal Queen Seeds sind begeistert, wenn unsere Kunden uns Bilder ihrer weißen Blüten schicken. Manche Grower fragen uns dann allerdings auch, ob sie nicht besser sofort Maßnahmen ergreifen sollten, um dieses Problem zu beheben.

Diese Frage ist gerechtfertigt: Wenn man an gesunde Cannabispflanzen denkt, stellen sich die meisten von uns große und üppige Fächerblätter, dicke gesunde Stiele und dunkelgrüne oder violette Blüten mit Flecken oder Trichomen und Stempeln vor. Entdeckt man jedoch, dass sich hellweiße Spitzen bilden, löst dies häufig Alarm aus. Weiße Spitzen haben jedoch mehrere Ursachen: Manchmal weist das Phänomen darauf hin, dass große Mengen wünschenswerter sekundärer Pflanzenstoffe wie Cannabinoiden und Terpenen vorliegen. In anderen Fällen sind weiße Blüten allerdings ein Zeichen von Stress und Schäden an den Pflanzen.

Lies weiter, um mehr über die vielfältigen Ursachen für weiße Spitzen zu erfahren, damit Du weißt, wann Du feiern darfst und wann Du Maßnahmen ergreifen musst.

Weiße Spitzen können auf höhere Trichomwerte hinweisen

Das Auftreten weißer Spitzen auf Cannabisblüten scheint ein relativ junges Phänomen zu sein. Grower auf der ganzen Welt bauen das Kraut seit Jahrzehnten an, ohne dass früher weiße Spitzen erwähnt wurden, und Landrassensorten zeigen dieses Merkmal nur ganz selten.

Warum sind dann in den letzten Jahren plötzlich vermehrt hellweiße Spitzen aufgetaucht? Die Antwort scheint in neuen Anbautechniken zu liegen, die es geschafft haben, dieses botanische Merkmal freizuschalten. Obwohl zahlreiche Grower schon vorher von weißen Spitzen berichtet hatten, gelangte das Phänomen erst in das allgemeine Bewusstsein, als sich eine Growerin, ein Fotograf und ein Wissenschaftler zusammentaten, um dem Phänomen auf den Grund zu gehen.

Die merkwürdige Geschichte von Susan Gress

Als erfahrene Cannabisanbauerin wusste Susan Gress genau, wie gesunde und lebendige Cannabisblüten auszusehen haben. Typischerweise bilden Colas einen bauchigen Boden und eine sich verjüngende Spitze aus. Ebenso weisen sie dunkelgrünes oder violettes Gewebe auf, das durch gleichmäßig verteilte kristalline Trichome und dunkelorange-farbene Stempel kontrastiert wird. Nachdem Gress eine Cannabispflanze routinemäßig in die Spätblüte gebracht hatte, bemerkte sie an ihr ein seltsames Ereignis, das sie dazu brachte, die Gesundheit ihrer Pflanze in Frage zu stellen – die Spitzen ihrer Blätter färbten sich strahlend weiß.

Verblüfft bat Gress zwei Experten um Rat, um eine Erklärung zu finden, was die ungewöhnliche ästhetische Darstellung verursacht haben könnte. Sie rief ihren Freund und Fotografen Bob Montoya an, und bat ihn genauer hinzuschauen. Mit einem leistungsstarken Makroobjektiv und einer professionellen Kamera bewaffnet, machte er einige Nahaufnahmen der weißen Spitzen.

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Bei der Durchsicht seiner Bilder bemerkte Montoya, dass trotz ihres strahlend weißen Aussehens sowohl die Blüten als auch die Pflanzen insgesamt gesund aussahen. Er informierte Gress darüber, dass die Farbe ganz einfach das Ergebnis einer massiven Produktion von Trichomen zu sein schien – was viel Aufregung auslöste!

Bevor Gress sich jedoch mit einem so positiven Ergebnis zufrieden gab, beschloss sie, eine zweite Meinung einzuholen. Wer könnte die Proben besser analysieren als der Neurologe und Cannabisexperte Dr. Ethan Russo? Russo hat bahnbrechende Literatur auf dem Gebiet der Cannabiswissenschaft veröffentlicht, zu denen Arbeiten gehören, in denen er alle Hauptbestandteile der Cannabispflanze[1] aufgeschlüsselte und die das Gesicht der Sortenklassifizierung[2] verändert haben.

Nach der Inspektion der Blüten kam Russo zu einem ähnlichen Ergebnis – die Pflanzen sahen völlig gesund aus. Die seltsame Ästhetik schien das Ergebnis einer himmelhohen Trichomproduktion zu sein. Diese Ergebnisse motivierten Gress, eine Probe der Blüten in eine Testeinrichtung zu bringen. Dort fand man tatsächlich signifikante Konzentrationen sekundärer Pflanzenstoffe wie THC und Terpene, was ein weiterer Beweis dafür war, dass Trichome die Ursache der weißen Spitzen waren.

Was sind Trichome?

Warum aber sollte ein enormer Anstieg der Trichomproduktion so eine große Sache sein? Nun, Trichome untermauern die Cannabiserfahrung. Diese Strukturen produzieren Cannabinoide wie THC und bestimmen damit die Wirksamkeit und Effekte von Cannabissorten. Sollten Forscher den Mechanismus für eine erhöhte Produktion identifizieren können, würde dies die Methoden des Cannabisanbaus für immer verändern.

Du kennst wahrscheinlich die kleinen kristallartigen Punkte, die man auf der Oberfläche von Cannabisblüten wahrnehmen kann. Dies sind die Trichome – kleine pilzförmige Drüsen, die ein viskoses Harz absondern. Diese Substanz enthält eine Vielzahl interessanter Chemikalien, darunter Cannabinoide und Terpene. In der Natur helfen diese Substanzen den Pflanzen, sich vor Insekten und extremen Temperaturen zu schützen. Für uns Menschen dienen sie als Quelle für Verbindungen, die in der Freizeit angenehme Highs auslösen und medizinischen Nutzern Erleichterung verschaffen.

Je mehr Trichome eine Blüte besitzt, desto mehr Harz kann sie abgeben und desto wirksamer wird sie sein – genau deshalb haben "klebrige" Buds in der Welt des Cannabis einen so guten Ruf erlangt.

White tips cannabis
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Was verursacht eine verbesserte Trichomproduktion?

Sind Blüten mit weißen Spitzen das Ergebnis seltener, abgedrehter genetischer Mutationen? Oder könnte man Umweltfaktoren optimieren, um die Wahrscheinlichkeit ihrer Entwicklung zu erhöhen? Gress glaubt, dass ihre weißen Colas das Ergebnis der LED-Beleuchtung sind.

In der Welt des Cannabisanbaus sind LED-Lampen eine relativ neue Entwicklung. Diese Lichtquellen nutzen spezifische Lichtspektren, die auf das Cannabiswachstum abzielen und es optimieren. Gress kam zu dem Schluss, dass ihre neue LED-Konfiguration die Bildung weißer Spitzen ausgelöst hatte, und andere Grower, bei denen ebenfalls weiße Spitzen auftreten, berichteten dasselbe.

LED-Lampen bieten auch eine Reihe zusätzlicher Nutzen, darunter:

  • Schwache Hitze
  • Effizienter zu betreiben
  • Pflanzen strecken sich weniger und sind robuster

Weiße Spitzen vs. Hitzestress und Ausbleichen

Vergiss aber nicht, dass weiße Spitzen nicht immer ein gewinnbringender Anblick sind. Manchmal können sie auch auf Stress und Schäden hinweisen. Wenn Colas zu nahe an einer Lichtquelle wachsen, sind sie unangenehmer Hitze ausgesetzt. Dies kann die Spitzen buchstäblich "verbrennen", was ebenfalls zu einer weißen Verfärbung führt.

Als Grower kann man hitzebelastete Blüten jedoch leicht von trichomlastigen Spitzen unterscheiden. Diese Blüten haben ein verwelktes Aussehen und sitzen zwischen gelben und gekräuselten Zuckerblättern und Fächerblättern. Im Gegensatz dazu behalten Blüten mit weißen Spitzen ein gesundes Aussehen und dunkelgrünes Laub bei.

Während man verbrannte Pflanzen eigentlich nicht mit echten Exemplaren mit weißer Spitze verwechseln kann, ähneln diese ausgebleichten Blüten schon eher. Das Ausbleichen erfolgt auch aufgrund von Hitzestress, die Blüten sehen allerdings auf den ersten Blick viel gesünder aus. Auch ausgebleichte Blüten besitzen hellweiße Spitzen, was jedoch nicht an einer erhöhten Trichomenproduktion liegt. Vielmehr wird das eigentliche Blütengewebe hellweiß.

Ausgebleichte Blüten nehmen aufgrund physischer Schäden dieses Aussehen an, was auch mit einer Verringerung der Terpen- und Trichomproduktion einhergeht. Echte Blüten mit weißer Spitze entwickeln auch dann ihre einzigartige Farbe, wenn sie in sicherer Entfernung von einer Lichtquelle positioniert werden.

Weiße Spitzen vs. Albino-Pflanzen

Genau wie bei Menschen und Tieren gibt es auch bei Cannabispflanzen Albinismus. Dieses Merkmal zeigt sich dort zwar nur selten, tritt es aber auf, sorgt es im Anbauraum und Garten für einen absolut schönen Anblick. Diese atemberaubende Farbe rührt von einem Mangel an Chlorophyllpigmentierung her, die den Cannabispflanzen normalerweise ihre grüne Farbe verleiht. Albinismus resultiert aus einer genetischen Mutation, während Blüten mit weißen Spitzen aufgrund von Umweltfaktoren entstanden sind.

Weiße Spitzen sind aufregende Neuigkeiten!

Hast Du weiße Spitzen in Deinem Anbauraum? Manche Grower wären eifersüchtig! Nachdem Du ausgeschlossen hast, dass es sich bei diesem Phänomen um Lichtstress, Albinismus oder Verbleichen handelt, solltest Du stolz auf Deine Errungenschaft sein! Wenn Deine Pflanzen in sicherer Entfernung von hochwertigen LED-Leuchten aufgestellt sind, stehen die Chancen gut, dass Dir eine Cannabinoid-reiche Erfahrung ins Haus steht!

External Resources:
  1. Cannabis Pharmacology: The Usual Suspects and a Few Promising Leads - PubMed https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  2. The Cannabis sativa Versus Cannabis indica Debate: An Interview with Ethan Russo, MD https://www.ncbi.nlm.nih.gov
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