Kolumbien wird bald mit dem Anbau seiner ersten legalen Ernte von medizinischem Cannabis beginnen. Der Gesetzentwurf zur Legalisierung passierte den Kongress mit Bravour, was eine verbesserte Gesundheitsversorgung und ein höheres Steueraufkommen verspricht.

Ein weiteres südamerikanisches Land hat den Krieg erklärt. Jedoch keinen Krieg gegen die Drogen, sondern einen Krieg gegen Krankheiten. Die kolumbianische Regierung hat ein Gesetz unterzeichnet, das den Anbau und Verkauf von medizinischem Cannabis legalisiert, wobei nun ein staatlich sanktionierter Anbau eingerichtet wird. Es war ein langwieriger Prozess medizinisches Cannabis zu legalisieren, aber er kommt schließlich zum Ende.

EINE BEWEGTE VERGANGENHEIT

In den letzten einhundert Jahren haben sich die Drogengesetze von Kolumbien ziemlich stark verändert. In den 1920er Jahren war die Strafe für den Besitz oder Konsum von Drogen eine Geldstrafe. Doch wegen des florierenden internationalen Drogenhandels, der über die Welt gefegt ist, hat die kolumbianische Regierung die Gesetze im Laufe der Jahre verschärft und gelockert. Sie hatten sich in einer Grauzone angesiedelt, angefangen im Jahr 2005, als den Menschen der Besitz einer persönlichen Menge von fast jeder Droge zugebilligt wurde, ohne dass sie sich viel Sorgen um die Strafverfolgung machen mussten, da es als das Recht der "freien Entfaltung der Persönlichkeit" erachtet wurde.

Nun traten neue Gesetze in Kraft, die die Dinge völlig legal machen - zumindest dort, wo es die medizinische Verwendung von Cannabis betrifft. Der Kongress stimmte für die medizinische Verwendung von Cannabis, in der Hoffnung jenen ihr Medikament zu bieten, die es benötigen, während gleichzeitig neue Arbeitsplätze geschaffen und Steuern eingenommen werden. Unglücklicherweise gewann der Vorstoss es für Erholungszwecke zu legalisieren keine Mehrheit der Stimmen.

Kolumbien Medizinisches Cannabis

Die Kommerzialisierung von medizinischem Cannabis wird eine höhere Produktqualität und Sicherheit fördern. Der Anbau der Pflanzen wird in die Hände von Profis gelegt werden, die danach streben werden ein tolles Produkt zu produzieren, das dem Ruf des Unternehmens entspricht.

NEUE, UNBEKANNTE GEWÄSSER

Das größte Problem ist im Moment Ärzte über die Anwendung und Wirkung von Cannabis aufzuklären. Nur 2% der kolumbianischen Praktiker im Gesundheitswesen haben ihre eigene Forschung über die Nutzungsmöglichkeiten von Cannabis durchgeführt, so dass es einige Zeit dauern wird, bevor es eine gute Anzahl von Ärzten gibt, die die pharmazeutischen Leitfäden für die Behandlung von Patienten mit Cannabis erfüllen können.

Die Regierung beabsichtigt bei der Regulierung dieser neuen Industrie eine eiserne Hand zu haben. Lizenzen für den Cannabisanbau werden von drei Behörden der Regierung ausgegeben und überwacht werden. Die Justiz-, Gesundheits- und Landwirtschaftsämter werden strenge Standards festlegen, die neue Geschäfte zu befolgen haben. Insgesamt werden elf verschiedene Lizenzen benötigt, angefangen von Cannabissamen und Anbau, bis hin zur Produktlagerung.

WAS IST MIT DEM PRIVATEN ANBAU?

Es gibt zwar ein allgemeines Gefühl der Aufregung und Geschäftigkeit, doch trotz der guten Nachricht sind viele Menschen besorgt über die unklare Art einiger der Gesetze. Man sorgt sich, dass die Gesetze ungerecht sein werden und die Politiker, die sie geschaffen haben, die Hauptnutznießer sein werden. Nach dem alten Recht dürfen private Anbauer bis zu zwanzig Pflanzen in ihren Häusern besitzen. Diese Menschen sind nun besorgt, was das neue Gesetz für sie bedeutet - da die Lizenzierung zwingend vorgeschrieben ist.

PRODUKTION IM GROSSEN MASSSTAB IST BEREITS IN PLANUNG

Die Provinz Boyacá plant die erste Partie legales medizinisches Marihuana anzubauen und hat bereits 10 Hektar Land reserviert, um die Produktion zu starten. Die technische Universität von Kolumbien hat auf den Anbau in dieser Provinz gedrängt und wird es wahrscheinlich nutzen, um die weitere Erforschung von Cannabis durchzuführen.

Die Gesetze rund um Cannabis ändern sich auf der ganzen Welt. Dies ist nur der jüngste Schritt nach vorn, im Kampf das Verbot zu beenden und jenen den Zugang zu Cannabis zu ermöglichen, die es brauchen. Viele Länder werden Kolumbien sehr genau beobachten, vor allem weil es für die Herstellung von illegalen Drogen bekannt ist. Wenn es der Welt zeigen kann, dass ein legaler Markt lebensfähig ist und das Wohlbefinden der Gesellschaft verbessert, werden andere wahrscheinlich folgen.

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