Mit dem Versuch, den regulierten Verkauf von Cannabis zu legalisieren, setzt Uruguay neue Maßstäbe. Das ist er erste Versuch in dieser Form in der modernen Welt. Die Bundesstaaten in Amerika wirtschaften technisch gesehen noch unter der Prohibition der Regierung. Andere Länder wie Spanien oder die Niederlande nutzen Schlupflöcher im Gesetz der EU, um den persönlichen Gebrauch von Cannabis zu regulieren. Uruguay schlägt mit der aktiven Beteiligung der Regierung an dem Verkauf von Cannabis einen neuen Kurs ein.

Doch bevor Du einen Flug dorthin buchst, solltest Du wissen, wie streng das neue System kontrolliert wird.

BESCHRÄNKT AUF EINHEIMISCHE

Eine schlechte Nachricht für alle Touristen; nur uruguayische Staatsbürger haben Zugang zu dem neuen Cannabismarkt. Das Rauchen von Cannabis wird strafrechtlich nicht verfolgt, aber lediglich Staatsbürger dürfen es kaufen. Eine Gesetzgebung wie in Amsterdam, die den Verkauf von Cannabis an alle erlaubt, birgt die Gefahr, dass legal erworbene Drogen über die Grenze in andere Länder geschmuggelt werden. In diesem Fall möchte man in Uruguay mit ihren Produkten nicht den Schwarzmarkt in den Nachbarländern Brasilien und Argentinien unterstützen.

DAS GANZE WIRD KONTROLLIERT

Bevor sie Gras kaufen können, müssen sich uruguayische Einwohner über 18 in einer Datenbank aus Cannabiskonsumenten registrieren lassen. Bei jedem Kauf werden ihre Fingerabdrücke gescannt. So soll verhindert werden, dass Konsumenten mehr als 40 Gramm pro Monat kaufen. Das löste bei vielen Uruguayern eine Kontroverse aus, die bisher in einer Diktatur lebten. Die Regierung versichert jedoch, dass die persönlichen Daten nicht mit Dritten außerhalb der Cannabis-Regulierung, auch nicht mit der Polizei, geteilt werden. Über 4.600 Einwohner haben sich bereits in der Datenbank registrieren lassen. Für den Zugang zu Cannabis haben sie drei Möglichkeiten.

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MÖGLICHKEIT #1: EIGENANBAU

Fast 7.000 Einwohner haben sich bei der Regierung registrieren lassen, um Cannabis für den Eigenbedarf anzubauen. Man kann zu Hause bis zu 6 blühende Cannabispflanzen anbauen. Ihr jährlicher Ertrag darf 480g (oder 17 Unzen) nicht überschreiten. Wenn Dir das zu viel Arbeit ist …

MÖGLICHKEIT #2: CANNABIS CLUBS

Zwischen 15 und 45 Einwohner können sich zu einem kooperativen Cannabis Club zusammenschließen, bei dem Mittel und benötigte Ressourcen zusammengelegt werden, um Pflanzen anzubauen. Die Anforderungen an eine Mitgliedschaft sind höher, als in den Cannabis Clubs in anderen Ländern. Derartige Clubs dürfen außerdem nur 99 Pflanzen anbauen. Nichtsdestotrotz hat man dadurch die Möglichkeit, unter Gleichgesinnten erstklassiges Cannabis anzubauen. Wenn Dir das zu viel Arbeit ist …

MÖGLICHKEIT #3: APOTHEKEN

Gehe einfach in eine der Apotheken, die für den Verkauf von Cannabis lizenziert sind. Sie wurden angesichts ihrer Erfahrung im Umgang mit verschreibungspflichtigen Substanzen als Ausgabestellen ausgewählt. Vielen der Apotheken des Landes verweigerte man die Zustimmung, diesen Service anzubieten. Der von der Regierung zunächst festgelegte Preis beträgt $1.30 pro Gramm und $6.50 für 5 Packungen mit je 5g. Dieses Cannabis stammt von einem der beiden Hanfagronomen, die für die Regierung arbeiten.

Bedenken über die Auswirkungen von Cannabis auf die öffentliche Gesundheit haben zu einem streng kontrollierten Projekt geführt. Die Frage, ob die Kontrollen überzogen und zu streng sind, wird auch weiterhin heiß diskutiert werden. Je mehr Orte es jedoch gibt, an denen Cannabis legal ist, desto mehr Erfahrungen können wir sammeln, um die richtige Balance in der Regulierung dieser höchst nützlichen Pflanze zu finden.

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