Ein Unfall, der zu einem Schädel-Hirn-Trauma führt, kann ein unglaublich traumatisches Erlebnis sein. Nicht nur in dem Moment, in dem es geschieht, sondern auch in den Wochen und Monaten und vielleicht sogar Jahren nach dem Unfall. Manche Symptome eines Schädel-Hirn-Traumas können ganz schön an den Kräften zehren und leider ist eine der effektivsten Behandlungsmethoden dieses Leidens schlichtweg Zeit. Patienten müssen ihre Beschwerden aussitzen, während sich das Gehirn selbst repariert. Studien zur Behandlung mit Cannabis stecken noch in den Kinderschuhen. Es gibt jedoch Anhaltspunkte, dass die Pflanze bei der Linderung eine entscheidende Rolle spielen könnte. Dabei hat sie womöglich nicht nur in den Stadien nach dem Schädel-Hirn-Trauma eine große Bedeutung, sondern auch bei der Eindämmung des Ausmaßes des ursprünglichen Traumas.

Entgegen der Angstmacher, die seit Jahrzehnten verbreitet haben, dass Cannabis Gehirnzellen schädigen kann, gehen neue Studien nun davon aus, dass Cannabis durch die Wirkung auf das Gehirn sogar bei der Bildung neuer Gehirnzellen hilft. Obwohl für abschließende Antworten noch viel mehr Arbeit nötig ist, befassen sich mehrere Studien mit der tiefgreifenden Wirkung der Cannabinoide.

WAS IST EIN SCHÄDEL-HIRN-TRAUMA?

Um die Symptome eines Schädel-Hirn-Traumas zu verstehen, müssen wir zunächst einmal begreifen, was ein derartiges Trauma überhaupt ist. Ein Schädel-Hirn-Trauma ist eine leicht traumatische Verletzung des Gehirns und wird auch als Schädel-Hirn-Trauma (SHT) oder traumatische Gehirnverletzung (TBI) bezeichnet. Ein solches Trauma wird durch einen Schlag gegen den Kopf und/oder eine signifikante Änderung der Bewegungsgeschwindigkeit ausgelöst. Typischerweise erleiden die Opfer eines Autounfalls ein Schädel-Hirn-Trauma. Auch bei Sportarten wie American Football, Boxen oder Rugby, bei denen man einen Schlag gegen den Kopf riskiert, treten trotz Schutzausrüstung immer wieder Schädel-Hirn-Traumata auf.

Der Grund für die Reaktion unseres Körpers auf diese Art von Trauma lässt sich auf die Art und Weise zurückführen, wie das Gehirn in unserem Schädel geschützt ist. Das Gehirn an sich ist sehr verletzlich – ein weiches Organ, das in einer schützenden Blase aus Rückenmarksflüssigkeit schwimmt. Bei einem harten Schlag gegen den Kopf oder einer dramatischen Geschwindigkeitsveränderung reicht diese Flüssigkeit nicht aus, um das Gehirn vor einer Bewegung zu schützen und es schlägt versehentlich gegen das Innere des Schädels. Durch diesen Aufprall werden Nervenenden geschädigt, Entzündungen hervorgerufen, und der natürliche chemische Prozess in unserem Gehirn unterbrochen. All das kann zu einem posttraumatischen Schädel-Hirn-Trauma führen.

Gehirnerschütterung Symptome

DIE SYMPTOME EINES POSTTRAUMATISCHEN SCHÄDEL-HIRN-TRAUMAS

Ein Schädel-Hirn-Trauma kann viele Symptome nach sich ziehen, die Wochen oder sogar Monate andauern können.

Zu den Symptomen zählen:

  • Kopfschmerzen oder Benommenheit
  • Angststörungen
  • Übelkeit
  • Licht- und Geräuschempfindlichkeit
  • Gedächtnisverlust

Der genaue Grund für die Symptome eines Schädel-Hirn-Trauma ist noch nicht bekannt. Das Ganze wird durch die oftmals wenig hilfreiche herkömmliche Medizin verschlimmert. Um die Symptome zu beseitigen oder sie zumindest merklich zu reduzieren, ist Zeit die beste, wenn auch unangenehmste Form der Behandlung. Sind die Symptome besonders ausgeprägt, werden manchmal auch herkömmliche Medikamente aus der Apotheke verschrieben, um Symptome wie Kopfschmerzen oder Übelkeit zu linden. Letztendlich benötigt Dein Gehirn aber Zeit, um sich zu erholen und selbst zu reparieren.

WAS SAGT UNS DIE FORSCHUNG?

Es dreht sich wieder einmal alles um das unglaublich vielseitig einsetzbare Cannabis. Angesichts der begrenzten Studien über die Verbindung von Cannabis und Schädel-Hirn-Traumata müssen wir uns vorwiegend mit den Studien über die Auswirkungen der Cannabinoide auf das Gehirn beschäftigen. Diese können wiederum den Weg für eine tiefgründigere Erforschung der Behandlung eines posttraumatischen Schädel-Hirn-Traumas mit Cannabinoiden ebnen.

Präklinische Studien der Oxford University aus dem Jahr 2011 zeigen eine Verbindung zwischen dem Endocannabinoid-System und einer verminderten Schwellung des Gehirns sowie Reduzierung der Entzündung im Laufe einer traumatischen Gehirnverletzung. Die Forscher führten Tests durch, indem sie die CB1- und CB2-Rezeptoren von Ratten testeten. Wir wissen bereits, dass Ratten und Menschen ein Endocannabinoid-System für die Regulierung zahlreicher Funktionen besitzen. Durch Reizung der CB1- und CB2- Rezeptoren mit den CB1-Antagonisten/inversen Agonisten AM251 und Antagonisten/inversen Agonisten AM630 fand man heraus, dass ein bestimmtes Steroid die Freisetzung von Mikroglia (multifunktionaler Gliazellen) und den Abbau reaktiver Astrozyten im Gehirn verhindern könnte, indem es die Aktivität des Endocannabinoid-Systems  reguliert.

Weitere Studien zeigen, wie die Manipulation dieser CB1- und CB2-Rezeptoren zur Linderung von Stress, Depression und Angststörungen verwendet werden kann; um nur ein paar der häufigsten Symptome einer TBI zu nennen. Bei einem Versuch, der im Jahr 2013 auf NCBI veröffentlicht wurde, wurden Ratten getestet und chronischem Dauerstress ausgesetzt, der Stress und Angststörungen beim Menschen imitieren sollte. Die Studie kam zu dem Entschluss, dass eine Aktivierung der Cannabinoid-Rezeptoren möglicherweise bei der Behandlung kognitiver Defizite im Rahmen stressbedingter Angstzustände eingesetzt werden kann.

Gehirnerschütterung und Cannabis

KANN EIN SCHÄDEL-HIRN-TRAUMA MIT CANNABIS BEHANDELT WERDEN?

Anhand dieser beiden Erkenntnisse können wir nun damit beginnen zu erforschen, wie Cannabis bei der Behandlung des Schädel-Hirn-Traumas eingesetzt werden und bei der Linderung der Symptome helfen kann. Wenn Cannabis die Fähigkeit des Gehirns verbessern könnte, sich selbst nach einem Schädel-Hirn-Trauma wieder zu reparieren, könnten auch die darauf folgenden Symptome womöglich behandelt oder gelindert werden.

Darüber hinaus haben Cannabinoide sich im Rahmen verschiedenster Erkrankungen als Heilmittel für Patienten mit Schmerzen erwiesen. Bis weitere Forschungsergebnisse die genaue Verbindung zwischen dem Endocannabinoid-System und der Linderung der Symptome eines Schädel-Hirn-Traumas enthüllen, entscheiden sich manche Menschen ganz einfach zur Selbstmedikation mit Cannabis, um die hartnäckigen Beschwerden zu behandeln. Das Endocannabinoid-System ist nicht nur ein Teil unseres Körpers, sondern auch eine noch relativ neue „Entdeckung“. Einzig und allein Zeit und Forschung werden das gesamte Potenzial von Cannabis auf dieses großartige System zu Tage bringen.

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