Als Folge der zunehmenden Beliebtheit von Cannabis wenden sich viele Hanffreunde der etablierten Forschung zu, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie die Droge sich auf ihren Körper auswirkt. Die Forschung weist diesbezüglich jedoch eine Lücke auf: Die meisten Studien über die Effekte von Cannabis wurden an männlichen Lebewesen durchgeführt. Dies liegt daran, dass Wissenschaftler zum Beispiel männliche Ratten schon länger für bessere Forschungsobjekte als weibliche gehalten haben, da ihr Hormonhaushalt weniger schwankt.

Daher befinden wir uns jetzt in einer Situation, in der unser Verständnis davon, wie Cannabis den Körper beeinflusst, auf der Forschung mit männlichen Lebewesen beruht. Dies ist nicht ideal, zumal sich mittlerweile herausgestellt hat, dass Cannabis direkt mit dem Östrogen des weiblichen Körpers interagiert. Da das Interesse von Frauen an Cannabis viel schneller zunimmt als dies bei Männern der Fall ist, benötigen wir zuverlässigere Informationen darüber, wie Geschlechtsunterschiede die Wirkung von Cannabis beeinflussen. In diesem Blog erforschen wir den chemischen Tanz zwischen Cannabinoiden und Östrogen und was dies für weibliche Anwender bedeutet.

DER WIRKMECHANISMUS

Östrogen und Cannabinoide nutzen im menschlichen Körper und im Gehirn meist dieselben Interaktionsbahnen. Eine besondere Studie zeigt, dass Männer und Frauen in verschiedenen Gehirnarealen unterschiedliche Dichten des Cannabinoid 1-Rezeptors (CB1) aufweisen. Als wahrscheinlichen ursächlichen Faktor für diesen Unterschied ermittelten die Forscher das Östrogen. Frauen haben eine größere CB1-Dichte in der an Emotionen beteiligten Amygdala, bzw. eine geringere Dichte im Hypothalamus, der unter anderem für das Hungergefühl verantwortlich ist. Dieser Rezeptor-Unterschied scheint auch für den Hippocampus zu gelten, der an der Erinnerung beteiligt ist, aber die betreffende Interaktion ist komplex.

Diese unterschiedliche neuronale Landschaft führt zu einer Situation, in der Cannabis weibliche oder mit Östrogen behandelte Gehirne auf andere Art beeinflusst als männliche Gehirne. In vielerlei Hinsicht werden weibliche Gehirne so empfänglicher für die Wirkung von Cannabis.

Der Einfluss von Östrogen und Cannabis

SCHMERZLINDERUNG UND GEWÖHNUNG

Eine kürzlich veröffentlichte Studie der University of Washington hat gezeigt, dass Östrogen weibliche Ratten um 30% empfänglicher für die schmerzlindernden Wirkungen von Cannabis macht und dass sie auch viel schneller eine Gewöhnung entwickeln. Ebenso neigen weibliche Nagetiere viel häufiger als männliche dazu, sich zwanghaft THC selbst zu verabreichen, was auf eine niedrigere Abhängigkeitsschwelle hindeutet.

Was bedeutet das für uns Menschen? Es könnte sich um eine gute Nachricht für weibliche Schmerzpatienten handeln, die sich Cannabis zum Zwecke der Schmerzlinderung zuwenden – es ist wahrscheinlich, dass sie bereits davon profitieren werden, wenn sie deutlich weniger als die Standarddosis einnehmen. Allerdings sollten weibliche Nutzer die Gewöhnung im Auge behalten – möglicherweise müssen sie ihre Dosis viel schneller als ihre männlichen Kollegen erhöhen, um dieselbe Wirkung zu erzielen. Die Forscher warnten, dass dies bedeuten könne, dass Frauen anfälliger für die negativen Auswirkungen von Cannabis sind, wozu Angstzustände, Paranoia und sogar die Suchtgefahr gehören.

Dieselbe Studie ergab, dass die THC-Empfindlichkeit weiblicher Ratten mit ihrem Menstruationszyklus schwankt. Am empfindlichsten waren sie um den Eisprung herum, wenn der Östrogenspiegel anstieg.

GEFÜHL UND ERINNERUNG

Die höhere Konzentration von CB1-Rezeptoren in der weiblichen Amygdala könnte für die unterschiedlichen emotionalen Auswirkungen von Cannabis auf Männer und Frauen verantwortlich sein. Die Amygdala wird mit Angst und negativen Emotionen in Verbindung gebracht und bei Frauen, die THC-reiches Cannabis rauchen, treten Angstzustände häufiger als bei Männern auf. Allerdings wählen immer mehr Frauen CBD-reiche Sorten aus, die die gegenteilige Wirkung auf die CB1-Rezeptoren haben und Ängste möglicherweise reduzieren. Darüber hinaus haben Studien gezeigt, dass Frauen, die bereits in ihrer Jugend regelmäßig Cannabis geraucht haben, eine größere Amygdala haben und empfindlicher auf Angstzustände und negative Emotionen reagieren.

Ebenso interagiert Cannabis auch mit dem weiblichen Hormonsystem, wo es als Aphrodisiakum wirkt – viele Frauen berichten, dass sie sich während des Highs sexueller fühlten und leicht erregbar seien. Dies ist bei Männern eher nicht so, denn bei ihnen kann Cannabis manchmal sexuelle Funktionsstörungen verursachen. Sehr hohe Cannabiswerte können jedoch das Östrogensystem überfluten und auch bei Frauen die sexuelle Funktion beeinträchtigen.

Zu guter Letzt scheinen Frauen, was die Gedächtnisleistung betrifft, empfindlicher auf die nachteilige Auswirkung von Cannabis zu reagieren. Dies hängt wahrscheinlich mit den Auswirkungen von Östrogen auf die modulierte CB1-Dichte im Hippocampus zusammen.

Cannabis And Female Hormonal System

EINE AUSNAHME

Erinnerst Du Dich an den Hypothalamus? Es hat sich herausgestellt, dass dieses Hirnareal für einen der wenigen Bereiche verantwortlich ist, in denen Frauen gegenüber den Effekten von Cannabis weniger empfindlich als Männer sind. Der Hypothalamus reguliert den Hunger, und Männer erleben Heißhunger viel massiver als Frauen. Eine Studie an Meerschweinchen zeigte, dass männliche Tiere 62% mehr Nahrung als üblich zu sich nahmen, während der entsprechende Wert bei den Weibchen lediglich 23% erreichte.

Warum ist das so? Nun, Cannabis aktiviert CB1-Rezeptoren im Hypothalamus, wodurch die Freisetzung jener Hormone gefördert wird, die für das Hungergefühl verantwortlich sind. Östrogen blockiert die CB1-Aktivierung in diesem Teil des Gehirns teilweise und reduziert auf diese Weise den Heißhunger. Dieser wird übrigens während des Eisprungs noch weiter gemindert, wenn der Östrogenspiegel seinen Höhepunkt erreicht.

Weiterhin neigen Männer dazu, unter Cannabiseinfluss zu frieren – Studien haben gezeigt, dass die Körpertemperatur bei Frauen weniger stark als bei Männern sinkt. Dieser Umstand könnte ebenfalls auf das Östrogen und den Hypothalamus zurückzuführen sein.

DIE WIRKUNG VON CANNABIS AUF DEN UTERUS

Wir haben gesehen, dass Östrogen die Wirkung von Cannabis beeinflussen kann, aber könnte die Kausalität auch in die andere Richtung verlaufen? Kann Cannabis sich auf das weibliche Fortpflanzungssystem auswirken?

Untersuchungen an Frauen haben gezeigt, dass kondensierter Marihuana-Rauch das Verhalten und das Aussehen von Uterus- und anderen Fortpflanzungszellen zu beeinflussen scheint, worunter hauptsächlich der Wettbewerb mit Östrogen um Bindungsstellen im Uterus zu verstehen ist. Interessanterweise trat dieser Effekt bei reinem THC nicht auf, was ebenso für meisten anderen Cannabinoide gilt. Lediglich CBD und bestimmte Flavonoide zeigten dieses Verhalten isoliert.

Was auch immer diese Interaktion bedeuten mag, sie kann durchaus von Vorteil sein. Viele Frauen berichten davon, dass sie Cannabissorten mit einem hohem CBD-Gehalt zur Behandlung von PMS, Krämpfen und anderen schmerzhaften Menstruationssymptomen verwenden.

Kann Cannabis den weiblichen Menstruationszyklus stören? Die Forschungsergebnisse fallen hier nicht eindeutig aus. Während Tierstudien gezeigt haben, dass Cannabis den Hormonspiegel auf eine Weise beeinflussen kann, die zu erhöhten Eisprungraten führt, ist die Forschung beim Menschen weniger deutlich. Der regelmäßige Gebrauch scheint Störungen des Fortpflanzungszyklus normalisieren zu können, jedoch nicht notwendigerweise auf das Niveau, das vor der Nutzung bestanden hat. Außerdem kann das Timing entscheidend sein: Ein Zug während der Lutealphase kann eine spürbare Wirkung haben, was während der follikulären Phase wohl nicht der Fall sein wird.

Östrogen beeinflussen die Auswirkungen von Cannabis

UNTERSCHIEDE IN DEN SORTENVORLIEBEN

Bei allem, was wir nun über die Interaktion von Cannabis mit der weiblichen Biologie wissen, ist es keine Überraschung, dass Frauen ganz bestimmte Sorten bevorzugen. Untersuchungen von Leafly haben ergeben, dass Blue Dream, Girl Scout Cookies und Sour Diesel die drei von Frauen am häufigsten ausgewählten Sorten sind. Frauen scheinen also Sativas und erhebende Hybridsorten der "chillenden" Indica-Familie vorzuziehen. Darüber hinaus sieht es so aus, als würden Frauen ebenso CBD-reiche Sorten bevorzugen. Dies könnte mit den anxiolytischen Wirkungen dieses Cannabinoids zusammenhängen – da Frauen fast doppelt so häufig wie Männer an Angststörungen leiden – oder vielleicht aufgrund der Fähigkeit von CBD, bestimmte Menstruationsbeschwerden zu lindern. Insgesamt scheinen Frauen belebende, fruchtige Sorten zu bevorzugen, die auch im CBD-Bereich hohe Werte aufweisen.

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